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cicely
14.09.2019, 11:20
Trägt nichts hilfreiches zur Analgosedierung bei, aber aus persönlicher Erfahrung als Patientin weiss ich, dass die hiesige Urologie DJs bei Frauen ohne jegliche Form von Schmerzausschaltung legt, wechselt und entfernt. :-keks Gut, ich war schwanger als das jeweils gemacht wurde, aber das sei eh Standard so bei Frauen wurde mir gesagt. Bei Männern jedoch unter Kurznarkose.

Interessant wie unterschiedlich das gehandhabt wird.

(Es war schon sehr unangenehm und insbesondere der Wechsel sehr schmerzhaft, aber eine Vollnarkose hätte ich für mich persönlich für übertrieben gehalten, so schlimm wars dann auch wieder nicht.)

pottmed
15.09.2019, 06:58
Ich bin schockiert was ich hier so lesen muss.

Wir haben eine große Uro und bei uns laufen alle DJs in Vollnarkose.

tragezwerg
15.09.2019, 07:29
Ich würde ja gern mal die Leute sehen, die meinen ihre Patienten bräuchten keine ordentliche Analgo oder Narkose für solche Eingriffe, wenn sie mal selbst so einen Eingriff brauchen...Deppen.

Vincenco
15.09.2019, 07:53
Ich kenns auch nur in Vollnarkose. Kann mir irgendwie auch nicht vorstellen wie man das nur mit Dipi und etwas Dormicum vernünftig toleriert.

Autolyse
15.09.2019, 09:02
Ich hatte zwei Anästhesiekollegen, die aus eigener Erfahrung berichten konnten, dass es gut funktioniert. Mit Reminfentanil mono besser als mit Midazolam/Piritramid, insofern kann ich mir das schon vorstellen.

Da scheint mir sehr viel Glaubensfrage dabei zu sein. Genauso wie ich mir habe predigen lassen, dass eine URS ausschließlich in Vollnarkose möglich sei während es andere Häuser gibt, die eine URS fast ausschließlich in Spinaler machen...

Vincenco
15.09.2019, 11:29
Ok, verwundert mich zwar, aber jeder macht halt auch seine eigenen Erfahrungen.
Da gibts bei uns auch Merkwürdigkeiten. TUR-P wird noch in spinaler akzeptiert, aber auch ungerne gesehen von den Operateuren. TUR-Bs gehen aber unmöglich in spinaler wegen Obturatorius Reflex, mit einer LAMA ohne Relaxans sind sie aber voll zufrieden.
Bei KTEPs und HTEPs muss auch fast jede Spinale vom LOA/Chef abgesegnet sein, weil unsere Orthopäden auf ITNs bestehen weil die Relaxierung dann besser ist. :rolleyes:

tragezwerg
15.09.2019, 11:46
Ach, diese ganzen Sitten und Bräuche beruhen ja meist auf "haben wir ja immer schon so gemacht!" und fast nie auf sinnvollen bzw. evidenzbasierten Grundlagen. Ich hatte schon Orthopäden, die alles in Spinaler wollten, weil da ja die Muskeln am weichsten seien, und das Gegenteil mit Vollrelaxierung.
TUR B machen wir in Spinaler mit Obturatoriusblock wenn nötig.

Philip_MHH
15.09.2019, 11:46
das ist bei uns auch so...wir haben Unfallchirurgen, die sind bei Radien oder Händen super mit einem AxPlex führbar, andere sind nur am Rummosern , dass das ja totaler Mist ist, und sie ja so quasi überhaupt nicht operieren können

Autolyse
15.09.2019, 12:59
[...]Bei KTEPs und HTEPs muss auch fast jede Spinale vom LOA/Chef abgesegnet sein, weil unsere Orthopäden auf ITNs bestehen weil die Relaxierung dann besser ist. :rolleyes:
In meiner ersten Stelle war auf orthopädischer Seite nicht selten die Frustration groß, wenn der Patient eine Kontraindikation für die Spinale hatte, weil die Relaxierung bei der Spinalen doch so viel besser sei und das mit der Narkose doch alles wieder viel zu lang dauere. In der zweiten war eine Hüfte in Spinaler undenkbar...

Über Obturatoriusreflex habe ich an beiden Häusern noch nie einen Urologen sprechen hören. Ob Spinale oder Narkose war da relativ egal...

Shizr
15.09.2019, 14:13
In meiner ersten Stelle war auf orthopädischer Seite nicht selten die Frustration groß, wenn der Patient eine Kontraindikation für die Spinale hatte, weil die Relaxierung bei der Spinalen doch so viel besser sei
Ich würde definitiv erwarten, dass die Muskelrelaxation bei der Spinalanästhesie auch objektiv besser ist als bei Allgemeinanästhesie (außer vielleicht bei wirklich TIEFER Muskelrelaxation).

Gibt's da irgendwelche Daten?

Oder hat jemand eine gute Idee für ein Studiensetup? Irgendwo braucht doch bestimmt noch jemand ne Doktorarbeit ;-)

MissGarfield83
15.09.2019, 15:09
Kurzes Suchen per Google förderte so einige Papers zutage - die meisten propagieren kürzere OP Zeiten - sei es Saalzeit, sei es Schnitt Naht unter SPA, sowie weniger Komplikationen.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4515222/

Ich kenn beides - und finde SPA für ne primäre Hüfte ne gute Idee, für die meisten Re-OPs ist es ne Viecherei, wobei es hier auch auf den Operateur ankommt. An meiner jetzigen Klinik ist es eher weniger erwünscht - warum kann mir keiner so richtig sagen. Mal heisst es die Operateure brauchen so lange bis abgedeckt ist, man möchte Patienten nicht so lange liegen lassen etc.Vielleicht wirds auch weniger prämediziert weil es einfach Aufwand bedeutet für 2 Verfahren aufzuklären :-nix

Zum Uro Thema . In einer früheren Klinik haben wir so gut wie alle DJs, TUR-P und TUR-B in SPA gemacht, sofern nicht durch den Patienten abgelehnt oder KI. In meiner jetzigen möchte man das nicht - der Patient könnte ja zucken. Bei ganz kranken gehts notfalls auch mal in Analgosedierung (Ultiva + Diso ) - aber SPA dafür hab ich noch keine gestochen. Die Kombi Dipi+Midazolam + Novalgin find ich dafür irgendwie bedenklich - mal so rein pharmakologisch ( Anschlagszeiten von Dipi, Potenz, Sedierung? ). Für mich selbst würde ich mir wohl ne SPA wünschen ... so was knackig kurzes mit Takipril. Naja...

Mano
15.09.2019, 17:35
Der Hausstandard - egal welcher -ist doch vermutlich deshalb so beliebt, weil es am schnellsten und zuverlässigsten im jeweiligen Haus funktioniert.
Wenn in einer Abteilung jede Hüfte in SpA gemacht wird, dann sind die Abläufe eingespielt mit idealer Überleitung, eine begleitende Sedierung ist optimiert und es gibt kaum Wartezeiten und die Versagerquote ist niedrig.
Wenn hingegen nur ausnahmsweise mal eine SpA gemacht wird, dann läuft es durcheinander: Der Patient wird zu spät vorbereitet, die Medikamente müssen erst zusammen gesucht werden, der Assistent braucht Hilfe vom OA und die Sedierung ist mal zu tief und mal zu flach und am Ende sagen alle: SpA ist Mist für Hüften. Gilt natürlich genauso andersherum.

Shizr
15.09.2019, 17:39
Kurzes Suchen per Google förderte so einige Papers zutage - die meisten propagieren kürzere OP Zeiten - sei es Saalzeit, sei es Schnitt Naht unter SPA, sowie weniger Komplikationen.
Ich hatte tatsächlich auf einen Vergleich gehofft von einer irgendwie gemessenen Muskelrelaxation unter AA und unter SpA, um in Zukunft diese leidigen Diskussionen ("Bei Spinaler ist der Patient so schlecht relaxiert") mit substantiierten Daten stützen zu können ;-) (Sowas habe ich nämlich weder bei Google Scholar noch bei Pubmed auftreiben können, ich hatte gehofft, das liegt nur an meinem eigenen Unvermögen *g*)

Wobei ich diese Studie noch nicht gelesen hatte, also trotzdem danke ;-)



finde SPA für ne primäre Hüfte ne gute Idee
Dito.

Ich mag Regionalanästhesien. Und ich bin überzeugt, dass das in den meisten Situationen tatsächlich das vorteilhaftere Verfahren ist.

Aber es müssen halt Patient und Operateur mitmachen.
(Unsere Handchirurgen rümpfen ja die Nase, wenn wir was anderes als axPlex machen :-D )

anignu
15.09.2019, 20:06
Der Hausstandard - egal welcher -ist doch vermutlich deshalb so beliebt, weil es am schnellsten und zuverlässigsten im jeweiligen Haus funktioniert.
Diese Aussage trifft, wenn man nachdenkt, auf ganz schön viele Sachen zu... erschreckend...

Rettungshase
15.09.2019, 22:30
TUR-P und -B wird bei uns - wann immer irgendwie möglich - in SPA gemacht, um ein TUR-Syndrom schnellstmöglich erkennen zu können.

Sagt mal... wie lange dauert es bei euch durchschnittlich bei Bauchlagerungen von ASA I-III-Patienten zwischen Anästhesiefreigabe und Schnitt (z.B. für dorsale Desen)?

LasseReinböng
15.09.2019, 22:48
TUR-P und -B wird bei uns - wann immer irgendwie möglich - in SPA gemacht, um ein TUR-Syndrom schnellstmöglich erkennen zu können.



So auch in meinem letzten Haus. SpA wann immer möglich.

tragezwerg
16.09.2019, 04:49
Zum Thema Bauchlage: Da hab ich schon alles von 15 Minuten bis 2 Stunden erlebt...wenn es lang dauert liegt es meist daran , dass der Operateur nicht da ist bzw. irgendeinen Assistenten schickt, der von Bauchlage keinen Plan hat. An sich ist das Umlagern ja in 5 Minuten machbar, wenn alle wissen wie es geht.

Rettungshase
16.09.2019, 12:10
Jop, eigentlich ist das schnell machbar. Ich habe den Eindruck, bei uns dauert es oft sehr, sehr lange (40 min ist bestimmt keine Seltenheit).
Andererseits sind die Chirurgen dann aber unzufrieden, wenn die Anästhesie mal wieder keine Kapazitäten im Dienst hat oder wenn wir tagsüber nur zwei OPs schaffen.

tragezwerg
16.09.2019, 13:11
Das ist leider so in der Anästhesie. Man ist immer schuld. Völlig nebensächlich, ob man die große Einleitung inkl. ZVK und PDK in 25 Minuten geschafft hat, es ist trotzdem zu langsam. Auch langsame Operateure, komplizierter Situs oder falsche Raumtemperatur lassen sich zuverlässig auf die Anästhesie schieben. Fehlende Laborwerte, ausgeschöpfte OP-Kapazität und Hunger sowieso. Die Anästhesie ist schuld.
Am Anfang hat mich das genervt, mittlerweile ist die Devise "Lächeln, Winken und 'Arschloch' denken".

Rettungshase
16.09.2019, 13:17
Je überarbeiteter ich bin, desto mehr nervt mich das. Momentan bin ich tendenziell sehr genervt ;p