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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was macht die Krankenpflege-Ausbildung?



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el suenio
05.10.2012, 21:00
Richtige Einstellung, erst mal abwarten. Sagen ja viele, dass sie nicht viel erfahren in der Schule. Ich muss sagen, dass es bei uns eigentlich ganz gut ist. Wir mussten ziemlich viel Anatomisches und Physiologisches lernen. Zum Glück, denn die Pflegefächer gefallen mir nicht so sehr. In Krankheitslehre, die wir dieses Jahr haben, habe ich aber auch noch nicht viel Neues dazugelernt. Genauso war es letztes Jahr in medizinischer Fachsprache, das war der Witz. Hat sehr viel Spaß gemacht, denn lernen konnte ich mir da direkt sparen :D Aber was solls, da kann man dann halt mal entspannen. Einiges in der Ausbildung muss man unter diesem Gesichtspunkt betrachten.

iMario
05.10.2012, 21:10
Ich hoffe ja, eben auch ein bisschen im Bezug aufs spätere Studium, schon einiges an Vorkenntnissen und Grundverständnis, das über das aus dem Bio-LK hinausgeht, mitnehmen zu können. Daher ging meine Frage vor einiger Zeit an Dich ja auch darum, wie hoch die Anforderungen und das Niveau des Unterrichts so sind. Bislang hat sich der Unterricht auf die Einführung, Krankenbeobachtung, Gesetzesgrundlagen und eben das bisschen Anatomie/Physiologie beschränkt. Alles ganz interessant, aber mir fehlt da leider einfach überall die nötige Tiefe... Die anderen aus dem Kurs sind zwar damit zufrieden, aber ich bin einfach zu wissbegierig, weil ich mich so sehr dafür interessiere. Nächste Woche kommen dann die lebensrettenden Sofortmaßnahmen, die ersten Stunden zur Pflege und täglich eine Stunde Ana./Physio. Stay tuned :-stud

el suenio
05.10.2012, 21:24
Bücher schnappen! Ganz einfach, selber nach weiteren Informationen zu den Themen suchen. Mache ich immer. Wir hatten letztes Jahr die Physiologie zur Harnbildung und Ausscheidung und zur Nierenfunktion allgemein. Die Lehrerin hatte uns nur Skripte hingeschmissen, im Buch stand kaum was Sinnvolles. Also hab ich fleißig zu Hause weiter geforscht. Das schreib ich dann immer alles in einer für mich logischen Abfolge auf und hefte es extra ab. So hab ich jetzt schon einiges an Blättern und Informationen gesammelt. Anatomie mag ich am liebsten, da schnapp ich mir meinen Anatomieatlas, ein paar leere Zeichungen und auf geht's. Kann auch jetzt schon nicht schaden, mehr zu wissen. Denn auch in den LK's hilft das bei uns, denn die sind nicht immer ganz einfach.

H&M
06.10.2012, 00:15
Ich behaupte jetzt einfach mal, dass sich der fachliche Vorsprung (Anatomie/Physiologie) zu Beginn des Studiums recht schnell relativiert. Unseren großen Vorteil sehe ich darin, dass wir wesentlich erfahrener im Umgang mit den Patienten sind, schon Blut abnehmen können etc und einfach ungefähr wissen, wie es in der Klinik abläuft.

Die Tiefe der Ausbildung lässt leider wirklich manchmal zu wünschen übrig, aber hey - ist nunmal kein Studium. Man kann ja zu Hause auch nochmal nachlesen ;-) Nächste Woche gehts bei mir auch mit Schule weiter. Schönes Wochenende an alle!

][truba][
06.10.2012, 01:44
Ich kann euch gleich mal den Zahn ziehen das ihr dort etwas WIRKLICH relevantes fürs Studium lernt und das sollt ihr da auch gar nicht. Ihr kennt zwar wie die Organe, wo sie liegen und was sie grob machen aber das was im Studium kommt, ist doch eine ganze Ecke tiefgehender. Ihr macht eben eine Ausbildung zum Gesundheits- und KrankenPFLEGER ;) Dort lernt man pflegen und den Umgang mit seinen Patienten. Deshalb kriegt ihr einen groben Überblick über den Menschen aber im Mittelpunkt werden seine Bedürfnisse stehen und wie man Patienten pflegerisch umgeht. Ein Arzt kann schließlich auch nicht pflegen und das obwohl er 6 Jahre studiert hat.

Das was IHR in der Schule und in der Praxis zwangsweise lernen müsst bzw. um eure Wartezeit zu überbrücken auch lernen dürft, ist eben etwas, was euch vielleicht nicht unbedingt im Studium an sich, sondern später zu gute kommt. Ihr habt letzten endes einen Gesamteinblick über den Patienten. Ihr kennt sowohl die medizinische als auch die pflegerische Sicht und das kann euch nur helfen, auch wenn diese Ansichten manchmal schwer in Einklang zu bringen sein mögen.

Also versucht nicht immer nur die anatomischen und physiologischen Grundkenntnisse die euch vermittelt werden zu vertiefen (wobei das natürlich auch als Pflegekraft nicht schadet) sondern lasst euch gerade auf die pflegerischen Fächer ein. Hier lernt ihr etwas das ihr später nicht mehr lernen könnt, die aber genauso wichtig sind um einen Patienten später ganzheitlich zu betrachten. Ausserdem hilft das später auch die Arbeit der jeweils anderen Berufsgruppe wert zu schätzen. Auch wenn ich noch nich so weit bin, kann ich mir kaum vorstellen das man diese Fähigkeit im Studium vermittelt bekommt. Zumindest fehlt das doch den meisten Ärzten (leider auch welchen die vorher Pfleger/in waren und manche haben es ohne diesen Beruf erlernt zu haben) sowie manchem Pfleger/in.

MfG Thomas

P.S: Meine Grammatik ist schon im Bett und der Rest hatte zu viel Bier!

iMario
06.10.2012, 12:13
Ihr habt auf jeden Fall recht - kein Zweifel. Es ist vielleicht schwer zu beschreiben, aber wenn man sich die Ausbildung schon des Studiums wegen antut, weil es genau das ist, was man machen möchte und weil es einen sehr interessiert, dann kommt die Ernüchterung darüber, dass das doch alles sehr oberflächlich ist, obwohl man so sehr viel mehr wissen möchte, leider sehr schnell. Ich denke, damit muss ich vorerst einfach leben und werde abwarten, wie sich das entwickelt - habe ja schließlich erst eine Woche hinter mir und freue mich dennoch auf das was jetzt kommt. In jedem Fall vielen Dank für eure Meinung und den Denkanstoß :) Wünsche euch einen schönen Samstag :-party

PS: wegen den Büchern muss ich mal noch ein wenig recherchieren, was da ergänzend geeignet ist, denn ein bisschen mehr zu wissen schadet mit großer Sicherheit keinem :D

el suenio
06.10.2012, 16:45
Will ich mich mal an eine Antwort machen, könnte länger werden:-)) Also im Großen und Ganzen gebe ich euch, H&M und truba, Recht.
@H&M

Ich behaupte jetzt einfach mal, dass sich der fachliche Vorsprung (Anatomie/Physiologie) zu Beginn des Studiums recht schnell relativiert.
Ja, da kannst du Recht haben, es kommt aber auch immer sehr darauf an, was man als Einzelner noch so investiert. Ich investier da recht viel und das schon seit ein paar Jahren, deshalb bin ich in einigen Bereichen schon ganz gut. Ob mir das mal was bringt oder nicht, sei dahingestellt. Ich mach das aber, weil es mich interessiert und mir wirklich sehr viel Spaß macht. Wenn mir langweilig ist, schnapp ich mir einen Klinikleitfaden oder ein Repetitorium und les alles, was ich interessant finde. Würde ich das in der Schule erzählen, hätte ich wahrscheinlich ganz schlechte Karten. Da sollte man ja lieber schweigen in Bezug auf derartige Hobbys. Ich wurde neulich schon von einigen Lehrern belächelt, weil ich in den Weiterbildungsveranstaltungen war (am Nachmittag, in meiner Freizeit). Ich fand die Themen sehr interessant, aber gesehen ist das nicht gern. Stress würde ich mir aber nie machen, mir geht es auch nicht darum, jetzt unbedingt etwas lernen zu müssen, sondern mich interessiert das wahnsinnig. Jeder hat andere Hobbys :D

Unseren großen Vorteil sehe ich darin, dass wir wesentlich erfahrener im Umgang mit den Patienten sind, schon Blut abnehmen können etc und einfach ungefähr wissen, wie es in der Klinik abläuft.
DA gebe ich dir vollkommen Recht. Am Anfang viel es mir auch ein bisschen schwer, einfach auf die Patienten zuzugehen, jetzt macht mir das so viel Spaß. Und klar ist es was anderes, wenn man schon mal eine Weile in einer Klinik gearbeitet hat und weiß, wie es da so läuft, als wenn man dann nach dem Studium dort hingestellt wird.
Dir wünsche ich wieder einen guten Schulstart und natürlich ein schönes Wochenende!
@truba
Prinzipiell gesehen gebe ich dir Recht, es geht eigentlich um das Pflegen. Nur scheinen das die Lehrer auch hin und wieder zu vergessen. In der Praxis gefordert ist es dann auf jeden Fall, in der Schule gelehrt in den meisten Fällen nicht.

Deshalb kriegt ihr einen groben Überblick über den Menschen aber im Mittelpunkt werden seine Bedürfnisse stehen und wie man Patienten pflegerisch umgeht.
Wir hatten dieses Jahr z.B. noch keine einzige Stunde Pflege und das, obwohl schon ein Schulturnus (=vier Wochen) vorbei ist. Und ich würde schon behaupten, dass ich mehr als einen groben Überblick habe. Selbst in der Schule lernen wir da mehr als die die Lage und Bezeichnung der Organe. Gleich am Anfang der Ausbildung hatten wir den Blutfluss durchs Herz mit lateinischen Bezeichnungen aller beteiligten Strukturen, sowie die Erregungsleitung am Herzen. Zur Niere hatten wir recht detailiert die Primär-und Sekundärharnbildung. Sind jetzt nur Beispiele, aber wir haben schon einige Dinge gelernt, die über den groben Überblick hinaus gehen. Ich kenne das von anderen Schulen aber auch anders. Ich muss aber sagen, dass es mir auch ganz recht wäre, wenn wir mal praktische Pflege üben würden und nicht immer nur die Theorie aus dem Thieme rausschreiben müssten. Vom Lesen lerne ich das nämlich nicht. Aber wie gesagt, das ist an jeder Schule anders.

Ihr kennt sowohl die medizinische als auch die pflegerische Sicht und das kann euch nur helfen
Ja, da stimme ich dir zu, das sehe ich genauso. Ich habe schon öfter erlebt, dass jüngere Ärzte erst mal ein bisschen hilflos dastehen, wenn sie allein sind mit Pat., die grad irgendwie pflegerische Hilfe brauchen. Das soll jetzt überhaupt keine Wertung sein, ist ja vollkommen verständlich, aber da kann es halt niemals schaden, schon eine Ausbildung gemacht zu haben. Und auch sonst ist es sicherlich hilfreich zu wissen, wie man mit wenig Mehraufwand die Arbeit der Schwestern verbessern kann.
@iMario

Es ist vielleicht schwer zu beschreiben, aber wenn man sich die Ausbildung schon des Studiums wegen antut, weil es genau das ist, was man machen möchte und weil es einen sehr interessiert, dann kommt die Ernüchterung darüber, dass das doch alles sehr oberflächlich ist, obwohl man so sehr viel mehr wissen möchte, leider sehr schnell.
Genau das ist es, genau das ist auch mein "Problem". Ich bin in die Ausbildung gegangen und war mir zu 100% sicher, dass ich diesen Beruf mal nicht machen möchte. Das allein ist schon ein komisches Gefühl und das Problem ist, dass man es nicht mal jmd. sagen kann. Ich muss sagen, dass ich mich in dem Beruf jetzt nicht besonders unwohl fühle, aber es ist eben nicht meine Erfüllung, vor allem will ich eben auch wesentlich mehr Medizinisches lernen, weil mich das so interessiert. Bei mir kommt allerdings noch das Problem hinzu, dass mein Abi wesentlich schlechter ist als deines, sodass ich mir wirklich überlegen muss, ob ich mir die Wartezeit antun möchte. Zumal keiner weiß, wie diese sich in den nächsten Jahren entwickeln wird. Eines ist aber sicher für mich, nämlich, dass ich definitiv noch studieren möchte. Und egal, welches Fach es mal werden wird, diesen Beruf erlernt zu haben, kann nie schaden. Das ist genau das, was mir echt Mut macht, denn ich habe im Umgang mit den Menschen doch schon viel gelernt. Bin da nämlich eher zurückhaltend, aber jetzt macht mir gerade der Patientenumgang am meisten Spaß.
So, genug geschrieben, das war's erst mal.

Skyreaver
14.10.2012, 14:00
Sagt mal werden Anatomie und Physiologie eigentlich auch von Studenten gelehrt? Das stelle ich mir eigentlich als einen recht schönen Nebenjob vor wenn ich es irgendwann mal schaffen sollte nach Deutschland zurückzukommen.

el suenio
14.10.2012, 14:28
Nein, also bei uns nicht. Die Fächer werden fast ausschließlich von Pflegepädagogen unterrichtet. Bis jetzt hatten wir nur drei Doppelstunden Anästhesie bei einem Arzt, das war's dann - leider.

Skyreaver
14.10.2012, 14:52
Ach das überrascht mich, ich dachte halt das wären dann fertige Ärzte. Würde ich im Zweifel auch für kompetenter halten.

Meuli
14.10.2012, 14:54
also wir hatten in Anatomie ne Ärztin ...

Skyreaver
14.10.2012, 15:48
Für den Fall dass manche Pflegeschulen doch Studenten als Lehrer nehmen, meint ihr man ist da kompetent genug? Ist ja meist ein grosser Unteschied dazwischen das Thema selbst zu können und es anderen beizubringen.

el suenio
14.10.2012, 19:21
Na klar ist man als Medizinstudent kompetent genug. Die machen bei uns auch nichts anderes, als uns die Bücher aufschlagen und die Beschriftungen in die Zeichenblätter übertragen lassen. Lernen muss das jeder für sich selbst. Bei uns wäre es aber wohl nicht möglich, jmd. einzusetzen, der kein Pädagoge ist, weil sichergestellt sein muss, dass der Stoff für die Prüfung vermittelt ist. Klar, auch das würden Studenten wohl hinkriegen, aber ich denke, da sind die Unterschiede zu groß, wenn da mal einer kommt und dann kommt der nächste...Anästhesie ist beispielsweise nicht prüfungsrelevant, deshalb kann das auch von einem Arzt unterrichtet werden.

H&M
14.10.2012, 22:25
Bei uns ist auch so, dass viele Lehrer einen pflegerischen Background haben, also schonmal in dem Beruf gearbeitet haben. So bekommt man da auch oftmals noch praktische Tipps und pflegerelevante Informationen. Ein Student hätte zwar sicherlich das reine Fachwissen, allerdings würden ihm voll ein paar didaktische Kenntnisse fehlen - grade auch beim doch oftmals sehr unterschiedlichem Bildungsstand.

Absolute Arrhythmie
14.10.2012, 23:59
Demnächst schicken wir dann die GuK-Schüler an die Uni um den Studenten Blutdruck messen beizubringen -.-

Strodti
15.10.2012, 04:40
Meiner Erfahrung nach, sind die Dozentenjobs an Pflegeschulen gut bezahlt und begehrt: Man kommt fast nur mit Beziehungen ran. Als ehemalige Schüler habt ihr später "einen Fuß in der Tür", wenn ihr es euch nicht mit euren Lehrern verscherzt. Ich werde nächstes Jahr wieder in der Schule unterrichten und hatte es auch schon 2 Jahre gemacht. Das geht aber nur, weil ich über die Jahre Kontakt zu meiner ehemaligen Schule gehalten habe und ich hatte mich ja damals in der Ausbildung auch sehr wohl gefühlt.

][truba][
15.10.2012, 06:51
*hust*Streber*hust* ;)

H&M
03.11.2012, 20:43
Lustige Situation:

Letztens einen Patienten zur PEG Anlage ins CT gefahren (hatte Bereichskleidung an) und dann von der Schwester gefragt worden, ob ich die Untersuchung mache und welche Handschuhe ich gern hätte ;-)

Dabei handelt es sich wahrscheinlich um das gleiche Phänomen, welches zu beobachten ist, wenn junge, weibliche PJlerinnen oder Assistenzärzte zum Pat. gehen und es danach immer heißt: "Ach, die Schwester war schon da und hat mir das erklärt".

Mann = Arzt und Frau = Schwester, scheinbar doch noch in recht vielen Köpfen verankert ;-)

el suenio
04.11.2012, 11:48
Hihi, das ist ja wirklich nett :D Wird mir eher nicht passieren, weil man mich meistens auf ca. 16 schätzt...Allerdings fand ich es schon sehr schmeichelhaft, als ich nach drei Wochen Stationseinsatz gefragt wurde, ob das meine Kap-Station wäre :D Da musste ich kurz vor Weihnachten mit alles ausgeliehenen Schwestern einer anderen Station zusammenarbeiten und denen sagen, was sie wann und wie machen müssen.
Aber ansonsten hast du Recht, unsere männlichen Azubis werden auch gerne mal für den Arzt gehalten. Interessanterweise fragen Patienten ständig in der Richtung "Und Sie wollen mal Ärztin werden" und ich denk mir "Wie kommen die da drauf, wenn ich hier als Azubi GuKrPfl stehe". Keine Ahnung, aber da sehen anscheinend auch einige nicht mehr durch, ist mir schon sehr häufig passiert.

Absolute Arrhythmie
04.11.2012, 13:24
Ich bin mittlerweile 25, habe drei Jahre Examen und werde immer noch ständig gefragt wann ich denn die Ausbildung fertig habe -.- Bzw das Beste war, als man mich fragte von welcher Schule aus ich denn das Praktikum machen würde, Gymnasium doer Realschule... Also ich sehe WIRKLICH nicht wie 16 aus -.-