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Differenzialdiagnose
13.12.2018, 18:05
Da bin ich ja meist.

Krötino
13.12.2018, 18:21
Anderes Ding, ich will jetzt nicht gleich nen Thread aufmachen. Jemand Erfahrungen mit Alternativen zum Arztdasein?
Ich bin seit November im PJ und finde alles daran entsetzlich. Der Umgang mit der Pflege ist nervig, mir macht nichts daran Spaß und ich kann mich so gar nicht motivieren, jeden Tag wieder hinzugehen. Freitags denke ich daran, dass ich Montag wieder muss.
Klar, Bezahlung würde es besser machen, aber insgesamt war mein Fazit aus dem ersten Monat PJ, dass ich eher kein Arzt werden will.
Vielleicht gehts ja noch jemandem so.

Hier. Minus das mit der Pflege. Da hatte ich bis jetzt eher Stress mit einzelnen AÄ oder OÄ.. Ich finde es echt furchtbar. Vor allem wie man sich anscheinend Höhergestellten anbiedern muss um irgendwie weiter kommen zu dürfen. Teilweise abstoßend und verdirbt mir absolut die Freude auf diesen Beruf. Ich hoffe wirklich ich sehe totale Negativbeispiele...

davo
13.12.2018, 18:26
Ich wüsste aber auch nicht was ich da dem PJ-Büro erzählen sollte bzw. was die da ändern könnten.

Du erzählst denen genau das, was du hier geschrieben hast.

Klar, die Chancen sind groß, dass sich nichts ändern wird. Aber wenn nie jemand etwas sagt, wird sich garantiert nichts ändern - deshalb ist es essentiell, das immer und immer wieder der Uni bekanntzugeben. Je mehr Studenten das machen, desto eher wird sich vielleicht irgendwann mal was ändern. Auch wenn deutsche Unis sehr träge sind und der Lehre im Medizinstudium keinen großen Stellenwert beimessen.

Außerdem natürlich eine entsprechende Bewertung auf pj-ranking.de hinterlassen - das erzeugt auf Dauer noch viel mehr Druck, etwas zu ändern.

Sind da ACH und UCH gleich desinteressiert, oder besteht zumindest eine gewisse Hoffnung, dass sich beim Abteilungswechsel im Januar etwas ändern könnte?

Hijadelaluna
13.12.2018, 18:54
Genau: wenigstens auf PJ-ranking was Aussagekräftiges hinterlassen (schade wie wenig das teilweise genutzt wird). Damals als ich auf der Suche nach meiner ersten Stelle als Ärztin war, hab ich da auch nochmal reingeschaut.

Ich fand mein 3. Tertial so bescheiden. Das war Innere an der Uni (wurde da zugelost) und man hat als PJ dort BEs, EKGs und Aufnahmen gemacht. Die EKGs hat man alleine ausgewertet und nur bei hartnäckigem Nachfragen hat da mal ein Arzt drüber geschaut. Die Aufnahmen hat man übergeben, aber meistens nicht mal zu der Übergabe ein Feedback bekomme geschweige denn irgendwas vom Verlauf mitbekommen. Fand ich doch sehr bescheiden. In der letzten Woche kam noch ein neuer AA, der uns bei der Visite mitgehen hat lassen und der uns auch ein paar eigene Patienten zugeteilt hat. Ins Sonó durfte man einen halben Tag... das ganze wurde dann erst auf Intensiv- die letzten 2 oder 3 Wochen richtig gut- da wurde man gefordert und durfte einiges machen.
Von dem langen langweiligen Teil hab ich aber auch was mitgenommen: wie eine strukturierte Aufnahme geht und wie man EKGs auswertet- den Großteil haben wir uns da selber beigebracht. Und dass ich, wenn ich einen PJ habe, mich wirklich anstrengend ihm was beizubringen.

Krötino: welches Tertial machst du denn gerade?

Krötino
13.12.2018, 18:59
Ganz ehrlich.. Da wird sich nichts ändern.

Solange es keinen verpflichtenden Plan gibt was inhaltlich einem Pjler in welchem Tertial beizubringen ist.. Ist es dem dem Prüfungsamt, PJ-Büro oder sonst wem so ziemlich egal. Hauptsache man ist dort die geforderte Anzahl an Stunden (wenn nicht bitte nicht an die große Glocke hängen) Hauptsache die Bezahlung übersteigt nicht das Maß das in der ÄApO festgelegt wurde etc. Hauptsache man hat nicht mehr als die maximalen Fehltage. Was anderes interessiert die nicht, weil für was anderes gibt es kein Formular. Und solange es kein Formular gibt auf dem man Dinge abhaken kann wie "fundierte Kenntnisse in der Wundversorgung" und irgendwo festgelegt ist was fundierte Kenntnisse sind.. Wird sich das nicht ändern..

Edit:
Das zweite gerade fertig. Durfte mich heute noch rechtfertigen warum ich jetzt zu Weihnachten noch Fehltage nehme und ob ich meine die auch verdient zu haben.. :-keks

davo
13.12.2018, 19:06
Formulare bringen streng genommen auch nichts. Siehe Weiterbildungslogbücher :-p

Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass es an jeder Uni einzelne Leute gibt, die tatsächlich ein Interesse an guter Lehre haben, und auch bereit sind, etwas dafür zu tun. Sowohl in der Verwaltung als auch in den Kliniken. Dass diese oft nur eine kleine Minderheit sind mag sein, aber man darf von den Studenten schon auch erwarten, von der Möglichkeit des Feedbacks Gebrauch zu machen. Wenn unzufriedene Studenten einfach nur die Klappe halten und nichts tun, ist logisch, dass sich genau dieselbe Mentalität auch auf FA-Weiterbildungsebene fortsetzen wird.

Man muss seine Stimme nutzen, auch wenn die Chance, etwas zu verändern, gering sein mag. Denn gering ist immer noch besser als null. Und wenn sich, nur so als fiktives Beispiel, für Chirurgie am Lehrkrankenhaus X weniger Leute melden als es Plätze gibt, wird selbst der trägste Studiendekan anfangen nachzudenken, woran das liegen könnte und was man dagegen tun könnte.

Wenn man etwas Druck aufbauen will könnte man auch über ein Lehr-Ranking nachdenken. Entweder basierend auf den Daten von pj-ranking.de, oder als deutschlandweite Online-Umfrage unter den Medizinstudenten der einzelnen Unis. Sobald die Ergebnisse so eines Rankings in die Presse kommen, wird jeder Studiendekan anfangen, aktiv zu werden. Man könnte öffentlichen Druck aufbauen, wenn man das wollte. Aber Fachschaften, bvmd und Co. sind da meiner Wahrnehmung nach immer sehr zurückhaltend.

Differenzialdiagnose
13.12.2018, 19:51
Du erzählst denen genau das, was du hier geschrieben hast.

Klar, die Chancen sind groß, dass sich nichts ändern wird. Aber wenn nie jemand etwas sagt, wird sich garantiert nichts ändern - deshalb ist es essentiell, das immer und immer wieder der Uni bekanntzugeben. Je mehr Studenten das machen, desto eher wird sich vielleicht irgendwann mal was ändern. Auch wenn deutsche Unis sehr träge sind und der Lehre im Medizinstudium keinen großen Stellenwert beimessen.

Außerdem natürlich eine entsprechende Bewertung auf pj-ranking.de hinterlassen - das erzeugt auf Dauer noch viel mehr Druck, etwas zu ändern.

Sind da ACH und UCH gleich desinteressiert, oder besteht zumindest eine gewisse Hoffnung, dass sich beim Abteilungswechsel im Januar etwas ändern könnte?


Wenn da irgendwas vom PJ-Betreuer evaluiert werden sollte, werde ich das natürlich angeben. Genau so wie die Bewertung auf pj-ranking.
Von der UCH habe ich da keine Ahnung. Zumindest scheinen die PJ-Kollegen dort mehr im OP eingebunden zu sein. Ich bin gespannt.

nie
13.12.2018, 20:00
Es kann sich schon was ändern. Ich bin gerade in der UC und es wird von UC-Seite sehr streng drauf geachtet, dass wir ausschließlich in dr UC und nicht in der Ortho eingesetzt werden. Nichtmal BEs sollen wir für die Orthopäden machen obwohl die Stationen teilweise gemischt sind. Grund ist die Tatsache, dass es diese strenge Trennung früher nicht gab und es oft so war, dass die UC-PJler (die ja oft nur da sind weil sie müssen und kein besonderes Interesse haben, schon gar nicht an Ortho, was ja eigenlich ein zusätzliches Wahlfach ist) eigentlich den ganzen Tag elektive Hüft-TEPs assistiert haben. Resultat: es hat sich rumgesprochen und es wollten kein PJler mehr in diese Abteilung. Die Abteilung hat draus Konsequenzen gezogen und jetzt wird streng drauf geachtet, dass die Orthopäden sich nicht die UC-PJler "ausleihen".

PJ muss nicht immer scheiße sein. Ich war jetzt in zwei Krankenhäusern und insgesamt 5 Abteilungen und habe überwiegend gute Lehre bekommen. Auch von Kommilitonen in anderen Häuseren höre ich größtenteils nur Gutes. Die meisten sind insgesamt zufrieden. Ist natürlich nicht immer alles nur toll aber unterm Strich steht eine positive Gesamtbilanz.

escitalopram
14.12.2018, 14:58
Ganz ehrlich.. Da wird sich nichts ändern.

Solange es keinen verpflichtenden Plan gibt was inhaltlich einem Pjler in welchem Tertial beizubringen ist.. Ist es dem dem Prüfungsamt, PJ-Büro oder sonst wem so ziemlich egal. Hauptsache man ist dort die geforderte Anzahl an Stunden (wenn nicht bitte nicht an die große Glocke hängen) Hauptsache die Bezahlung übersteigt nicht das Maß das in der ÄApO festgelegt wurde etc. Hauptsache man hat nicht mehr als die maximalen Fehltage. Was anderes interessiert die nicht, weil für was anderes gibt es kein Formular. Und solange es kein Formular gibt auf dem man Dinge abhaken kann wie "fundierte Kenntnisse in der Wundversorgung" und irgendwo festgelegt ist was fundierte Kenntnisse sind.. Wird sich das nicht ändern..

Edit:
Das zweite gerade fertig. Durfte mich heute noch rechtfertigen warum ich jetzt zu Weihnachten noch Fehltage nehme und ob ich meine die auch verdient zu haben.. :-keks

Unser PJ-Büro interessiert sich wohl dafür, wie die Tertiale laufen und ob wir was lernen oder nur ausgenutzt werden. Aber prinzipiell liegst du nicht falsch, nehme ich an, zumindest in der Mehrzahl der Fälle.

OMG, das mit den Fehltagen ist lustig. Haben die das im Ernst so gemeint? :-oopss Oberpeinlich!

Atya
14.12.2018, 19:45
DD, ich habe das selbe Problem wie du in meinem Chirurgie Tertial. Ich habe heute die Uni- Ansprechpartner für pj angerufen und ihn meine Situation geschildert. Wenn das auf die nächste Station weiter MIST läuft wachsele ich das Krankenhaus
Ich finde man muss nicht immer die Klappe halten und ja sagen!!!

*milkakuh*
15.12.2018, 12:29
Ist es bei Euch eigentlich auch so, dass Ihr echt wenig machen dürft?
Bin in der Chirurgie und die praktischen Tätigkeiten halten sich hier absolut in Grenzen. Die meisten Sachen machen die Ärzte auf Station und die Oberärzte im OP selbst.
Inkl. wirklich fast bis zum Verband.
Ich wollte unbedingt noch auf deinen Beitrag antworten, weil es bei mir echt ganz genauso ist. Ich war jetzt in den ersten 4 Wochen in der Unfallchirurgie und durfte so gut wie nichts machen. Die Aufgabe der PJ'ler ist es Blut abzunehmen, Braunülen zu legen und im OP Haken zu halten etc.. Ich bin chirurgieinteressiert und durfte in meinen Famulaturen mehr machen als jetzt in den ersten Wochen vom PJ. Im OP durfte ich genau einen Knoten machen und einmal nähen. Den Tacker hab ich nur in die Hand bekommen, wenn außer uns PJlern sonst keiner dabei war. Erklärt wurde nur ganz knapp auf Nachfrage. Die Ärzte haben es nicht mal für nötig gehalten uns den OP-Plan zu zeigen/zu geben oder uns mal zu informieren, was ansteht und wann wir gebraucht werden. War aber im Prinzip auch überflüssig, weil die eh zu jeder noch so kleinen OP uns PJ'ler als 3. Assistenz eingeteilt haben.....Wenn wir bei einem Patienten die BE/Braunüle nicht hinbekommen haben, wurde nur mit den Augen gerollt und entweder hat sich jemand dann erbamt die BE später selber zu machen oder sie stand nachmittags noch oder wurde einfach für den nächsten Tag hingestellt....Dass mal jemand mitgegangen und geholfen hätte....Fehlanzeige.....Also die waren jetzt insgesamt nicht super scheiße zu uns aber man wurde Null ins Team integriert und hat absolut keine Wertschätzung erhalten und man hat genau gemerkt, dass man dort nur der Arsch vom Dienst ist. Solange wir unsere Aufgaben erledigt haben, hat es nicht mal jemand gemerkt, wenn wir 3h im PJ-Raum Mittag gemacht haben...Das Desinteresse an uns fand ich echt unmöglich. Als ich einmal zu spät bei der ersten OP war, hab ich mir dann am nächsten Tag anhören können, dass sie erwarten, dass wir direkt nach der Besprechung direkt in den OP kommen ohne über Los (=Cafeteria) zu gehen. Pff hab ich ja gar nicht eingesehen. Die 5 Minuten, um mein kostenloses Frühstück abzuholen, hab ich mir dreisterweise immer genommen. :-))

Glücklicherweise sollen die Gefäßchirurgie und die Allgemeinchirurgie gut sein, sodass ich wohl das "schlimmste" hinter mir habe.
In den nächsten zwei Wochen rotiere ich noch in die Gyn, das finde ich ganz cool!

Differenzialdiagnose
18.12.2018, 15:32
Muss meine Aussagen vom Anfang nach nem knappen Monat teilweise revidieren.

Die Ärzte scheinen zu merken, dass ich Interesse am Fach habe und auch ein bisschen mitdenke.
Da kommt dann auch mittlerweile mehr zurück. Darf mehr praktisch machen und es geht voran.

schmuggelmaeuschen
18.12.2018, 19:41
also ich durfte im Chirurgie Tertial (UCH) mega viel machen. Klar auch BE und Viggos aber auch Verbände, Amublanz, Notaufnahme (inkl. kleine Schockräume leiten), nähen im OP als auch Notaufnahme und im OP auch alles von Haken halten, Nähen bis hin zum Lagern Abdeckten 1. Assistenz und 2 mal war ich sogar 1. Operateurin (alspo mit OA und support aber trotzdem)

Differenzialdiagnose
18.12.2018, 20:19
Und was ist daran mega viel?

Nessiemoo
18.12.2018, 20:38
Das ist schon mega viel, Differenzialdiagnose... Was erwartest du denn?
Also am meisten konnte ich in meinem Innere PJ in der Notaufnahme machen - eigentlich selbstständig Patienten wie ein junger Assistenzarzt betreuen, und dann in Chirurgie PJ in der Urologie-Rotation. Immer erste Assistenz, auch bei großeren OPs, einmal selber Blasenspiegelung machen, viel selber schallen. Schade dass in meinem Wahlfach ich damals auch leise bei Visite dabeistehen durfte und Ärzten bei Papierkram zugucken durfte und mal selten einen Patienten untersuchen. -.-

nie
19.12.2018, 08:02
Und was ist daran mega viel?

Da würde ich dann tatsächlich mal die eigene Erwartungshaltung hinterfragen... was willst du denn alles in der Chirurgie so machen?

escitalopram
19.12.2018, 09:46
Ich finde auch, dass es tatsächlich sehr gut klingt. Was will man mehr machen im Chirurgie-Tertial?

Krötino
19.12.2018, 11:46
Mit oa zusammen operieren.. Dürfen wohl die wenigsten pjler die ich kenne. An meiner Uniklinik kommst über Be und Hakenhalter nicht hinaus. Am besten beides zeitgleich :-keks

AK92
19.12.2018, 12:47
Mit oa zusammen operieren.. Dürfen wohl die wenigsten pjler die ich kenne. An meiner Uniklinik kommst über Be und Hakenhalter nicht hinaus. Am besten beides zeitgleich :-keks

Auch schön ist die Diskrepanz, wenig machen zu dürfen, dann aber angeschnauzt zu werden wie sonst was, wenn man nicht perfekt intrakutan nähen kann und nicht direkt wie ein Soldat stramm steht und sofort wie aus der Pistole nach der Schere ruft, weil der Operateur gerade anfängt zu nähen. Echt toll, dann sowas wie ''Du hast bestimmt Stärken, die wir dafür nicht haben'' reingedrückt zu bekommen. So bescheuert. Dann sollen sie entweder direkt eine gute operative Ausbildung bieten oder den Mund halten. Aber mit wem reden wir da, mit Chirurgen? Da können wir direkt ein paar mal gegen die Wand laufen, ist weniger sinnfrei und schmerzvoll.

mathematicus
19.12.2018, 13:53
Am meisten machen durfte ich interessanterweise in meinem Wahlfach an einer großen Uniklinik, gefolgt von Innere an einem peripheren Haus und auf Platz 3 landet dann Chirurgie. Wobei auch das Tertial ganz okay war, wenn ich hier lese, wie wenig andere machen durften.. aber man muss eben auch mal den Mund aufmachen, wenn es nicht so läuft, wie es soll bzw. wenn man den Eindruck hat, dass man nur eine billige BE-Kraft ist.