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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke



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h3nni
09.01.2019, 11:12
Ja, aber meines Wissens nur in 4mg bzw. 8mg was bei den meisten pädiatrischen Patienten etwas überdosiert ist ;)

Pädiatrie, Erwachsenenmedizin, das sind doch bürgerliche Kategorien ;) aber ok, das ist natürlich ein sehr valider Punkt. Gibt es vielleicht andere Applikationsformen wie i.m. oder ist das auch mit einer stationären Aufnahme verbunden?

mkw44
09.01.2019, 13:04
i.v. kann man es geben. Das machen wir aber grundsätzlich nur bei stationärem Aufenthalt, und eigentlich auch nur bei besonders heftigen Fällen, v.a. wenn eher keine infektiöse Ursache im Raum steht. Und i.m. geben wir so gut wie nichts, vielleicht mal B12 bei chronisch kranken, wenn der Kinderarzt Urlaub hat und sie zu uns in die Ambulanz kommen. Ansonsten kenne ich aus der Allgemeinpädiatrie i.m. oder s.c. wirklich fast nichts. Clexane kommt ja sehr selten vor, wenn dann eher bei größeren nach OP oder hin und wieder mal (V.a.) TVT. Aber die Großen betrifft das GE-Thema ja eher nicht so oft.
Kann dran liegen dass wir recht klein sind, vielleicht wird woanders öfter was im/sc gegeben? Würd mich auch mal interessieren.

epeline
09.01.2019, 13:12
Also ganz ehrlich, wenn ich so um jeden Preis denke, ein Antiemetikum reinjuchteln zu müssen, weil das Kind sich sonst tot kotzt, wird es aufgenommen.

Hijadelaluna
09.01.2019, 14:12
Sehe ich auch so, Epeline. Es geht halt einiges an Zeit drauf für die Elterngespräche in der Notaufnahme, aber so ist das nun mal. Wie meinte eine Oberärztin mal: In der Pädiatrie sind Prävention und Pädagogik zentral. Viele Eltern fallen ja aus allen Wolken, wenn man ihnen erzählt, dass eine GE auch mal mit Fieber einhergehen kann und dass das Bauchweh und "Kranksein" dazu gehört. Wer selber mal eine hatte, weiß ja wie das ist. Vomex bekommt bei mir keiner (außer stationär, da aber auch mehr bei Erbrechen aus anderen Ursachen und eben alternativ Ondansetron)- da hatte ich am Wochenende einen Vater, der es übertrieben hat und dem 2-Jährigen 6,0mg/kgKG innerhalb von 6 Stunden gegeben hatte --> Giftnotrufzentrale....
Ambulant empfehle ich das löffelchenweise/ schluckweise Trinken, vorrangig egal was (Fenchel-Anis-Kümmel oder LGG mono im Speziellen). Diese Elektrolytlösungen werden halt meistens schlecht getrunken, aber die Eltern haben dann wenigstens ein "Medikament".

Im/ sc geben wir auch kaum was, sind aber auch nicht so groß. Thromboseprophylaxe (Fragmin) postoperativ bei allen ab der Pubertät; Impfungen :P, Insulin, Hyposensibilisierungen und viel seltener: Adrenalin, G-CSF.

annekii
09.01.2019, 14:49
Ich kenne B12 nur s.c. Ich mache viel i.m. ;) , wir impfen ja den halben Tag. Da kommt auch ein bisschen s.c. dazu (Varizellen und MMRV-Impfungen). Und wir legen seit 7 Monate regelmäßig Subkutankatheter für 2 Kinder mit konnatalen Mediainfarkten, die Clexane bekommen. Achja, die Hypos sind auch alle s.c. Dafür mach ich i.v. nichts mehr. Nur BEs, aber nichts mehr rein ins Kind.


Viele Eltern fallen ja aus allen Wolken, wenn man ihnen erzählt, dass eine GE auch mal mit Fieber einhergehen kann und dass das Bauchweh und "Kranksein" dazu gehört. Wer selber mal eine hatte, weiß ja wie das ist.
Das Nichtwissen ist oft so erstaunlich, dass man manchmal denkt, sie veralbern einen. Letztens bin ich gefragt worden, ob man bei 45 °C Fieber auch noch nichts geben muss, weil es darum ging, wann man Fieber behandelt und ich immer sage, dass wir keine Thermometer/Temperaturen behandeln, sondern Kinder. Und dass manche Kinder auch bei 40°C noch nichts brauchen, aber andere schon ab 38,8°C. Der Vater war ernsthaft der Meinung, dass das Fieber unbehandelt immer weiter steigt. Eben auch auf 45, usw.

mkw44
09.01.2019, 15:25
Hach, Impfungen und Insulin habe ich natürlich vergessen zu erwähnen, yey :-winky

h3nni
09.01.2019, 16:27
Laut meinem ifap ist Ondansetron Acc von Accord und Amn von Amneal zur "intramuskuläre[n] oder (langsame[n]) intravenöse[n] Injektion" zugelassen.

Ich verstehe den Punkt, dass dieses gewaltmäßige injizieren von Antiemetika eine stationäre Aufnahme zur Folge haben sollte, die Möglichkeit besteht aber wohl trotzdem.

Private Pyle
09.01.2019, 16:29
Hat Ondansetron bei Kindern auch die Nebenwirkung, dass es eine QT-Zeit Verlängerung verursachen kann? Unsere Kardiologen haben das in der Vorlesung mal erwähnt, allerdings ging es da nur um "Erwachsenenkardio".

hottentotte
09.01.2019, 20:58
Gilt auch für Kinder.

annekii
10.01.2019, 14:11
Wie kennt ihr das Vorgehen bei Fremdkörperingestion? Ich habe mehrfach an allen Stellen der Facharztausbildung immer gelernt, dass man, wenn man röntgen muss, von gaaaaanz oben bis gaaaanz unten röntgen muss. Jedes Mal war das aber schwierig um- oder durchzusetzen. Ich erinnere mich an einen Zweijährigen, der eine Knopfzelle verschluckt hatte. Da wollte ich auch die Aufnahme von Hals bis Po und bin zurückgerufen worden, ob ich das dem Kind wirklich zumuten will, eine Abdomenübersicht würde doch reichen. Ich habe drauf bestanden und tatsächlich eine halbe Knopfstelle am oberen Rand des Bildes gefunden, Rest abgeschnitten, mittels Endoskopie in Sedierung dann geborgen.

Aktuell habe ich einen 10jährigen, der ein Eurostück verschluckt hat und 5d nach dem Vorfall trotz Untersuchen allen Stuhls kein Fund. Symptome null. Ich habe Abdomen geschallt und mich dann mit den Eltern entschieden, röntgen zu lassen. Drauf geschrieben habe ich auch wieder von Hals an abwärts und bekomme einen Befund zurück, dass von unterem Oesophagus bis Anus kein Fremdkörper zu sehen ist.

Wie geht ihr vor? Wird bei euch geschallt? Immer geröntgt? auch bei asymptomatischen Patienten? Ich verstehe schon, dass man Strahlung sparen will, aber dann brauche ich eben gar nicht röntgen. Aber wenn, dann doch ganz? War die Entscheidung zu röntgen gleich ganz falsch?

epeline
10.01.2019, 14:22
Also irgendwie gibts da kein einheitliches Vorgehen.
Bei ungefährlichen FK röntgen wir nicht gleich, sondern Erst nach mehreren Tagen ohne Bergung des FK. Dann kann man sich auch eigentlich sparen, die untere Zahnreihe einzuschließen. Die gehört nämlcih laut Kinderchirurgie dazu.
Bei Knopfbatterien muss ja zügig gehandelt werden. Da würde ich von der vergangenen Zeitdauer abhängig machen, ob ich bis runter röntge. Im Zweifel aber ja, das kann sonst böse enden.
Zum Eurostück: habe einmal tatsächlich eine Drucknekrose gesehen. Man kam aber auch erst nach 7 Tagen zu uns.

Ultraschall finde ich persönlich nicht aussagekräftig. Das liegt aber vielleicht an fehlenden Fähigkeiten bei mir :-oopss

Relaxometrie
10.01.2019, 14:29
Wenn man sich bei röntgendichten Gegenständen, die man dringend bergen möchte, für das Röntgen entscheidet, könnte man ja auch stufenweise röntgen, um die Strahlenbelastung evtl. zu reduzieren. Also erstmal den Körperabschnitt röntgen, in dem sich der Fremdkörper derzeit am wahrscheinlichsten befindet und dann erst -wenn der Fremdkörper im ersten Bild nicht gesehen wurde- stufenweise weitere Röntgenbilder anfertigen.
Beim stufenweisen Röntgen müsste man von proximal nach distal vorgehen, um die möglicherweise zwischen den Röntgenaufnahmen weitergerutschten Fremdkörper nicht zu verpassen.

Moonchen
10.01.2019, 18:07
Bei uns wurden auch alle Fremdkörper geröntgt - von Hals bis Symphyse.

annekii
10.01.2019, 19:58
Ich habe die radiologische Kollegin angerufen und gefragt, warum sie nicht das geröntgt hat, was ich drauf geschrieben habe. Mir ist schon klar, dass nicht ich die radiologische Indikation stelle, aber ich erwarte irgendwie schon, dass im Brief mir erklärt wird, warum davon Abstand genommen wurde. Zumindest mache ich das bei Überweisungen so, wenn mir Allgemeinärzte Kinder mit Aufträgen schicken, die ich für nicht sinnvoll erachte.
Sie wollte halt Strahlen sparen und da das Kind keine Symptome habe (sie habe ihm oben hingeklopft und er habe nichts bemerkt) und alles super beantworten konnte, habe sie nur diesen Teil gemacht. :-nix

Mittlerweile macht man ja sooo viel sonographisch. Das müsste doch eigentlich auch sonographisch gehen.

jw
10.01.2019, 20:53
Röntgendichte Gegenstände sollten zumindest im Magen sein, damit sie keine Ösophagusnekrose verursachen.
Also sollte von der unteren Zahnreihe bis zum Magen ein Röntgenbild angefertigt werden. Wenn z.B. eine Münze im Magen liegt, kommt sie eigentlich raus, ohne etwas zu verletzen. Dann weiß man aber eben gar nicht sicher, ob der Gegenstand wirklich verschluckt wurde. Das kann man aber in Kauf nehmen. Man kann im Stuhl schauen, ob der Gegenstand zu finden ist. Bei Auffällgkeiten, müsste dann weitere Diagnostik erfolgen.
Schön ist ein komplettes Röntgen fürs Gewissen schon. Auch wenn es nur eine Münze ist.
Ein komplettes Röntgen sollte allerdings auf alle Fälle bei Batterien, spitzen Gegenständen und zwei Magneten erfolgen. Diese müssen ganz zügig geborgen werden.

Wir haben aktuell ein Kind. Das hatte eine Batterie verschluckt. Das kam erst ein paar Tage später heraus. Diese hat ösophagus und Trachea verätzt. Das Kind hat mehrere OPs hinter sich, zig Bildgebungen, mehrfach Pneumonien gehabt, hat eine PEG zur passageren Ernährung.
Was ist da die Strahlenbelastung eines Röntgenbildes? Da hat jeder Flug in die USA mehr Strahlung.

annekii
10.01.2019, 22:41
Würdet ihr in meinem Fall auf das Nachholen insistieren? Ich habe der Mutter aufs Band gesprochen, dass es keinen kompletten Ausschluss gibt und sie sich nochmal melden soll.

Milana
11.01.2019, 00:05
Wir machen "stufenweises" durchleuchten. Erst Zahnreihe bis Magen und dann ggf. Nochmal weiter unten wenn es noch nicht aufgetaucht ist.

Hijadelaluna
11.01.2019, 00:20
Wir machen es abhängig vom Gegenstand:
Spitz/ scharf/ Magnet/ Batterie: Zweistufiges Röntgen (Mandibula bis Magen und dann nochmal bis Anus)
Münze oä ein Bild bis Magen.

Klappt nicht immer so gut, die Bilder auch wie gewünscht zu bekommen, aber naja...

Wir hatten vor zwei Monaten oder so erst wieder in einer Nacht zwei kleine Mädels, die beide eine Münze geschluckt haben- waren zwar nur Cent - Münzen, aber sind leider beide im Ösophagus stecken geblieben....

Ich würde tatsächlich nochmal röntgen, damit das vom Tisch ist, dass die Münze nicht doch im Ösophagus steckt. Auch wenn es vielleicht unwahrscheinlich ist bei normaler Nahrungsaufnahme...

McBeal
11.01.2019, 04:00
Ich hatte in der Notfallambulanz schon zweimal Kinder mit 2Euro-Stücken, die in der oberen Ödophagusenge hingen. Die haben ordentlich Symptome gemacht, aber ich kann es mir auch weniger symptomatisch vorstellen und würde auch noch den oberen Bereich röntgen wollen.

LG
Ally

jw
11.01.2019, 05:29
Ist eher unwahrscheinlich, dass die Münze noch im Ösophagus ist. Das würde ich aber ausschließlen und einmal bis zum Magen Röntgen.
Den Rest nur bei Symptomen.