Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für Anästhesisten
Dafür hat das Dasein als Facharzt in der Anästhesie einen entscheidenden Vorteil: Ich kann den lieben langen Tag eigenverantwortlich arbeiten und es geht mir keiner auf die Eier(stöcke), und das schön im Angestelltenverhältnis. Finde ich persönlich echt gut. Habe nie verstanden, was abgesehen vom besseren Gehalt so toll an einer Oberarztstelle sein soll. Ein Haufen Pflichten, der Chef nervt einen ständig, man trägt Verwantwortung für (im Zweifel völlig unfähige) Assistenzärzte und hat dafür eigentlich nie Zeit.
Dafür musst du dich ständig mit launischen Chirurgen rumschlagen und du langweilst dich, weil du zwischen Ein- und Ausleitung kaum was (forderndes) zu tun hast...
Also ich bin ja immer froh, wenn es zwischen Ein- und Ausleiten etwas langweilig ist^^
Hmm... was machst du denn dann während der Zeit? Die Uhr beobachten? Kreuzworträtsel lösen? Zum 30. Mal die Beatmungseinstellung bei 40jährigen ASA 1 Patienten optimieren, damit das Tidalvolumen auch ja genau 6,00 ml/kg beträgt?
Für mich sind die Patienten bei denen man wirklich was tun mder Grund weshalb ich in die Anästhesie gegangen bin. Unklare hämodynamische Instabilität, hämorrhagischer Schock, schwieriger Atemweg -wenn das gelöst ist bin ich wieder beim Beobachten der Uhr...
Moorhühnchen
10.02.2019, 19:39
Ich denk dann immer wieder zurück an meine Zeit in der Neuro, wo ich mir gewünscht habe, eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht zu haben, damit ich einen langweiligen Bürojob machen kann und nicht 5 Überstunden pro Tag schiebe ohne auch nur annähernd meine Tagesarbeit erledigt zu haben. Ehrlich!! Ich kann mich noch sehr genau an die Zeit erinnern, als ich Mitte Mai aus dem Fenster des Arztzimmers schaute und beobachtete, wie es draußen langsam dunkel wird und immer noch 3 Briefe zu schreiben waren!!!
Da ist die Arbeit als Anästhesistin mit schnöden ASA 1 Patienten doch irgendwie spannender und ich bin immer wieder froh, diesen Schritt gemacht zu haben.
Die Abwägung: Geregelte Arbeitszeiten dafür aber eine langweiligere Beschäftigung verstehe ich und finde ich auch vernünftig. Aber wenn man sich einen ruhigen Verlauf zwischen Ein- und Ausleitung wünscht ist das doch was anderes. Und mir selber geht es nicht so - deshalb meine Frage: Was macht ihr in dieser Zeit?
Ich kann mich doch nicht acht Stunden langweilen und mir dabei immer sagen: Dafür habe ich dann pünktlich feierabend - während die Zeit nur zu schleichen scheint (zumal ich auch in der Anästhesie schon genügend Überstunden und Dienste gemacht habe).
LasseReinböng
11.02.2019, 00:17
Ich denk dann immer wieder zurück an meine Zeit in der Neuro, wo ich mir gewünscht habe, eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht zu haben, damit ich einen langweiligen Bürojob machen kann und nicht 5 Überstunden pro Tag schiebe ohne auch nur annähernd meine Tagesarbeit erledigt zu haben. Ehrlich!! Ich kann mich noch sehr genau an die Zeit erinnern, als ich Mitte Mai aus dem Fenster des Arztzimmers schaute und beobachtete, wie es draußen langsam dunkel wird und immer noch 3 Briefe zu schreiben waren!!!
Da ist die Arbeit als Anästhesistin mit schnöden ASA 1 Patienten doch irgendwie spannender und ich bin immer wieder froh, diesen Schritt gemacht zu haben.
Tja,
Anästhesie gilt als eines der langweiligsten Fachrichtingungen in der Medizin - das ist ja wohl nichts Neues.
MissGarfield83
11.02.2019, 04:39
Die Abwägung: Geregelte Arbeitszeiten dafür aber eine langweiligere Beschäftigung verstehe ich und finde ich auch vernünftig. Aber wenn man sich einen ruhigen Verlauf zwischen Ein- und Ausleitung wünscht ist das doch was anderes. Und mir selber geht es nicht so - deshalb meine Frage: Was macht ihr in dieser Zeit?
Ich kann mich doch nicht acht Stunden langweilen und mir dabei immer sagen: Dafür habe ich dann pünktlich feierabend - während die Zeit nur zu schleichen scheint (zumal ich auch in der Anästhesie schon genügend Überstunden und Dienste gemacht habe).
Was für die Weiterbildung tun; nen Schnack mit Chirurgen,Schwestern, PJ halten; den PJ ausbilden; den Weihnachtseinkauf erledigen .... also es gibt da schon Möglichkeiten sich die Zeit in Gartenzaunnarkosen zu vertreiben, wenn alles erledigt ist und die Routinen durchgelaufen sind ( lagerungskontrollen, urinbeutel, Anordnungen Awr, mit dem Chirurgen frotzeln,...) Was treibst du denn da? Ich bin froh wenn mein Patient zwischen Ein und Ausleitung einfach friedlich pennt. Das heißt dass ich meinen Job gut und richtig gemacht hab. Und wenn dann dochmal ein instabiler dazwischen kommt, kann das spaß machen. Wenn du aber nur Patienten hastdie rumzicken, solltestdu dich hinterfragen ob wirklich der Patient angefangen hat...
Was für die Weiterbildung tun; nen Schnack mit Chirurgen,Schwestern, PJ halten; den PJ ausbilden; den Weihnachtseinkauf erledigen .... also es gibt da schon Möglichkeiten sich die Zeit in Gartenzaunnarkosen zu vertreiben, wenn alles erledigt ist und die Routinen durchgelaufen sind ( lagerungskontrollen, urinbeutel, Anordnungen Awr, mit dem Chirurgen frotzeln,...) Was treibst du denn da? Ich bin froh wenn mein Patient zwischen Ein und Ausleitung einfach friedlich pennt. Das heißt dass ich meinen Job gut und richtig gemacht hab. Und wenn dann dochmal ein instabiler dazwischen kommt, kann das spaß machen. Wenn du aber nur Patienten hastdie rumzicken, solltestdu dich hinterfragen ob wirklich der Patient angefangen hat...
*unterschreib*
Kommt natürlich auch ein bisschen darauf an wo man arbeitet.
Ich kann mich an der Uni nicht über Langeweile beklagen. Eine gewisse Routine stellt sich halt immer irgendwann ein, aber Langeweile eher nicht.
tragezwerg
11.02.2019, 07:14
Zumal man als Facharzt ja eher selten die ASA1-Patienten betreut, sondern viele Kinder, ASA3+, Intensivpatienten, im Alleingang irgendwelche Außenbereiche unsicher macht etc. pp.
Hier ja eigentlich auch net :-love. V. a. net als Fachärztin ...
Was treibst du denn da?
Ich bin froh wenn mein Patient zwischen Ein und Ausleitung einfach friedlich pennt. Das heißt dass ich meinen Job gut und richtig gemacht hab. Und wenn dann dochmal ein instabiler dazwischen kommt, kann das spaß machen. Wenn du aber nur Patienten hastdie rumzicken, solltestdu dich hinterfragen ob wirklich der Patient angefangen hat...
Naja, wenn der Chirurg in ein großes Gefäß schneidet und vergisst hinterher seinen Finger drauf zu halten, dann kann man seinen Job noch so gut machen...
Auf deine erste Frage: Vermutlich auch nichts anderes. Habe aber die Anästhesie aus dem Grunde verlassen.
Sebastian1
12.02.2019, 12:04
Man kann sich auch ausserhalb des OPs vergnügen. Ich kann ja nur für mich sprechen, aber ich finde mein Modell grade ziemlich genial. Den OP hab ich schon viele Monate nicht mehr betreten, fahre dafür halt ein hochfrequentiertes NEF, geh am nächsten Tag nach Hause und mache so für meine Vollzeitstelle 7-8 Tage im Monat. Rest nach Gusto, meistens gut bezahlte Honorarvertretungen auf Intensiv. Und ich hab noch nie so viele exzellente Fortbildungen besucht wie derzeit. Und so viel Zeit für meine Familie gehabt. Und noch dazu stehe ich finanziell (sehr) viel besser da als vorher mit ner OA-Stelle.
Aber Gartenzaunnarkosen habe ich auch immer schon gehasst, da geht die Zeit einfach nicht rum.
Aber so 24h NEF mit vielen Einsätzen geht doch ziemlich an die Substanz, oder? Ich meine, bei uns diskutiert der RTW, ob 12 oder doch eher 8 Stunden angemessen seien. 24 und hochfrequent beißt sich doch, oder?
Sebastian1
12.02.2019, 20:51
Für mich nicht. Gehe ich halt vormittags bisschen schlafen, aber so erholt und selbstbestimmt arbeitend war ich noch nie.
RTW ist halt auch nochmal eine andere Arbeit als NEF. Ich kann auf dem (hochfrequentierten) NEF problemlos 7 Nächste am Stück und 12-h-Dienst machen und gehe im RTW-Dienst nach dem 4. Nachtdienst oder 2x12 h Tagedienst wesentlich fertiger nach Hause inkl. längerer Erholungszeit.
Und ist ja auch nochmal ein Unterschied ob man 7-8 x im Monate arbeitet oder 20 x im Monat Dienst machen muss.
LasseReinböng
13.02.2019, 22:38
@Mano : wo hat es dich hinverschlagen?
Zum Thema: ich denke ich habe auch kein kleines Spektrum an meiner Klinik...und ASA I ist nicht die Regel... trotzdem gefällt mir das Anforderungsprofil im OP nicht, es ist auf Dauer zu monoton. Bin aufgrund dessen manchmal nach einem OP-Tag müder als nach einer ITS-Schicht.
papiertiger
14.02.2019, 13:08
Ich finde meine aktuelle "Mischung" (ganz grob über den Daumen gepeilt ca. 60 % Intensiv, 30 % OP und 10 % Prämed) total ok.. viel mehr OP muss es für mich auch wirklich nicht sein. Wenn ich mich für eins davon entscheiden müsste definitiv Intensiv, aber ab und an zur Abwechslung mal ein, zwei oder drei Tage OP ist in Ordnung ;-) Wobei sich die unkomplizierten ellenlangen Langeweile-Narkosen bei uns eher die Oberärzte sichern zwecks nebenher Dienstplan schreiben, Aufsicht führen, etc - wenn ich im OP bin dann eigentlich gefühlt meistens entweder bei großen, blutigen Eingriffen mit großer Einleitung und ordentlich "Action" oder aber in einem Saal mit kleinen Eingriffen in hoher Schlagzahl, was auch wieder eine Herausforderung für sich ist.
tragezwerg
14.02.2019, 14:07
Ich bin ja durch und durch OP-Beutelquetscherin. NEF ist auch gut.Intensiv finde ich ganz furchtbar. Dieser Papierkrieg, die miesen Prognosen, Bettenpolitik...bäh.
Aber ich hab auch echt selten langweilige OP-Tage. Eigentlich nur in der Neurochirurgie, und da dort mein Psychopathenradar ständig pingt, wird es nicht zu langweilig.
jadefee92
14.02.2019, 20:33
Hallo ihr Lieben,
Ich reihe mich mal ein bei den Sandmännchen und -fräulein. Hab nun seit 7 Wochen meine erste Stelle und irgendwie ist das alles nicht ganz so wie gedacht...
Seit 3 Wochen hab ich mehr oder meinen Saal, HNO und MKG, sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit kann ich schon ganz gut.
Wann fängt das an Spaß zu machen? Also versteht mich nicht falsch, ich liebe das Fach und finde, wenn an einem Tag alles gut geht hab ich Spaß nur leider kommt es auch oft genug vor, dass ich überfordert bin.
Heute z.b. Neckdissection bds. COPD, PAVK, Herzinsuff mit EF 35 %- erst kein Oberarzt Zeit um mit mir einzuleiten... Hab darauf bestanden dass jemand dazukommt und das ausgesessen bis jemand Zeit hatte, noch nie Eto benutzt, Kranke Patientin da wäre ja das Chaos vorprogrammiert gewesen... Dazu noch eine Pflege, die mir erzählt dass ich den Stauschlauch zu eng gezogen hätte zum PVK legen mir das abnimmt und sagt das macht lieber Sie (dabei ist Vigo legen wohl das, was ich aus dem PJ am sichersten kann...)
Wann muss ich nicht mehr nur schlafen wenn ich nach Hause komme? Ich bin gefrustet davon, nichts mehr auf die Reihe zu kriegen im Alltag und bin langsam Ernsthaft überzeugt davon, für Vollzeitarbeit nicht geeignet zu sein, obwohl ich noch nicht mal in den Spät-und Nachtdiensten bin
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