Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was macht die Krankenpflege-Ausbildung?
//stefan
15.05.2009, 18:14
Wenn die nächsten 8 Wochen auch so werden, bin ich reif für die Insel... [/SIZE]
Alter, wie lange dauert bitte der Einsatz? Ist ja der Horror!!!! :-((
Hatte gestern die praktische freiwillige Begleitung. Hab einen Schwerstpflegefall versorgt, dazu noch einen zweiten, der nur ein wenig Hilfe beim waschen brauchte. Dazu Krankenbeobachtung beim ersten Fall (sehr intensiv, da präfinal bei akutem Nierenversagen). Der arme Kerl hatte schon Lidödeme, Ödeme im Genitalbereich und einen Foetor urämicus. Dazu Blutet er aus der Harnröhre wegen dem DK, die massive Aszites bereitete ihm Schmerzen und Atemprobleme. 500 mg Forosemid im Perfusor über zwei Stunden regte die Nieren nochmal dazu an, 40 ml Urin zu produzieren... Blutdrücke um die 60 syst. aber noch wach, orienteiert und kommunikativ.
Habe versucht die Lebensqualität noch etwas zu verbessern, was mir auch gelang. Leider verstarb er dann 12 Studnen später... :-heul
Für ihn war es, wie er selber sagte, eine Erlösung........
Alter, wie lange dauert bitte der Einsatz? Ist ja der Horror!!!! :-((
Insgesamt 14 laaaaange Wochen -> Lerneffekt = 0... :-keks
Der einzige Vorteil ist die Arbeitszeitenregelung: Ich soll ja eigentlich meine vollen 38,5 Stunden pro Woche arbeiten, aber da der Pflegedienst momentan nicht sehr ausgelastet ist, sind es nur knapp 30 (mir werden trotzdem die vollen Stunden angerechnet). Man hat also viel mehr Freizeit als sonst. Die brauche ich aber auch zum psychischen Ausgleich...
Habe versucht die Lebensqualität noch etwas zu verbessern, was mir auch gelang. Leider verstarb er dann 12 Studnen später... :-heul
Für ihn war es, wie er selber sagte, eine Erlösung........
Oje, der Arme... Wie alt war er denn?
//stefan
16.05.2009, 09:28
74 Jahre
VE: KHK + Herznsuff NYHA III; Z.n. Hinterwandinfarkt + 4-fach ACVB; hypertensives Nierenversagen :-nix
Warum ein Hospiz nicht disskutiert wurde, ist mir schleierhaft, fällt aber leider nicht in meinen Verantwortungsbereich...
Warum ein Hospiz nicht disskutiert wurde, ist mir schleierhaft, fällt aber leider nicht in meinen Verantwortungsbereich...
Ja, das muss man sich leider öfter fragen...
Wir hatten mal einen ca. 85jährigen multimorbiden Patienten, der im Sterben lag. Da er aber plötzlich anfing zu krampfen, wurde noch ein CT gemacht, der Schädel geröngt, er wurde in diesem Zustand mehrmals quer durch das Krankenhaus gekarrt, diverse Ärzte haben ihn noch begutachtet... und 5 Stunden später war er tot. War diese ganze Prozedur denn noch nötig? :-nix
Hier im Norden gibt es aber auch kaum Hospize.
//stefan
16.05.2009, 12:56
Hospize sind bei uns auch nicht grade großzügig gesät. Ich denke aber, dass sich das durch den demographischen Wandel in den nächsten Jahren ändern wird.
Den Krampfanfall muss man natürlich behandeln. Und ein CT um Ursachenforschung zu betreiben ist ja keine große Sache (wobei mir nicht klar ist, warum man dann nochmal ein Schädel-Rö braucht?!). Aber ich stimme dir zu, es gibt oft unsinnige Anordnungen, da leider grade junge Assistenzärzte oft mit solchen Situationen überfordert sind und die Grenzen der Medizin nicht wahrhaben wollen.
Ich habe es vorhin gewagt, meine PDL zu fragen, ob ich evtl. Mittwoch Nachmittag frei haben könnte, dann könnte ich zu einem Verdi-Treffen gehen... Hätte ich das man bloß nicht gemacht... :-oopss
Eigentlich wollte ich mich heute mit diversen Pflegetheorien auseinandersetzen, aber irgendwie fehlt die Motivation. Das ist soooooo staubtrocken!
Also so eine S*****e wie heute habe ich echt noch nie erlebt...
Lernen = 0 und ansonsten nur dämliches Bringe und Holen, Machen, Tun von A nach B...
Also so eine S*****e wie heute habe ich echt noch nie erlebt...
Lernen = 0 und ansonsten nur dämliches Bringe und Holen, Machen, Tun von A nach B...
Auf was für einer Station bist du denn?
Sternenprinzessin
16.05.2009, 15:03
Was hat deine PDL denn dazu gesagt, dass du zur Gewerkschaftsversammlung willst?
Ich bin vom Sterben wieder da und muss sagen, dass es toll war. :-love
//stefan
16.05.2009, 15:17
Also so eine S*****e wie heute habe ich echt noch nie erlebt...
Lernen = 0 und ansonsten nur dämliches Bringe und Holen, Machen, Tun von A nach B...
Das wird nicht der letzte Tag sein, an dem das so läuft... :-keks
Dann habe ich ehrlich gesagt keine Lust mir das weiter anzutun. Zumal mich bspw. so Kleinsch*** wie "Möchten Sie noch n Kaffee?" und Teewasser nicht wirklich interessiert und ich da absolut keinen Bezug zu irgendwas Medizinischem sehe.
Sternenprinzessin
16.05.2009, 16:14
Hast du denn eine Alternative, Nils? Weil auch wenn du keinen Bezug zu was Medizinischem siehst, ist etwas Unmedizinisches doch immer noch besser als zuhause rumzusitzen, oder?
Nein, das ist es ja leider. Ob ein 400€-Job die nächsten 2-3 Jahre bis zum Studium Sinn macht, weiß ich da nicht.
Was hat deine PDL denn dazu gesagt, dass du zur Gewerkschaftsversammlung willst?
Es war ihr eigentlich egal, WO ich hinwollte, sie fand es aber ziemlich anmaßend, wie ich als störende und immer nur Arbeit machende Schülerin (das hat sie nicht wortwörtlich gesagt, aber so kam es rüber ;-) ) um einen Nachmittag frei bitten konnte.
Ich bin vom Sterben wieder da und muss sagen, dass es toll war. :-love
Ähm..ja.. :-D
Dann habe ich ehrlich gesagt keine Lust mir das weiter anzutun. Zumal mich bspw. so Kleinsch*** wie "Möchten Sie noch n Kaffee?" und Teewasser nicht wirklich interessiert und ich da absolut keinen Bezug zu irgendwas Medizinischem sehe.
In welchem Lehrjahr bist du denn? Gab es bis jetzt gar nichts, was dir Spaß gemacht hat in der Ausbildung?
1. Jahr. Anatomie und Physiologie in der Schule fand/ finde ich sehr interessant. Aber auf Station so ziemlich gar nix..
Das Beste ist ja, dass ich extra die Ausbildung gewechselt habe, weil ich mal n Praktikum auf ner Station gemacht habe und mir das ziemllich gut gefallen hat. Der momentane Einsatz ist einfach nur ein einziger Krampf. Und, dass ich jetzt 12 Tage durcharbeiten muss, macht's nicht besser.
gleich nachtdienst in der ambulanz... und direkt nebenan rocken metallica die kö-pi arena :-))
Hey Nils, Kopf hoch. Der Unterkurs ist so, da muss man durch. Später bekommt man mehr zugetraut, versorgt einen eigenen Bereich und kann auch mehr spezielle Pflege/Behandlungspflege machen. Diese Putzerei und das bedienen von Patienten wird dich noch bis zum Ende begleiten, aber nachher nimmt der Anteil dieser Tätigkeiten an deiner Arbeit ab. Gehört irgendwie dazu...
Ich kann Strodti nur zustimmen. Als Unterkusschüler ist man oftmals nur "besserer Praktikant". Da sind Betten tauschen und beziehen, Toilettenstühle schrubben, essen austeilen etc. oft der einzige Inhalt einer Arbeitsschicht. Es ist nur wichtig, dass man irgendwann Grenzen setzt, du bist KEINE billige Putzkraft!
Aber es wird wirklich besser! Ich bin zwar auch erst Anfang des Mittelkurses, aber nach und nach „erkämpft“ man sich mehr Dinge, die man machen darf. Natürlich steht man immer unter der Fuchtel der verantwortlichen Pflegenden, aber je weiter man in der Ausbildung vorrückt, desto mehr wird einem zugetraut (meistens zumindest). Und wenn man dann Patienten mehr oder weniger alleine versorgen darf, ist es schon was ganz anderes, dann macht es auch Spaß! Und man kann wirklich viel lernen, man muss immer penetrant nachfragen, auch bei den Ärzten! Man merkt schnell, welche gerne mal Dinge erklären, ich durfte z.B. bei einer Sectio und einer Knochenbiopsie zuschauen, Redons ziehen, beim Legen eines ZVKs assistieren... Das ist zwar alles für sich genommen nur „Kleinkram“, werten den Stationsalltag aber doch um einiges auf! Ich schnappe mir auch liebend gerne die FSJler/Zivis/Unterkursschüler und zeige und erkläre ihnen alle möglichen Dinge!
Blöde Stationen/Einrichtungen gibt es immer (da kann ich gerade ein Lied davon singen...). Da muss man sich durchbeißen. Nach ellenlangen12-Tage-und-mehr-Arbeitsmarathons gönne ich mir oft etwas, z.B. neulich zwei (eigentlich viel zu teure) Bücher oder auch nur einen schönen Tag am Strand.
Und auch wenn das jetzt blöd klingt: Mir persönlich hilft es durch Motivationstiefs, wenn ich daran denke, dass meine berufliche Zukunft nicht von dieser Berufsausbildung abhängt. Und auch der Gedanke, dass man immer nur auf absehbare Zeit in bestimmten Bereichen arbeitet, hilft mir weiter, dann ist schon ein Lichtstreifen am Horizont erkennbar...
Es gibt wirklich tolle Einsätze, meiner auf der Inneren mit Schwerpunkt Kardiologie war so einer! :-love Super Team - Pflegende nett, Ärzte nett, Stationssekretärin nett, humane Schichtenregelung, interessante Krankheitsbilder, Monitorüberwachung usw. Leider gibt es die Station jetzt nicht mehr, aber ich denke immer gerne daran zurück. Das passiert dir mit Sicherheit auch noch!
Du schreibst ja, dass dir die Arbeit auch mal gefallen hat, das wird auch bestimmt wieder so kommen, also Kopf hoch! :-top
eben, das wird schon. je mehr wissen du im laufe der zeit erwirbst und je mehr praktische anleitung du erfährst, desto mehr darfst du machen. du musst deine ausbildung teilweise nur hartnäckig einfordern - aber das ist dein gutes recht bzw. ein stück weit auch deine pflicht.
zeig trotz der beschissenen aufgabenverteilung interesse, stell viele fragen und hefte dich in ner ruhigen minute ruhig auch mal an die fersen der ärzte. bei uns im haus gibts sehr viele - vor allem die jüngeren assis - von denen man ne menge mitnehmen kann. und wenn die sehen, dass du was drauf hast, werden sie dich auch mal von sich aus ansprechen. bin zb. schon öfter von nem doc aus der pflege geholt worden, weil er mir irgendwas interessantes zeigen wollte oder so, also es lohnt sich echt... auch im hinblick auf op-begleitungen etc. ;)
und später im mk/ok wirst du ohnehin für deine eigene pat-gruppe komplett verantwortlich sein von der aufnahme bis hin zur verlegung/entlassung, visitenbegleitung bzw. ausarbeitung, das ganze spektrum an behandlungspflege, medikamente stellen und eben allem, was sonst noch so dazu gehört.
Raffael86
17.05.2009, 13:12
Um nochmal die die Tövd Geschichte aufzugreifen,
wieviel verdiene ich nun als Examinierter an einer Uniklinik wenn ich direkt nach dem Examen auf Intensiv gehe ??Angeblich Entgeldgruppe 8 hat einer hier geschrieben.
Meine Frage ist nun, was kommt dann da noch drauf ??? Schichtzulage ??oder ist die damit schon drinne ??Intensivzuschlag ??oder auch schon drinne ??
Ist es nicht so, dass man in der Anästhesie solange man keine Bereitschaftsdienste macht auch keine Schichtzulage erhält und Nachtdienst ja auch nicht ??
Also kann mich vll. mal jemand auf den neuesten Stand bringen.
Blicke nicht so ganz was ich verdienen würde =((
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