Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für Anästhesisten
MissGarfield83
25.12.2020, 09:47
Hey ihr Lieben !
Mal ne Frage - wie dokumentiert ihr eure Zahlen für die spezielle Intensiv? Exel-Sheet oder was ganz anderes?
Bisher konnte ich mir das von der IT aus unserem PDMS ziehen lassen. Aber der genaue Nachweis der Zahlen war AFAIK noch nie notwendig bei uns. Beim FA habe ich beispielsweise einfach >50 usw. hingeschrieben und Cheffe hast dann per Sammelunterschrift im Logbuch bescheinigt.
Da in meinem neuen Haus (leider noch) Papierbetrieb herrscht, werde ich da wohl oder übel eine Exceltabelle anlegen müssen und Patientenaufkleber sammeln. (Obwohl ich im Prinzip die ganzen Zahlen für die ZB schon im ersten Jahr vollgemacht habe.)
Nach neuer WBO sind das doch nur die Tracheostomien, oder? Dafür reicht doch auch ein Zettel ;-)
MissGarfield83
25.12.2020, 17:32
In RLP gilt noch die alte WBO.
Moorhühnchen
25.12.2020, 22:16
Nach neuer WBO sind das doch nur die Tracheostomien, oder? Dafür reicht doch auch ein Zettel ;-)
Ich grübel gerade, ob Tracheotomien in Hessen nach alter WBO überhaupt dokumentiert werden müssen? Klar, sinnvoll wäre es, aber ich dachte, ich hätte extra danach geschaut.... hier machen mir eher die transvenösen Schrittmacher Sorgen!
EDIT: nee, Tracheotomien werden scheinbar nicht explizit gefordert in Hessen (alte WBO)
...dafür aber passagere Schrittmacher...von denen wir Anästhesisten ja jeden Tag mindestens 10 legen...
Moorhühnchen
26.12.2020, 14:19
...dafür aber passagere Schrittmacher...von denen wir Anästhesisten ja jeden Tag mindestens 10 legen...
Manchmal frag ich mich, wer sich sowas ausdenkt! :-oopss
Zur Ausgangsfrage von MissGarfield: ich hab bisher Klebchen gesammelt und Papierdoku betrieben. Jetzt, wo ich mir die Anforderungen gerade nochmal angeschaut habe, überlege ich evtl. doch eine Excel-Liste anzulegen. Aber nicht heute... :-sleppy
Das PDMS meines aktuellen Arbeitgebers und ich - wir werden keine Freunde mehr! :-peng
SevoFlow
30.12.2020, 01:04
Hallo Ihr lieben! Ich bin zwar (noch?) kein Anästhesist aber stehe kurz vor der Entscheidung ob ich einer werden möchte. Mein PJ ist -wortwörtlich- in einigen Tagen vorbei und Mitte des Jahres bin ich aprobiert und fange mit meiner ersten Stelle an. Ich habe ein Job Angebot sowohl in der Anästhesie (habe dort mein PJ Wahlfach absolviert) als auch in der Inneren Medizin (beim Chef der Internistischen Intensivmedizin und der ZNA).
Mein Endziel wäre wohl die Intensivmedizin und das Notarztwesen (habe als PJler gut 30 Einsätze mitfahren dürfen), wobei ich auch die Arbeit in der ZNA (obwohl sehr stressig) als spaßig empfand.
Ich erhoffe mir von Euch einfach etwas Anregung. Im Moment bin ich hart unentschlossen und würde am liebsten sowohl Innere als auch Anästhesie, also beides machen wollen (ja ich weiss, viel zu aufwändig und unnötig).
An der Inneren geht mir ehrlich gesagt die periphere Normalstation auf den Senkel, mit diesem ewigen Briefe schreiben und mit 4 Stunden Visite bei der meist eh nur wenig rumkommt. In der Anästhesie fehlt mir ein wenig das körperliche Untersuchen, die Ultraschalldiagnostik usw.
Ich finde die konservative Intensivmedizin interessanter als die rein operative (in meinem PJ Haus gab es eine operative und eine konservative ICU). Die Internistischen Intensivmediziner hatten wissentechnischt echt viel drauf, waren aber viel unsicherer bei Inkubationen usw. als die Anästhesisten auf der operativen ITS. Die haben ZVK, Arterie, Intubation usw. alles super gut und schnell hinbekommen, aber dafür echt viele Wissenslücken in der Theorie gehabt, was ich dann auch als unbefriedigend empfand.Die Anästhesisten konnten leider auch nur sehr rudimentär schallen und wollten Leberzirrhosen und Herzinfarkte garnicht wirklich behandeln und wollten nur post-OP Patienten.
In der ZNA arbeiten bei uns natürlich viele Internisten und Chirurgen, bzw. Rotunden aus diesen Fächern, aber es gibt auch 2-3 fest angestellte FA für Anästhesiologie. Somit wäre mit mit dieser Fachrichtung auch der Weg zur Innerklinischen Notfall Medizin keineswegs verbaut.
SevoFlow
30.12.2020, 01:07
Sorry die Nachricht wurde "abgehackt".
Meine Frage wäre, zu was ratet Ihr mir, als angehende oder bereits fertige Anästhesisten. Könnt ihr meine Erfahrungen nachvollziehen oder unterliege ich einem bias, weil ich "Pech" hatte auf der operativen ICU auf der ich war?
Vincenco
30.12.2020, 07:03
Also wenn du Notarzt fahren willst und Intensivmedizin machen willst aber keine Lust auf Normalstation hast kennst du die Antwort, oder? Und was die Wissenslücken angeht die du bei den Anästhesisten unschön fandest, die kann man sich ja selber versuchen zu füllen und es besser zu machen. Und schallen kann man auch als Anästhesist. Klar, so ein 30-Minuten Abdomen Sono machen wir nicht, aber Pleura/Lungen und Echo sollten doch auf jeder Intensiv heutzutage die Regel sein, auch als Anästhesist.
MissGarfield83
30.12.2020, 09:39
Ich sehe das wie Vincenco - als Anästhesist hast du halt alle Möglichkeiten : OP, Intensiv,Notfallmedizin ( sei es innerklinisch/ausserklinisch ), Schmerztherapie. Es ist ein relativ innovatives Fach mit viel Bedacht auf die Patientensicherheit. Zudem ist es wie in jedem Fach - wenn du etwas können willst , musst du dich darum kümmern. Ein ganzheitlicher Blick schadet da sicher nie.
Postsurgical care wäre mir auch zu wenig - daher bin ich gerade auf einer anästhesiologisch geführten, interdisziplinären Intensivstation - da schaden Kenntnisse der Inneren Medizin noch weniger als auf einer chirurgischen Intensivstation. Man lernt immer etwas dazu - denn die Intensivmedizin in ihrer Breite wirst du allein eh nie umfassend abbilden können. Wob der anästhesiologische Blick wohl eher dem Stabilisieren und Vitalfunktionen erhalten gilt - anstatt sich im überspitzt gesagt im klein klein der medikamentösen Blutdruckeinstellung zu verlieren.
Schorsche
31.12.2020, 11:49
@SevoFlow: du hast dir schon gut Gedanken gemacht und stellst selber fest, dass mehrere Wege zum Ziel führen.
Es ist sicher so, dass man während der Ausbildungszeit Durstrecken haben wird: was in der Inneren nicht enden wollende Visiten und Arztbriefe sind, sind in der Anästhesie dann vielleicht endlose OPs in der Neurochirurgie, bei denen man nur daneben sitzt und im Stundentakt Perfusorspritzen wechselt. An solchen Tagen macht man nicht so viel. Andererseits ist die Endstrecke mit Intensivmedizin dann sehr ähnlich, und je nach Interesse kann man die internistischen Fähigkeiten ja erheblich ausbauen. Schallen wird man in POCUS-Zeiten auch immer mehr, wobei das in der Anästhesie noch deutlich weniger standardisiert stattfindet als in der Inneren oder in meinem alten Fach Pädiatrie/Neonatologie.
Was die (klinische) Notfallmedizin angeht bist du als Internist breiter aufgestellt. Schau dir mal Stellenanzeigen für Notaufnahmen an: Entweder es wird irgendwer (Anästhesist, Internist, Allgemeinmediziner, Chirurg) gesucht oder explizit Internisten oder Chirurgen. Klar muss man sich auch als Internist "anästhesiologische" Fähigkeiten aneignen und wird vielleicht häufiger für eine schwierige Intubation den Anästhesisten dazurufen. Aber Intubationen etc. sind in der Notaufnahme selten - die umgekehrte Situation, in der man als Anästhesist internistischen Beistand benötigt dürfte da häufiger sein.
Auch die Anrechnung von Weiterbildungszeiten - falls man beide Fachärzte anstrebt - ist für Internisten die Anästhesie machen wollen einfacher.
In der Intensivmedizin habe ich oft den umgekehrten Eindruck: Chirurgen und Internisten sind in der Behandlung viel pragmatischer - Anästhesisten kümmern sich viel mehr um das Feintuning von Details drumherum...
Was es geben könnte: wenn die Notaufnahme eine angeschlossene "Chest Pain" - Station hat bzw Kurzlieger-Einheit, hat man keine riesig zeitfressenden Visiten, wird trotzdem Internist, kriegt entsprechende Rotationen und kriegt viel Notfallmedizin mit. Vielleicht auch eine Option?
Eventuell solltest Du in Deine Überlegungen die Frage miteinbeziehen, ob Du später eine Niederlassung anstrebst. Das ist als Internist einfacher. Niedergelassene Anästhesisten gibt es nicht so viele.
ich kann dieses innere-normalstations-gebashe nicht mehr hören. Dort lernt man halt das zeug. man darf auch zügig visite machen. und anästhesisten, die nach xy jahren OP zum ersten mal ne intensiv betreten und mit der stinknormalen stationsorga überfordert sind, finde ich anstrengender als internisten die sich hilfe zum intubieren holen.
zum thema: kann vieles nur wiederholen, klingt so, als wolltest du aus beiden bereichen vieles mitnehmen- warum nicht 2jahre in jedem fach und dann weiter entscheiden? oft zählt dann doch auch die atmosphäre vor ort mehr fürs persönliche wohlbefinden als der name der abteilung...
SevoFlow
01.01.2021, 00:36
Hallo Ihr Lieben, und frohes neues Jahr Euch Allen!
Vielen Dank für Eure Antworten.
Da war vieles dabei was mir nochmal gut zu denken gegeben hat und mir geholfen hat meinen Struggle gedanklich besser einzuordnen.
Ich werde der LÄK Berlin unterstehen: da kann ich mir 1 Jahr Anästhesie als 12 Monate UPV für den FA für Innere anrechnen lassen und 1 Jahr Innere als 12 Monate UPV für den FA für Anästhesiologie.
Ich werde dann vermutlich tatsächlich erstmal 1 Jahr in der Anästhesiologie und dann 1 Jahr in der Inneren machen und nach den 2 Jahren resümieren. Beides nützt mir ja etwas fürs Leben und im jeweils anderen Fach sind Kenntnisse aus dem anderen auch nie verkehrt.
Sollte ich tatsächlich Innere machen wollen, werde ich mich wohl tatsächlich versuchen möglichst viel auf ICU, ZNA, Aufnahmestation usw. usw. rum zu treiben.
Ich danke Euch nochmal!
LasseReinböng
01.01.2021, 15:14
.
Meine Frage wäre, zu was ratet Ihr mir, als angehende oder bereits fertige Anästhesisten. Könnt ihr meine Erfahrungen nachvollziehen oder unterliege ich einem bias, weil ich "Pech" hatte auf der operativen ICU auf der ich war?
Mein Input als Anästhesist dazu: manuelle Fertigkeiten ( ZVK, art. K., Intubation) usw. lassen sich wesentlich scheller und einfacher erlernen als z.B. internistisches Hintergrundwissen.
Und da merkt man dann eben den internistischen Kollegen die zig Jahre Stationsarbeit, innerhalb derer man sich gründlich mit Diagnostik,Krankheitsbildern, Therapie usw. beschäftigt hat, deutlich an - das Defizit wird man als Anästhesist nur partiell aufholen können. Auch bei TTE, Abdomen-Sono sieht man deutliche Unterschiede.
Ist zumindest meine Erfahrung von zwei verschiedenen interdisziplinären Intensivstationen.
Die Frage ist halt ob einen das stört, ob man der Typ ist, der alles ganz genau wissen möchte, in welchem Kontext man Intensivmedizin betreibt, wo der Schwerpunkt der ITS ist usw. usf.
Hallo zusammen,
hat zufällig jemand von Euch noch ein Logbuch Anästhesie der LÄK Hessen nach der alten WBO und könnte mir dieses als Blanko-PDF zukommen lassen?
Beste Grüße
Kiddo
Edit: habe es online gefunden.
Guten Abend zusammen,
wie viele Tage im Monat verbringt Ihr im Schnitt so in der Prämedikationsambulanz?
Beste Grüße
Kiddo
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.