Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was macht die Krankenpflege-Ausbildung?
@Nils: Schonmal im OP nach Hakenhaltern gefragt? Ich mach das neben meiner Ausbildung (PTA) noch auf 400-Euro-Basis. Klar ist der "Lerneffekt" jetzt nicht sooo extrem, aber ich meine doch gelesen zu haben, dass auch dir der OP gut gefällt :-love
Asclepia
30.06.2010, 15:16
Hm, meine Ausbildung war nicht anspruchslos. Kommt vielleicht drauf an, wo man die Ausbildung macht. Ich wollte nach der Ausbildung auch nicht in einem kleinen Dorfkrankenhaus arbeiten und bin jetzt in einer Fachklinik mit 2000 Mitarbeitern und weltweit herausragenden Ruf.
Vielleicht die Krankenpflegeschule wechseln? Mir war auch mal langweilig, aber nie so extrem wie dir und wenn dann habe ich Sudoku gemacht. Gerade im 1.Jahr hat man noch viel Schule, aber nach und nach wird das doch weniger. Es kann dir doch nicht grundsätzlich alles langweilig sein, egal welches Fach in der Schule/ welcher Lehrer und egal auf welcher Station!
Und meine ambulanten Einsätze waren absolut top, viel besser als Gyn und Pädiatrie!
Außerdem: heute gab's Gehalt, Fortbildung war sehr gut, ich habe Urlaub und das Wetter ist spitze :-top
Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, möglichst früh die Weiterbildung im Bereich der Intensiv- oder OP Pflege zu beginnen? Ich stoße momentan nur auf Angebote, bei welchen man Berufserfahrung braucht, oder man sich verpflichtet, mehrere Jahre im Ausbildungskrankenhaus zu arbeiten.
@Nils: Ich kenne weder deine Pflegeschule, noch deine Erwartungen, aber denk doch mal ernsthaft über einen "Schulwechsel" nach. Ansonsten hält dich doch nichts davon ab, dir z.B. das "Basislehrbuch Innere Medizin" zu kaufen und (natürlich heimlich) damit zu lernen.
Sternenprinzessin
30.06.2010, 17:50
@lvf90: Wir haben in der Schule gelernt, dass man für Fachweiterbildungen eine mindestens 2-jährige Berufserfahrung braucht.
Bei uns in der Psychiatrie ist es jedoch so, dass man (wenn man sich gut mit seinen Vorgesetzten versteht), die Weiterbildung für Psychiatriefachpflege schon eher machen kann.
Aber in vielen Häusern ist es wirklich so, dass du dich für eine gewisse Zeit dort verpflichtest und sie dir im Gegenzug die Freistellung für deine Theoriezeit gewähren und die Fortbildungsgebühr zahlen.
Asclepia
30.06.2010, 19:25
Eine möglichst frühe Weiterbildung ist absoluter Quatsch. Hab ich auch immer gedacht, aber das bringt gar nichts. Bei uns sammelt man Punkte durch Fortbildungen (EKG, Beatmung, Haemofiltration, SM etc) und dann bewribt man sich um einen Platz in der Fachweiterbildung. Der Kurs dauert 2 Jahre und daher kann man sich nur alle 2 Jahre bewerben (und vorher natürlich Punkte sammeln).
Da die Weiterbildung teuer ist für das Haus, verpflichtet man sich für weitere 3 Jahre dort weiter zu arbeiten, also insgesamt 5 Jahre.
Man kann sich nur "rauskaufen". Ich arbeite jetzt seit 1 Jahr auf der Intensiv und kann mir nicht vorstellen jetzt schon Fachweiterbildung zu machen. Das ginge echt gar nicht. Ein Pacer Swan Ganz hat mich letztens schon Nerven gekostet, und ich will erstmal die Haemofiltration ohne Stress beherrschen.
Man braucht erstmal Erfahrung und Übung in den grundlegenden Therapien.
Warum willst du denn möglichst schnell die Fachweiterbildung machen?
Zu Fortbildungen kann man doch auch so gehen. Ich bin jeden Monat gut mit Fortbildungen versorgt, nur in diesem Jahr war ich schon bei: Rea-Schulung, Tracheotomie, 3x EKG Grundkurs, VW bei VAD, Update med Therapie nach HTX, 3x EKG Aufbaukurs, neue Methoden des Aortenklappenersatzes TAVI, 3x Nierenersatztherapie je 1,5h, und Heart Assist 5. Beatmungsseminar a 5x 1,5h liegt in meiner Urlaubszeit und mache ich Anfang 2011. Dazu kommen ständig Geräteeinweisungen.
Und viel mehr Geld bekommt man mit Weiterbildung auch nicht.
Sternenprinzessin
30.06.2010, 21:46
Und dann muss man nachher auch noch eine Prüfung machen, um die Fachweiterbildung zu bestehen... ich warte da auch lieber noch ein bisschen. ;-)
Asclepia
30.06.2010, 22:03
Ja, man macht nicht nur am Ende sondern auch zwischendurch diverse praktische und theoretische Prüfungen. Die Fachweiterbildung ist nicht einfach, bei uns stöhnen immer die Teilnehmer. Bei uns gibt es 6 Teilnehmer und unsere Station hat über 100 Vollzeitmitarbeiter.
Ich habe da lieber ein entspanntes Leben und gehe fleißig zu (bezahlten) Fortbildungen ;-)
][truba][
30.06.2010, 23:56
Bei uns kann man auch gleich die Weiterbildung machen denn die 2 Jahre Berufserfahrung zählen bei uns zur Zulassung zur Prüfung. Und da der Kurs ja 2 Jahre dauert hat man diese in der Regel am Ende der Fachweiterbildung.
Allerdings ist das nur der theoretisch mögliche Weg. Es gibt bisher niemanden der ohne Berufserfahrung diese Weiterbildung besuchen konnte. Es sei denn man bezahlt sie eventuell aus eigener Tasche.
Distress Misstress
03.07.2010, 22:42
Hallo Leute,
ich weiss, ich mach hier Werbung und hab nix zum Thema GuK-Ausbildung beizutragen :-oopss Dennoch bräuchte ich eure Hilfe, vor allem von jenen, die im OP tätig sind!
Hier (http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?p=912307#post912307) suche ich nach einem schönen Buch über Lagerungen im OP (und sonst alles, was man als Fachkraft dort so treibt). :-) Es wäre toll, wenn ihr mir helfen könntet!
Matzexc1
04.07.2010, 10:26
Ja, man macht nicht nur am Ende sondern auch zwischendurch diverse praktische und theoretische Prüfungen. Die Fachweiterbildung ist nicht einfach, bei uns stöhnen immer die Teilnehmer. Bei uns gibt es 6 Teilnehmer und unsere Station hat über 100 Vollzeitmitarbeiter.
Ich habe da lieber ein entspanntes Leben und gehe fleißig zu (bezahlten) Fortbildungen ;-)
Ich war in Freiburg für das Programm Berufsanfänger und Intensivpflege.
Hab auch am UK Frankfurt auf der Inneren Intensiv hospitiert.
Ich würde mir genau überlegen was ich mache.Die Freiburger waren echt nett und sind auch kompetent,aber als Berufsanfänger auf Intensiv ist mir zuviel Stress.
Außerdem bringen Fachweiterbildungen die 2 Jahre dauern nur was wenn du nicht am Haus bleiben willst.
Ich sitz jetzt an einer Uniklinik im OP und besuch Weiterbildungen was ich kann. Nächste Woche ist Osteosynthese, diese war es Polytraumakonferenz(Thema:Gerinnung)
Aber meine Ausbildung war teilweise absoluter Müll.
Asclepia
04.07.2010, 10:45
Fachweiterbildung bringt für uns Warter auch keinen Nutzen. 3 Jahre Ausbildung + 2 Jahre Fachweiterbildung (+ evt Zivi oder Bund) sind schon 5 Jahre. Nach der Fachweiterbildung bist du fast immer verpflichtet noch weiter dort zu arbeiten und man muss sich rauskaufen.
Ich habe auch schon genug Stress auf der Intensiv, das reicht voll und ganz und direkt nach der Ausbildung ist das wirklich nutzlos und sinnfrei.
Matzexc1
04.07.2010, 10:55
@Nils: Ich kann es nachfühlen. Auch in Freiburg haben sie mir bestätigt das die Ausbildung in den letzten Jahren schlechter geworden ist.Ich hab mich mit Büchern zu Notfallmed,Intensivmed,Chemie,Physik,... eingedeckt,gelernt,mit meinem Hausarzt gequatscht oder mich auf das wichtige(Studium) konzentriert.Aber wenn dir alles zuviel wird überleg dir ob ein Wechsel nicht doch was bringt(macht sich bei Bewerbungen leider etwas schlecht,aber der momentane Personalstand der meisten KH's führt wahrscheinlich zur Einstellung, egal was man an Zeugnissen einbringt).
Meine Horroreinsätze waren die Innere(10 Wochen) und 14 Wochen Geri Reha.
Es hört sich genauso an wie es war.:-kotz:-kotz:-kotz
Sowohl manche Patienten als auch Kollegen die ihren Frust an dir rauslassen.
Sorry: aber es waren fast immer die Weiber
Aber Intensiv,Chirurgie und Gyn waren hammergeil:-D. Pädiatrie war eher Psychatrie aber es ging vorbei.
Manche Abteilungen sind teiweise das letzte,aber es gibt auch die guten.
Ambulante Pflege war auch bei mir teilweise grenzwertig(eine Pat hat auch nach dem Waschen so sehr nach Schweiss gerochen das ich am liebsten Kotzen wollte)Aber häufig war es auch sehr schön.:-meinung
Ach ja, wie erkennt man in der ambulanten Pflege das ein Patient verwahrlost ist?
Du kommst zum ersten mal mit einer examinierten Kraft in die Wohnung. Überall stapelt sich Müll es stinkt bestialisch und der/die Angehörige/n der/des Patient/en sehen ungepflegt aus. Du holst als braver Schüler das Wasser,während der Sohn deine Kollegin angräbt und versuchst dabei das dreckige Geschirr nicht auf den Boden zu schmeißen.
Ihr pflegt was ihr könnt,aber plötzlich seht ihr beide etwas an euch vorbeirennen:
Etwas scheibenförmiges,mit grün-weißem Fell und 4 dünnen,bepelzten Beinen.
Die Kollegin schaut dich an und fragt entsetzt:
WAR das ein Teller???
(Bis auf den Teller hab ich's einmal so erlebt)
Matzexc1
04.07.2010, 10:57
Fachweiterbildung bringt für uns Warter auch keinen Nutzen. 3 Jahre Ausbildung + 2 Jahre Fachweiterbildung (+ evt Zivi oder Bund) sind schon 5 Jahre. Nach der Fachweiterbildung bist du fast immer verpflichtet noch weiter dort zu arbeiten und man muss sich rauskaufen.
Ich habe auch schon genug Stress auf der Intensiv, das reicht voll und ganz und direkt nach der Ausbildung ist das wirklich nutzlos und sinnfrei.
Wenn es einer machen will bitte. Aber er/sie wird nach einem halben Jahr mit Burnout zu Hause liegen.:-meinung
Und heute wieder mal die Bestätigung bekommen, dass Pflege die absolute falsche Wahl war/ist.
"Pflege ist kein medizinischer Beruf sondern ein sozialer!" und das von ner Lehrerin..
Danke und tschüss! :-kotz
Matzexc1
10.07.2010, 12:14
Mich wollten sie in Krankenpflegehelferkurs stecken.
Pflege ist zwar mehr sozial als medizinisch,aber das medizinische verdammen ist tierisch engstirnig.
Schönen Gruß an deine Lehrerin: Sie ist ein Dinosaurier.
Lass mich raten:
Sie ist über 40,ohne Mann und eine absolute Grundpflegenärrin.
Die Sorte kenn ich nur zu gut.
Pflege ist zwar auch ein bisschen Berufung,aber ich finde es ist ein Beruf.
Lernst du an einem kirchlichen Haus?
An meinem Haus werden die Krankenpfleger sehr vielseitig eingesetz. Wer auf der Inneren oder Geriatrie arbeitet, wird sicherlich fast nur Grundpflege machen, aber es geht auch anderes:
In der NA wird die Grundpflege zu 100% von den GuK-Helfern übernommen, die Examinierten assistieren und führen selber kleine Eingriffe durch. Wir haben auch soweit ich weiß keine OTAs, sondern OP Pfleger, die die Instrumente vorbereiten und während der Operation assistieren. Unsere Notärzte werden oft von Intensivpflegern begleitet und im Rea-Team ist auch ein Pfleger.
Und was erwartet ihr von der Lehrerin? Denkt ihr, sie würde auch viel lieber Medizin studieren? Sie hat offenbar ihren Wunschberuf gefunden und das finde ich auch gut so. Der Großteil aller Pflegekräfte macht den Beruf nicht trotz, sondern wergen der Grundpflege.
Mich wollten sie in Krankenpflegehelferkurs stecken.
Pflege ist zwar mehr sozial als medizinisch,aber das medizinische verdammen ist tierisch engstirnig.
Schönen Gruß an deine Lehrerin: Sie ist ein Dinosaurier.
Lass mich raten:
Sie ist über 40,ohne Mann und eine absolute Grundpflegenärrin.
Die Sorte kenn ich nur zu gut.
Pflege ist zwar auch ein bisschen Berufung,aber ich finde es ist ein Beruf.
Lernst du an einem kirchlichen Haus?
Ja und ja. :-))
Sternenprinzessin
10.07.2010, 19:07
Oh man, wir durften uns jetzt noch 2 Einsätze aussuchen nach dem praktischen Examen. Ich hab mich für die Sucht(Drogen) und Kinderpsychiatrie entschieden. Im Moment bin ich also 3 Wochen auf der Kinderpsych und was soll ich sagen? Irgendwie haben die überhaupt keinen Plan von Pflege. Gelernte Kinderkrankenschwestern die mich fragen, warum ich den Kindern bei dem Wetter eine Mütze aufsetze, wenn wir rausgehen und warum ich sie mit Sonnencreme einreibe...
Noch dazu darf ich für die Tätigkeiten, die ich an den Kindern ausführe, nicht unterschreiben. Als ich darauf hin gewiesen habe, dass derjenige, der unterschreibt, die rechtliche Verantwortung trägt, kam die Antwort: "Bei uns ist das nicht so." Aha, rechtsfreie Zone also?
Und dann habe ich mich erdreistet zu fragen, ob ich bei einem Kind Blut abnehmen darf. Antwort: "Um Gottes Willen, du bist noch in der Ausbildung!" Ja, noch knappe 2 Monate...
Echt ohne Worte. Wenn ich mir vorstelle, dass du dich die ganze Zeit so fühlst, Nils, dann herzliches Beileid.
Morgen schieb ich dann zur Abwechslung mal 'nen Frühdienst auf der Geronto. Endlich wieder Behandlungspflege (PEGs, ZVKs etc. an der Tagesordnung). Im Übrigen hat da letztens eine Schwester aus der Kinderpsych ausgeholfen und fragte erstmal, wie sie einen Patienten waschen soll. Antwort einer Kollegin: "Von oben nach unten." :-top
Ich arbeite dieses Wochenende mit einer echt tollen Oberkursschülerin... Die fragt, scheint interessiert, bekommt ihre Aufgaben hin und arbeitet selbstständig (halt so selbstständig, wie man als Schüler arbeiten kann). Nach den ganzen Vollpfosten der letzten Monate eine echt tolle Abwechslung. Leider will die nach ihrem Examen in die Innere und mag Chirurgie eigentlich gar nicht so. Schade, so jemanden kann man echt gut im Team gebrauchen.
Die neue Unterkursschülerin (1. Einsatz!) ist total süß... Unser Stationsleiter meinte so aus Spaß: "Wenn die Patientin ihren DK gezogen haben will, dann setzt du dein rechtes Bein gegens Bett,und nimmst dann den Katheter und ziehst mit deinem ganzen Gewicht dran, bis er rausrutscht". Auf den doofen Spruch kam nur ein "Ich glaub dazu bin ich nicht stark genug, zeig mir das bitte nochmal". Sehr witziger Dienst heute :-)
Das war mein erster Tagdienst nach 2 Monaten Nachtdienst... Hab meine Kollegen echt vermisst.
ich hab grad mein 1. frei rupturiertes baa instrumentiert :-notify man war das krass, dagegen ist emergency room echt nix... musste nach dem blutbad auch erstmal duschen gehen :-((
mal sehen, was der nd noch so mit sich bringt. hab irgendwie immer so ein "glück" in meinen nächten oO
@strodti: ich kann mir nd so ganz allein auf station gar nicht mehr vorstellen... im op sind wir immer zu 3. + 2 anästhesiepfleger + ggf. rufdienst. so hat man immer wen zum schnacken und überhaupt... :-))
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