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Lizard
23.12.2019, 06:40
Das "Anpampen" hast du abbekommen weil du in der Nähe warst. "Schuld" ist der Operateur, weil er es nicht zuvor nicht gecheckt hat, und dann der Stationsarzt der sich nicht drum gekümmert hat. Eigenanschiss ist aber blöd, der Stationsarzt nicht da, folglich bist du das nächste Opfer. Nicht ganz fair aber isso...

Ja sicher, das ist man ja gewohnt :-))

Vincenco
23.12.2019, 06:42
Oder Quick von 40% und dann drückt es einem bei einem systolischen Druck von gut 200 aus jeder Pore das Blut raus. Wenn man einen Blutdruck von 120 verlangt und es beginnt aus allen Stichkanälen zu bluten und man merkt dass der Blutdruck 180 ist, dann könnte ich den Anästhesisten auch ........ freundlich darauf hinweisen, dass manchmal eine gewisse Mitarbeit sinnvoll ist :-)


Zugegeben, die Situation hatte ich auch schonmal. Konstanten Blutdruck bei Gefäßpatienten zu halten ist leider manchmal sehr schwer bis ein Ding der Unmöglichkeit.

crossie
24.12.2019, 06:06
Oder Quick von 40% und dann drückt es einem bei einem systolischen Druck von gut 200 aus jeder Pore das Blut raus. Wenn man einen Blutdruck von 120 verlangt und es beginnt aus allen Stichkanälen zu bluten und man merkt dass der Blutdruck 180 ist, dann könnte ich den Anästhesisten auch ........ freundlich darauf hinweisen, dass manchmal eine gewisse Mitarbeit sinnvoll ist :-)

Das "Anpampen" hast du abbekommen weil du in der Nähe warst. "Schuld" ist der Operateur, weil er es nicht zuvor nicht gecheckt hat, und dann der Stationsarzt der sich nicht drum gekümmert hat. Eigenanschiss ist aber blöd, der Stationsarzt nicht da, folglich bist du das nächste Opfer. Nicht ganz fair aber isso...

Wenn ich so Vokabeln wie "VERLANGEN" lese krieg ich auch schon wieder 200 Blutdruck. Genau das is das Problem auf der hellen Seite des Tuches. Das auf der dunklen Seite is kein Diener sondern ein ärztlicher Kollege. Den kann man drum "bitten". Und manchmal is es eben nicht ganz so einfach mit der Narkoseführung, gerade nicht bei Gefäßpatienten. Der Grat zwischen " ich will aufstehen" und "nee, ich will doch sterben" is da manchmal schmal. Und leider gibt es entgegen der Überzeugung der Kollegen auf der hellen Seite nicht den "Narkose ON/OFF" Schalter...

Bille11
24.12.2019, 08:24
Zumindest sollte man auf unserer Seite des Tuches die Kooperation signalisieren... :-))
Und wenn es der 1:100 NorA Perfusor auf kleiner Spur mit ausreichender Narkosetiefe und der parallell beiliegenden Ebrantil-Spritze sind, die die Balance herstellen. Und ein freundliches Wort, dass man dran arbeite, den Druck anzupassen.
Sowieso freundliche Worte im OP...

WackenDoc
24.12.2019, 08:45
DU hast ja komische Vorstellungen Bille. Freundliche Worte, womöglich noch respektvoller Umgang mit einander. Wo kommen wir denn da hin?

freak1
24.12.2019, 11:20
Nicht nach Deutschland, soviel ist sicher.

Rettungshase
25.12.2019, 00:05
Hrhr... passend dazu: "Surgeons shocked to learn anesthesiologists have actual names"

klick -> https://gomerblog.com/2019/12/surgeons-shocked/

MissGarfield83
25.12.2019, 06:25
Nicht nach Deutschland, soviel ist sicher.

Dann ist wohl meine Klinik ne ziemliche Ausnahme ...

freak1
25.12.2019, 07:44
Dann ist wohl meine Klinik ne ziemliche Ausnahme ...

Vielleicht gehört ihr ja einem anderen Land und wisst es nur noch nicht. ;-)

Sebastian1
25.12.2019, 18:26
Dann ist wohl meine Klinik ne ziemliche Ausnahme ...

Bin auch lange in einem Haus gewesen, wo diese Nickeligkeiten und Klischeeanfeindungen einfach nicht stattgefunden haben. Habe dann später aber leider festgestellt, dass das woanders durchaus nicht ungewöhnlich ist...

Rettungshase
27.12.2019, 22:43
Könntet ihr mir Bücher/Literatur für die Vorbereitung auf die anästhesiologische Intensivstation empfehlen?

anignu
27.12.2019, 23:37
Bin auch lange in einem Haus gewesen, wo diese Nickeligkeiten und Klischeeanfeindungen einfach nicht stattgefunden haben. Habe dann später aber leider festgestellt, dass das woanders durchaus nicht ungewöhnlich ist...
Grundsätzlich: mir geht es nicht um "Klischeeanfeindungen". Bei den Anästhesisten gibt es, wie in fast jeder Abteilung, ungefähr diese 10-20% an Leuten für die der Wunsch sie "unangespitzt in den Boden zu rammen" einfach zutrifft. Und die bauen halt ungefähr soviel sch... dass es für eine ganze Abteilung ausreicht.
Eben dieses mit dem Blutdruck. Wenn man ein vollkommener Anfänger ist und es nicht in den Griff bekommt, und Gefäßpatienten sind schwierig, dann muss man nicht warten bis die Stimmung im Saal völlig gekippt ist, dann holt man sich vorher Hilfe. Und es macht die Stimmung nicht besser, wenn der Chirurg einen Anästesie-Oberarzt ruft...

Aktuell kann ich sagen, dass die Verwaltung die Anästhesie und die Chirurgie gegeneinander ausspielt. Und der Anästhesie-Chef macht fleißig mit. Der lügt dir ins Gesicht, so dass du dir dann wieder Zeugen suchen musst, damit du beweisen kannst, dass der Fehler nicht bei dir liegt. Ein chirurgischer Kollege, ok, ein eher schlampiger, wurde sooft angegangen, dass er inzwischen mit dem Handy Fotos der Aufklärungen und WHO-Bögen macht incl. auf dem Foto abgebildete Computer-Uhrzeit. Damit er nachweisen kann, dass er alles korrekt gemacht hat und auch rechtzeitig.

MissGarfield83
28.12.2019, 08:01
Könntet ihr mir Bücher/Literatur für die Vorbereitung auf die anästhesiologische Intensivstation empfehlen?

Wilhelm - Praxis der Intensivmedizin
Oh‘s Intensive Care Manual
Parsons - Critical care secrets

tragezwerg
28.12.2019, 10:57
Intensivmedizin konkret fand ich gut.

Lizard
28.12.2019, 19:44
Ich habe "Das ICU-Buch" und fand das ganz gut.

Rettungshase
28.12.2019, 20:51
Vielen Dank euch!
Den Marino hab les ich mir gerade durch; gefällt mir bislang sehr gut.

Den Rest schaue ich mir die Tage mal an.

Rettungshase
02.01.2020, 20:11
Betrifft Analgosedierung (beim Traumapatienten) in der Präklinik:

Kennt ihr das? Ihr habt einen Patienten mit grob dislozierter Fraktur, der noch in "Sturzposition" liegt und Schmerzen hat.
Ich bevorzuge Opiate insbesondere bei den alten Patienten und komme damit in aller Regel gut hin. Jetzt hatte ich aber kürzlich zwei Patienten in kurzer Abfolge, die nach 30 bzw. 35 myg Sufenta (ohne vorherige Opiatgewöhnung) immer noch sehr schmerzgeplagt waren und die ich bis zur Immobilisation analgetisch adäquat abschirmen wollte. Mit etwas Ketanest S (10 bzw. 20mg) ging das auch sehr gut.
Jetzt zu meiner Frage: Reicht die sedierende Komponente des Sufentas eurer Meinung bzw. Erfahrung nach aus, um den Patienten einen unangenehmen Trip zu ersparen?

ChillenMitBazillen
02.01.2020, 22:38
Nettes Händchen halten und freundliche Atmosphäre hat bei niedrigeren Ketamindosierungen (max 0,5mg/kg) bislang immer ausgereicht, langsam geben ist wichtig. Ich wäre vorsichtig mit der Kombi aus Opiat und Ketamin für Analgesien - Kommandoatmung funktioniert mit Ketamin dazu plötzlich gar nicht mehr so gut :)

WackenDoc
03.01.2020, 09:47
Ihr habt Sufenta drauf?

Ich würde es vom Patienten abhängig machen. Merkst ja, wie er reagiert und was er braucht.
Bei der Kombination natürlich vorsichtig dosieren. Wahrscheinlich brauchst du in so einer Konstellation weniger Ketanest als sonst (wobei der rein analgetische Bereich eh niedriger liegt, als man so denkt) und hast dann noch weniger halluzinogene Wirkung.

Ich kenn eher die umgekehrte Version- zuerst Keta/Do dann Fenta drauf. Funktioniert super.

Rettungshase
03.01.2020, 17:17
Keta/Do dann Fenta drauf. Funktioniert super.

Tlws. haben wir auch Fenta. Ich bin aber vertrauter mit Sufenta.
Das ist ja auch ein spannendes Vorgehen. mit dem Keta/Do, dann Fenta. Wann nutzt du sowas?