Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für Anästhesisten
MissGarfield83
07.09.2020, 20:04
Aktuell Sylter Anästhesietage, hai2020 diesen Monat, Dgina im November, Divi im Dez. - alles on demand und nicht nur livestream
alles on demand und nicht nur livestream
Danke dafür!
*gefaelltmir*
Ich hatte ernsthaft schon wieder vergessen, dass es beim HAI on demand gibt.
Geh mich dann mal anmelden... ;-)
Andere Frage: was versteht ihr unter "standby"?
Ich hab da schon mehrere verschiedene Dinge in letzter Zeit erlebt die mich einfach nerven und die mir zeigen dass Anästhesisten "standby" irgendwie gefühlt komisch auslegen:
- eine Art: Patient wird angemeldet in LA und mit standby, Anästhesie schafft es am Vortag nicht den Patient zu prämedizieren, am nächsten Tag heißt es "entweder das ist ein Notfall oder der Patient wird abgesetzt weil standby heißt dass wir ja jederzeit eine Vollnarkose incl. allem machen können müssen" und dann kommt regelmäßig der Vorschlag "dann macht es halt ohne uns, dann könnt ihr jetzt in den OP".
- andere Art: Lokale wirkt so leidlich, Patient ist extrem unruhig, Anästhesist sitzt rum und es interessiert ihn einen Dreck. Auf mehrfache Aufforderung kommt dann die bescheuerte Aussage "wenn ihr wollt, dass wir Medikamente geben dann meldet "mit Anästhesie" an und nicht "standby", dann bekommt ihr auch eine Anästhesie"
Ist vielleicht ein wenig naiv, aber ich stelle mir unter standby schon eine gewisse Art eines Rundumsorglospakets vor. Nicht unbedingt eine Nackenmassage für den Operateur, aber schon dass der Anästhesist sowas wie eine gewisse Analgosedierung (mal hier ein mg Dormicum, mal da eine halbe Ampulle Dipi) gibt und den Patienten ein wenig beruhigt und sich kümmert. Aber da scheinen die Vorstellungen teils völlig auseinanderzugehen...
Hab das Gefühl, dass das individuell sehr unterschiedlich ist. Bei manchen muss es in LA gehen, andere machen ne flache Analgosedierung teilweise unaufgefordert wenn sie das Gefühl haben dass der Patient zu unentspannt wird. Ist halt Glückssache an wen man gerät.
Andere Frage: was versteht ihr unter "standby"?
Ich hab da schon mehrere verschiedene Dinge in letzter Zeit erlebt die mich einfach nerven und die mir zeigen dass Anästhesisten "standby" irgendwie gefühlt komisch auslegen:
- eine Art: Patient wird angemeldet in LA und mit standby, Anästhesie schafft es am Vortag nicht den Patient zu prämedizieren, am nächsten Tag heißt es "entweder das ist ein Notfall oder der Patient wird abgesetzt weil standby heißt dass wir ja jederzeit eine Vollnarkose incl. allem machen können müssen" und dann kommt regelmäßig der Vorschlag "dann macht es halt ohne uns, dann könnt ihr jetzt in den OP".
- andere Art: Lokale wirkt so leidlich, Patient ist extrem unruhig, Anästhesist sitzt rum und es interessiert ihn einen Dreck. Auf mehrfache Aufforderung kommt dann die bescheuerte Aussage "wenn ihr wollt, dass wir Medikamente geben dann meldet "mit Anästhesie" an und nicht "standby", dann bekommt ihr auch eine Anästhesie"
Ist vielleicht ein wenig naiv, aber ich stelle mir unter standby schon eine gewisse Art eines Rundumsorglospakets vor. Nicht unbedingt eine Nackenmassage für den Operateur, aber schon dass der Anästhesist sowas wie eine gewisse Analgosedierung (mal hier ein mg Dormicum, mal da eine halbe Ampulle Dipi) gibt und den Patienten ein wenig beruhigt und sich kümmert. Aber da scheinen die Vorstellungen teils völlig auseinanderzugehen...
Kommt immer darauf an, was man abspricht:
Beim Stand by für eine TAVI ist der Patient mit ZVK, Schleuse und Arterie komplett verkabelt und der Tubus liegt vorbereitet und griffbereit in Kopfnähe.
Beim Stand by beim multimorbiden Augenpatienten mit hochgradiger Aortenstenose und COPD G4 geht es um gutes Zureden und allenfalls etwas Sedierung. Da kann man dann nicht aus einem Stand by plötzlich eine Narkose machen.
Ich kann mich da an einen Gefäßchirurgen erinnern, der immer nach Sedierung gerufen hat, wenn der Patient nach Carotisklemmen angefangen hat zu zucken... :-oopss
Achja, und dann gibt es natürlich noch den Stand by, wo die Anästhesie den Patienten holt und wegbringt und einen Venenzugang legt damit der Operateur gleich loslegen kann... :-???
MissGarfield83
08.09.2020, 05:29
Achja, und dann gibt es natürlich noch den Stand by, wo die Anästhesie den Patienten holt und wegbringt und einen Venenzugang legt damit der Operateur gleich loslegen kann... :-???
Letzteres kann ich ja echt leiden. Aber meist ist es doch ein kollegiales miteinander im Sinne des Patienten. Zuwendung Analgosedierung wenn notwendig, Konversion auf VN wenn nötig.
MissGarfield83
08.09.2020, 05:30
Danke dafür!
*gefaelltmir*
Ich hatte ernsthaft schon wieder vergessen, dass es beim HAI on demand gibt.
Geh mich dann mal anmelden... ;-)
Die Preise für die Online Kongresse sind auch relativ moderat wie ich finde - mal im Gegensatz zu dem was ich sonst ausgebe wenn ich hinfahre ...
Bei uns gab es damals stand by und (stand by). Ersteres richtiges Stand by, der Patient war nüchtern und prämediziert und konnte bB in Narkose versetzt werden, wenn der OP-Versuch in lokaler nix wurde. Zweiteres war ein bisschen eigentlich völlig überflüssiges Betüddeln und eher ein Zugeständnis an unseren Hauptanästhesisten, der die letzten Jahre bis zur Rente im Augen-OP absaß und mit seiner eigentlichen Abteilung nichts zu tun haben wollte, da er den Chef hasste :-))
MissGarfield83
08.09.2020, 06:20
Standby aus sozialer Indikation?
tragezwerg
08.09.2020, 06:24
Bei uns ist Standby immer so ausgelegt, dass man jederzeit ne Analgosedierung oder auch Vollnarkose draus machen könnte (= es ist ne Pflegekraft im Saal und das Material auch, Patient ist nüchtern etc. pp.). Will man bei dem Patientenklientel natürlich lieber vermeiden, wir machen eigentlich nur Standby wenn die so todkrank sind dass da niemand nen Tubus reinstecken will. Alle anderen werden hier gnadenlos schlafen gelegt.
Evidence based
08.09.2020, 07:12
Bei uns kam das häufiger bei Port-Anlagen in lokaler vor. Wenn der Patient schlechte Erfahrung gemacht hatte, sehr ängstlich ist oder schwerst vorerkrankt ist, wurden wir dazugebeten. Aufklärung komplett für Vollnarkose, Nüchternheit etc. Ich habe dann meistens schon einen Propofolperfusor vorbereitet und angeschlossen, O2 Maske mit 4l flow und dann bei Bedarf langsam reintitriert bis der Patient eine gewisse Entspannung verspürt. Bei Schmerzen kann man noch gut Remifentanil dazugeben. Es ist aber immer irgendwie ein Eiertanz, gerade bei den schwer Vorerkrankten...
Andere Frage: was versteht ihr unter "standby"?
- eine Art: Patient wird angemeldet in LA und mit standby, Anästhesie schafft es am Vortag nicht den Patient zu prämedizieren, am nächsten Tag heißt es "entweder das ist ein Notfall oder der Patient wird abgesetzt weil standby heißt dass wir ja jederzeit eine Vollnarkose incl. allem machen können müssen" und dann kommt regelmäßig der Vorschlag "dann macht es halt ohne uns, dann könnt ihr jetzt in den OP".
Tjo, für Anästhesiestandby muss der Patient nunmal prämediziert sein. Wenn das regelmäßig vorkommt habt ihr da vielleicht ein organisatorisches Problem (?)
- andere Art: Lokale wirkt so leidlich, Patient ist extrem unruhig, Anästhesist sitzt rum und es interessiert ihn einen Dreck. Auf mehrfache Aufforderung kommt dann die bescheuerte Aussage "wenn ihr wollt, dass wir Medikamente geben dann meldet "mit Anästhesie" an und nicht "standby", dann bekommt ihr auch eine Anästhesie"
Ach komm, "interessiert ihn einen Dreck". Echt jetzt ?
Habt ihr bei euch wirklich einen so unkollegialen Umgang ?
Ist vielleicht ein wenig naiv, aber ich stelle mir unter standby schon eine gewisse Art eines Rundumsorglospakets vor. Nicht unbedingt eine Nackenmassage für den Operateur, aber schon dass der Anästhesist sowas wie eine gewisse Analgosedierung (mal hier ein mg Dormicum, mal da eine halbe Ampulle Dipi) gibt und den Patienten ein wenig beruhigt und sich kümmert. Aber da scheinen die Vorstellungen teils völlig auseinanderzugehen...
Ein Rundumsorglospaket ist es nicht.
Ausser beI TAVI heisst Standby auch Standby. Ich lege einen Zugang und im Notfall greife ich ein oder wenn der Patient doch nicht mitmachen kann/Schmerzen hat etc pp. Natürlich spreche ich auch mit dem Pat und setzte mich nicht stur daneben.
Unter Standby verstehe ich allerdings auch, dass die Anästhesie em ehesten gar nicht benötigt wird. Wenn das regelhaft anders ist muss man sich überlegen ob man nicht eher eine Analgosedierung mit Option auf VN benötigt.
Feuerblick
08.09.2020, 08:37
Bei unseren OPs war Standby immer als Standby für eine mögliche ITN gemeint. Patient war prämediziert, aufgeklärt, nüchtern und hätte jederzeit in eine ITN umgestellt werden können. Alles andere ist doch Kappes... entweder ich will den Anästhesisten dabeihaben, dann bitte auch mit allen Konsequenzen oder ich brauche ihn nicht bzw. nur zum Händchenhalten für den Operateur, der Angst vor multimorbiden Patienten hat. :-nix Dann muss der Schlafdokter auch nicht danebenhocken.
Ich musste auch erst lernen, was standy bei uns heisst. Bei meinem ersten dachte ich blauäugig, okay, setzte Dich daneben, hältst den Patienten bisschen bei Laune und bist ansonsten notfallbereit. Als der Operateur dann fragte, ob denn Propofol und Remifentanil schon liefen hab ich erst diskutiert, dann meine OÄ rückgefragt und die hat mir dann erklärt, dass standy bei uns eigentlich immer ne Analgosedierung ist. Das war damals übrigens so eine Schmerzaggregatimplantation in Bauchlage und ich noch ganz frisch, fand ich so überhaupt nicht standy :-D
Ich finde man sollte die Sachen so nennen wie sie sind. Also entweder standy um notfallmäßig eingreifen zu können oder eben ne Analgosedierung.
Wobei ich letztere bis heute nicht mag, bei mir ist das auch immer der schon beschriebene Eiertanz.
Standby aus sozialer Indikation?
So könnte man es auch nennen... Jaja, frag nicht..
Die Idee mit der Analgosedierung finde ich gut. Einfach damit man klarstellt, dass man mehr möchte als nur Händchenhalten.
Angst vor multimorbiden Patienten hab ich nicht. Bin Gefäßchirurg. Die sind alle multimorbide. Da müsste ich vor allen Patienten Angst haben...
Und zum Thema Eiertanz: von meinem Gefühl her würde ich schon sagen dass eine Vollnarkose bei den multimorbiden Gefäßpatienten auch regelmäßig ziemlich einschlägt im Sinne einer Verschlechterung der kognitiven Leistung oder mindestens eines Durchgangssyndroms. Auf der anderen Seite kann man es manchmal gar nicht brauchen wenn der Patient nicht still halten kann und/oder einfach zuviel Angst hat. Daher seh ich da schon gewisse Indikationen nicht jeden Patienten vollends abzuschießen.
Und zum Thema Kollegialität: ich weiß es nicht. Eigentlich hab ich schon das Gefühl dass ich MIT den meisten Anästhesisten arbeite und nicht GEGEN sie. Aber manchmal gibts einfach Situationen in denen ich den entsprechenden Kollegen am Liebsten erschlagen würde. Das können ja auch Situationen sein die ich selbst vorher nicht so genau wusste. Wenn ein Patient einen Demers bekommt und das Liegen schon schwer fällt (was mir zuvor nicht in dem Ausmaß klar war), der Patient sich ständig hin und her dreht, das Einbringen der Schleuse ihm irgendwie sauber weh tut während ich schon sauber Lokale gespritzt hab und dann während Patient massiv unruhig und ich zunehmend genervt und der Anästhesist nur rumsitzt und tatsächlich nichts tut... dann bin ich schon irritiert wenn auf die mehrfache Bitte doch bissl was zu geben ein "wir machen nur standby" zurückkommt. Hat für mich auch nichts mit Kollegialität zu tun. Ist auch ein Benehmen das ich nicht als patientenzentriert bezeichnen würde.
tragezwerg
09.09.2020, 04:55
Analgosiedierungen sind so ungefähr das schwierigste Teilgebiet der Anästhesie. Es braucht jahrelange Erfahrung, das gut zu können. Und trotzdem ist es noch oft genug der schon erwähnte Eiertanz.
MissGarfield83
09.09.2020, 05:27
Und zum Thema Eiertanz: von meinem Gefühl her würde ich schon sagen dass eine Vollnarkose bei den multimorbiden Gefäßpatienten auch regelmäßig ziemlich einschlägt im Sinne einer Verschlechterung der kognitiven Leistung oder mindestens eines Durchgangssyndroms. Auf der anderen Seite kann man es manchmal gar nicht brauchen wenn der Patient nicht still halten kann und/oder einfach zuviel Angst hat. Daher seh ich da schon gewisse Indikationen nicht jeden Patienten vollends abzuschießen.
Wobei die Narkose durchaus nur ein Puzzlestein in der Geschichte der kognitiven Dysfunktion ist - Vorerkrankungen, Eingriffsinvasivität, bestehende Inflammation, Blutverlust ... also das alles nur auf die Narkose zu schieben halte ich für sehr kurzsichtig.
Ich kenne das von Uch Seite her va für MEs die eigentlich in Lokaler gehen würden, der Patient aber relativ ängstlich ist. Die kriegen dann zusätzlich meist etwas Analgosedierung. Die gehen ganz normal vorher zur Prämed. Konversion in Allgemeinanästhesie habe ich in dem Setting noch nicht mitbekommen.
romunken
09.09.2020, 20:47
Hallo, ich les hier im Forum meist passiv mit und hab nun doch mal ne Frage an alle in anästhesiologischen Abteilungen:
Werden bei Euch Bewerber, die eigentlich den FA Allgemeinmedizin anstreben, eher abgelehnt oder eher genommen? (also auch unter Beachtung der der Förderung durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft von 2440€/Monat)
Heute gerade erfahren, dass diese Förderung leider nicht dazu führt, dass man bei der Bewerbung mit "offenen Karten" spielen kann.
Hätte ich mal lieber "so getan" als würde ich doch Anästhesist werden wollen, dann hätte ich jetzt wahrscheinlich ne Stelle. (Dass sie nämlich händeringend Assistenten suchen, das konnte mir im gleichen Gespräch mitgeteilt werden.)
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