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MissGarfield83
19.01.2021, 16:32
Bei mir wäre es hauptsächlich die extrinsische Motivation mich etwas differenziert und strukturiert mit dem Thema auseinanderzusetzen - den monetären Benefit habe ich bisher noch nicht gesehen... auch wenn mein Chef das mit dem DESA wohl ganz toll findet und mich ermutigt den EDIC anzugehen.

anignu
19.01.2021, 23:50
Die gefäßchirurgischen Pat. zB werden grundsätzlich erst chirurgisch gesehen wenn die entsprechenden OÄ aus dem OP kommen und schlagen dann auch erst am späten Nachmittag in der Prämed auf.
LOL, ihr werdet doch diese ASA "1" Patienten wohl locker flockig in 3 Minuten durchnudeln. Wir stellen die Indikation, ihr sagt "ok, gewisses Risiko, gibt eh keine Optimierungsmöglichkeiten mehr, also auf geht's"... für sowas reicht der späte Nachmittag.
Mei und dann schreibt ihr halt das Standard-Programm für diese ASA "1" Patienten auf: noch "dringend kardiologisches Konsil incl. UKG mit der Frage nach präoperativer Optimierung", sowie ITN, ART, ZVK, ITS. Ist doch eh immer das Gleiche ;-)

PS: das fehlende Wort hier heißt Zynismus, nicht Sarkasmus.

papiertiger
20.01.2021, 09:01
Genau so läuft es, und das ist das Problem.. ;-)

LasseReinböng
21.01.2021, 11:28
Mehrere meiner Kollegen bewerten ihre Buchstabensuppe im Nachhinein als rausgeschmissenes Geld und vergeudete Lebenszeit ;-)
Das Fachwissen zu haben ist natürlich super, aber mir wäre aktuell auch das Geld zu schade. Bringt mir ja außer dem Wissen nix, mehr verdienen werde ich dadurch niemals. Dann lese ich die Literatur lieber ohne zusätzliche Kosten.

Hinzu kommt, daß das Fachwissen welches man sich für die Prüfungen aneignen muß ja auch nicht fix auf der geistigen Festplatte ist...und zumindest beim DESA so manche Details keine Relevanz für den klinischen Alltag haben und ergo schnell wieder vergessen sind. Tja... ;-)

PrinzessinAmygdala
24.02.2021, 16:55
Wie lange habt ihr eigentlich gebraucht bis ihr intubieren konntet?
Ich bin zur Zeit im PJ. Anfangs hatte ich keinen wirklichen Erfolg, dann nach einiger Zeit den Dreh raus und es hat funktioniert. Nur dann bin ich für 2 Monate auf die operative ITS rotiert, wo ich das natürlich nicht mehr gemacht habe und jetzt fange ich gefühlt wieder von vorne an.
An sich wollte ich in die Innere und Anä war Zweitwahl. Finde Anä aber jetzt doch ganz gut, hätte aber Sorge, dass ich doch auf die Dauer zu doof zum Intubieren bin. Ein gewisses Grundtalent muss ja schon da sein.

Moorhühnchen
24.02.2021, 17:24
Oh, das hat schon seine Zeit gedauert!
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, meine aber, dass es nach 6 Wochen Anästhesie in Vollzeit das erste Mal in Serie so richtig geklappt hat mit den Intubationen. :-)
Das wird also noch, davon würde ich die Fachwahl nicht abhängig machen!

Bille11
24.02.2021, 18:09
Kein Mensch ist zu doof zum intubieren. Man lernt es. Immer mit der Ruhe.

tragezwerg
24.02.2021, 18:59
Das dauert ein paar Monate bis man halbwegs sicher normale Cormack 1-2 intubieren kann. Das ist völlig normal.
So richtig sicher beim Intubieren (in dem Sinne, dass ich auch schwierigere Intubationen größtenteils selbst abarbeiten konnte) war ich erst nach mehreren hundert Intubationen.
Grundsätzlich ist Intubieren nicht so easy zu lernen, ist halt eine Tätigkeit, bei der die Hände unterschiedliche Sachen machen müssen (eine muss Kraft anwenden, die andere gleichzeitig feinmotorisch tätig sein), dosiert Kraft angewendet werden muss und man den Drang, den Hebelgesetzen zu folgen, aktiv unterdrücken muss ;-)
Das braucht einfach viel Übung. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Matzexc1
24.02.2021, 21:39
Eine Allgemeine Frage:

Wie laufen eure Narkosen aktuell?

Ich hatte gestern 2 und heute 2 die völlig Banane aufgewacht sind, ab morgen laufe ich mit Clonidin 1:10 aufgezogen herum

MissGarfield83
25.02.2021, 10:27
Letzte Woche hatte ich das Gefühl ne stärkere Lieferung Sufenta erwischt zu haben - hab nix anders gemacht als sonst, im Nachhinnein herausgefunden dass die beiden die länger brauchten ne Prämed hatten. Bin ich ja gar nicht mehr gewohnt...

Arrhythmie
25.02.2021, 11:30
Wie lange habt ihr eigentlich gebraucht bis ihr intubieren konntet?
Ich bin zur Zeit im PJ. Anfangs hatte ich keinen wirklichen Erfolg, dann nach einiger Zeit den Dreh raus und es hat funktioniert. Nur dann bin ich für 2 Monate auf die operative ITS rotiert, wo ich das natürlich nicht mehr gemacht habe und jetzt fange ich gefühlt wieder von vorne an.
An sich wollte ich in die Innere und Anä war Zweitwahl. Finde Anä aber jetzt doch ganz gut, hätte aber Sorge, dass ich doch auf die Dauer zu doof zum Intubieren bin. Ein gewisses Grundtalent muss ja schon da sein.

Ich hab ja auch Anästhesie gemacht im PJ und ich hab das Gefühl einfache Patienten intubieren zu können nach ca. 60 Intubationen gehabt. (Ich hab mir meine Zahlen aufgeschrieben um evtl einen Fortschritt zu sehen....)
Anfangs dachte ich, ich bekomme es nie hin, dann ging es plötzlich mal für 2 Wochen (Anfängerglück), dann musste ich zur Endokrinen Chirurgie (Schilddrüse) und hab den Tubus wieder nicht reinbekommen weil es ein anderer war, fing quasi wieder bei Null an (dachte zwischenzeitlich ich bin wirklich zu dumm dazu, hab einmal fast geheult auf dem Nachhauseweg, weil es mich so geärgert hat), und dann hatte ich so ein Aha-Erlebnis: Ein HNO Facharzt (der jetzt FA Anä machte) schaute bei mir zu und gab mir Tipps was ich verbessern kann. Ab dem Zeitpunkt lief es gut bis zum Ende des PJ und ich konnte die einfachen Patienten intubieren.


PS: Ich bin Linkshänderin und hatte mit dem Laryngoskop weniger Probleme, da ich da meine "starke" Hand verwenden konnte. Mit rechts dann den Tubus reinzufummeln war dann manchmal eher das Problem, vor allem das Laryngoskop nicht mehr zu verändern wenn man dann in der rechten Hand den Tubus hat.

nie
25.02.2021, 12:33
Man muss das halt wirklich konsequent üben, üben, üben.
Ich habe in meinem Studium sehr viel Anästhesie gemacht (mehrere Famulaturen, klinisches Wahlfach, Blockpraktikum, PJ) und hatte zum Endes des PJ schon das Gefühl, dass ich einfache Patienten sicher intubieren kann und auch schon die ein oder andere komplexe Intubation geschafft. Dann hatte ich fast 18 Monate kein Laryngoskop in der Hand und als ich das erste Mal in der ZNA intubieren musste, hab ich mich wieder angestellt wie der erste Mensch.

Ich würde im PJ nicht zu viele Ansprüche an mich selbst stellen und mich lieber über jede gelungene Intubation freuen statt an denen rumzuhadern, die nicht klappen.

PrinzessinAmygdala
25.02.2021, 15:40
Danke für eure Antworten. War heute im HNO-OP und siehe da, 4 Intubationen hintereinander keine Probleme gehabt. Es ist manchmal wie verhext. Aber das hat mich wieder voll motiviert.

Arrhythmie
25.02.2021, 18:05
Danke für eure Antworten. War heute im HNO-OP und siehe da, 4 Intubationen hintereinander keine Probleme gehabt. Es ist manchmal wie verhext. Aber das hat mich wieder voll motiviert.

Super, dann wird es doch. Ist wirklich nur Übungssache.

Ich hatte ja wie gesagt meine Zahlen aufgeschrieben und als ich dann die erste "Serie" mit 25 Intubationen ungefähr nacheinander direkt geschafft hatte, war ich so happy. Das gibt einem einfach Auftrieb. Von da an hat es dann geklappt. (Bei einfachen Patienten). Aber ich hatte auch schon vorher Famulatur/Blockpraktikum/Kinderanästhesie-Famulatur gemacht. Und bis auf bei den kleinen Kindern hab ich auch immer wieder damals was unter Aufsicht machen dürfen, insofern kam ich mit ein wenig Übung schon an (im PJ) - und Du siehst ja, hat trotzdem Anfangs sehr stark gehakt....

Bille11
25.02.2021, 18:15
Ich hatte damals einfch unglaublich viel Glück.. in der ersten Woche waren die beiden Kollegen, die mich eingearbeitet haben, total verwundert, dass ich immer drin war.. dann im ersten Monat immer noch. Irgendwann hatte ich ne Phase, wo ich mal einen versemmelt habe, aber das war dann auch Cormack III aufwärts & irgendwie hatte sich mir nie die Frage gestellt. Ich kam aus der Chirurgie, hatte den Plan, wie so ein Larynx aussieht, wo der Tubus reinsoll, wie man das Ding aufhebelt und hatte nur im ersten halben Jahr ständig Muskelkater links. Danach nicht mehr. Nicht mal bei Kindern hat es mich grossartig gestresst. (Ich habe auch nur 1 Kind nicht intubiert bekommen, und das war dann ein Frühchen in der 26. Woche + 2 Wochen Lebenszeit, (der erfahrene OA auch nicht, wir haben dann eine LM irgendwann dicht einlegen können) das hat sehr an mir genagt..)
Später - bei flächendeckender Einführung des CMac und Konsorten hatte ich auch am Anfang alles ziemlich easy, dann aber eine Phase, wo ich mit dem CMac nix getroffen hätte, nach einem ‚normalen Laryngoskop‘ gebeten, Tubus rein, gut ist. Und Plan B, C, D (Cook-Stab gut vorbiegen, langer Eschmann-Stab als sinnvolle Möglichkeit, LM erwägen und auch nutzen - und vor allem: jemanden anderes hinzuholen, diese/n versuchen lassen, unabhängig der Hierarchie) wurde uns von Anfang an als gute Option und Lebensweisheit eingebläut.. mittlerweile mag ich das CMac wieder, bin froh, dass es ‚alles‘ gibt,

Arrhythmie
25.02.2021, 18:18
und vor allem: jemanden anderes hinzuholen, diese/n versuchen lassen, unabhängig der Hierarchie) wurde uns von Anfang an als gute Option und Lebensweisheit eingebläut..

Ja, das finde ich auch super.

Ich hab damals im PJ dann diesen HNO`ler angesprochen (weil der konnte einfach ALLES intubieren und hat allen Anfängern und auch Erfahreneren immer Tipps gegeben) und ihn gebeten bei mir mal zuzusehen und mir zu sagen was ich verändern kann.
Das war soooo gut im Nachhinein, ich hab sehr von ihm profitiert.

Gersig
05.03.2021, 13:36
Ich habe die Möglichkeit, mich mit einem AOZ in die Niederlassung zu verabschieden, inkl. Übernahme des Kassensitzes. Ist von euch schon jemand diesen Weg gegangen oder sich näher damit auseinandergesetzt?

h3nni
17.03.2021, 20:16
Hallo zusammen.
Ich lerne gerade Pharma und dabei auch Inhalationsanästhetika.
Lachgas hat ja einen MAC(50) von über 100. Wie kommt man überhaupt auf diesen Wert? Nimmt man den MAC25 und extrapoliert das dann?
Was bringt Lachgas mono (Zahnärzte machen das glaube ich manchmal), wenn man keine anderen zentralen Analgetika gibt, sondern nur Lokale?

Shizr
17.03.2021, 20:35
Lachgas hat ja einen MAC(50) von über 100. Wie kommt man überhaupt auf diesen Wert? Nimmt man den MAC25 und extrapoliert das dann?
Ich denke schon, dass da irgendwas extrapoliert wurde. Letztendlich ist praxisrelevant ja nur, dass Lachgas-Monoanästhesien nicht möglich sind.


Was bringt Lachgas mono (Zahnärzte machen das glaube ich manchmal), wenn man keine anderen zentralen Analgetika gibt, sondern nur Lokale?
Lokalanästhesie für die Schmerzausschaltung, Lachgas mono (z.B. 50 % O2, 50 % N2O) bewirkt halt schon eine gewisse Sedierung.

Ist ja mancherorts auch in der Geburtshilfe beliebt.


Über die erhebliche Arbeitsplatzbelastung sieht man einfach großzügig hinweg.

Mano
17.03.2021, 22:00
Hyperbare Lachgas-Narkose ;-)
Aber ja, denke auch das der Wert extrapoliert wurde oder aus Tiermodelle o.ä. abgeleitet wurde.