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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was macht die Krankenpflege-Ausbildung?



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//stefan
09.07.2008, 16:35
@adrenalinho....

da bin ich aber beruhigt. ich sehe das EXAKT genauso wie du.
manchmal ist es echt der hammer beiträge von leuten zu lesen, und sich darin selbst wiederzuerkennen (wird das eigentlich zusammen geschrieben?... :-nix).
du hast zwar auch 1 1/2 jahre mehr erfahrung in der pflege als ich. aber die argumente habe ich auch genauso erlebt...

medizin is einfach ein wunderbares tätigkeitsgebiet mit der möglichkeit durch eigene kompetenz und dem zusammenspiel mit anderen fachdisziplinen das leid der menschen zu mindern oder ganz aus der welt zu räumen. klar gibt es fälle die an den rand des ethisch vertretbaren und darüber hinaus gehen... aber das liegt daran das sich ein individuum nicht in ein algorhythmus pressen lassen kann. und daher werden leider auch schonmal multimorbide patienten reanimiert.
ich lass das mal so stehen, da könnte man sietenlang drüber diskutieren...

fakt ist: arzt zu sein ist geil!
(und diesen vll etwas zu kindisch/naiven enthusiasmus habe ich mir auch durch 2 jahre erfahrung in dem bereich nicht nehmen lassen...)

spazz
10.07.2008, 01:08
Und noch eine Frage an alle: Wie viele Abiturienten (mit eventuellem Medizinstudienwunsch) sind denn bei euch so im Kurs? Bei mir sind es nur 3 mit Abi von 21 (mich eingeschlossen); eine will wahrscheinlich auch Medizin studieren, von der anderen weiß ich es nicht.

Hähä! Das würd ich auch gerne mal ststistisch erheben...
Bei mir im Kurs damals ( ;-) ) sind wir mit 34 gestartet (Kinderkrankenpflege+Krankenpflege), davon hatten 25 Abi, eine hatte schon mal das Physikum gemacht und abgebrochen und alle anderen 24 wollten Medizin studieren. Jetzt sind es genau 4 (!!!) die angefangen haben. Alle anderen "wollen erstmal arbeiten" oder "erstmal reisen" oder "erstmal noch überlegen". Echt interessant! Einer studiert jetzt Transportlogistik (oder so was ähnliches) und eine hat sich bei der Lufthansa als Pilotin beworben - so kann`s gehen!!!

Strodti
10.07.2008, 07:53
In unserem Kurs waren wir 25 Leute, davon 5 Abiturienten. 2 Wollten Medizin studieren, 2 wollten vielleicht ein pflegebezogenes Studium machen (Pflegemanagement, Pflegepädagogik, Pflegewissenschaft) oder gar nicht studieren und als Schwester arbeiten, 1 ist dreimal durchs Physikum gefallen und will auch dann als Pfleger arbeiten.

krabbi
10.07.2008, 10:01
Oje, das war gestern was...

Bei uns im Krankenhaus verlaufen immer zwei Flure (d.h. Stationen) parallel, und sind durch "Zwischenzimmer", z.B. Küche, verbunden, diese zwei Stationen zählen praktisch als eine große Station. Jedenfalls wurde auf unserer Nachbarstation gestern ein Patient um die 50 mit sehr ausgeprägtem Korsakow-Syndrom eingeliefert. Der Mann ist ca. 1,90 m groß und gebaut wie ein Rugby-Spieler. Er Mann hat seitdem ständig nur rumgebrüllt, und kam auch öfters mal auf unsere Station und wollte in alle Zimmer reingehen, er war örtlich sehr desorientiert. Außerdem zeigt er ein sehr aggressives Verhalten, seine Zimmernachbarn wollten schon auf eigene Verantwortung entlassen werden. Gestern Abend wurde er dann erstmal in die "Box" gesteckt (eigentlich nur ein kleiner Durchgangsraum ,aber er liegt direkt gegenüber dem Schwesterzimmer und ist von daher gut einsehbar, wenn wieder was passiert).

Jedenfalls sind wir heute nur zu fünft (alles Frauen) auf den beiden Stationen und uns ist schon ein wenig mulmig, wie wir diesen Hünen bändigen sollen, wenn er mal wieder austickt... :-nix

Cassy
10.07.2008, 10:18
Es gibt doch auch im Notfall noch Nachbarstationen und Ärzte :-nix


Ich glaub ich war in nem schlechten Kurs. Außer mir hatte nur eine einzige von 16 Teilnehmern noch Abi. Die wollte aber nicht Medizin studieren, und ich habe es während der Ausbildung und auch im Arbeitsjahr (ITS) danach nie zugegeben um mir das Leben nicht unnötig schwerer zu machen.

Und ich muß sagen, das war die richtige Entscheidung. Die letzten Monate in der alten Abteilung (anderes Haus, dann Anä) waren ein Horror nachdem ich verkündet hatte, dass ich nen Studienplatz hab :-( V.a. aber die Seite des Pflegepersonals war so fies, die Docs fanden es dafür umso besser... :-))

Strodti
10.07.2008, 10:29
@Krabbi: Ist das eine psychiatrische Station? Habt ihr Notrufanlagen?

//stefan
10.07.2008, 14:16
Und ich muß sagen, das war die richtige Entscheidung. Die letzten Monate in der alten Abteilung (anderes Haus, dann Anä) waren ein Horror nachdem ich verkündet hatte, dass ich nen Studienplatz hab :-( V.a. aber die Seite des Pflegepersonals war so fies, die Docs fanden es dafür umso besser... :-))

so isset, ich hab solche und solche reaktionen bekommen auf die antwort das ich medizin sudieren möchte. ich relativier aber auch immer mit der aussicht ne anästhesie fortbildung zu machen. das ist auch wirklich so. aber nur für den fall das ich das studium nicht packe :-))

aber so richtig krasse "bösartige" kommentare, klima, atmosphäre wie auch immer hab ich jetzt nicht gekrieg...

(sry ich komm grad vom frühdienst und bin etwas wirr im kopf.... ) :-oopss

Mr. Moe
10.07.2008, 14:38
Hm, ist das wirklich so extrem bei euch? Bei mir war eigentlich genau das Gegenteil der Fall. So gut wie alle Pflegekräfte haben mich eigentlich in meinem Vorhaben unterstützt und mir immer mal die Möglichkeit gelassen zu Untersuchungen, Visite etc. mitzugehen wenn Zeit war. Hab ich wohl ziemliches Glück gehabt ;)

Strodti
10.07.2008, 14:41
Ich habe da auch positive Erfahrungen gemacht. Stationsleitung und PDL haben mich sogar ermutigt, mich für die Semesterferien mal zu bewerben. :-dafür

maryio
10.07.2008, 16:19
@ mr moe und strodti: ja da könnt ihr echt von glück reden.

Den Schwestern/Pflegern erzähle ich das nicht, dass ich Medizin studieren möchte. Ich erzähle es einigen Ärzten und einigen aus meinem Kurs. Da ich jedoch ein Praktikum gemacht habe und meine "Leiterin" es den Schwestern auf dieser Station gesagt hat, hat es sich nun auf einigen anderen Stationen rumgesprochen, dass ich Ärztin werden möchte. Ich kann nicht sagen, dass sie nicht nett zu mir waren. Leider darf ich nicht bei der Visite mitlaufen oder ähnliches. Sie verhalten sich also eher neutral.
Erzählt ihr auf jeder Station den Pflegekräften von eurem Vorhaben Medizin zu studieren?

Books
10.07.2008, 16:43
Nein, niemals.
Nachdem ich als Praktikant so schlechte Erfahrungen gemacht habe, werde ich das niemals erzählen :-( . Ich versteh die Pflegekräfte, die das negativ aufnehmen, aber so richtig ätzend sollte man sich nicht gegenüber den Schülern verhalten, das ist einfach mehr als unfair :-meinung .
Werd aber auch selten darauf angesprochen, eher auf welchen Stationen ich mich nach der Ausbildung bewerben will.
Ist vielleicht an einem peripheren Haus auch eher nicht so das Thema :-nix ?

Adrenalino
10.07.2008, 17:21
Als Schüler habe ich das auch nur dem Pflegepersonal erzählt, denen ich wirklich vertraut habe. Ebenso in der Krankenpflegeschule meinen Kollegen/innen. Am Ende der Ausbildung hab ich allerdings kein Geheimnis mehr draus gemacht.
Jetzt als examinierter halte ich es so, dass ich sage, ich könnte es mir in "einigen Jahren vorstellen, Medizin zu studieren". Manch eine schaut da schon etwas kritisch, aber solche kann ich dann eh nicht leiden und dann kann man unter examinierten Kollegen auch etwas selbstbewusster auftreten.
Dass das Studium wohl schon im Oktober losgeht, weiß keiner... ;-)
Übrigens ist bei mir auf Station viel mehr Unverständnis da, wie man als MANN Krankenpfleger werden kann. Wohingegen den Plan Medizin zu studieren viele Kollegen/innen auch gut finden.

Also, ich finde, es ist schon ein heikles Thema und man muss aufpassen, wie man seinen Studienwunsch formuliert, in welchem Ton und in Beisein "gewisser" Pflegepersönlichkeiten....
Man kann dabei aber auf ganz unterschiedliche Reaktionen stoßen.

//stefan
10.07.2008, 18:16
Hm, ist das wirklich so extrem bei euch? Bei mir war eigentlich genau das Gegenteil der Fall. So gut wie alle Pflegekräfte haben mich eigentlich in meinem Vorhaben unterstützt und mir immer mal die Möglichkeit gelassen zu Untersuchungen, Visite etc. mitzugehen wenn Zeit war. Hab ich wohl ziemliches Glück gehabt ;)

DAS ist krass :-notify




Ich habe da auch positive Erfahrungen gemacht. Stationsleitung und PDL haben mich sogar ermutigt, mich für die Semesterferien mal zu bewerben. :-dafür

*ironiemodus /an*
die wollten dich loswerden...
*ironiemodeus /aus*
:-))

krabbi
10.07.2008, 21:14
Ich binde das auch nicht allen auf die Nase...

Im Moment ist das Medizinstudium nur "eine Möglichkeit von vielen"! ;-)

//stefan
10.07.2008, 21:48
*grins*
woher kenn ich das nur?!?! :-music
ehrlich währt am längsten...

durfte heute zvk annähen... ist doch auch mal was!
wieder so´n kleines schmankerl und nach der pampers-runde genau richtig :-))

so, noch etwas lesen und dann in die waagerechte, morgen frühdienst.
5.55 uhr antanzen :-(

krabbi
11.07.2008, 07:03
durfte heute zvk annähen... ist doch auch mal was!

Sowas dürft ihr machen? Ich konte neulich beim Legen eines ZVKs zuschauen, aber das war komplett Arztsache.

Müsst ihr eigentlich auch einen Tätigkeitskatalog führen? Wir müssen immer alle Tätigkeiten abhaken, wenn sie uns gezeigt wurden, wir sie unter Anleitung gemacht oder selbstständig gemacht haben. Das ist richtig nervig, weil man es im Stress schnell mal vergisst und dann ewig allen Leuten hinterherrennen muss, damit sie ihr Handzeichen reinschreiben... :-nix

Cassy
11.07.2008, 08:24
Ok, ich durfte in der Ausbildung ausgesprochen viel machen, mehr als je ein Schüler vor (lt. Angabe der verschiedenen Ärzte; z.B. Nähen, art Kanülen legen...) auch wenn zu diesem Zeitpunkt keiner wusste dass ich Medizin studieren wollte. Ich denke vieles darf man einfach machen wenn man Interesse zeigt, aber auch Wissen. Damit kann man bei beiden Seiten punkten. Das war selbst als Examinierte noch so, selbst bevor ich meine Pläne gebeichtet habe :-))

Ich habe auch nach meinem Examen sowohl während meiner Zeit auf der ITS als auch im Jahr danach in der Anä (und bei diesem Vorstellungsgespräch) behauptet, dass ich die Fachweiterbildung Its/Anä machen will. Das war sicherlich den anderen gegenüber nicht fair, aber mir war bewusst, dass die Wahrheit mein Leben dort nur unnötig erschwert.

Mein Freund muss jetzt die selbe Erfahrung machen. Er war immer gut integriert im Team, aber seit raus ist dass er (hoffentlich) bald studieren geht hat er alles andere als schöne Zeiten. Die Kollegen sind ruppiger, sein Dienstplan ne Frecheit etc.

Meiner Meinung nach reagieren viele der Pflegekräfte auch unbewusst so agressiv, da ihnen durch unsere Entscheidung bewusst wird, dass sie diesen Weg nicht mehr gehen können. Kann sein dass sie schon zu alt sind, dass ihnen Mut oder finanzielle Mittel fehlen, oder event auch das Abi. Und ich geb zu, auch mir fiel es im letzten Arbeitsjahr schwer, wenn ich im Saal auf PJler aufpassen musste, die genau so alt waren wie ich. Das gab schon mal schwere Momente, da auch ich gedacht habe "Toll, die sind schon so weit gekommen. Und was ist mit mir?" Wetten, dass wir alle genau so reagieren würden wie unsere Kollegen, nachdem sie unsere Zukunftspläne erfahren haben? :-)

Adrenalino
11.07.2008, 11:01
Sowas dürft ihr machen? Ich konte neulich beim Legen eines ZVKs zuschauen, aber das war komplett Arztsache.

Müsst ihr eigentlich auch einen Tätigkeitskatalog führen? Wir müssen immer alle Tätigkeiten abhaken, wenn sie uns gezeigt wurden, wir sie unter Anleitung gemacht oder selbstständig gemacht haben. Das ist richtig nervig, weil man es im Stress schnell mal vergisst und dann ewig allen Leuten hinterherrennen muss, damit sie ihr Handzeichen reinschreiben... :-nix

Falls es Dich tröstet, mein Highlight auf der Intensiv damals war alleine beim ZVK legen es Arztes zu assistieren. Und das war schon das höchste der Gefühle!
Und ja, Tätigkeitskatalog gabs bei uns auch! Auch mit den drei Spalten "gesehen", "unter Anleitung", "selbstständig" - war schon zusätzliche Arbeit, sich die Kürzel eintragen zu lassen, klar.

Cassy
11.07.2008, 11:14
Hihi, so nen Tätigkeitskatalog hatten wir auch.

1. Im Unterricht besprochen
2. Gesehen
3. Unter Anleitung durchgeführt
4. Selbständig durchgeführt


Jeder Punkt musste von den examinierten Kräften abgezeichnet werden.... aber ich kann nix dafür dass manche so 0-8-15-Kürzel hatten. Die kamen dann ganz plötzlich in das Heft gewandert. Kann mir bis heute bei manchen Spalten nicht erklären wie das passierern konnte :-angel :-oopss :-))

agouti_lilac
11.07.2008, 11:21
Waah, für das dumme Heft hat sich am Ende keine Sau interessiert - es liegt immer noch irgendwo daheim rum. Wenn ich dran denke, wie sorgfältig ich das immer ausgefüllt habe und wie oft ich noch auf Station deswegen war, um die zuständigen Mentoren zu erwischen, weil die mal wieder keinen Bock hatten, ihre Kürzel zu setzen, krieg' ich wieder sooo 'nen Hals!! :-(