Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für Anästhesisten
WackenDoc
03.01.2020, 18:00
Kann man machen, wenn man z.B. den Patienten noch irgendwo rausbergen muss, aber mit Keta/Do keine schöne Analgesie hin bekommt.
Oder wenn man als ärztlicher Ersthelfer tätig wird und die vorhandene Notfallausstattung keine BTM beinhaltet.
Dann kann man die ersten Schmerzen schonmal mit Keta/Do nehmen und dann mit Fenta optimieren.
Bei ner Schulterlux hab ich die Kombi z.B. schonmal genommen. Bis Eintreffen des RTW 25/2 Keta/Do. Und dann die RTW-Besatzung nett nach ihrem Fenta und was gegen Übelkeit gefragt. Mit 0,1 Fenta zur Umlagerung nachgeholfen. Und schwupps war die Schulter wieder drin.
Rettungshase
03.01.2020, 18:22
Auch ein schönes Konzept. Werde ich mir mal merken.
Bislang hab ich es noch nicht erlebt, dass einer von Keta/Do schmerzmäßig nicht einstellbar war, aber manchmal will ich einfach gerade die alten Leute nicht so sehr abschießen.
Wollt mal zum Dormicum fragen: 2mg? Die Kollegin heute im OP hat nur 1mg gegeben. Ist das nicht ziemlich wenig?
Ich hab in der Notaufnahme, wenn ich irgendwie ne kurze Analgosedierung braucht für Hernienreposition, Schulterlux, Hüftlux oder sonstwas immer irgendwie eher Richtung 4-5mg genommen (in Kombi mit Piritramid). Ihr wisst schon, man soll machen mit was man sich auskennt und was man hat. Und bevor ich irgendwo im Haus nach Fenta/Sufenta such und betteln muss und damit auch nicht so viel Erfahrung hab, nehm ich halt Dipi/Dormicum wie ich es schon seit Ewigkeiten mach. Aber halt irgendwie in höherer Dosierung.
MissGarfield83
03.01.2020, 22:51
Beim Dormicum zum Ketanest geht es ja eher um die Abschirmung gegen Bad Trips. Da das Ketanest auch Anästhesie macht und nicht nur Analgesie reicht da deutlich weniger m. E.n. .Dipi ist für die Analgosedierung eigentlich eine fast so schlechte Wahl wie Morphin weil es sein Wirkmaximum erst recht spät erreicht. Besser ist da Fenta oder Sufenta. Hat halt den Opiatnachteil. Ketamin wirkt halt auch sehr schnell.
ChillenMitBazillen
04.01.2020, 09:35
Wollt mal zum Dormicum fragen: 2mg? Die Kollegin heute im OP hat nur 1mg gegeben. Ist das nicht ziemlich wenig?
Midazolam ist sicherlich eines der gefährlicheren Medikamente, da die Dosisbandbreite riesengroß ist. Oft werden 4-5mg adäquat sein, ich habe aber auch schon bei einer netten älteren Dame ohne größere Vorerkrankungen mit 0,5mg Midazolam eine protrahierte Apnoe ausgelöst. Beim Midazolam zum Ketamin ist es nicht nötig, dass der Patient schläft. Es reicht, wenn er entspannter ist und alle sehr nett findet :)
WackenDoc
04.01.2020, 10:35
Kommt halt auf den Patienten an und was man mit ihm vor hat und was er sonst noch intus hat. Solange man keinen Zeitdruck hat, kann man sich ja langsam an die richtige Dosierung rantasten.
Bin da auch eher der Ketanest/ Dormicum Fan für Reposition oä. Nehme da normal auch nur 2mg Dormicum zur Vermeidung von Bad Trips und Ketanest titrier ich mich ran. (Gerade beim S-ketanest braucht man eher mehr als rechnerisch nötig finde ich) Da gibt's aber schon eine relativ große Breite wieviel jemand braucht, aber es macht einfach nicht so atemdeppressiv wie Fanta/ Dormicum.
Fanta/ Dormicum.
:-)) :-))
Aber Herr Doktor, ich bin doch Diabetikerin!
1L Fanta hab ich gesagt, auf EX!
Die neue Ketonarkose. :-kaffee
Markus-HEX
04.01.2020, 14:49
Wollt mal zum Dormicum fragen: 2mg? Die Kollegin heute im OP hat nur 1mg gegeben. Ist das nicht ziemlich wenig?
Ich hab in der Notaufnahme, wenn ich irgendwie ne kurze Analgosedierung braucht für Hernienreposition, Schulterlux, Hüftlux oder sonstwas immer irgendwie eher Richtung 4-5mg genommen (in Kombi mit Piritramid). Ihr wisst schon, man soll machen mit was man sich auskennt und was man hat. Und bevor ich irgendwo im Haus nach Fenta/Sufenta such und betteln muss und damit auch nicht so viel Erfahrung hab, nehm ich halt Dipi/Dormicum wie ich es schon seit Ewigkeiten mach. Aber halt irgendwie in höherer Dosierung.
Dipidolor / Piritramid ist für so etwas auch ein eher ungeeignetes Opiat - die Anschlagzeit und Wirkdauer ist viel zu lang.
Um damit eine akute Analgesie zu machen, müsste man sich in 10 min Schritten an eine Wirksamkeit herantasten und in einem solch langen Intervall auch nachgeben, dafür hält die Wirkung dann noch mehrere Stunden an, auch wenn kein wirklicher Schmerz (nach Reposition) mehr vorliegt.
Besser ist es, kürzer wirksame Opioide (z.B. Remifentanil, Alfentanil, Sufentanil.. ) zu verwenden, mit diesen ist ein halbwegs sinnvoll schnelles herantitrieren an die notwendige Dosis möglich.
Das erklärt dann auch den hohen Midazolam-Bedarf - das Analgetikum ist gerade erst am Anfluten, daher noch nicht voll da, dann benötigt man natürlich auch hohe Mengen an Benzos, da die Sedo-Analgesie (und wir wollen bei Schmerzhaften Sachen ja eher eine Analgo-Sedierung) dann eher Benzo- als opiatbasiert ist.
für solche Sachen finde ich Ketamin/Propofol ganz gut geeignet.
Autolyse
05.01.2020, 12:07
Da ich gerade das Stichwort "Ketamin/Propofol" lese: Wenn man in einer Prothesenschmiede arbeitet, dann hat man zwangsläufig häufiger mit Reklamationen in Form von luxierten TEPs zu tun. Wir nahmen dafür S-Ketamin und 1mg Midazolam bis zur Schmerzfreiheit und dann titriert Propofol zur Reposition. Das klappte ziemlich gut...
Gerade beim S-ketanest braucht man eher mehr als rechnerisch nötig finde ich Das ist auch meine Erfahrung :-meinung Von daher: Gabe nach Wirkung :-top
Hallo zusammen,
hat jemand von euch die AINS im Abo und würde mir Heft 10 aus dem 2019er Jahrgang verkaufen?
lg Kiddo
Hallo, Hallo, erster Beitrag :-) Da es schon diverse Thread's zu meinem Thema gibt füge ich diese Frage mal ein bisschen Off-Tonic ein. Ich bin absoluter Excel-Anfänger bzw. habe schon im Biochemie kläglich versagt. Ich würde gerne meine Narkosen, ASA, Art der Op, anästhesiologische Leistungen etc. in einer Excel Tabelle für den FA Anästhesie dokumentieren.
Es gab in diesem Forum wohl schon Vorlagen oder fertige Tabellen von Leuten die sich besser mit Excel auskennen als ich:-). Gibt es diese Leute hier noch? Wenn ja, würde ich mich über eine PN sehr freuen!
ChillenMitBazillen
09.01.2020, 11:32
Hallo zusammen,
hat jemand von euch die AINS im Abo und würde mir Heft 10 aus dem 2019er Jahrgang verkaufen?
lg Kiddo
Gehts dir darum, das Heft in Papierform zu haben oder um einen bestimmten Artikel?
Gehts dir darum, das Heft in Papierform zu haben oder um einen bestimmten Artikel?
Mir wäre es wichtig, das Heft in Papierform zu haben. Näheres gerne per PN.
Markus-HEX
22.01.2020, 10:04
wie ist bei euch so der Stellenwert von Plasmen im Fall von Blutverlusten.
Zur Substitution von gängigen Gerinnungsfaktoren (z.B. blutender Marcumarpatient) ist es sicherlich zu Recht gänzlich out, hat nur noch die Berechtigung bei Sonderkonstellationen, wo bestimmte Faktoren fehlen, die es nicht als Einzelfaktor gibt (selten, dann in RS mit Hämostaseologen).
Bei der Massivblutung ist ja aktuell auch eher der Trend hin zu vor allem Fibrinogen, Faktoren und Rotem/TEG - und weg vom pauschalem Plasma-transfundieren.
Wie handhabt ihr es?
Bei uns sind plasmen eigentlich völlig out.
Suchst du noch, oder hat sich die Frage erledigt?
AINS 10 - Oktober 2019, 54. Jahrgang Seite 577-636?
wie ist bei euch so der Stellenwert von Plasmen im Fall von Blutverlusten.
Zur Substitution von gängigen Gerinnungsfaktoren (z.B. blutender Marcumarpatient) ist es sicherlich zu Recht gänzlich out, hat nur noch die Berechtigung bei Sonderkonstellationen, wo bestimmte Faktoren fehlen, die es nicht als Einzelfaktor gibt (selten, dann in RS mit Hämostaseologen).
Bei der Massivblutung ist ja aktuell auch eher der Trend hin zu vor allem Fibrinogen, Faktoren und Rotem/TEG - und weg vom pauschalem Plasma-transfundieren.
Wie handhabt ihr es?
Bei uns sind plasmen eigentlich völlig out.
Bei uns werden sie regelhaft bei echten Massivtransfusionen gemäß festen Protokoll eingesetzt. In der Regel ab dem 4-8. EK und dann nach festen Schema 4:4:1 (EK:FFP:TK). Natürlich nicht grundsätzlich nach dem 4.-8. EK sondern nur bei fortgesetzter massiver Blutung (also nicht in der Trauma oder MKG wenn es über Stunden so ein wenig diffus blutet sondern eher wenn der Urologe mal wieder versehentlich Vena cava und Harnleiter verwechselt hat oder bei z.B. Bogenersatz in tiefer Hypothermie).
Kann mir auch nicht vorstellen, dass man in letzteren Situationen nur mit Fibrinogen und PPSB auskommt - und für POC-Diagnostik hat man da zumindest initial auch keine Zeit...
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.