Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke
ehem-user-11022019-1151
16.10.2015, 23:38
Hallo ihr, ich wollte mal die Ecke hier reanimieren.
Habe heute bisschen Nachrichten gelesen und bin dann auf welt-online auf diesen Artikel (http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article147705546/Zwillinge-kommen-mit-Monaten-Abstand-zur-Welt.html) gestoßen.
Das fand ich ja mal beeindruckend. Habt ihr so ähnliche Fälle auch des öfteren behandelen können/dürfen?
Interessanter Artikel. Zu deiner Frage: Nein :-) Was ich schon mehrfach mitgemacht habe sind Zwillingsschwangerschaften bei denen der eine Fetus abstirbt, der aber im Mutterleib bleibt bis das andere Kind geboren wird. Da vergeht schon mal eine ganze Weile und manche Kinder rettet es vor der extremen Frühgeburtlichkeit.
Wir hatten die Diskussion auch mal ob wir etwas ähnliches versuchen wie die Leute im Artikel, haben uns aber mit den Eltern dagegen entschieden. Das Risiko ist ja einfach, dass in dem Moment beide Kinder rauswollen. Und dann kannst du u.U. zwei extreme Frühgeborenen da liegen haben, die möglicherweise beide versterben (gerade in 23+ SSW). Oder du "opferst" den einen (kleineren) Fetus und hast vernünftige Chancen den größeren noch über Wochen im Mutterleib zu lassen und damit ihm einem deutlich geringeren Risiko auszusetzen. Oder es klappt eben so "optimal" wie im welt-Artikel. Ethisch extrem schwierig und ich möchte nicht in der Haut der Eltern stecken.
P.S. Schön, dass du die Kinder-Ecke mal wieder belebt hast!
ehem-user-11022019-1151
17.10.2015, 00:04
Es wurde auch gesagt, dass, falls der zweite Zwilling auch zur Welt käme, er es wahrscheinlich nicht überlebt hätte, da zu schwach und so weiter.
Wie ist es eigentlich, wenn man einen toten Fetus im Mutterleib hat? Steigt da nicht auch die Gefahr einer mütterlichen Infektion?
Und was mich auch ziemlich sehr interessiert, ist, wie genau so eine Geburt von nur einem Zwilling abläuft. Spielt da zusätzlich auch eine große Portion von GLück mit, dass man nicht auch noch den zweiten mitentbindet/entbinden muss?
P.S. Schön, dass du die Kinder-Ecke mal wieder belebt hast!
Ich hab sie fast nicht gefunden *gefaelltmirnicht*
Moonchen
17.10.2015, 08:57
Wir hatten mal einen Fall da sind die Zwillinge mit drei Tagen Unterschied auf die Welt gekommen - Nummer 1 war dann 23+5 und hat es leider nicht geschafft, Nummer 2 24+2 und ist dann mehr oder minder gut durchgekommen. Aber oft gibt es das wirklich nicht ;)
Schorsche
17.10.2015, 14:57
Einen ähnlichen Fall gab es Anfang des Jahres auch in Paderborn, dort gelang es immerhin, die Geburt des zweiten Zwillings um 6 Wochen hinauszuzögern: http://www.vincenz.de/allg-informationen/presse-aktuelles/news/zweizeitige-geburt-von-zwillingsmaedchen.html
Planbar ist eine solche Situation wahrscheinlich nicht (erst recht nicht bei einer monochorialen Schwangerschaft) - vielmehr hat es mit Glück zu tun, wenn die Geburt nach dem ersten Kind einfach "abbricht"...
ehem-user-11022019-1151
19.10.2015, 22:32
Das zweite Baby ist nun nach 18 Tagen zur Welt gekommen. Jedoch hatte diese Zeit geholfen, dass er an Gewicht zulegen könnte.
Die Informationen stehen auf einer Seite, die die Eltern für spenden und Informationen eingerichtet haben (erreichbar über den Welt Artikel). Auch wenn es sich nicht, wie es geschrieben stand, um Monate handelt, ist es trotzdem eine starke Geschichte!
weisskittel
27.10.2015, 16:11
Liebe Kollegen,
ich möchte gerne mein LOG- Buch mal wieder etwas aktualisieren.
Dabei ist mir aufgefallen, dass es keine Stelle zum Eintragen der durchgeführten U1/ U2 gibt. Oder habe ich etwas übersehen?
Wo habt Ihr diese dokumentieren lassen?
In meinem Logbuch mit der WBO von 2005 gibt es den Punkt "Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennungsmaßnahmen einschließlich orientierende Hör- und Sehprüfungen". Dazu hat der erste Chef geschrieben "U1 und U2 ca. 100 im Jahr" und die zweite Chefin "U2-J1 vollständige Durchführung". Zahlen werden in der WBO 2005 nicht genannt.
Hallo zusammen :)
Ich geselle mich mal in die Runde.. stehe jetzt kurz vor dem PJ und damit vor der Wahlfach-Entscheidung. Mir hat's die Pädiatrie in der Famulatur sehr angetan, könnte mir daher auch gut vorstellen in der FA-Ausbildung in diese Richtung zu gehen. Allerdings möchte ich mir eigentlich auch gerne nochmal Gyn anschauen und die Lehre an meinem Wunschklinikum soll hervorragend sein. Deshalb die Frage an euch: Ist es ein Ausschlusskriterium in der späteren Bewerbung für Pädiatrie, kein PJ in dem Fach gemacht zu haben? Wie kritisch ist die Stellensituation wirklich (hab da ziemlich kontroverse Meinungen gehört)? Wäre es für manche CA positiv, noch in einem anderen Fachgebiet reingeschnuppert zu haben und somit auch in der pränatalen Betreuung und Geburt Einblick bekommen zu haben? Oder hat man ohne Päd-PJ null Chance?
Bin momentan wirklich hin- und hergerissen...
Vielen Dank schonmal für eure Antworten!
Ich würde sagen, dass es eh eher schwierig ist. Ob mit oder ohne Pädiatrie-PJ. Aber ich weiß es auch nicht genau.
Puuuh! Endlich mal wieda Zeit was zu schreiben!
@teddoc: sehr unterschiedlich je nachdem ob man örtlich flexibel ist oder nicht. denke wenn du weiter wegziehen kannst, wird es bestimmt leichter was zu finden. PJ in der Päd finde ich seeeehr hilfreich. Hatte ich damals (dummerweise) nicht gemacht und bereue es. Va Neonatologie wäre sehr hilfreich. Oder auch die Päd. Intensiv. Aber man kommt auch so gut rein, wenn man nette Kollegen hat, die einen einarbeiten oder man kämpft sich durch (letzteres traf eher auf mich zu :-nix:-nix)
@all: komme bald in die Neo. Habt ihr einige Tipps und vielleicht versöhnliche Worte für mich? Versuche mir die Beatmung und Erstmaßnahme in der U1 genau anzuschauen, aber irgendwie wird es einem doch mulmig. Ja ich hab Angst vor den langen Diensten und Nächten. Denke mit einem Rachentubus und pVK/Nabelvenenkatheter kommt man bestimmt so lange durch bis der OA/OÄ kommt, oder?
Könnt ihr mal aus dem Nähkästchen plaudern, wie eure ersten Nächste oder erster Notfall war?. Danke fee:-bee
@teddoc: Mit Flexibilität und ggf. Abstrichen (örtlich und Größe des Krankenhauses) sehe ich die Chancen besser als Jahre zuvor. Sicher immer noch schwieriger als in vielen anderen Fachrichtungen, aber mit großer Sicherheit machbar. Wäre natürlich gut, wenn du etwas in deinem CV hast, das dich von anderen Bewerbern positiv abhebt - Dissertation, Ehrenamt, Engagement? Ein Gyn-PJ wird den meisten Chefs egal sein, ein Päd-PJ ist definitiv ein plus. Vielleicht hast du zumindest ein Empfehlungsschreiben von der Päd-Famulatur?
@febee: Was für Kinder versorgt denn eure Neo? Und wie lange ist die Einarbeitung? Ist wie alles kein Hexenwerk, aber ich denke alle erleben die erste Zeit als Sprung ins kalte Wasser. Bei uns war es relativ behütet, weil ein Facharzt mit mehrjähriger Neo-Erfahrung im Haus schläft - diese Dienstler können auch eine 24. Woche ohne OA versorgen. Das ist in kleineren Häusern natürlich etwas anders ;-) Meine erste Nacht war ehrlich gesagt heftig. Zwei Kinder an der HFO, 6 weitere intubiert (von 12). Dafür war der Kreißsaal extrem ruhig. Beschäftige dich mit dem Erstversorgungs-Algorithmus und ruf ganz großzügig deinen Hintergrund an. Und hör auf die erfahrenen Schwestern. Und dann schaukelst du die Station schon. Auch Neugeborene halten erstaunlich viel Arzt aus :-D
@THawk: Oh ja die Intensivschwestern sind goldwert! Wir haben Level 2 (wurden leider herunter gestuft, da wir nicht so viele Fälle hatten). Wir sind aber auch zuzweit (1 Neointensiv, 2. Ambulanz und periphere Station, aber nicht immer einer, der schon auf der Neointensiv war). Neben der Neo auch 2 Betten Intensivpäd. Das ist ein Brocken für sich. Aber da kann man ja seine netten Kollegen aus der Anästhesie zu Rate ziehen..
War bisher bei einer Zwillingsgeburt vag. Blutung dringliche Sectio 30. SSW dabei. Viel hab ich nicht gemacht (war so ca. 4. Woche Einarbeitung) Weil OA und zufällig zwei Kollegen da waren, hab aber bei meinem OA zugeschaut. Später wurden die intubiert, surfacant gegeben, PC-AC, dann PC-SIMV Umstellung da Eigenatmung. Am nächsten Tag extubiert! Tolle Erfahrung! pCO2 war bei einem etwas kritisch über Nacht (etwas niedrig), aber die Kollegin hat das dann auch noch gemeistert. War dann bis 23 Uhr in der Klinik um das alles anzuschauen! Aber das wars schon. Wir haben ca. 3 Mo Einarbeitung, aber halt immer wieder durch Ambulanzdienste (Zwangsurlaub ;-) ) udn Nachtdienste unterbrochen.
Möchte noch den NG-Notarzt Kurs machen (Mü oder Berlin). Denke dann bekomme ich noch etwas mehr Theorie....
febee: ist das Level 1? Wie schnell wird der Hintergrund da sein?
Ich hatte nur Level 2, aber das reicht für Adrenalin und Angst genauso aus am Anfang und eigentlich immer.
Ich schließe mich THawk an, höre auf die fitten Schwestern!
Erstversorgungs-Algorhythmus ist wichtig! Das ist etwas, was irgendwann einfach in den Kopf reingeht und auch im Stress funktioniert. Ich habs zwar nicht glauben wollen, aber so war es. Die Reihenfolge kommt dann von selbst.
Warst du jetzt schon bei Sectiones dabei? Ich bin am Anfang zu jeder Sectio mitgegangen, denn da sieht man erstmal viele normale Anpassungen, sieht ein paar schlappe Kinder, die mit Stimulation kommen ein wenig Saugen oder mal ein bisschen Beutel brauchen (z.B. bei Re-Sectio und ITN, wo sie einfach lange brauchen). Ich habe mir angewöhnt, die Uhr immer zu starten, denn man hat unter dem Adrenalin gar kein sinnvolles Zeitgefühl und denkt dauernd, das Kind kommt und kommt nicht. Aber wenn man dann bei 1 min den Apgar macht, ist schon viel Zeit vergangen und das Kind ist oft schön gekommen und es war bloß die eine Minute. So bekommt man auch ein Gefühl für 30 s, die man zur Evaluation ja hat.
Ich habe den Erstversorgungstisch immer komplett kontrolliert, auch wenn die Hebammen sagten, sie hätten es schon gemacht. Also Einstellung Beatmung, schauen, ob es Druck aufbaut, Sauerstoff aufdrehen, ob er zischt (an Beutel und an Beatmung), Absaugung anmachen, Fingertip zuhalten und schauen, ob es ansaugt, gucken, usw. Das war mein eigenes Ankommritual, was mir Sicherheit gegeben hat, dass die Geräte auch funktionieren. Und wie oft steckte der Anschluss vom Sauerstoff oder der Beatmung gar nicht fest drin, sodass eben kein Druck da war.
Der NG-Notarztkurs ist nicht schlecht für den Einstieg. Für den Kreißsaal musst du halt zwingend CPAP und Maskenbeatmung / Perivent oder was ihr auch immer habt können. Für alles andere ist Zeit. Intubieren musst du nicht hinkriegen ;-) Warum sich so viele Kliniken ein oder zwei Päd-Int-Betten leisten verstehe ich bis heute nicht. Aber ist ja gut wenn der Anästhesist da ansprechbar ist.
Schiss wirst du trotzdem im ersten Dienst haben (hatte ich auch - ich habe vor meinen ersten ITS-Nächten so verspannt geschlafen, dass ich Zahnschmerzen bekam und meinen Zahnarzt auf Karies-Suche geschickt habe; die hat er auch gefunden, nur auf der anderen Seite :-D) . Aber Neo kann auch total viel Spaß machen, rock it ;-) Lässt sich aber auch einfach sagen wenn man das schon eine Weile macht...
Wir haben babylog 2000 im Kreißsaal sonst den 8000 und evita..das mit dem verspannt schlafen und Zahnschmerzen kenne ich echt zu gut..wenn halt mal was krasses kommt wie aortenisthmusstenose oder osophagus atresie oder wie vor paar monaten (war leider net dabei) choanen atresie..hast halt keinen kinderchirurg da (sowas ist halt an einer uni super, alle moglichen Disziplinen sind iwie in reichweite..oder wenigstens aufm berg bzw. Tal ;-)
@anneki:bin echt sehr oft eigentlich immer zu den sectios gegangen weil wie du sagst man muss viele gesunde NG sehen. Bisher 2 mitgenommen trans.resp.strg (36+5ssw.......) und sga. Wie schnell seid ihr eigentlich in die neo rotiert?
Ich bin nach drei Jahren auf die Intensiv gekommen (Uniklinik), es war dann meine letzte Rotation, die auch länger war als gewöhnlich. Es kommen bei uns aber auch Leute im ersten WBJ auf die Intensiv, was ich nicht gerade sinnvoll finde.
Bzgl. der 'krassen' Sachen: Die wenigsten Sachen brauchen direkt einen Kinderchirurgen. Ösophagusatresie fällt häufig nur durch viel Speicheln auf -> Absaugsonde in den Blindsack, kontinuierlich saugen lassen und gut. Aortenisthmusstenose siehst du meist im Kreißsaal gar nicht, erst wenn der Ductus zugeht. Und Choanalatresie kann mal tricky sein, da ist Larynxmaske ein guter Tipp falls die Atemunterstützung benötigen (was i.d.R. nicht der Fall ist). Also nicht zu viel Zahnschmerzen bekommen ;-)
@feebee: Ich hab als direkt in der Neo angefangen und es auch hinbekommen, ohne, dass jemand einen Schaden genommen hat. Ich war damals erst 8 Wochen im Nachsorgebereicht und dann 6 Wochen Einarbeitung auf der ITS. Natürlich hatte ich in den ersten Diensten viel Panik.
Ich kann mich, was die Tipps angeht, nur anschließen:
- Stell dich gut mit den Schwestern, die sind oft viel näher am Kind und wenn denen etwas mulmig ist, dann muss man schon sicher ausschließen, dass das Kind keine Infektion ausbrütet...
- das Gerätechecken im KRS/OP find ich auch wichtig, ebenso wie einen strukturierten Ablauf (ERC/EPLS-Algorithmus). Ich hab recht früh einen EPLS-Kurs gemacht und das hat mir sehr geholfen. Jetzt im November mach ich den NG-Notarzt in Berlin. Ich kann gern berichten, was mir mehr gebracht hat.
- mit CPAP bzw. Rachentubus bekommt man die meisten erstmal stabilisiert. Im Zweifelsfall lieber zu früh den Hintergrund rufen... aber bis der da ist, hast du die Lage meist schon selbst im Griff.
- Bei uns gibt es eine Notfallkarte für die Kitteltasche, auf der die wichtigsten Medis mit Aufziehanleitung und Dosierung stehen. Die hab ich ein bisschen erweitert, weil ich mich im notfall nciht drauf verlassen wollte, dass mir das auch tatsächlich einfällt. So kann ich im Zweifelsfall dann nochmal nachschauen.... oder jemanden bitten, sie aus meiner Tasche zu fischen, wenn ich mit Beatmen beschäftigt bin.... :-)
Ich hab aber auch nochmal ein paar Fragen an die Neos unter euch...
Mich würde mal interessieren, wie "invasiv" die Erstversorgungen in anderen Häusern sind... Wieviele NAKs/NVKs habt ihr? Ich habe den Eindruck, dass bei uns sehr zurückhaltend umgegangen wird damit. Ich selbst hab in fast 2 Jahren Level 1 Neo nur einen NAK und 1 NVK gelegt. Insgesamt erlebt hab ich es nur bei vielleicht einer Handvoll Kinder und das waren dann meist Asphyxien oder Hydrops, oder als "Notfall" in Rea-Situationen. ZVKs (die ja eh nur so Einschwemmer sind) und Intubationen sind ebenfalls echt selten...
Ich war mal an der Dateneingabe für eine Studie beteiligt und da hatte gefühlt jedes 2. Kind einen NVK. Ich finde es bei uns gerade extrem schwierig, Routine in solchen Prozeduren zu entwickeln und überlege, ob ich nochmal wechseln sollte... oder wenigstens hospitieren?
Und noch eine 2 Frage:Gibt es bei euch klare Leitlinien, wer Infusionen bekommt? Also Glukose/Eiweiß etc.? Bei den kleinen unter 1500g ist das keine Frage. Vielleicht auch noch bei unter 2000g. Unsere Oberärztin- bei der ich eingearbeitet wurde- vertritt die Meinung, dass ein bisschen Glukose-Elyte-Mix nicht schaden kann. Und ein Kollege ist völlig ausgeflippt, als er auf die Station kam und die Kinder fast alle Infusionen hatten (zB. hypotrophe reife Kinder 1800g, FG 34+ etc), das würde die Blutzuckerregulation völlig durcheinander bringen und man würde den Kindern bestimmt nichts gutes tun. Ich hab versucht ein bisschen zu recherchieren, hab aber keine klaren Ansagen gefunden (bei Hypoglykämie etc ist klar). Wie handhabt ihr das?
Danke und LG
TriDoc
Hey Tridoc.
Bei uns in Deutschland: NVK nur bei wirklich schlechten Kindern (Sepsis, Katecholamine), fast nie im Kreißsaal. Unsere Regel war 2x Volumenbonus, 1x Hydrokortison, dann Nabelgefäße bevor man mit Dobutamin anfängt. Die Frühchen bekamen am 1. LT nur PVK, am zweiten LT dann PICC Line. NAK haben wir teilweise gelegt wenn mehr Abnahmen abzusehen waren. Für Hypothermie-Kinder kam es auf die Klinik an: Stabil -> Entweder periphere Arterie oder NAK oder NVK (für die meisten von uns in der Priorätenfolge), instabil -> NAK u. NVK. Hydroas natürlich NVK, NAK.
Jetzt im Ausland: Jedes Kind < 26 SSW bekommt NAK und NVK. NVK wird lange drin gelassen (i.d.R. min. 7 Tage). Das ist für die Ausbildung der jungen Assistenten durchaus positiv. Für die Kinder fand ich das deutsche System besser.
Das Vorgehen deiner Abteilung klingt im Sinne des minimal handling nach guter, moderner Neonatologie. Für's Lernen wird es aber in diesen (m.E. guten) Abteilungen schwierig. Hospitieren bringt dir gar nichts, da kommst du eh nicht an die manuellen Tätigkeiten. Wechseln ist sicher eine gute Idee wenn du langfristig Neo machen willst. Einfach um noch was anderes zu sehen.
Zu den Infusionen: Unter 1500g würde ich definitiv Glukose + Protein i.v. beginnen. Darüber finde ich einen Versuch mit frühzeitigem Essen unter entsprechenden Kontrollen gerechtfertigt, Steigerung knapp 30g/kg/d. Hypotroph reife Kinder benötigen keine Infusion, da verstehe ich deine OÄ auch nicht. (vgl. http://www.dgem.de/material/pdfs/LL13_Kinder_Jugend.pdf).
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