Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was macht die Krankenpflege-Ausbildung?
Also natürlich ist es eine wichtige Aufgabe der Pflege :-) Genauso wie wie Dokumentation, Vitalzeichenkontrolle oder das Auffüllen des Verbandwagens.
Aber der Kern professioneller Krankenpflege ist die Unterstützung von Patienten in den Bereichen des täglichen Lebens, in denen sie erkrankungsbedingt Defizite haben. Wenn hier ein Pflegewissenschaftler anwesend ist, könnte der das über mehrere Seiten und unter zuhilfenahme von Pflegetheorien noch komplizierter erklären :-)
Als Krankenschwester bleibt letztenendes alles deine Aufgabe, was sonst keiner auf Station macht, oder was die Pflegedienstleitung als deine Aufgabe definiert. Das kann so ziemlich alles sein! Viele Tätigkeiten eines Krankenpflegers sind z.B. auch ärztliche Tätigkeiten, die an Pflegende delegiert werden können. Das sind Verbandwechsel, Blutentnahmen, Katheterismus etc. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten werden auch oft vom Pflegepersonal durchgeführt.
Absolute Arrhythmie
10.11.2010, 11:18
Ich oute mich einfach mal;): Was genau sind denn die Aufgaben der Pfleger?
Ich habe es natürlich schon paar mal versucht übers Internet rauszufinden, aber meistens stehen da nur ein paar Floskeln..
Genau genommen ist es die Kernaufgabe der Pflege den Pflegebedarf eines Patienten zu erheben, eine Pflegeplanung mit Zielen und Maßnahmen zu erstellen, den Patienten bei den Aktivitäten des Täglichen Lebens zu unterstützen, seine Ressourcen zu fördern und den Erfolg der Pflege zu evaluieren und die Pflegeplanung gegebenfalls anzupassen.
In diesen ganzen Bereich fällt natürlich auch Waschen, Essen anreichen, Schutzhose wechseln, Tabletten und Infusionen stellen und verabreichen, teilweise Blutabnahme, Verbandswechsel. Aber auch Prophylaxen (Dekubitus, Pneumonie, Kontrakturen, usw) und die psychosoziale Betreuung des Patienten und seine Angehörigen gehören dazu.
Also eigentlich alles, was mit dem Patienten zu tun hat :)
Vitamina
18.11.2010, 21:57
Hallo!
Ich als stille fleißige Mitleserin des Forums, habe nun beschlossen, mich nun auch mal zu Wort zu melden. Grund: ich stecke im tiefsten Tief das es gibt.
Bin im 2.Lehrjahr und fühle mich so unmotiviert wie noch nie zuvor. Bin seit Montag auf der Sozialstation, und es frustriert mich nur... Lerngewinn gleich Null, ich hasse die Wörter Kleine Toilette und Große Toilette, und wenn man früher von seiner Tour zurückkommt,dann is die Aufgabe des Schülers die ganzen Mülleimer im Büro zu leeren (finde ich sehr erniedrigend, examiniertes Personal ist dafür nämlich zu qualifiziert.).... Ich habe noch 6 Wochen bis ich Urlaub habe und kann es kaum noch erwarten... Ich zähle sogar schon die Tage...
Es ist momentan einfach nur schlimm... war zuvor auf einer gastroenterologischen Station, was mir echt gut gefallen hat. Ich habe dort echt viel mitgenommen und gelernt, aber irgendwie ist nun die Luft raus...
Absolute Arrhythmie
19.11.2010, 12:35
Ich glaub das 2. Ausbildungsjahr ist generell das Schlimmste. Was anderes kann ich dir da leider nicht zu sagen :(
Ich habe mehrmals (genau genommen ungefähr zweimal die Woche) mit dem Gedanken gespielt alles hinzuschmeißen und doch Germanistik zu studieren :D
Es war so ziemlich für jeden den ich kenne die schlimmste Zeit. Die schulische Ausbidlung ist recht langweilig, man lernt ja vor allem kommunikativen Kram, der sich zigfach wiederholt. In den Einsätzen muss man entweder schon alles können, weil man ja schon im 2. Jahr ist, oder man darf nichts, weil man ja noch nicht im 3. ist...
Aber das dritte Jahr wird dafür super, du wirst viele interessante Dinge lernen und wenn du dann mit deinem Examenszeugnis in der Hand da stehst, wirst du stolz auf dich sein weil du es durch gezogen hast.
Also versuch diese blöde Station mit Humor zu nehmen :)
Du musst da ja nicht 100% geben, nach den Noten der Einsätze fragt dich eh niemand hinterher ;)
Kann ich nur bestätigen, mir ging's damals ähnlich!
Aber es wird besser! :)
Oh ja... das Mittelkurs-Tief. Das hatte ich auch.
Distress Misstress
20.11.2010, 16:52
Macht mir doch nicht so eine Ansgt :-(
Absolute Arrhythmie
20.11.2010, 17:02
Da musst du durch ;)
Distress Misstress
20.11.2010, 17:17
Ich muss gar nichts. Ich kann auch Autoverkäuferin werden. :-))
Ist denn nicht von Schule zu Schule unterschiedlich, was wann unterrichtet wird?
][truba][
21.11.2010, 08:23
Also ich hatte im Mittelkurs eins meiner besten Jahre. Unser Haus hatte da alle "externen" Einsätze geplant (ReHa Klinik, Hospiz, Psychiatrie) und das versprach doch rege Abwechslung auch wenn einige Einsätze zäh waren. Aber hey, Mittelkurs. Da ist das Examen nicht mehr so weit und es ist schneller rum als man denkt. Gerade zurückblickend ist es ja immer so und dann kanns hoffentlich losgehen? Lohnt sich auf jeden Fall!
MfG Thomas
Absolute Arrhythmie
21.11.2010, 11:59
Ich muss gar nichts. Ich kann auch Autoverkäuferin werden. :-))
Ist denn nicht von Schule zu Schule unterschiedlich, was wann unterrichtet wird?
Hmm, prinzipiell ja, aber das Krankenpflegegesetz sieht da schon ziemlich genau vor, was wann gemacht werden soll. Es soll Schulen geben die sich nicht so ganz dran halten ;)
Meine Schule war da ziemlich spießig, wir haben das auf Gedeih und Verderb so durch gezogen wies im Gesetz steht.
Heißt: Im 1. Jahr haben wir Anatomie gelernt (aber nicht wirklich viel, wirklich seeeeehr oberflächlich), ein bisschen Bio und Chemie gehabt (wie sieht eigentlich ne Zelle aus, also auch eher lame...) und halt ganz viel grundpflegerische Sachen gelernt. Wir haben uns gegenseitug gewaschen, Essen angereicht, alles mögliche über die Farbe und den Geruch von Stuhlgang gelernt, den Hautturgor beurteilen können usw usf.
Dazwischen immer wieder Einsätze, in denen man zwar viel lernt, weil man ja noch nix kann ;) aber nicht wirklich viel spannendes machen darf.
Das zweite Jahr war für mich die Hölle auf Erden, wir haben NUR Kommunikation gemacht im Unterricht, die Lerneinheiten hatten so tolle Namen wie "Gespräche mit Angehörigen führen", "Gespräche mit Kollegen führen", "Gespräche mit Vorgesetzen führen", usw. Watzlawick und Schulz von Thun kannte ich schon aus der Schule und meinem Streitschlichterkurs zu Genüge, musste das trotzdem bei drei verschiedenen Lehrern gefühlte hundert Mal runterleiern. Es war NUR dämlich und blöd :(
Die Einsätze waren ganz okay, ambulante Pflege war super und auch sonst darf man dann langsam mehr :)
Das dritte Jahr war extrem geil, allein deshalb würde ich die Ausbildung wahrscheinlich nochmal machen.
Wir hatten fast nur noch Unterricht bei externen Dozenten, meist Ärzten, die uns alle wichtigen Krankheitsbilder beigebracht haben und da auch recht anspruchsvoll waren.
Dazwischen immer mal wieder "Pflege bei xy"-Stunden, also spezifische Pflegemaßnahmen.
Und dann stand auch schon das Examen an, was im Nachhinein betrachtet ziemlich einfach war ;)
Stünde ich nochmal vor der Wahl muss ich ganz ehrlich sein, ich würds eher nicht nochmal lernen, sondern MTA-L oder PTA werden, aber schlecht ist auf jeden Fall nicht alles an der Ausbildung. Hinterher in dem Job arbeiten zu müssen ist deutlich schlimmer ;)
Ich will aber nichts schlecht machen oder jemanden abhalten, es geht ja jedem anders :)
So, entschuldigt bitte eventuelle Tippfehler, ich trag ne Schiene und kann deshalb nicht so gut tippen :(
Skyreaver
21.11.2010, 12:08
Ich habt euch gegenseitig gewaschen??? Ist das dein Ernst?
Absolute Arrhythmie
21.11.2010, 12:23
Ich habt euch gegenseitig gewaschen??? Ist das dein Ernst?
Ja?
In Bikini oder Unterwäsche, auch nicht in großer Runde, sondern in Zweiergruppen, nach Geschlechtern getrennt.
Aber ja, wir haben uns gegenseitig gewaschen.
Geht ganz gut... eine Mitschülerin hat mir den Bart wegrasiert und hat sich nichtmal verschnitten :-D
Offenbar gehört dann meine Schule dann zu denen, die sich überhaupt gar nicht an das Gesetz halten... Kommunikation mit Angehörigen und Kollegen war mit das erste, was wir gelernt haben (neben Rechte und Pflichten und Berufskunde). Danach folgte das Herz und Kreislaufsystem inklusive der wichtigsten Erkrankungen und das Erheben von Vitalparametern. Körperpflege haben wir erst NACH dem ersten Praxiseinsatz gelernt...
Ich bin noch im ersten Jahr und die Qualität des Unterricht schwank sehr stark: Recht häufig kommen Ärzte und Apotheker zu uns, die sehr zum Ärgernis unserer nicht-Medizinfans einen wirklich anspruchsvollen Unterricht machen. Und an manchen Tagen mach wir dann Dinge wie den menschlichen Körper nach der "Kitzeligkeit" vierstufig zu unterteilen und das Ergebnis dann über eine Stunde zu besprechen, mit dem immergleich Fazit, dass ja alles ganz individuell sei.
Das Waschen blieb uns immerhin erspart ... dafür haben wir Haare im Bett gewaschen und dabei verschiedene Methoden ausprobiert ... ich muss wohl net extra erwähnen, dass ich die Methode erwischt hab, bei der hinterher mein T-shirt halb nass war :-)) :-)) :-))
Und gegenseitig Zähneputzen war auch lustig :-))
Distress Misstress
21.11.2010, 16:30
Wie hoch ist der Anteil an interessanten Dingen in der Ausbildung? Bitte bitte bitte, nehmt mir die Angst!
Hat hier eigentlich jemand in Berlin gelernt?
Skyreaver
21.11.2010, 20:48
Ja?
In Bikini oder Unterwäsche, auch nicht in großer Runde, sondern in Zweiergruppen, nach Geschlechtern getrennt.
Aber ja, wir haben uns gegenseitig gewaschen.
Naja solange die Unterwäsche anbehalten wurde gehts ja. Die Vorstellung, dass mir einer der Mitschüler, bzw. am besten noch eine Mitschülerin am Pimmel und Arsch rumwäscht finde ich etwas...wie soll ich sagen...unangenehm.
Allerdings ist die Didaktik deiner Pflegeschule ja dann etwas inkonsequent? Wenn man das Waschen nicht komplett an den Mitschülern lernt kann man es doch auch gleich bleiben lassen und bspw. eine Puppe nehmen?
Distress Misstress
21.11.2010, 20:51
Allerdings ist die Didaktik deiner Pflegeschule ja dann etwas inkonsequent?
:-oopss Seh ich auch so. Ich finde, wir sollten einen Brief schreiben und verlangen, dass sich alle Schülerinnen und Schüler nackig machen.
# Aber nur die attraktiven.
Figueira
21.11.2010, 21:03
Wär schon lustig sowas... Aber bei uns sind noch nicht alle über 18.:-oopss
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