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tragezwerg
19.08.2019, 19:35
Gabs in Süddeutschland auch mal...hat sich nicht bewährt.

nie
19.08.2019, 19:46
Ich wollte es zwar ein bisschen „netter“ formulieren aber im Endeffekt stimme ich tragezwerg voll und ganz zu.

In einem Gebiet, in dem man innerhalb kürzester Zeit einen Maximalversorger erreichen kann, finde ich es schon fast fahrlässig vor Ort unter den denkbar schlechtesten Bedingungen (hygienisch wie auch personell und platzmäßig) solche Wild-West-Aktionen wie Clemshell-Thorakotomien oder Reboa zu starten. Sowas rettet vielleicht im australischen Outback Leben aber doch nicht in einem Ballungsgebiet wie der Rhein-Necker-Region. Und gerade in der Traumaversorgung, wo Zeit der entscheidende Faktor ist, sehe ich wenig Sinn in solchen „Spielereien“ am Unfallort.

Meine Uni hatte auch mal über ein „Oberarzt-NEF“ nachgedacht, dann aber entschieden, dass es in der Regel sinnvoller ist wenn man den Patienten zügig einpackt und in den Schockraum mit komplettem Team und Material fährt als einen einzelnen Oberarzt hinterherzufahren während man sinnlos rumsteht weil man selbst nicht weiterkommt.

tragezwerg
19.08.2019, 19:56
Mich regt an der ganzen Sache vor allem auf, dass man nen Arsch voll Geld in so etwas investiert, anstatt mal alle "normalen" Notärzte ordentlich auszubilden (das rettet viel mehr Leben). Die müssen den ganzen sinnvollen Kram wie ATLS, PALS, invasive Notfallkurse etc. schön selbst bezahlen und in ihrer Freizeit machen...aber Hauptsache, man war in der Zeitung mit dem "revolutionären Konzept".
Ein Kollege von mir nennt das MIC "die rollende Masturbation" :-D :grins:

Philip_MHH
19.08.2019, 20:06
naja...sind wahrscheinlich auch massig Fördergelder aus der Industrie geflossen... seh das aber auch so...Quatsch mit Soße, aber man hat ja was super neues ...

WackenDoc
19.08.2019, 20:09
Ich hab schon vor 3? Jahren glaube ich einen Vortrag von einem erfahrenen Einsatzmediziner zur Reboa gehört- Fazit: Feines Teil für die NFA (also mit richtigen Strukturen und geschultem Personal), präklinisch quasi keine Bedeutung. Vielleicht irgendwo im letzten Hinterland, aber da fehlt´s dann eher an der Infrastruktur und dem passenden Personal.

zur Clamshellthorakotomie ist im akutellen Notarzt ein interessanter Artikel. Die Technik soll für die Notfalltechnik wohl nicht sooo schwer zu erlernen sein und tadaaaaa- die Notfalltechnik erfordert kein spezielles Equipment und der zeitfaktor ist entscheidend. Dann kann man wohl eher erfahrene "normale" Notärzte drin schulen.

So rein vom Gefühl her scheitert es nicht an irgendwelcher fancy Technik, sondern an den Basics, mangelnde Rountine bei den Notärzten, Fehlen von standardisierenden Kursen (jaahaaaa ich weiss, hier ist nicht jeder ein Freund davon).

Moorhühnchen
19.08.2019, 21:45
...wahrscheinlich verschwindet das Konzept nach einer Weile wieder, so wie damals das Schlaganfall"mobil" = Laster mit Blaulicht und CT an Bord. Das war auch n Rohrkrepierer.
Bitte was?? Wo gab es sowas denn? :-((

h3nni
19.08.2019, 21:55
Zu Clamshell hat ne Thoraxchirurgin mal geschrieben, dass das wohl doch nicht soo einfach sein soll wie im Paper beschrieben.
Und es müssen nicht mal unbedingt strukturierte Kurse sein, CRM und Teammanagement würden fürs erste reichen. Finde ich. Damit man einfach alle im Team respektiert und ihre Meinung mit einbezieht.

][truba][
19.08.2019, 22:03
Bitte was?? Wo gab es sowas denn? :-((

https://www.tagesspiegel.de/berlin/stroke-einsatz-mobil-stemo-krankenhaus-auf-vier-raedern-hilft-bei-schlaganfall/12785104.html

Moorhühnchen
19.08.2019, 22:54
Wieso ist es ein Rohrkrepierer? Ich kann jetzt bei der google-Suche nur finden, dass es mittlerweile 3 Fahrzeuge gibt. Oder ist das ganze Projekt mittlerweile eingestellt, ohne dass ich das jetzt finde?

Kann mich gerade nicht entscheiden, ob ich das Stemo unsinnig finde oder nicht. Finanziell gesehen auf jeden Fall ein Desaster....

Dabei komm ich auf einen ganz anderen Gedanken:
Ich sitze zur Zeit im Urlaub im Kleinwalsertal, auch als "schönste Sackgasse der Welt" bezeichnet. Das Tal gehört zu Österreich, ist aber per Auto/RTW nur von Deutschland aus zu erreichen. Ich frage mich gerade, wie das hier krankenversicherungstechnisch läuft? :-))

Gestern war hier reger Hubschrauberverkehr - klar: gutes Wetter und bestimmt viele Wanderunfälle. Aber der Hubi flog immer Richtung Ö über die knapp 2000 Meter hohen Berge anstatt ins "einfacher erreichbare" Deutschland, so dass mir der Gedanke kam, ob hier nicht auch bei banaleren Dingen wie AP-Beschwerden etc. der Hubi aus Ö kommt, da die Bewohner des Tals ja Österreicher sind und vermutlich keine deutsche Krankenversicherung haben. Heute dagegen einmal RTW und einmal NEF aus Richtung Oberstdorf kommend....
Oder wird die deutsche Rettung alarmiert und (wenn der Patient Österreicher ist) über eine Auslandskrankenversicherung abgerechnet?

Oder wird der Patient gar befragt, welche Staatsangehörigkeit/Krankenversicherung er hat und dann über den Transport Richtung Ö oder D entschieden? :-oopss :-oopss :-oopss

Fragen, die das Huhn sich kurz vor Mitternacht stellt. Vielleicht weiß ja einer zufällig was darüber. :-))

tragezwerg
20.08.2019, 04:50
Es gab im Saarland auch mal so ein CT-Mobil. Und irgendwo, der Ort fällt mir nicht mehr ein. Ein Projekt wurde aufgegeben, weil das CT durch die Erschütterungen während der Fahrt ständig kaputt war.

davo
20.08.2019, 05:56
Dabei komm ich auf einen ganz anderen Gedanken:
Ich sitze zur Zeit im Urlaub im Kleinwalsertal, auch als "schönste Sackgasse der Welt" bezeichnet. Das Tal gehört zu Österreich, ist aber per Auto/RTW nur von Deutschland aus zu erreichen. Ich frage mich gerade, wie das hier krankenversicherungstechnisch läuft? :-))

Gestern war hier reger Hubschrauberverkehr - klar: gutes Wetter und bestimmt viele Wanderunfälle. Aber der Hubi flog immer Richtung Ö über die knapp 2000 Meter hohen Berge anstatt ins "einfacher erreichbare" Deutschland, so dass mir der Gedanke kam, ob hier nicht auch bei banaleren Dingen wie AP-Beschwerden etc. der Hubi aus Ö kommt, da die Bewohner des Tals ja Österreicher sind und vermutlich keine deutsche Krankenversicherung haben. Heute dagegen einmal RTW und einmal NEF aus Richtung Oberstdorf kommend....
Oder wird die deutsche Rettung alarmiert und (wenn der Patient Österreicher ist) über eine Auslandskrankenversicherung abgerechnet?

Oder wird der Patient gar befragt, welche Staatsangehörigkeit/Krankenversicherung er hat und dann über den Transport Richtung Ö oder D entschieden? :-oopss :-oopss :-oopss

Bzgl. Kleinwalsertal kenne ich mich nicht aus, aber im grenznahen Oberösterreich war mein Eindruck, dass das ganz pragmatisch gehandhabt wird und der Patient dorthin kommt wo die Klinik besser geeignet ist / wo gerade Betten frei sind. Die österreichische Krankenkasse hat kein Problem damit, und schickt auch Patienten zum MRT nach Deutschland, wenn es dort schneller einen Termin gibt oder wenn die Fahrt kürzer ist als in Österreich. Mein Eindruck war, dass dort in dieser Hinsicht seitens der Leitstelle und der Krankenkasse sehr unbürokratisch und patientenorientiert gearbeitet wird.

Schau doch einfach mal bei der Walser Rettung in Riezlern vorbei und frag nach - die freuen sich bestimmt über Interesse.

Moorhühnchen
20.08.2019, 21:01
Ah cool! Dass das so unbürokratisch kaufen könnte, hätte ich gar nicht gedacht (vermutlich aber, weil ich in letzter Zeit immer wieder über verschiedene bürokratische Hindernisse bei meiner eigenen Arbeit den Kopf schüttele und sowas schon gar nicht mehr für möglich halte!).
Die Rettung in Riezlern.... hmmm, da müsste ich mal gucken, wo die da ist. Prinzipiell ja nur im Nachbarort, aber ob ich da die nächsten Tage vorbeikomme? Wetter soll ja zum Glück wieder besser werden! :-)

Pflaume
20.08.2019, 21:57
Ich habe auch schon im grenzüberschreitenden Rettungsdienst (nicht Österreich, aber alles innerhalb EU) gearbeitet und durfte die Patienten meistens hinbringen wo ich wollte. Mußte mir das Zielkrankenhaus jeweils (ich weiß nicht mal sicher, ob das wegen der Kosten war) von der ausländischen Leitstelle genehmigen lassen, die aber fast immer meinem Vorschlag entsprochen hat. Meistens wollten die Ausländer sogar ins deutsche KH hinter der Grenze, weil sie dort die bessere Versorgung erwarteten. Gab da wohl irgendwelche zwischenstaatlichen Abkommen bezüglich der Finanzierung. Gesetzlich krankenversicherte EU-Bürger sind doch glaube ich für die meisten Leistungen sogar sowieso EU-weit krankenversichert? Die private Auslandsreise-Krankenversicherung ist in den meisten Fällen innerhalb der EU meines Wissens nur ein Zusatzschutz.

sodbrennen
20.08.2019, 23:13
.....

Jule-Aline
21.08.2019, 06:52
Wir sind ja nun im Urlaub in Dänemark und ja,die Entfernungen zu Kliniken sind hier sehr weit.Auch niedergelassene, Ärzte ,v.a.verschiedener Fachrichtungen HNO,Gyn, Päd,Neurologie, Psychiatrie oder Hausarzt habe ich nicht gesehen , auch nicht in einer größeren Stadt.Oder sind es nur wenige,die versteckt sind.
Vielleicht sind solche Fahrzeuge wie das MIC hier als Primär NEF besser angesagt.

tragezwerg
21.08.2019, 07:12
Wir sind ja nun im Urlaub in Dänemark und ja,die Entfernungen zu Kliniken sind hier sehr weit.Auch niedergelassene, Ärzte ,v.a.verschiedener Fachrichtungen HNO,Gyn, Päd,Neurologie, Psychiatrie oder Hausarzt habe ich nicht gesehen , auch nicht in einer größeren Stadt.Oder sind es nur wenige,die versteckt sind.
Vielleicht sind solche Fahrzeuge wie das MIC hier als Primär NEF besser angesagt.

Niedergelassene Ärzte wie bei uns gibt es in Skandinavien nicht. Es gibt einen "Bezirkshausarzt", alle anderen Disziplinen sind üblicherweise an die Kliniken angebunden und haben dort Terminsprechstunden.

Jule-Aline
21.08.2019, 07:59
Da gibt es bestimmt auch sehr lange Wartezeiten oder? Und auf Elektiv- OPs muss man sicher auch warten?

Markus-HEX
21.08.2019, 18:36
was anderes - hat jemand eine Tabelle zur Durchflussrate von Schleusen (wenn man die zur Volumentherapie nimmt)? Bei ZVK und Viggo gibt es solche Tabellen ja bzw. ist auf der Packung aufgedruckt. Wir verwenden zur Volumentherapie 12F 2*12 G + 1*16g Katheter (quasi Dialysekatheter mit einem Zusatzlumen), andere Häuser nutzen ja auch venös eingebrachte Schleusen zur Volumengabe - was geht da durch?

Brutus
22.08.2019, 10:42
^^ Ich habe auf die Schnelle für den Large Bore Katheter (Ist wohl ein Shaldon) Durchflussraten von 400-500ml/min gefunden.

Philip_MHH
22.08.2019, 14:30
das dürfte bei einer venösen Schleuse ungefähr das gleiche sein.