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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für gestresste Pj-ler und UAs



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dreamchaser
25.11.2011, 18:56
Solange er dich nicht direkt darauf anspricht, kannst du ja bei der Verabschiedung sagen "vielleicht bis bald". Ist doch ein nettes Kompliment - freu dich und nimm es als Ansporn für die nächsten Tertiale und v.a. das Lernen fürs HEX. Und in der Zeit kannst du darüber nachdenken, ob du genau dort anfangen möchtest (was ja nicht heisst, dass du dort für immer arbeitest) oder vielleicht doch woanders. Aber ich kann dir sagen: ein nettes Team, wo die Atmosphäre stimmt, ist Gold wert - der Anfang ist sowieso hart und nicht immer schön. Und über dieses Haus weisst du genau Bescheid, wie es läuft - so gut Bescheid wirst du über kein anderes Haus wissen, ohne dass du dort gearbeitet hast.

WackenDoc
25.11.2011, 19:02
Wenn ein direktes Angebot kommt, kannst du dich ja erstmal bedanken, aber um Bedenkzeit bis zum Ende des PJ bitten.
Schau dir die anderen Abteilungen und die Arbeitsweise da generell mal an.

Für einen Vertrag und genauere Verhandlungen etc. halte ich es jetzt noch zu früh.

Feuerblick
25.11.2011, 19:15
Bedank dich einfach nett und sag, du wirst am Ende deines PJ gerne darauf zurückkommen.

Clara Cecilia
25.11.2011, 20:56
Warum nicht schon einen Vertrag abschließen ? So würde man sich doch die Stelle sichern und wenn sich dann doch noch etwas anderes ergibt, bleibt doch genügend Zeit um rechtzeitig vor Arbeitsbeginn zu kündigen.

Kackbratze
26.11.2011, 10:13
Ja, und man hinterlässt auch gleich einen schalen Nachgeschmack nach der Kündigung, so dass man für noch spätere Bewerbungen gleich einen "Stein im Brett" beim Chefarzt hat.

wjsl
28.11.2011, 19:27
Ich finde auch, dass das doch ein tolles Kompliment ist(kenne in unserem Jahrgang keinen, der ein Stellenangebot bekam); würde den Vertrag unterschreiben, und wie es tatsächlich ist, dort zu arbeiten, das findet man wohl wirklich erst als Assistent heraus, gegenüber einem PJler oder Hospitanten verhalten sich die Leute doch immer anders. Es gibt also letzten Endes nur einen Weg es herauszufinden, und wechseln könntest du später immer noch.

Eigentlich finde ich das PJ noch ziemlich entspannt, wenn auch manchmal etwas frustrierend, weil die eigene Meinung meist nicht zählt.

"Glücklicherweise" quält mich momentan eher die Angst vor der mündlichen Promotionsprüfung; man kann abends halt überhaupt nicht abschalten, und nachts schwer schlafen. Nur weiß ich auch nicht mehr, wo ich mit der Vorbereitung anfangen soll; zwar hört man immer, dass angeblich einige nichtmal mehr ihr Thema wüssten und trotzdem niemand durchfiele, nur kann ich mir das nicht vorstellen; irgendeinen Sinn muss die Prüfung doch haben, oder?

Tut mir leid; strenggenommen bezieht sich dieses Problem ja nicht aufs PJ.

Kackbratze
28.11.2011, 20:04
Ich finde auch, dass das doch ein tolles Kompliment ist(kenne in unserem Jahrgang keinen, der ein Stellenangebot bekam); würde den Vertrag unterschreiben, und wie es tatsächlich ist, dort zu arbeiten, das findet man wohl wirklich erst als Assistent heraus, gegenüber einem PJler oder Hospitanten verhalten sich die Leute doch immer anders. Es gibt also letzten Endes nur einen Weg es herauszufinden, und wechseln könntest du später immer noch.

Um offen zu sprechen:
sofern nicht ein eklatanter Stellenmangel vorliegt (was Du aber schon als PJ mitbekommen kannst) und die Abteilung sogar die Putzfrau einstellen würde bei entsprechender Qualifikation ist es gegenüber dem PJler ein echtes Kompliment.
Ob Du unterschreibst, bleibt absolut Dir überlassen, selbst ein "vielleicht später" ist nicht so unhöflich wie eine Kündigung noch vor Stellenantritt.

Wir haben bisher auch nur wenigen PJlern diese unmoralischen Angebote gemacht, aber wenn, dann hatte das Angebot auch Hand und Fuss.

wjsl
29.11.2011, 18:20
Angeblich muss eine Abteilung sehr verzweifelt sein, wenn Sie eine Stellenzeige ins Ärzteblatt stellt, wie ich hier lernen durfte. Wenn eine solche Abteilung aber auch eine war, in der man, ohne besagtes Angebot, PJ gemacht hat: Muss man dann ernsthaft an sich zweifeln?

Kackbratze
29.11.2011, 18:54
Man muss nicht an sich zweifeln, man muss nur kritisch die Abteilung anschauen und seine eigenen Schlüsse ziehen.
Ein Stellenangebot im PJ ist in den meisten Fällen auch ein Lob.

fosforito
30.11.2011, 09:24
Ich denke, man sollte sich erst einmal nicht verrückt machen. Ich habe mich zwar auch schon in dem Haus, in dem ich PJ mache, beworben - aber let's face it: erst mal will ich das PJ endlich hinter mich bringen (noch 5 Wochen) und das Examen steht ja auch vor der Tür.... und damit steht und fällt ja nun auch alles, was Stelle angeht, egal in welchem Haus.

Es ist sicherlich als Kompliment zu werten, wenn man vom CA ein entsprechendes Stellenangebot kommt - aber wie gesagt: ein Schritt nach dem anderen ;)

wjsl
30.11.2011, 16:10
Wenn ich ehrlich bin will ich hier auch nicht anfangen; ich fragte mich nur, ob das ein Hinweis sein könnte, dass ich allgemein unter Marktwert liege und deshalb an meinem Wunschort und -fach keine Chance haben könnte. Hier waren auch einige Chefwechsel, so dass wohl keiner sich wirklich verbindlich festlegen wollte.

Allerdings muss ich sagen ,dass es auch nicht so gut läuft, wie es eigentlich sollte. Man hört von anderen, die eigene Patienten hätten, alles Mögliche punktieren(Knochenmark, Leber) und sogar kolo-und gastroskopieren würden; bei mir sieht es allerdings so aus, dass ich prinzipiell nur der "Stationsdepp" bin, der zig ven.Zugänge, BGAs und Blutabnahmen durchführt, Befunden hinterherrennt oder Aufnahmen macht, sofern dann noch Zeit bleibt Arztbriefe schreibt. Ich bin den ganzen Tag nur mit diesem Kram beschäftigt, klar versuche ich die Aufnahmen weiterzuverfolgen, stelle sie dem OA auch vor, mache Anordnungen wenn ich es für sinnvoll erachte, aber die Komplettverantwortung ist so nicht durchführbar, wenn ich teilweise stundenlang nur mit dem oben genannten Kleinkram herumgehetzt werde. Liegt das an mir? Bin ich zu langsam?

Ehrlichgesagt macht mir das doch Sorgen. Bei anderen scheint es ja besser zu laufen; was machen die anders? Ich weiß es nicht.

dreamchaser
30.11.2011, 16:24
Das kommt immer auf das KH an und auf den Stationsarzt. Hast du denn mal nach eigenen Patienten oder z.B. Punktionen gefragt? Es gibt Häuser, in denen man mehr Interesse am PJ und seiner Ausbildung hat und ihn ggf. als zukünftigen Mitarbeiter gewinnen will, und es gibt Häuser die das nicht haben und dafür auch chronischen Personalmangel und sich evtl. noch wundern, warum das so ist. Überleg dir, wo du gerne arbeiten möchtest. Ich denke, dein PJ-Haus ist selbst für den Personalmangel verantwortlich und es ist nicht erstrebenswert, dort zu arbeiten.

wjsl
30.11.2011, 18:35
Vielleicht habe ich wirklich nicht vehement genug gefragt; wenigstens durfte ich im Anästhesietertial viel machen(bronchoskopieren, PDK, Spinale, ZVKs, zig ITNs), aber Chirurgie und insbesondere Innere waren bzw sind der absolute Reinfall. Man ist wirklich nur "Stationsdepp". Sticht teilweise siebenmal täglich in den selben Patient, vor allem BGAs mit unterschiedlichen Sauerstoffgaben und Belastungen. Oder weil jemand die Probe verschlampt hat. Blutabnehmen wäre zumindest auf der Station Schwesternaufgabe, nur versuchen die es ständig auf einen abzuwälzen, woraufhin ich nie nein sage, weil ich nicht weiß ob ichs mir erlauben könnte. Da die halbe Station dement und teils delirant ist, gehen auch ständig Venenzugänge flöten und müssen neu gelegt werden(bevorzugt auf Isolierzimmern).
Pause gibt es wenn dann nur für die "richtigen Ärzte"; nicht für Hilfsarbeiter. Ich kann euch gar nicht sagen wie froh ich bin wenn dieses elende Tertial endlich rum ist. Abends bin ich so fertig, dass ich es nicht auf die Reihe kriege meine Promotionsprüfung ordentlich vorzubereiten. Hab die Präsentation und ein paar Seiten zusammengeschrieben, aber einen leeren Kopf und starke Konzentrationsprobleme. Die Gesamtsituation momentan ist einfach sehr belastend.

Will hier aber auch nicht offtopic jammern. Nur manchmal kann ich mich der Versuchung nicht entziehen...

dreamchaser
30.11.2011, 18:49
Du hast keine Pause? Wer verbietet dir die denn?? Ich würde an deiner Stell einfach in die Kantine gehen und eben 30-45 min. Pause nehmen, die dir ja zustehen. Du musst dich nicht ausnutzen lassen!

Kackbratze
30.11.2011, 19:02
Punkt 1: Pausen stehen Dir zu, Du bist Student, wirst nicht bezahlt. Wenn Du eine Pause brauchst, nimm sie Dir
Punkt 2: Andere PJler lügen auch gerne oder bestimmte Tätigkeiten werden gewaltig übertrieben. Ruhe bewahren, sei nicht neidisch auf die Kollegen, die mit sowas prahlen müssen, sondern suche für Dich das Beste aus dem PJ raus.

Nur weil jemand eine Leber punktiert hat, weiss der Betreffende nicht, warum das getan wurde, warum der Patient im Nachbarbett nicht punktiert wurde und welche Konsequenz sich aus der Punktion ergeben.
Ziel im PJ ist es, dass man sich im klinischen Alltag zurecht findet und sein Uniwissen vertieft und im klinischen Kontext anwenden kann. Handwerkliche Tätigkeiten, auch wenn sie spannend sind, weil sie zum PJ noch quasi "unerreichbar" sind, sind der geringste Teil, den man lernen muss.

fosforito
01.12.2011, 09:04
Stimme da absolut zu. Es wird längst nicht alles so heiß gegessen, wie's gekocht wird - und bei einigen Aussagen meiner PJ-Kollegen denke ich mir auch einfach nur meinen Teil...

Kackbratze
01.12.2011, 21:51
Ein schönes Beispiel war eine Kommilitonin, die stolz berichtete, dass sie in Afrika im Buschkrankenhaus 15 Geburten geleitet hat.
Toll, war sicherlich eine tolle Erfahrung im Vergleich zu anderen PJlern, die in Deutschland höchstens zuschauen dürfen.

Ahnung hatte sie von Behandlungsmethoden, Medikamenten oder von regelwidrigen Geburten nicht.
Aber 15 Geburten "geleitet".
Auf Nachfrage hat sie dann quasi nur zugeschaut, weil es von alleine "lief" und sie nur durch Anwesenheit und warme Worte geglänzt hat.

wjsl
04.12.2011, 18:09
Du magst Recht haben, das sagte mir zumindest noch jeder Facharzt. Allerdings wird man in Indikationsstellung und Gesamtmanagement ja noch weniger eingebunden als in die Prozeduren; und das, wo schon letztere, wie du richtig schreibst, im PJ unerreichbar scheinen.

Kackbratze
04.12.2011, 23:23
Um mal wieder ketzerisch zu sein:
dann isses das falsche PJ-Krankenhaus. Bei Interesse wird bei uns jeder eingebunden, Indikation, Gesamtmanagement und Verlauf.
Vielleicht nicht gleich ein eigenes Zimmer (schließlich sollen die Leute was lernen und nicht bloss frustriert werden), aber alle o.g. Sachen werden erklärt und können mit beeinflusst werden.

Giant0777
05.12.2011, 19:25
Du magst Recht haben, das sagte mir zumindest noch jeder Facharzt. Allerdings wird man in Indikationsstellung und Gesamtmanagement ja noch weniger eingebunden als in die Prozeduren; und das, wo schon letztere, wie du richtig schreibst, im PJ unerreichbar scheinen.

also, ich erwarte von meinem pj mehr, als der nur der "angeleitete" zu sein. im meinem haus ist es usus, dass jeder pj´ler sein zimmer bekommt. man ist von aufnahme bis zur entlassung für diese patienten verantwortlich. natürlich erfolgt das immer unter überwachung eines oa´s oder des chefs. man schlägt vor und lässt es sich absegnen. wenn ich irgendwas nicht weiss ( was oft genug vorkommt ), dann frage ich eben nach oder lese es nach. ich finde diese form top. ganz ehrlich, was unterscheidet mich denn vom jungassi. der hat doch auch nicht die erfahrung und macht auch vieles zum 1.mal. ich will jetzt die 1.schritte gehen, solange ich noch den doppelten boden habe, um später mal eine gute grundlage zu haben, wenn ich wirklich verantwortlich bin.
ich staune immer wieder, wie groß manche den fachlichen sprung einschätzen, der nach dem examen einsetzen soll...
gruss,giant