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Atya
17.08.2019, 19:38
Herzlichen Dank für die schnelle Antworten und die Tipps

Stribel habe ich immer mit, lese nach und nach im Buch

Physio aus der VK habe ich auch noch drauf

Aber die Drücke wird mein Hirn einfach nicht speichern, ich vergesse die immer wieder

Ich habe eines kleines Karteikarten System und notiere die mir jetzt alle!

Rettungshase
17.08.2019, 21:41
Wie heißt es so schön?
Wer fragt, ist ein Idiot für fünf Minuten, wer nicht fragt, ist ein Idiot für immer.

Wenn du also irgendwas nicht verstehst, musst du
a) selbst rausbekommen/nachlesen oder darüber nachdenken oder
b) jemanden fragen.

Letzteres kannst du entweder hier oder bei deinen Kollegen tun. Da du aber scheinbar in der Einarbeitung bist, solltest du diese Gelegenheit unbedingt nutzen und von Erfahrenen in der Praxis lernen. Schöner Einstieg hier in die Frage wäre z.B.: "Du, ich hab noch etwas Schwierigkeiten bei der Findung der richtigen Beatmungsdrücke. Ich weiß zwar, dass ich ein Tidalvolumen von etwa 7ml/kgKG anstrebe, aber würdest du mir erklären, wie du dich da rantastest?"
Jeder hat mal klein angefangen, das wissen auch deine Kollegen. Wenn du jetzt nicht fragst, wirst du feststellen, dass du bald allein im Saal stehst und Angst haben, dass du deinem Patienten schadest. Je älter man wird, desto schwerer werden einem bestimmte Basicfragen fallen.

Hier noch zwei schöne Beiträge über
- Beatmungsgrundlagen: https://boa.coach/2018/02/09/vcv-und-pcv/ (Themeneinstieg; irgendwann würde ich dann schon "Atmen und Atemhilfen" von Oczenski empfehlen)
- und wieso wir eigentlich ein gutes Sauerstoffangebot für den Patienten herstellen möchten: https://boa.coach/2017/12/20/sauerstoffangebot-und-nachfrage-in-a-coconutshell/

Leider ist diese Blog momentan auf Eis gelegt :'(

crossie
18.08.2019, 12:27
Was die Literatur "zum Reinkommen" angeht würde ich die aus meiner Sicht völlig unterschätzten BASICS Hefte von Elsevier, hier also BASICS Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie empfehlen. Ohne großes Drumherum das grundlegende und wichtige auf den Punkt. Von da aus kann man dann immer noch tiefer einsteigen.

Atya
18.08.2019, 13:32
Ganz lieben Dank für die Rückmeldungen. Ich habe seit gestern angefangen die Drücke nochmal gründlich zu lesen, es geht Berg auf!

Die basics Bücher werde ich mir auf jeden Fall besorgen

Du hast recht @ Rettungshase. Ich muss fragen, falls ich irgendwas nicht gut drauf habe. Lieber jetzt viel fragen im pj bevor ich alleine irgendwann im Saal stehe :)

pottmed
19.08.2019, 06:01
Kennt jemand eine gute Klinik im norddeutschen Raum, die eine wirklich gute Ausbildung für Intensivmedizin anbietet ? Nicht nur dass übliche Absitzen von Spät- und Nachtdiensten mit Learning by doing ?

LasseReinböng
19.08.2019, 08:30
Das würde mich auch interessieren... 😋

Lasix82
19.08.2019, 09:48
Kennt jemand eine gute Klinik im norddeutschen Raum, die eine wirklich gute Ausbildung für Intensivmedizin anbietet ? Nicht nur dass übliche Absitzen von Spät- und Nachtdiensten mit Learning by doing ?
Ich kann Rendsburg sehr empfehlen. Meine ITS-Zeit ist zwar schon 3 Jahre her, aber so viel hat sich wohl nicht geändert.
Am Ende konnte ich Echos ( orientierend) und Bronchoskopien gut durchführen. Der Chef ist streng, aber sehr fair und legt großen Wert auf Teaching.

https://rendsburg.imland.de/de/_intensivmedizin_fortbildung

pottmed
19.08.2019, 10:27
Danke für die Empfehlung, aber da sind mir sind zu viele Chirurgen unterwegs, die auch noch alle Leitungspositionen besetzen. :-D

Echo und Bronchos kann ich schon einigermaßen. Lernt man dort sinnvoll ECMO oder lassen die Chirurgen da niemanden ran ?

Lasix82
19.08.2019, 11:13
Hey! Also von den Chirurgen sollte man sich nicht abschrecken lassen. Die Oberärzte sind alle sehr nett und sehr untypisch für ihr Fach.�� Vor drei Jahren wurden dort noch keine ECMOs durchgeführt, daher kann ich dazu nichts schreiben. Aber da Teaching in allen Bereichen echt sehr gut war, wird man bei ECMOs bestimmt auch praktisch etwas machen dürfen.

pottmed
19.08.2019, 11:36
Danke, dann schaue ich mir das vielleicht mal an :-)

Markus-HEX
19.08.2019, 16:27
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/Anaesthesie/Klinik/Notfallmedizin/Startinfo_MIC.pdf

Heute geht das MIC an den Start - in meinen Augen ein sehr seltsames Konstrukt, bin mal gespannt, was dabei rauskommen wird - ich sehe relativ viele Schwächen

h3nni
19.08.2019, 16:47
Die Sachen, die mir spontan am meisten auffallen sind reboa und Selbstfahrer.
Selbstfahrer sollen bei uns langsam abgeschafft werden und bei diesem Super-duper Projekt fängt man damit an. Wenigstens nen Sani könnte man als Fahrer gönnen, damit das Auto nicht stehenbleiben muss.
Und reboa - ich weiß nicht. Ist das wirklich so gesichert und etabliert?

Markus-HEX
19.08.2019, 17:09
Die Sachen, die mir spontan am meisten auffallen sind reboa und Selbstfahrer.
Selbstfahrer sollen bei uns langsam abgeschafft werden und bei diesem Super-duper Projekt fängt man damit an. Wenigstens nen Sani könnte man als Fahrer gönnen, damit das Auto nicht stehenbleiben muss.
Und reboa - ich weiß nicht. Ist das wirklich so gesichert und etabliert?

Neuere Daten zu REBOA: http://news-papers.eu/reboa-taugt-das-jetzt-was-oder-nicht/ eher kritisch.

Wenn dann bei dem MIC "Die Alarmierung wird zum Projektstart auf Nachforderung durch den ersteintreffenden Notarzt über die ILS erfolgen." dazu kommt - kann ich es mir auch sparen - der Zeitvorteil ist bei Nachalarmierung doch dann dahin, dann kann man besser (gerade im Städtischen Gebiet) aufs Einpacken und Fahren setzen).

Ich glaube, man würde mit einer erhöhten Sensibilität für Sepsis, kleines Köfferchen mit Blutkulturen und z.B. Pip/Taz vmtl. in deutschland mehr Leben retten als mit einem alleinfahrenden Kollegen, der nachgefordert werden muss und dann als Einzelkämpfer mit Blut, Reboa und Rippenspreizer auftritt

davo
19.08.2019, 17:10
Geräte sind immer gut. Und teure Geräte sind supergut.

Markus-HEX
19.08.2019, 18:14
Geräte sind immer gut. Und teure Geräte sind supergut.

wie konnte ich das vergessen, ... https://www.youtube.com/watch?v=NcHdF1eHhgc

Shizr
19.08.2019, 18:25
Die Sachen, die mir spontan am meisten auffallen sind reboa und Selbstfahrer.
Das ist auch mein Problem dabei.


Selbstfahrer-NEFs sind prinzipiell unsinnig. Und sowas etabliert man 2019. Meine Güte.

Und die REBOA wird aktuell ja auch eher kritischer gesehen.


Und gerade bei den Indikationen, für die das MIC wirklich sinnvoll ist, ist es doch irgendwie unsinnig, wenn die Karre sich erst dann in Bewegung setzt, wenn der Notarzt da ist.
Wenn ich beim traumatischen Arrest vor der Clamshell erst mal 15 Minuten auf das MIC warte, kann ich's eigentlich ja auch bleiben lassen...


Als vollwertiges NEF ausrüsten, Notfallsanitäter als Fahrer, Parallelalarmierung bei bestimmten Stichworten... dann hätte es Potential.
Und dann bitte auch mit Set für die präklinische Sepsistherapie, den Einwand finde ich nämlich völlig gerechtfertigt.

THawk
19.08.2019, 18:43
Ich kann mir auch kaum vorstellen, wie das präklinisch mit nur einer(!) eingewiesenen, erfahrenen Person funktionieren soll. REBOA kenne ich nicht, aber fürs ECMO kanülieren (auch wenn die das anscheinend erstmal noch nicht anbieten) fände ich schon mehr als eine Person hilfreich.

Markus-HEX
19.08.2019, 19:01
Ich kann mir auch kaum vorstellen, wie das präklinisch mit nur einer(!) eingewiesenen, erfahrenen Person funktionieren soll. REBOA kenne ich nicht, aber fürs ECMO kanülieren (auch wenn die das anscheinend erstmal noch nicht anbieten) fände ich schon mehr als eine Person hilfreich.

REBOA ist technisch halt deutlich einfacher - Punktion einer Leistenarterie, Schleuseneinbringung, Vorbereitung des Katheters, Vorschub des Katheters und Blockung, keine großartige Medizintechnik, dennoch benötigt man entsprechend geschultes Personal - und sei es nur um das Sonogerät zu bedienen, bei Desinfektion/Abdeckung zu helfen und das passende Material usw. anzureichen
https://www.youtube.com/watch?v=IPRbyWNlx3U

tragezwerg
19.08.2019, 19:24
Ich halte das MIC auch für medienwirksamen schwanzverlängernden Schwachsinn. Noch dazu in einem Ballungsraum, wo an jeder Ecke ne Klinik steht, die man längst erreicht hätte, bis das MIC überhaupt am Einsatzort steht. Die Seltenheit der Indikationen für den Krempel, den das Ding an Bord hat, kommt auch noch dazu. Das schreit ja nach Geldverschwendung.
Aber wir werden sehen...wahrscheinlich verschwindet das Konzept nach einer Weile wieder, so wie damals das Schlaganfall"mobil" = Laster mit Blaulicht und CT an Bord. Das war auch n Rohrkrepierer.

h3nni
19.08.2019, 19:34
Berlin hat das STEMO doch noch?!