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Kiddo
15.01.2023, 22:26
Tofu klappt auch gut

anignu
16.01.2023, 01:13
Dazu kommt, dass häufig auch die operativen Kollegen in den Besprechungen sagen, dass eine Regionale überhaupt kein Problem darstellt. Und der Kollege, der es dann tatsächlich operieren soll, findet das ganz und gar nicht so...
Ich hab kein Problem mit der Regionalen an sich. Aber bissl was dazu, für die paar Sekunden des Sägens. Das finde ich so grausam gegenüber den Patienten, nur wenn die maximal dement sind...
Kann man zur "Abschirmung", wenn der nicht sedierte, multimorbide Patient im OP das möchte, nicht immer etwas Midazolam geben? Oder will man das Risiko einer paradoxen Reaktion nicht eingehen?
Welches Medikament ist mir persönlich egal. Interessiert mich auch ehrlich gesagt nicht besonders. Mach Midazolam, mach Propofol, mach was auch immer. Muss der Anästhesist wissen. Aber gar keine Abschirmung für die kurze Zeit finde ich grausam.

Bestenfalls herrscht bzgl. des Versuchs, die OP erstmal ohne Sedierung zu versuchen, Einigkeit zwischen dem Anästhesisten, dem Operateur und dem Patienten. Und eine Vorgehensweise für den Fall, dass der Patient intraoperativ plötzlich doch etwas in Richtung Sedierung haben möchte, sollte natürlich vor der OP besprochen werden.
Ich mach von mir aus gern die OP ohne Sedierung, aber nicht die Zeit des Sägens.

Ehrlich gesagt, seit ich das erlebt hab schau ich nach was die Anästhesisten aufgeschrieben haben was die planen und diskutiere das im Zweifel vorher. Die Rate dafür liegt irgendwo <1%...

Nun, der Anästhesist ist aber in der Tat diejenige Person im Saal, die sowohl Abschirmungsbedarf als auch Medikationsfähigkeit des Patienten am genauesten einordnen kann.
Ist doch schön. Du glaubst dass ein Assistenzarzt, der die Prämedikation macht, und den Patienten zum ersten Mal in seinem Leben für ein paar Minuten sieht den Abschirmungsbedarf besser einschätzen kann als der Gefäßchirurg der den Patienten seit vielleicht Jahren begleitet und täglich auf Station sieht und betreut. Schön. Das scheint dein Glaube zu sein. In Bezug auf die Medikamente misch ich mich nicht ein, also welches genau. Irgendwas geht immer, was das ist muss der Kollege entscheiden der das Zeug spritzt. Aber ob irgendein Abschirmungsbedarf vorliegt oder nicht, sorry, das trau ich mir zu dass ich das beurteilen kann.

Und eines muss ich auch sagen: der Anästhesist erwartet zu Recht dass er darüber informiert wird was der Chirurg vor hat und macht. Dann erwarte ich das aber auch. Und meiner Meinung nach auch zu Recht. Oder?

Erdbeermond
16.01.2023, 05:59
Kurzer einschub, weil ich es gerade höre:

Ein mega guter Grundlagen-Podcast ist der von der Uniklinik Göttingen: Young Urban Anesthisiologists (unter YUAN zu finden).

Falls hier jemand aus Göttingen ist: Mega!!!

Matzexc1
16.01.2023, 10:26
Was haltet ihr von Musik mit Kopfhörern beim Regional Anästhesierten Patienten?

Anignu ich weiss nicht was die Gründe für das Nein des Kollegens sind, nur ist es so das wenn es schiefgeht dieser das ganze ausbaden muss.

crossie
16.01.2023, 13:30
Was haltet ihr von Musik mit Kopfhörern beim Regional Anästhesierten Patienten?

Anignu ich weiss nicht was die Gründe für das Nein des Kollegens sind, nur ist es so das wenn es schiefgeht dieser das ganze ausbaden muss.

Wir haben für unsere Patienten entweder Musik über Kopfhörer oder Film über so'ne Brille. Grad letzteres kommt in der Regel sehr gut an.
Das mit dem intraoperativ "mal eben kurz bissl abschirmen" mag ich persönlich nicht sonderlich gern weil relativ unberechenbar.

Bille11
16.01.2023, 17:09
Ich hab kein Problem mit der Regionalen an sich. Aber bissl was dazu, für die paar Sekunden des Sägens. Das finde ich so grausam gegenüber den Patienten, nur wenn die maximal dement sind...
Welches Medikament ist mir persönlich egal. Interessiert mich auch ehrlich gesagt nicht besonders. Mach Midazolam, mach Propofol, mach was auch immer. Muss der Anästhesist wissen. Aber gar keine Abschirmung für die kurze Zeit finde ich grausam.

Ich mach von mir aus gern die OP ohne Sedierung, aber nicht die Zeit des Sägens.

Ehrlich gesagt, seit ich das erlebt hab schau ich nach was die Anästhesisten aufgeschrieben haben was die planen und diskutiere das im Zweifel vorher. Die Rate dafür liegt irgendwo <1%...

Ist doch schön. Du glaubst dass ein Assistenzarzt, der die Prämedikation macht, und den Patienten zum ersten Mal in seinem Leben für ein paar Minuten sieht den Abschirmungsbedarf besser einschätzen kann als der Gefäßchirurg der den Patienten seit vielleicht Jahren begleitet und täglich auf Station sieht und betreut. Schön. Das scheint dein Glaube zu sein. In Bezug auf die Medikamente misch ich mich nicht ein, also welches genau. Irgendwas geht immer, was das ist muss der Kollege entscheiden der das Zeug spritzt. Aber ob irgendein Abschirmungsbedarf vorliegt oder nicht, sorry, das trau ich mir zu dass ich das beurteilen kann.

Und eines muss ich auch sagen: der Anästhesist erwartet zu Recht dass er darüber informiert wird was der Chirurg vor hat und macht. Dann erwarte ich das aber auch. Und meiner Meinung nach auch zu Recht. Oder?

Ich befürchte, dass Du da nicht an Dein Ziel kommen wirst. Der narkoseführende Anästhesist wird sehr wohl (beim ASA IV GCh Wrack dann auch der Facharztstatus mit den erforderlichen Fähigkeiten) das einordnen können. Das kannst Du durchaus akzeptieren.

Mir scheint allerdings, so wie Du es formulierst, dass DU eine Beruhigung haben möchtest, so sehr wie Du die ‚kurze Zeit des sägens‘ betonst.
Es ist - und komm mal auf einen Schnack auf der anderen Seite des Tuches vorbei - nicht unbedingt ein Problem, ein Sägegeräusch zu hören. Die meisten Patienten, die eine Hüft-Tep in SpA oder einen Gammanagel in SpA erhalten, hören weitaus beunruhigendere Geräusche (sägen, hämmern, schlagen mit durchaus auch Bewegungen des eigenen gefühllosen Körperteils). Wenn der Anästhesist keinen Stress hat damit, wie der Patient in dem Augenblick zugange ist, scheint die Abschirmung durchaus zu funktionieren. Ein unruhiger Patient - ja, auch das Gch ASA IV Wrack - wird genau dann abgeschirmt und genau so abgeschirmt, wie die Anästhesie es in dem Moment für sinnvoll, zielführend, ethisch und medizinisch vertretbar hält. Vielleicht fehlt Dir da das Vertrauen in die ‚andere Seite‘. Hör mal während der Operationen auf die Herzfrequenz - solange die, auch vor, während und nach einer Amputation im etwa gleichen Takt schlägt, ist da supranasal nicht viel passiert. :-)

Endoplasmatisches Reticulum
16.01.2023, 18:01
Hmm. Ich bin weder Gefäßchirurg noch Anästhesist. Aber wenn ich mich mal in die Lage des Patienten hinein versetze, denke ich schon, dass es psychologisch einen gewaltigen Unterschied macht, ob ich eine Säge höre, wenn ich weiß, dass ich Metall ins Gelenk eingesetzt bekomme und danach endlich wieder laufen kann, oder ob ich weiß, dass mir ein Bein abgenommen wird. Nicht?

Moorhühnchen
16.01.2023, 18:08
Das auf jeden Fall!
Aber viele meiner Kollegen hier werden mir beipflichten, wenn ich sage, dass gerade dieses "bißchen Sedierung nebenbei" oft die größten Probleme macht, weil es schlecht steuerbar ist.
Klar, bei einem fitten Patienten kann ich das jederzeit machen. Aber gerade wenn die Gefäße schon so bescheiden sind, dass das Bein ab muss, hat man da mit "ein bißchen Sedierung" meist schlechte Chancen. Da kann das eine Milligramm Midazolam schon richtig beschissene Situationen herbeiführen - nicht nur auf paradoxe Reaktionen bezogen, sondern Atmung scheiße, Compliance hinüber, Sättigung im Arsch und am Ende muss man doch nen Schnorchel reindängeln, was man ja tunlichst vermeiden wollte.
Das Clonidin, was man bei vielen anderen Patienten häufig nimmt, brezelt den letzten Druck weg.

Meistens klappt es ja doch irgendwie, nen Mittelweg zu finden. Mit mehr Erfahrung wird man nen gangbaren Weg finden. Aber wenn erstmal zwei Egos aufeinanderprallen und der Patient dazwischen liegt, sind die Chancen eher gering! ;-)


PS: ich erinnere mich an Woche 4 meiner Weiterbildung, wo ich bei einem chirurgischen Kollegen nen ax. Plex. absitzen musste, den mein OA gestochen hatte. Mein Auftrag war, "ihn ein bißchen abzuschirmen" und weil ich quasi null Erfahrung hatte, ging ich gaaaanz vorsichtig mit 1mg Midazolam rein - und wurde meines Lebens nicht mehr froh, weil der Kollege einfach ne nicht bekannte Schlafapnoe hatte und dieses eine Milligramm sofort mit Apnoe und Sättigungsabfällen quittierte.
Mein OA kam auf Zuruf in den Saal, schüttelte den Kollegen mal kurz, Sättigung stieg, OA ging wieder und das ganze Spiel ging von vorne los. :-oopss

Ist mir als eine der beschissensten Narkosen meines Lebens in Erinnerung geblieben!! :-dance

Vincenco
16.01.2023, 21:43
Das auf jeden Fall!


PS: ich erinnere mich an Woche 4 meiner Weiterbildung, wo ich bei einem chirurgischen Kollegen nen ax. Plex. absitzen musste, den mein OA gestochen hatte. Mein Auftrag war, "ihn ein bißchen abzuschirmen" und weil ich quasi null Erfahrung hatte, ging ich gaaaanz vorsichtig mit 1mg Midazolam rein - und wurde meines Lebens nicht mehr froh, weil der Kollege einfach ne nicht bekannte Schlafapnoe hatte und dieses eine Milligram sofort mit Apnoe und Sättigungsabfällen quittierte.
Mein OA kam auf Zuruf in den Saal, schüttelte den Kollegen mal kurz, Sättigung stieg, OA ging wieder und das ganze Spiel ging von vorne los. :-oopss

Ist mir als eine der beschissensten Narkosen meines Lebens in Erinnerung geblieben!! :-dance

Ich durfte die Spinalen von meinem alten Chef aussitzen. Spa gestochen. 5-10mg Midazolam im Schuss und dann sofort wortlos die Einleitung verlassen. :-peng

Matzexc1
17.01.2023, 01:00
Ich durfte die Spinalen von meinem alten Chef aussitzen. Spa gestochen. 5-10mg Midazolam im Schuss und dann sofort wortlos die Einleitung verlassen. :-peng

Ja, die kenne ich auch so einige. Oder hoch adipöse Patienten zur Weichteil-OP, ddiese abei mörderisch aufgeregt und kaum sitzt die Larynxmaske kommt der Laryngospasmus und man muss sich angiften lassen warum man Propofol nachgibt die gegebenen 100 müssen doch reichen.

Ich fahre Sedierungen gerne mit Propofolperfusor und Kapnometrie, hier hatte ich auch shcon kurzfristige Atempausen. Midazolam traue ich nur bedingt.

Kiddo
17.01.2023, 16:57
Ich mag zur Sedierung die Kombination aus Esketamin und Propofol

MissGarfield83
17.01.2023, 18:19
Ketofol ist Liebe:-love

Matzexc1
18.01.2023, 08:40
Die Kombi schlägt alles.

Hab ich auch gestern in der Prüfung betont und darf mich jetzt Notarzt nennen

MissGarfield83
18.01.2023, 08:47
Na dann herzlichen Glückwunsch! und Viel Spaß beim fahren!

Kiddo
18.01.2023, 18:16
Herzlichen Glückwunsch!

Gem?sebr?he
20.01.2023, 10:38
Hallo liebe Kollegen und Kolleginnen,

gibt es in Euren Kliniken einen Standard für Patienten mit angegebener Penicillinallergie, was die Antibiotikaprophylaxe bei Operationen angeht? Kreuzallergie mit Cephalosporinen soll ja nur ca 3% betragen. Gebt Ihr dann (nach RS mit den Operateuren) ggf trotzdem z.B. Cefuroxim? Legt Ihr Euch Adrenalin schon aufgezogen bereit, falls eine Anaphylaxie auftreten sollte?

Rob J Cole
20.01.2023, 13:22
Also wir geben allen Patienten mit Penicillin-Allergie Cefazolin oder Cefuroxim. Seit Jahren habe ich bei bekannten Penicillin-Allergikern keine Anaphylaxie gesehen. Die beiden die ich letztes Jahr hatte waren bei nicht allergischen Patienten gewesen.
Ich empfehle mittlerweile allen Patienten mit einer anamnestischen Penicillin-Allergie die Austestung bei einem Allergologen im Verlauf des Jahres, damit sie die Diagnose, oftmals aus der Kindheit, nicht ihr Leben lang mit nehmen und wenn sie echt mal Tazobac bräuchten was anderes bekommen müssen. Bei anamnestischer Cephalosporin-Allergie nutzen wir dann aber doch z.B. Clindamycin.
Adrenalin liegt im Kühlschrank, kann in 10 Sekunden am Patienten sein, aber vor aufgezogen wird das nicht.
Im Anhang zwei Grafiken, die sie uns auf dem ABS Kurs vorgestellt haben.33438

Dochope
22.01.2023, 13:00
Ich wollte nämlich das Thema Sedierung/Narkose bei Schulterluxation ansprechen und sehe,dass es nämlich um Propofol/Ketanest geht!
Also,ich habe vor einpaar Monaten einen nicht nüchternen Patienten in der ZNa mit Schulterlux gehabt.ASA1,jung,gesund,nicht nüchtern.Da der Hintergrund sowieso noch im Haus war,habe ich die Gelegenheit genutzt und ihn dazu gerufen und der Patient hat trotz der Nichtnüchternheit Ketofol bekommen,ohne Komplikationen. Würdet ihr das Vorgehen befürworten? Leitliniengemäß wäre eine ITn das Mittel der Wahl

Viele Grüße

PS:ich finde es cool,dass es dieses Form gibt

Philip_MHH
22.01.2023, 13:08
Risikoabwägung…. Man könnte auch ne regionale machen ;)

Kiddo
22.01.2023, 14:02
RA ist - wie Philip schrieb - eine super Option. Haben wir in meiner alten Klinik in der ZNA häufiger so gehandhabt