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agouti_lilac
16.05.2019, 20:26
Neuroleptanalgesie, Halothan und so. :-))
Wir hatten auch recht viele Geräte (Primus, Adu, Aisys :-love, ...) jetzt fast nur noch Zeus.
Markus-HEX
19.05.2019, 10:56
Jetzt gibt es überall nur noch Primus und Perseus. Ich muss manchmal schmunzeln wenn unsere Anfänger völlig entsetzt sind dass der Fabius im MRT noch Rotameter hat. Oh Schreck!
Letztendlich hat jedes Narkosegerät ein Rotameter (selbst der Zeus) bzw. eine von Elektrizität unabhängige regelbare Sauerstoffzufuhr für den Fall eines Stromausfalles.
Hier sollte man sich natürlich auch mit den Geräten auskennen, wie das Vorgehen bei Ausfall der Gasversorgung oder der elektrischen Energie ist - neben dem natürlich obligatorisch vorhandenem Handbeatmungsbeutel.
Irgendwie ist ein umfangreicher Gerätepark schön, um viel kennenzulernen, allerdings erhöht es auch Fehler.
In meinem alten Haus gab es auch ein buntes Potpouri von verschiedenen Dräger (Primus, Fabius Tiro, Sulla, Julian, Cato) und H&L Geräten (Leon Plus) in der Anästhesie und versch. Intensivbeatmungsgeräten (Evita, Evita 2, Evita 4, Galileo), bei meinem neuen Arbeitgeber gibt es auf der Intensiv nur Evita 4 (daneben noch NIV- und Transportgeräte, die aber auch auf ein Modell beschränkt sind) und in der Anästhesie nur Primus und in den Ein-und Ausleitungen den Fabius (im MRT gibt es noch halt ein Fabius MRI).
Durch einen absolut einheitlichen Gerätepark wird das Bedienen intuitiver und verbraucht weniger Ressourcen, gerade bei kritischen Patienten oder aber in der Erstphase (Fahren von Einleitung in den Saal), in der viele Dinge parallel laufen. Besonders blöde ist es, wenn an selten frequentierten Arbeitsplätzen mit komplexen Patienten dann auch noch ungewohnte Geräte stehen (z.B. die Sulla nur für die Notsectio als fahrbares Gerät im Kreissaal) - so dass in einer Notfallsituation auch noch deutlich mehr Aufmerksamkeit für das Narkosegerät draufgeht.
Mit Medikamenten sind wir recht breit aufgestellt (Sufenta, Alfentanil, Remifentanil, Piritramid, Morphin, Cis-Atracurium, Pancuronium, Rocuronium, Mivacurium, Ketamin, EsKetamin, Midazolam, Clonidin, Dexmedetomidin, Propofol, Thiopental, Sevofluran, Desfluran), so dass man auch viel kennenlernt und anwenden kann, theoretisch kann man alles verwenden, muss es aber auch begründen können (Z.B. Einleitung mit Ketamin bei der rupturieren Aorta OK, bei der LaMa zur ME natürlich nicht), allerdings muss man das sehr frühzeitig mit der Pflege kommunizieren, sonst gibt´s Sufenta, Propofol, Rocuron/Mivacrurium - in meinen Anfangsjahren habe ich auch noch regelhaft mit Isofluran, Etomidate, Atracurium und Fentanyl gearbeitet, Lachgas/Xenon habe ich nie kennengelernt... Prinzipiell schätze ich jedoch, dass man verschiedene Konzepte beherrscht, um auch auf ungewohnte Arbeitsbedingungen (z.B. Rettungsdienst mit schmalerem Repertoire) Allergien oder andere patientenseitige Aspekte eingehen kann...
Wir haben Thiopental und benutzen es bei Soja-/Nussallergien
Wir nehmen Propofol auch bei Soja-Allergikern. Die Allergene sind in nicht nachweisbarer Konzentration enthalten und können keine allergische Reaktion auslösen.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26675952
MissGarfield83
21.05.2019, 20:51
Wir nehmen Propofol auch bei Soja-Allergikern. Die Allergene sind in nicht nachweisbarer Konzentration enthalten und können keine allergische Reaktion auslösen.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26675952
Danke für die Studie. Direkt mal auf meine Liste ...
Sebastian1
21.05.2019, 21:52
Ja, medizinisch macht es vermutlich keinen Sinn. Aber dennoch steht's in den Kontraindikationen mit entsprechenden Implikationen.
Autolyse
21.05.2019, 22:21
Genau das ist der Grund. Das Allergen ist das Protein, nicht die Lipide, dennoch beachten wir die Kontraindikationen.
tragezwerg
22.05.2019, 06:21
Ich nehme Propofol bei tatsächlicher Sojaallergie (nicht die "Ich kriege davon immer Bauchweh"-"Allergie) auch nicht, da das der Hersteller als Kontraindikation führt. So lange ich ne akzeptable Alternative zum Propofol habe, setze ich mich nicht in ein potentielles rechtliches Fettnäpfchen, das so eine Anwendung theoretisch mit sich bringt.
Hi
Hat jemand Erfahrung mit den NASIM Kursen (25 Einsatzsimulationen) für den NA Schein? Lohnt sich der? Welche Fälle kommen so vor?
Der kostet schon eine Menge, aber wenn's was bringt, why not?
(Ich hatte letztens in 13 h sage und schreibe 2 Einsätze, wo ich mitfahren durfte.., da sind natürlich 25 in 3 Tagen schon ne ganze Menge!).
Rettungshase
30.05.2019, 13:43
Bestenfalls beinhaltet dein NA-Kurs bereits diverse Szenarien.
Die Notarztmitfahrten sollen ja auch dem Kennenlernen des Rettungsdienstbereichs, der Schnittschnellenproblematik in Notaufnahmen, das Zusammenarbeiten mit Rettungsdienstpersonal "draußen" uswusf. dienen. Das können Simulationen im geschützten Rahmen gar nicht bieten.
Unabhängig von Sinn und Unsinn dieser Kurse (ich habe nur Positives gehört), ist das mit der Anerkennung von der Kammer auch nicht einheitlich. In Niedersachsen z.B. werden sie meines Wissens nach zur Zeit (noch) nicht anerkannt.
Na sieh an, Dich gibt es auch noch :-top
WackenDoc
01.06.2019, 10:59
Ich kann mit mit dem Simulationskurs nicht so ganz anfreunden. Ja, ich sehe seine Berechtigung, weil man so wirklich ein größere Spektrum abbilden kann, als die zufallseinsätze auf einem echten NEF (Ja, ich hatte damals als man noch die 10 NACA IV brauchte irgendwie unendliche stabile Patienten mit ACS, die wir mal eben die 5min zum Krankenhaus gefahren haben) und man kann da im geschützten Rahmen richtig leitliniengerecht mit Nachbesprechung und so üben.
Aber so richtig NEF lernt man halt nur auf NEF und RTW. Es ist mehr das zurechtfinden im Fahrzeug, der Umgang mit den Patienten und dem Team. Und 50 Einsätze sind schon nicht viel. Als Ergänzung sicher fein, aber dafür dann doch etwas teuer. Auf einer gut frequentierten Wache hast dann aber auch die 25 verbliebenen Einsätze in 3-4 Schichten durch und mit etwas Pech dann noch immer den gleichen Kleinkram.
Ich hatte glaube ich gut 70 Einsätze bis zum Schein an zwei unterschiedlichen Arten von Wachen und ich fand das mehr an Praxis nicht verkehrt.
In welchem geografischen Bereich fährst du denn deinen Schülerschichten? Vielleicht kann man ja noch was vermitteln oder Tipps für Wachen geben.
derTiger
06.06.2019, 14:31
Mal eine Frage von einem Studi kurz vorm PJ:
Bei uns im Studium sind die meisten Anästhesie interessierten ziemlich notfallmedizinisch versiert und meistens zB bei den Simulationskursen relativ schnell/bestimmend im Auftreten. Ich finde Anä auch echt cool; bin aber eher ein ruhiger typ der auch Forschung sehr nice findet - sind die bei euch eher unterrepräsentiert bzw. bin ich damit in dem Fach eher falsch? Danke euch !!
ChillenMitBazillen
06.06.2019, 15:13
Mal eine Frage von einem Studi kurz vorm PJ:
Bei uns im Studium sind die meisten Anästhesie interessierten ziemlich notfallmedizinisch versiert und meistens zB bei den Simulationskursen relativ schnell/bestimmend im Auftreten. Ich finde Anä auch echt cool; bin aber eher ein ruhiger typ der auch Forschung sehr nice findet - sind die bei euch eher unterrepräsentiert bzw. bin ich damit in dem Fach eher falsch? Danke euch !!
Nein, alles gut. Das Schöne an Anästhesie ist, dass man damit in vielen Bereichen tätig sein kann. Im OP, auf Intensiv, in der Notfallmedizin, Schmerztherapie, Palliativmedizin etc. Das Gelassenbleiben bei Notfällen kommt von ganz alleine, denn letztlich macht man im OP handwerklich nicht viel Anderes als bei der Notfallversorgung.
tragezwerg
06.06.2019, 15:46
Keine Sorge! In der Anästhesie findet jeder sein Plätzchen!
Vincenco
06.06.2019, 16:38
Wie macht ihr eigentlich standardmäßig Sinus Pil. Ops bei jungen Menschen?
Aus meinem alten Haus kannte ich es primär im Sattelblock mit hyperbarem LA und dann in Bauchlage. Bei ganz ängstlichen die halt erwartungsgemäß nicht kooperativ wären auch mal in ITN und Bauchlage. Hab damit eigentlich durchweg auch ganz gute Erfahrungen gemacht. In zwar nur knapp 2 Jahren kein mal die Notwendigkeit des Verfahrenswechsels gehabt.
Jetzt in einem neuen Haus ist jede Form von Regionaler in Bauchlage ein Sakrileg und alle gucken dich schief an wie du so etwas wahnsinniges gutheißen kannst. Heute dann eine junge Frau, 20 Jahre, 14te SSW die auch noch kräftig raucht und Asthma und Reflux hat. Da nochmal explizit nachgefragt ob man das nicht in Spinaler machen. "Nein, da machen wir keine Ausnahmen!"
Toll, für keine 10 Minuten OP-Zeit dann ne RSI-ITN, Bauchlage und nach Extubation schön lange gehustet, bisschen psychogen hyperventiliert und mit viel viel Talking-Down, Sauerstoff auf der Nase und etwas Propofol zur Beruhigung in den AWR gebracht. Hauptsache keine gefährliche Spinale...
tragezwerg
06.06.2019, 16:42
Ich kenne das auch primär in Sattelblock oder Spinaler und dann in Bauchlage. Ist für mich die risikoärmste und für den Patienten komfortabelste Lösung.
Wurde bei mir mit 15 auch in ITN gemacht. Und ich habs noch nie (ok, 2 Häuser) gesehen, dass es in Spinaler gemacht worden wäre.
"Routinemäßig" bekommen bei uns für nen Sinus pil. auch die meisten Pat. ne ITN und dann Bauchlage. Bei deinem geschilderten Risikoprofil wären hier aber sicher auch alle OÄ und der Chef für den Sattelbock/Spinale gewesen.
Sebastian1
06.06.2019, 17:13
Ich finde den Sattelblock das viel, viel bessere Verfahren: Schnell, schonend, postoperativ gute Analgesie.
Das Problem an den ganzen perianalen Eingriffen wie Sin pil oder Perinanalabszess ist ja, dass sie oft kurz sind, sehr schmerzhaft und daher tiefe Narkose brauchen. Und wenn der Operateur fertig ist, sind die Patienten noch lange nicht wach.
Sattelblock ist da wesentlich intelligenter. Kenne es aber leider auch, dass es primär in ITN gemacht wird (warum auch imemr), in meinen Häusern war es aber bisher immer freigestellt, das so zu machen, wie man den Patienten aufgeklärt hat.
(Gibt ja ab und an auch immer mal wieder Leute, die partout keine SpA akzeptieren).
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