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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was macht die Krankenpflege-Ausbildung?



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krabbi
03.05.2009, 11:11
Die Pflegeplanung in unserem Haus basieren auf größeren Aufklebern.

A1-A3 und S1-S3

= A1 bedeutet keine Hilfe bei den ATL´s
= A2 braucht Unterstützung bei den ATL´s
= A3 volle bzw. fast vollständige Übernahme der ATL´s

= S1 keine medizinischen Maßnahmen ausser RR Puls messen (standard) o.ä.
= S2 Vygo + Infusionstherapie, Insulin, Verbände o.ä.
= S3 (am Tag einer OP); Thx-Drainage; intubiert und beatmet; Perfusoer/Infusomat o.ä.

Geht ratz fatz....

Auf den Klebern stehen dann z.B. die Prophylaxen schon drauf... man kringelt einfach das betreffende ein und macht sein Kürzel dahinter...

Das System finde ich gut! ;-) Bei uns gibt es sowas gar nicht, außer bei der Pflegeanamnese wird sich nie mit Pflegeprobleme etc. auseinandergesetzt.

Mit der Bezahlung kann ich dir leider nicht weiterhelfen, da kenne ich mich nicht aus, wir haben unsere eigenen Haustarife... :-nix

Muriel
03.05.2009, 11:12
Da Du ja keine Fach-WB hast, denke ich, dürftest Du das bekommen, was auch auf der peripheren Station gezahlt wird, oder?

//stefan
03.05.2009, 16:34
Bei uns im Haus wird schon alleine der Dienst im Funktionsbereich besser bezahlt, als Fachkrankenpfleger kriegt man noch was oben drauf, ist aber nicht ausufernd viel...

krabbi
06.05.2009, 13:45
(Sorry, sollte eigentlich nur ein Post werden...)

krabbi
06.05.2009, 13:46
Hilfe, ich darf morgen etwa drei Stunden lang bei einem alten dementen Ehepaar Händchen halten und darauf warten, dass deren Kinder (von denen die beiden eigentlich betreut werden) von ihrem Shoppingausflug wiederkommen... :-sleppy Und sowas nennt sich dann Verhinderungspflege...

Cassy
06.05.2009, 15:12
Ich glaube dass ich damals -ohne Fachweiterbildung- in der Anästhesie ein bisschen mehr bekommen habe, aber mehr als 50 Euro dürften das nicht gewesen sein... aber so ganz sicher bin ich mir nicht :-nix

//stefan
07.05.2009, 11:10
So, alle drei Vorstellungsgespräche liegen jetzt hinter mir (von vier Bewerbungen). Zwei mündliche Zusagen für Intensiv, eine mündliche + "Vorvertrag" für Anästhesie, eine Absage (keine freien Stellen) ---> :-)

Bin überrascht, dass das alles so positiv gelaufen ist. Allerdings ist noch nix in trockenen Tüchern. Ich will in die Anästhesie (Uniklinik) allerdings kriege ich dort erst in 2 oder 3 Wochen Bescheid...

Fakt ist aber: Ich werde nach der Ausbildung nicht auf der Straße stehen... (sondern zu >90% im OP) :-dance

Zeolith
07.05.2009, 12:14
In Sachen Krankenpflegeausbildung habe ich heute auch etwas Interessantes in der Thüringer Allgemeine gelesen, versteckt am linken Schlagzeilenrand!;-)

Die Fraktionen der CDU/CSU und SPD haben einen Gesetzesentwurf eingebracht in dem gefordert wird, dass die Krankenpflegeausbildung nicht wie bisher ab mittlerer Reife zugängig ist, sondern schon mit dem Hauptschulabschluss.

Auch der Vorsitzende des dt. Pflegerates kam zu Wort:'Eine schallende Ohrfeige für die 1,2 Millionen Pflegefachkräfte...'

Mhmm, also ich weiss nicht, ich habe ja einige im Bekanntenkreis die noch lernen bzw. schon in der Pflege tätig sind und ich finde, dass es doch recht anspruchsvoll ist.
Und wenn ich so bedenke manche Hauptschüler... und du bist Patient...:-music

Ich bin auf Meinungen gespannt!:-)

Mbali
07.05.2009, 13:11
Also ich persönlich befürworte das, weil ich finde, dass man Hauptschulabschluss nicht mit "doof" oder "unintelligent" gleichsetzen sollte.

Warum sollte man nicht auch den Leuten ermöglichen ihren Traumjob auszuüben, die vllt in gewissen Fächern Probleme haben und deshalb den Hauptschulabschluss erreicht haben, die aber hochmotiviert sind was die Pflege angeht?
Sicherlich wird dann vor allem der schulische Teil kein Zuckerschlecken für diese Leute, aber mit viel Fleiß und Ehrgeiz..., warum nicht?

Es würden dann ja auch nicht bevorzugt Ausbildungsplätze an Hauptschüler vergeben, im Gegenteil, die hätten es wahrscheinlich sehr schwer, da es ja genug Realschüler und Gymnasiasten gibt, die sich bewerben.
Aber vllt ist es für den ein oder anderen eine Chance, der einen vllt gar nich so schlechten Hauptschulabschluss geschafft hat und danach zB ein berufsorientierendes Jahr im Krankenhaus abgeleistet haben?

Ich fände es auch übertrieben, wenn sich irgendwelche KrankenpflegerInnen jetzt übergangen/unterbewertet fühlten, weil der Schwierigkeitsgrad ihrer Ausbildung unterschätzt wird und nun auch schon mit Hauptschulabschluss machbar sei.
Auch andere Ausbildungen darf man theoretisch mit dem Hauptschulabschluss machen, zB als Zahntechniker und das stell ich mir auch nicht unbedingt einfach vor.

Meuli
07.05.2009, 13:24
Ist doch im Prinzip jetzt auch schon möglich, Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene zweijährige Berufsausbildung oder eine KPH-Ausbildung reichen ...

krabbi
07.05.2009, 16:48
Ich hätte nichts dagegen, denn der Schulabschluss sagt wenig über die persönliche Eignung aus.

Wenn ich Sätze lese wie "Eine schallende Ohrfeige für die 1,2 Millionen Pflegefachkräfte..." macht mich das schon etwas wütend. Viele Leute versuchen, den Charakter und die Intelligenz eines Menschen anhand der von ihm besuchten Schule festzumachen (Stichwort Rütlischule etc.), das finde ich ziemlich unüberlegt...

Auf jeder Schule gibt es solche und solche Schüler. Bein uns auf dem Gym haben ein paar Schüler vor etwa fünf Jahren versucht, einen Mitschüler in der Turnhalle zu erdrosseln. Sowas gibt es (leider) mittlerweile überall... :-?

Warum sollten motivierte Hauptschüler keine guten Pflegefachkräfte werden?

Das einzige, was dazu überhaupt nicht passt, ist die Tatsache, dass alle davon reden, die Pflege stärker zu akademisieren. Es gibt ja mittlerweile allerlei Pflegestudiengänge, und andere Staaten (z.B. Dänemark) werden dafür bewundert, dass die Pflegeausbildung dort ein Studiengang ist. Und jetzt sollen alle die Ausbildung machen können? Ist wohl vor allem eine Reaktion auf den steigenden Pflegebedarf in den nächsten Jahrzehnten.

Dennoch, generell habe ich wie gesagt nichts dagegen.

Nils.
07.05.2009, 17:39
In Sachen Krankenpflegeausbildung habe ich heute auch etwas Interessantes in der Thüringer Allgemeine gelesen, versteckt am linken Schlagzeilenrand!;-)

Die Fraktionen der CDU/CSU und SPD haben einen Gesetzesentwurf eingebracht in dem gefordert wird, dass die Krankenpflegeausbildung nicht wie bisher ab mittlerer Reife zugängig ist, sondern schon mit dem Hauptschulabschluss.

Auch der Vorsitzende des dt. Pflegerates kam zu Wort:'Eine schallende Ohrfeige für die 1,2 Millionen Pflegefachkräfte...'

Mhmm, also ich weiss nicht, ich habe ja einige im Bekanntenkreis die noch lernen bzw. schon in der Pflege tätig sind und ich finde, dass es doch recht anspruchsvoll ist.
Und wenn ich so bedenke manche Hauptschüler... und du bist Patient...:-music

Ich bin auf Meinungen gespannt!:-)

Gibt doch schon Krankenpflegehelfer. Und das ist ja eigentlich das was gebraucht wird. Essen/Getränke austeilen, Waschen etc. sind ja die Sachen, die heute schon z.T. von solchen Leuten übernommen wird.

Doc Martini
07.05.2009, 18:48
Essen/Getränke verteilen, Bettenplätze desinfizieren, Schränke auffüllen, sowas übernimmt bei uns eine "Servicekraft". Darüber hinaus habe ich in einer Stellungnahme vom DPR (Marie-Luise Müller) gelesen, dass die es befürworten, wenn die Pflegeausbildung weiter akademisiert wird und neue Berufe geschaffen werden, wie z.B. "Gesundheitshotelfachkraft". Damit ist der Weg ja wohl vorgegeben:
Die akademisierten Pflegekräfte übernehmen wahrscheinlich mehr und mehr ärztliche Tätigkeiten abseits der Diagnostik, wie z.B. BEs und treten "leichter" auszuführende Tätigkeiten an andere Kräfte ab.
Ob das richtig ist, sei mal dahingestellt. Es bleibt die Frage, ob es eine andere Möglichkeit gibt?

Sternenprinzessin
07.05.2009, 21:43
Ich finde das auch nicht schlimm, warum sollen denn Hauptschüler keine guten Krankenpfleger werden können? Im theoretischen Teil der Ausbildung gibt es doch Zwischenprüfungen, und da wird dann ohnehin gesiebt. Also ich glaube nicht, dass da jemand einfach durchgeschliffen wird.
Und bei uns im Haus und den Häusern der Umgebung ist es bereits so, dass ~ 30% der Pflegekräfte KPHs sind.

Strodti
07.05.2009, 22:08
Find ich bis zum gewissen Punkt auch in Ordnung. Hab nie verstanden, dass die 3-Jährig ausgebildeten, teueren Pflegefachkräfte soviel Zeit mit Essen austeilen, Bürokram Bestellungen, abheften, abwaschen, Fäkale aufräumen, Wäschesäcke schleppen etc. verbringen können.
Diese ganze Geschichte mit den Stationshilfen, Stationssekretärinnen und vermehrter einstellung von KPHs kam ja erst in den letzten Jahren auf. Manchmal kommt man aber an Grenzen. Bei einem ehemaligen Arbeitgeber haben die irgendwann Arzthelferinnen für die Ambulanz eingestellt. Die waren halt billiger als exam. Pflegekräfte. Nach zwei Jahren waren die beiden Stellen wieder mit Pflegekräften besetzt. Hat nicht geklappt...

//stefan
08.05.2009, 10:49
Es gibt Krankenhäuser, die haben "Sekretärinnen" für den Papierkram (Konsile ausfüllen, Röntgen-Scheine vorbreiten, Archivieren + Befunde an die richtigen Ärzte weitergeben). Das würde schon eine Menge Luft für die Pflegenden schaffen.

Servicekräfte, wie vorher genannt, sind sicherlich eine große Hilfe im Stationsalltag. Ich sehe da die Schwesternherlferinnen parallel dazu. Allerdings stellt unser Haus z.B. solche Kräfte gar nicht ein. Und aus eigener Erfahrung ist es (leider) so, dass sie teilweise mit Verbandswechseln beauftragt werden und hier krasse Defizite aufweisen. Da graust es mich echt manchmal. Allerdings heisst dasd nicht automatisch, dass alle examinierten Pflegenden das automatisch besser machen würden. Allerdings hätten die dann auch mehr Zeit, sich mit den pflegerelevanten Aufgaben des Patienten zu beschäftigen (Wunddokumentation, VW, Mobi u.ä.).

Ich komme jetzt in die Schlussphase der Ausbildung und ich denke, dass viele Hauptschüler Probleme mit dem Stoff bekommen würden. Unser Kurs besteht ausschließlich aus Abiturienten und Fachabiturienten. Und da gab es eine Menge Probleme (und gibt es immer noch) mit dem Verständins von Physiologie/Pathophysiologie/Anatomie. Dieses Jahr wurden wieder Realschüler eingestellt. Sicher kann man bei den kleinen Kursen nicht auf die große Allgemeinheit schließen aber ich wäre mit der Zugangsvoraussetzung Hautschulabschluss erstmal vorsichtig...

Nachtrag: Menschlichkeit/Warmherzigkeit/Mitfühlen u.ä. lässt sich nicht lernen, da gibt es keine Unterschiede zwischen Abiturient und Hauptschüler... die qualifizierte Betreuung des Patienten (Stichwort: Garantenstatus) hat dann schon mehr mit den intellektuellen Fähigkeiten zu tun. Es reicht nicht, Lehrbuchwissen auf den Patienten zu übertragen. Man muss Zusammenhänge verstehen um adäquat handeln zu können. Und da sehe ich in einem höherwetigen Schulabschluss eine höhere Wertigkeit.

Doc Martini
08.05.2009, 14:58
Die Frage ist doch, ob eine Servicekraft noch so viel hilft, denn wenn sie das Essen hinbringt muss im Endeffekt die PK trotzdem nochmal zum Patienten gehen um zu beurteilen, ob das Essen so eingenommen werden kann oder Hilfe braucht.
Schränke auffüllen ist sicherlich eine andere Schiene, aber letztlich dienen die Servicekräfte doch nur zum Ausdünnen des qualifizierten Pflegepersonals und damit der finanziellen Einsparung.

Ich denke, dass im Bewerbungsgespräch beurteilt werden sollte, ob jemand (egal welchen Schulabschluß er gemacht hat) die Motivation besitzt eine anspruchsvolle 3jährige Ausbildung durchzuziehen. Man hört häufig genug die Geschichten von unterforderten Schülern, die auf der Hauptschule versauern und denen ich einen qualifizierten Abschluss ohne wenn und aber zutraue.

schmuggelmaeuschen
08.05.2009, 19:07
das Hauptschüler die Ausbildung oft(nie) packen liegt aber meiner Meinung vorallem daran, wie in den Schulen gelernt wird.Bei uns in der MTA-Schule sind auch bis auf einen alle Realschüler geflogen, Hauptschüler nehmen wir gar keine... Und das nicht weil sie dumm sind, sondern oft einfach zulangsam lernen, da das Tempo auf Hauptschulen langsamer ist, man muss nich so viel herleiten, etc. Man leistet soviel wie man muss und in den Hauptschulen ist es eben weniger, da schaffe viele den harten wechsel nich...

Nils.
09.05.2009, 09:26
Nach ca. 5 Stunden Schlaf und Frühdienst gestern einer der wenigen Tage, an dem ich um kurz nach 21 Uhr ins Bett gegangen bin. Aber jetzt bin ich wieder ausgeruht und nächste Woche ist Spätschicht angesagt.

//stefan
10.05.2009, 16:39
Frühdienst #1 erledigt... von insgesammt 6.... :-kotz
:-keks