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freak1
07.08.2022, 16:09
Da spricht der Interventionalist der die Punktions-Komplikationen später nicht beheben muss... oder schon behebt: mittels Viabahn in Cross-Over-Technik oder bei Dissektion mittels selbstexpandierbarem Stent in der AFC. :-party

Ich kenne jetzt keine genauen Statistiken, aber das Dissektionsrisiko bei der normalen AFC-Schleuse ist doch nicht sonderlich hoch. Wenn die Arterie zu tasten ist und man unter dem Leistenband ist, ist man mit einem Stich meistens direkt drin. Was bringt mir Sono da für eine Zusatzinfo? Totale Gefäßwracks, sehr kleine Kinder oder radiale/brachiale Zugänge machen wir auch mit Sono, aber die Standard Schleuse in der AFC beim normalen Patienten?

Schubbe
07.08.2022, 19:05
Die Komplikationsrate ist gering (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7141204/). Aber wieso eingehen? :-)

Kiddo
07.08.2022, 19:32
Also ich hab anfangs oft eine Kombination aus beidem gemacht (intuitiv), und es war echt schwergängig; meine OA hat mich dann darauf aufmerksam gemacht dass man entweder die Nadel minimal vorschieben und dann jeweils Druck ausüben muss (je nach Pat. kann man die Nadel schon 4-6 vorschieben, und dann eben in ganz kleinen Schritten), oder permanent Stempeldruck und die Nadel langsam vorschieben, allerdings auch nur so viel Druck wie man eben eine Resistance hat, wenn du zu viel NaCl verlierst "on the way" kannst du es mit etwas weniger Stempeldruck probieren, den loss wirst du so oder so bemerken
und sonst: genug nacl :)

Ich danke euch für eure Tipps!

Ich würde Sonographie gerne richtig lernen, nicht nur zur Intervention, sondern auch zur Diagnostik. In meiner aktuellen Klinik ist das kein großes Thema in der Weiterbildung. Leider.

freak1
07.08.2022, 19:41
Es kostet zusätzliche Zeit das Sono hochzufahren, steril einzupacken usw. Ob diese zusätzliche Zeit in den Studien berücksichtigt wurde? Auch sind venöse Fehlpunktionsraten von über 30 % und first-success raten von deutlich unter 50% für die meisten dieser Studien interessant, denn das spiegelt zumindest meine persönliche Erfahrung mit erfahrenen Interventionalisten bei uns in keiner Weise wider.

Schubbe
07.08.2022, 19:56
Bei uns in der DSA ist das immer automatisch hochgefahren und mit am Tisch, insbesondere wenn du eine Intervention nach der anderen abarbeitest. Daher ist das ja kaum mehr Aufwand als Tüte drüber und kurz anlegen und punktieren. Die Success-Rate ist halt so eine Sache wie definiert. Ich hab das Paper jetzt aber auch nur überflogen. Wenn bereits das erste Korrigieren der Nadel als Fehlversuch zählt, sind die Zahlen gar nicht so unrealistisch.

nie
07.08.2022, 20:28
Das ist sich wirklich kein Argument. Das Sono kann hochfahren während der Tisch gedeckt wird. Dafür ist schließlich auch Zeit. Und die Tüte über den Schallkopf ziehen dauert vielleicht 5 Sekunden. Selbst bei den instabilsten ITS oder Schockraumpatienten ist dafür Zeit.

freak1
07.08.2022, 20:39
Wie auch immer, bei uns wird es für die normale femorale Schleuse in der (Neuro-)Radiologie nicht genutzt, weil einfach nicht nötig. Kinder, Gefäßwracks und alles außer femoral, ja. Aber ist vermutlich - wie vieles - abteilungsabhängig.

anignu
07.08.2022, 22:11
Ich kenne jetzt keine genauen Statistiken, aber das Dissektionsrisiko bei der normalen AFC-Schleuse ist doch nicht sonderlich hoch.
Ist auch nicht hoch. Aber sämtliche größeren Komplikationen die ich erlebt hab sind ausschließlich bei Punktionen ohne Sono passiert.

aber die Standard Schleuse in der AFC beim normalen Patienten?
Bezüglich der AFC weißt du erst dann dass es eine "Standard AFC" ist, wenn du vorher ein Sono draufgehalten hast. Ansonsten ist alles Spekulation. Und nicht jeder "Standard Patient" hat eine "Standard AFC". Oder wie alt sind deine Patienten so im Schnitt?

Es kostet zusätzliche Zeit das Sono hochzufahren, steril einzupacken usw. Ob diese zusätzliche Zeit in den Studien berücksichtigt wurde?
Zeit? Ist das ernsthaft dein Argument? Ich sag nur: Arbeitsabläufe!

Wie auch immer, bei uns wird es für die normale femorale Schleuse in der (Neuro-)Radiologie nicht genutzt, weil einfach nicht nötig.
Der erste Teil des Satzes mag korrekt sein, der zweite Teil ist falsch. Es wäre nötig wird aber nicht gemacht weil ihr glaubt dass es nicht nötig wäre.

Diese Diskussionen werden am Liebsten mit Radiologen geführt. Diese Fachdisziplin, die mal glaubte die Bildgebung für sich gepachtet zu haben, sträubt sich mit Händen und Füßen gegen die Sonographie. Während die Sonographie bei Anästhesisten, Internisten und Chirurgen massiv Einzug hält und immer stärker propagiert und gefördert wird, verweigert sich die Radiologie der Sonographie. Die Weigerung zur sonographisch gesteuerten Punktion kenn ich nur von Radiologen, in sämtlichen Häusern in denen ich war hatten die Radiologen mit Abstand die schlechtesten Ultraschallgeräte und haben sie mit Abstand am wenigsten genutzt. Selbst schuld sag ich bloß. Aber nachdem sich die Radiologen sicher sind dass CT und MRT auch in Zukunft gebraucht werden kann man das gesamte Feld der Sonographie ja auch abgeben bzw. aufgeben.

D.Hollywood
08.08.2022, 07:03
Das ist sich wirklich kein Argument. Das Sono kann hochfahren während der Tisch gedeckt wird. Dafür ist schließlich auch Zeit. Und die Tüte über den Schallkopf ziehen dauert vielleicht 5 Sekunden. Selbst bei den instabilsten ITS oder Schockraumpatienten ist dafür Zeit.

Ich dachte eigentlich auch Sono sollte heute eher Standard sein und nur die alten Hasen verzichten gelegentlich darauf. Aber womöglich war meine Zeit in der Anästhesie zu kurz.
Vielleicht können einige aber auch einfach nicht mit dem Gerät umgehen oder wissen nicht, was sie schallen. War einmal mir der Funkitonsoberärztin beim ZVK stechen die hat dann nach einigen Minuten einen Kollegen gerufen, weil sie nicht weiter wusste, was sie sieht. Fing aber auch schon beim Gerät an und ging dann weiter über das richtige Einsetzen und Platzieren des Schallkopfes über die Zuordnung der Strukturen. Sie habe sonst ihre ZVK ohne Sono gemacht. ZVK waren in dem Haus kein täglich Brot. Fand’s befremdlich.

LasseReinböng
14.08.2022, 16:32
Also ich hab anfangs oft eine Kombination aus beidem gemacht (intuitiv), und es war echt schwergängig; meine OA hat mich dann darauf aufmerksam gemacht dass man entweder die Nadel minimal vorschieben und dann jeweils Druck ausüben muss (je nach Pat. kann man die Nadel schon 4-6 vorschieben, und dann eben in ganz kleinen Schritten), oder permanent Stempeldruck und die Nadel langsam vorschieben, allerdings auch nur so viel Druck wie man eben eine Resistance hat, wenn du zu viel NaCl verlierst "on the way" kannst du es mit etwas weniger Stempeldruck probieren, den loss wirst du so oder so bemerken
und sonst: genug nacl :)

Ich habe anfangs bei PDK-Anlagen Blut und Wasser unter meinem sterilen Kittel geschwitzt je tiefer die Touhy-Nadel im Patienten verschwand und immer noch kein eindeutiger LOR kam... besonders wenn man gewebebedingt viel NaCl unterwegs verliert und man den Stempeldruck reduziert fragt man sich natürlich ob man den LOR dann wirklich noch so eindeutig merkt.

Einige OÄ haben unter solchen Bedingungen auch schon mal die PDK-Anlage abgebrochen anstatt mutig immer weiter vorzuschieben. Die Sache mit dem stückweise Vorschieben bzw. der intermittierenden Stempeldruckapplikation ist angesichts der Weite des Periduralraums von 3-5 mm thorakal schon so eine Sache...auch die Technik mit dem hängenden Tropfen empfinde ich als eine ziemlich heiße Kiste.

Kann sein daß mir die langjährige Erfahrung mit PDKs fehlt...PDKs waren bei uns eigentlich vor dem 5. WBJ tabu....vor dem Hintergrund des Sicherheitsaufwandes der in Anästhesie aber sonst so getrieben wird - siehe die Diskussion um die sonogestützte ZVK-Anlage - habe ich manchmal schon Bauchschmerzen bei manchen PDK-Anlagen. Interessanterweise gibt es auch Abteilungen in denen grundsätzlich keine thorakalen PDKs mehr gelegt werden.

Vincenco
14.08.2022, 16:43
So FA Prüfung hinter mir. War wirklich eher ein nettes Gespräch, absolut keine malignen Spitzfindigkeiten. Eher ein: "Und wie machen sie es so bei sich in der Klinik?". Halbe Stunde ging sehr schnell rum :-dance

Philip_MHH
15.08.2022, 05:21
Glückwunsch. So hab ich das auch erlebt. Was für eine Erleichterung, wenn man die Pappe dann in der Hand hat ;)

Krone der Erschöpfun
15.08.2022, 09:10
Glückwunsch Vincenco
Ich habe Frage zur Bewerbung in der Anästhesie.
Ich habe bereits 2 Jahren in der Chirurg gearbeitet und würde gerne die Fachrichtung wechseln und in der Anästhesie einsteigen. Aktuell bietet sich eine ganz gute Stelle mit Rotation nach 1, 5 Jahre auf der Intensiv. Man fängt auch die ersten 3 Monaten an nur zugucken, hat einen OÄ als Mentor. Externe Fortbildungen würden finanziert. In den ersten 2 Jahren soll und kann den Notarztschein mit den entsprechenden Kurs gemacht werden. Jährlich Mitarbeitergespräch, Sono Kurse, Simulation Kurse, Das Logbuch wird nach dem von der ÄK WBO ausgefüllt und alles behandelt an Themen, die im WBO erwähnt werden. Also an sich viel gutes drine in der Stellen Beschreibung.

Nun zu meiner Fragen: Ich habe ja bereits 2 Jahren gearbeitet, kann sein, dass ich direkt ab Weiterbikfubgshahr 2 anfangen.
Was meint ihr dazu, halten sich wirklich die Chef, OÄ an den Plan, was in der Stellen Beschreibung stand oder machen die nur Werbung

agouti_lilac
15.08.2022, 10:08
So FA Prüfung hinter mir. War wirklich eher ein nettes Gespräch, absolut keine malignen Spitzfindigkeiten. Eher ein: "Und wie machen sie es so bei sich in der Klinik?". Halbe Stunde ging sehr schnell rum :-dance

Herzlichen Glückwunsch!!!!!! :-dance

Ich habe auch bald meinen Termin, so ganz langsam werde ich zu einem nervösen Wrack.

agouti_lilac
15.08.2022, 10:13
Was meint ihr dazu, halten sich wirklich die Chef, OÄ an den Plan, was in der Stellen Beschreibung stand oder machen die nur Werbung

Das können wir ja nicht wissen. :-nix
Hast du die Möglichkeiten mit Assistenten dort zu sprechen?

Ich habe ein Mal eine Stellenanzeige meiner alten Klinik im DÄB gesehen, da dachte ich auch "Muhuhuaaaaa... jaaaaa genau!!"
Ja, an meiner Klinik machen wir viel. Aber kommt mal als Assi in die Herz-Thorax-Chirurgie? (Nö.) An den Kindertisch? (Kinder-Eingriffe laut WBO sammelt man in der HNO und im Dienst. Habe 1x im PJ (!) Anlage eines Sakralblockes gesehen). Auf den Hubschrauber? (haha, elitärer Zirkel). ... Aber schön Werbung mit Dingen gemacht, die man vielleicht... eventuell... also möglicherweise... als FA mal machen kann.

tragezwerg
15.08.2022, 13:07
Wenn alle die Wahrheit in ihre Stellenanzeigen schreiben würden, würde sich gar keiner mehr bewerben. "Unsere Rotation funktioniert nicht und die meisten Oberärzte (m/w/d) sind Idioten" kommt halt nicht so positiv rüber :D

Matzexc1
15.08.2022, 13:42
Wenn alle die Wahrheit in ihre Stellenanzeigen schreiben würden, würde sich gar keiner mehr bewerben. "Unsere Rotation funktioniert nicht und die meisten Oberärzte (m/w/d) sind Idioten" kommt halt nicht so positiv rüber :D

:-D

Genau, oder "Unser Assitentensprecher fragt sie nach ihren Einzelnoten und stellt in Frage ob sie mit Mitte 30 überhaupt noch in der Lage sind sich eine Karriere aufzubauen"

nie
15.08.2022, 18:44
Hab mich auch letzten köstlich über die Stellenanzeige einer mir bekannten Abteilung amüsiert… ist schon witzig, was man da angeblich alles bekommt und machen darf….



Aber auf 3 Monate nur zugucken und dem Oberarzt hinterherlaufen hätte ich jetzt aber auch kein Bock. Aber solche Einarbeitungskonzepte reichen auch immer nur bis der erste Kollege krank wird oder wieder Urlaubszeit ist.

McDreamy
18.08.2022, 13:21
Ich hab 2 Stellenwechsel hinter mir. Jedes mal musste ich mir den Bauch halten vor Lachen, als ich die Stellenanzeigen von meinen alten Arbeitgebern gelesen hab. Nur so ein Erlebnis: Ich wollte mal einer multimorbiden Omi für ein CTS einen Ax Plex. machen, daraufhin bin ich vom Chef (kurz vor der Pension, mag keine Regionalen) eine halbe Stunde lang zur Sau gemacht worden (mit Argumenten wie: dauert zu lang, keine personellen Ressourcen, überhaupt bullshit...). Hab dort relativ schnell wieder gekündigt. In der Stellenanzeige las ich (wie auch in jener, auf die ich damals reingefallen war: "hoher Anteil an Regionalanästhesien")... die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Da könnten wir einen Eigenen Dauer-Thread öffnen - "Lügen in der Stellenbeschreibung"

"Einarbeitungskonzepte" hab ich in der Realität überhaupt noch nie gesehen ( ok, hab aber auch nicht in der Schublade vom Chef nachgesehen)

Whatisgoingon
19.08.2022, 21:55
Hallo, liebe Kollegen und Kolleginnen!
Ich bin seit dem 1.1.2021 in der Anästhesie, und es ist meine erste Anä-Stelle. Ich frage mich nur wann es richtig ist, die Intensivrotation zu machen. Gibt es da eine Regel oder ist die Entscheidung eher mit mehreren Faktoren verbunden? Was mir noch Sorgen macht, ist die Tatsache, dass eine Kollegin, die einpaar Monate später angefangen hat, wahrscheinlich früher da anfängt. Kann das eine Folge davon sein, dass die zuständigen Oberärzte eher der Meinung sein könnten, dass ich noch Verbesserungsbedarf in der Anästhesie habe?

Danke und LG,