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MissGarfield83
28.03.2018, 17:53
Ein Sandmann OFT ?

Philip_MHH
29.03.2018, 16:53
Wir messen deshalb einfach keinen ZVD...

Ja, Relaxierung ist ein steter Quell der Freude, gerade bei den Orthopäden. "Ist der Patient wirklich relaxiert? Wie ist der TOF?" "Der hat eine Spinale..."

Ach ja ... Orthopäden und mangelhafte relaxierung. Immer wieder schön. Knochen kann man halt nicht relaxieren. Aber 10 ml Kochsalz mit viel brimborium wirkt oft Wunder. Wobei ich mal behaupten würde unsere Orthopäden wüssten nicht mal was TOF ist.

tragezwerg
29.03.2018, 18:22
Eine Frage in die Runde: Wer von euch hat schon einmal eine Lokalanästhetikaintoxikation live gesehen, die mittels Lipid 20% therapiert wurde? Ist ja zum Glück ne seltene Sache. Mein einziges Erlebnis mit LA-Intox war eine beginnende Symptomatik mit metallischem Geschmack und kurzem Krampfanfall beim Anspritzen eines Femoraliskatheters (ich war noch im PJ und stand zufällig dabei), das ganze war nach Abbruch der LA-Zufuhr selbstlimitierend.

Bille11
29.03.2018, 18:26
Eine Frage in die Runde: Wer von euch hat schon einmal eine Lokalanästhetikaintoxikation live gesehen, die mittels Lipid 20% therapiert wurde? Ist ja zum Glück ne seltene Sache. Mein einziges Erlebnis mit LA-Intox war eine beginnende Symptomatik mit metallischem Geschmack und kurzem Krampfanfall beim Anspritzen eines Femoraliskatheters (ich war noch im PJ und stand zufällig dabei), das ganze war nach Abbruch der LA-Zufuhr selbstlimitierend.

1x auf ITS bei laufendem PDK Th xy nach (grosser Bauch-OP, sagen wir mal) Whipple. Bradykard, ‚präexzitatorische’ Potentiale, bissl komisch, somnolent... Sistieren des PDK, 1 Pulle Lipid20% und Dormicum präemptiv haben das Ganze dann ‚normalisiert‘. Wir haben dann auch mal gerechnet, was in den Bolusgaben intraop und der laufenden Gabe so zusammengekommen ist.. auf kgKG.. :-))

Brutus
29.03.2018, 19:18
Wobei ich mal behaupten würde unsere Orthopäden wüssten nicht mal was TOF ist.
Naja, halt mal was aufgeschnappt. ;-)
CPAP/ASB? Dieses ASB... Arbeiter Samariter Bund? ;-) :-))

Private Pyle
29.03.2018, 20:00
Ich dachte immer, dass das "Aktive Sterbehilfe Bochum" heißt :-)).

Brutus
29.03.2018, 20:14
^^ NICE!!! :-))

kartoffelbrei
29.03.2018, 23:00
Edit: Hier könnte Ihre Werbung stehen!

Autolyse
29.03.2018, 23:22
Ach ja ... Orthopäden und mangelhafte relaxierung. Immer wieder schön. Knochen kann man halt nicht relaxieren. Aber 10 ml Kochsalz mit viel brimborium wirkt oft Wunder. Wobei ich mal behaupten würde unsere Orthopäden wüssten nicht mal was TOF ist.
Die Kenntnis beschränkt sich auch auf: 0 und 1 = gut. 2 und mehr = schlecht.

Ich nehme gerne 30mg Propofol. Von diesem "Nachrelaxieren" am Ende von Galle/IPOM sind die Viszeralchirurgen auch immer ganz begeistert. Jetzt könnten sie ja wieder ganz toll sehen und arbeiten. Also wird das auch für den Orthopäden reichen.

Rettungshase
30.03.2018, 11:45
Mein UCler im Dienst hatte kürzlich wohl mal was über TOF nachgelesen. Ergebnis: "Wir brauchen die Hüfte richtig gut relaxiert. Nicht so, wie Sie das immer machen... am Auge und so. Da sind die Muskelgruppen ganz unterschiedlich empfindlich."

Aha...

TOF am Ulnaris war 0 und das OP-Gebiet einfach nur eingeblutet :p

Brutus
30.03.2018, 22:24
^^ Ja, aber da muss man ganz gefährlich aufpassen, dass man die Herzmuskelzellen nicht mitrelaxiert!
Und schon ist wieder Ruhe im Saal. ;-)

Rettungshase
30.03.2018, 23:33
Ich verliere mich gerade ein wenig im Dschungel der perioperativen Flüssigkeitsbilanzierung.

z.B. Bei einem 100kg Patient (nicht septisch, nicht kardial wesentlich vorerkrankt) nach 4h OP wollen wir Gesamtbilanz machen.
Ich würde das aktuell so handhaben (rein fiktive Werte):

positiv:
+ 5000ml Sterofundin
+ 500ml Gelafundin

negativ:
- 400ml Urin
- 400ml Magensaft
- Bedarf z.B. bei Laparotomie 10ml/kgKG/h (=4000ml)
- 200ml Blut

abzgl. des präoperativen Defizits von x Stunden x 1,5ml/kgKG (z.B. 600ml)

= - 100ml


Wie verfahrt ihr da?
Habt ihr eine andere Herangehensweise?
Muss man den Flüssigkeitsshift der Stero noch anders betrachten?

Rob J Cole
31.03.2018, 04:53
Hallo.
Ein sehr guter Artikel zu genau diesem Thema findet sich im Anästhesisten März 2017.
Ich habe die dort beschriebene Berechnung schon mehrmals ausprobiert bei grösseren Ops und es hilft schon einen Überblick zu behalten.

Brutus
31.03.2018, 07:12
Wie verfahrt ihr da?
Habt ihr eine andere Herangehensweise?
Muss man den Flüssigkeitsshift der Stero noch anders betrachten?
Nur auf die Schnelle: https://www.ai-online.info/aionline/Schnellsuche/suchbegriff/Volumen
Guck mal da rein. Ich meine, die hätte vor nicht allzulanger Zeit mal ganz nette Artikel zu dem Thema gehabt...

MissGarfield83
31.03.2018, 16:50
Hallo.
Ein sehr guter Artikel zu genau diesem Thema findet sich im Anästhesisten März 2017.
Ich habe die dort beschriebene Berechnung schon mehrmals ausprobiert bei grösseren Ops und es hilft schon einen Überblick zu behalten.

https://link.springer.com/article/10.1007/s00101-017-0272-x

Sehr guter Artikel.

Vincenco
31.03.2018, 17:49
Mein UCler im Dienst hatte kürzlich wohl mal was über TOF nachgelesen. Ergebnis: "Wir brauchen die Hüfte richtig gut relaxiert. Nicht so, wie Sie das immer machen... am Auge und so. Da sind die Muskelgruppen ganz unterschiedlich empfindlich."

Aha...

TOF am Ulnaris war 0 und das OP-Gebiet einfach nur eingeblutet :p

Da sind die Orthos/UC bei uns zum Glück sehr unkompliziert. Alles wird in Spinaler oder selten auch mal in ITN gemacht. Beschwerden gibts so gut wie nie, und dann auch tatsächlich berechtigt. Da sind die ACHler bei weitem nerviger. Komischerweise aber auch immer dieselben, ein Schelm wer böses denkt...

tragezwerg
31.03.2018, 18:26
Kommentar eines Viszeralchirurgen, nachdem ich zum Abdomenverschluss den Patienten mit nem Bonus Remifentanil "relaxiert" hatte: "Was haben Sie dem Patienten denn für nen geilen Scheiß gegeben? So weich war noch nie jemand!"
Ich hab ihm das Geheimnis dann verraten, und von diesem Tage an forderte er "Dieses Ultiva!" zum Ende der OP :D

Sebastian1
31.03.2018, 20:44
Seitdem ich insgesamt 3x richtig üble Thoraxrigidität bei kleinen Boli gesehen habe, bin ich da sehr zurückhaltend. Der letzte brauchte danach...aus einer bestehenden Narkose mit Relaxierung... über 800mg Propofol und über 500 mg Esmeron, danach gingen mit Spitzen von 60mbar wieder so 250ml rein... Völlig ohne Vorwarnung. War wirklich übler Scheiss.

mary-09
31.03.2018, 21:11
Was sind für dich kleine Boli? Ich frag nur, weils bei uns üblich ist, in der HNO und MKG für kürzere Eingriffe die Narkosen mit Ultiva-Boli aus der Hand zu fahren. Zur Einleitung ist der Bolus auch durchaus mal größer...mir war das anfangs immer etwas suspekt, habe aber noch nie derartige Probleme gehabt und dann wähnt man sich irgendwann in Sicherheit...

Rettungshase
31.03.2018, 21:49
Danke. Die Flüssigkeitsartikel lese ich mir noch mal durch.
Mir fehlte da bislang die praktische Handhabe.

Bei uns darf Ultiva in aller Regel nicht als Bolus gegeben werden; ausschließlich kontinuierlich über Perfusor.
Die Fachinformation sagt, dass Boli zur Einleitung mit 1müg/kgKG über 30sec gegeben werden müssen.