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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke



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annekii
02.01.2015, 21:23
Bin gespannt, was die anderen sagen. Wir hatten es irgendwann mal, dass Hypoglykämien auf nichts anderes als auf die Metoprolol-Therapie der Mutter (außer "einfach so") zurückzuführen war. Aber eine geplante Überwachung wurde da in der Folge nicht draus. Wenn ich mich recht erinnere, ist das eine temporäre Sache von 2-3 Tagen mit Gefahr der Bradykardien und Hypoglykämien. Monitorüberwachung durchgehend und Frühfütterung/BZ-Kontrollen wie bei Kindern diabetischer Mütter wäre dann vielleicht schon angebracht.

THawk
02.01.2015, 23:30
Ich hatte den Fall persönlich noch nicht, aber bei mir würde das Kind für 24h an das Pulsoxy kommen und die ersten Stunden RR Kontrollen erhalten. Und präprandiale BZ, die ich nach zwei guten Werten wieder absetzen würde.
Laut Embryotox haben Mutter und Kind nach Geburt die gleichen Spiegel im Blut, bei Kind steigen die in den ersten Lebensstunden um das Vierfache um dann recht rasch abzufallen. Nach zwei Tagen sollte nichts mehr da sein, zuvor sind Bradykardie, Hypotonie und Hypoglykämie möglich. Aber insgesamt gut verträglich, ich glaube die Gynnies nutzen es sogar für die fetale Tachykardie Therapie.

Moonchen
03.01.2015, 10:58
Ich hatte glaube ich nur ein Kind damit - das ist bei der Mutter am Bett am Monitor überwacht worden und hatte postpartale Blutzuckerkontrollen (wie die Diabeteskinder).. Ist aber bestimmt von Klinik zu Klinik anders

BetterCallSaul
04.01.2015, 16:52
Puh, du klingst wirklich völlig frustriert. Seit wann arbeitest du da?
Und warum Fachwechsel?

Ich weiß nicht, irgendwie fehlt mir die Zukunftsperspektive in der Pädiatrie. Sich als Oberarzt totarbeiten (momentan der Fall bei uns in der Klinik)? Sich niederlassen und dann schauen, dass man sich irgendwie über Wasser hält und über 100 Patienten am Tag sieht? Sich durchgehend sozialer Problematik stellen müssen. Mit gefühlt 30-50% der Eltern nicht mal kommunizieren können, weil Sprachbarriere (kein Deutsch/Englisch). Ich möchte effektiv mehr mit dem machen, was ich ärztlich kann anstatt o.g. zu tun + nur an Briefen zu sitzen.. ich weiß nicht, ob das nur ne momentane Phase ist..

Moonchen
04.01.2015, 18:09
Aber meinst du denn, dass das in anderen klinischen Fächern so viel anders ist?
Es gibt auch (OA-)Stellen, in denen man sich nicht totarbeitet. Und niederlassen gibt es ja auch Gemeinschaftspraxen, MVZs, Klinikambulanzen nach Subspezialisierung und und und.. Sprachbarrieren, Verwaltungskram und soziale Problematik hast du auch in jedem anderen klinischen Fach..
Vom Erzählen her hört sich das für mich eher so an, als ob du einen Stellenwechsel bräuchtest, als denn unbedingt einen Fachwechsel.. Wie bist du denn überhaupt zur Pädiatrie gekommen? Bzw was hat dich denn ursprünglich an dem Fach gereizt?

THawk
04.01.2015, 18:15
Ich habe den gleichen Eindruck wie Moonchen. Klingt für mich eher nach einem Stellen- und Ortswechsel als denn ein Fachgebiets-Problem. Die Probleme sind nicht Pädiatrie-spezifisch, sondern können im gleichen Maße auch in anderen Fachgebieten im falschen Haus auftreten. Dagegen gibt es auch in der Pädiatrie Abteilungen, die nicht so bitter bös wirken wie du es schilderst.

BetterCallSaul
04.01.2015, 23:43
Was mich an der Pädiatrie gereizt oder fasziniert hat?

Da gab es wohl viele Gründe. Früh im Lebensabschnitt eines Menschen Weichen für ein gesundes Leben zu setzen. Ein für mich wesentlich angenehmeres Patientenklientel als das in der Inneren Medizin. Der Patient an sich ist im frühen Lebensalter auch "unschuldig" an seinem Kranksein. Hin und wieder mit seinen Patienten mal rumspaßen können. Im ambulanten Bereich auch mit gesunden Patienten im Rahmen der Us arbeiten. Besonders gefällt mir Arbeit mit Säuglingen. Aber das alles relativiert sich eben irgendwie..

- Thema Weichen Stellen: Bei sehr vielen Eltern fragt man sich berechtigt, inwiefern man hier wirklich einen Einfluss auf das weitere Kindswohl hat - meist ist dieser doch minimal. Und gefühlt würde man wesentlich häufiger das JA dazurufen wollen :-)) :-oopss

- Thema angenehmes Klientel: Im Alter von 1-3 Jahren gehen mir Kinder doch manchmal schon gewaltig auf den Keks :D vor allem in den Nächten, wenn man die Notaufnahme eh schon voll hat und dann das Kind doch irgendwie dazu überredet bekommen will, sich mal auskultieren oder in die Ohren schauen zu lassen (vor allem wenn man's grad im Rücken hat hab ich
wenig Lust rumzuturnen, dann wird es doch mal mehr ein Festhalten :-bee

- Thema angenehmes Klientel 2: Intoxikierte Jugendliche. Keine Arbeitsstandards bei uns, ich hock dann nachts mit irgendwelchen Alkoholleichen auf Station, GCS 3 (bei 1,5 Promille.....) und hoffe dass die nicht an ihrem erbrochenen ersticken. Seitlich lagern, BGA und BE, schauen dass die gut temperiert sind, Vitalparameterkontrolle und gut ist. Nicht, dass diese Id**** einen schon unnötig Zeit und nerven kosten, dann wieder die soziale Problematik: mich mit den Eltern an der Strippe vergnügen...

- Zum Rumspaßen wird im ambulanten Bereich definitiv keine Zeit mehr bleiben nachdem ich von Ehemaligen höre, was die an Patienten pro Tag durchschleusen müssen (und wenn ich mir dann vergleichend Durschnittsgehälter der FAs in GER anschaue)

Gibt wohl für vieles ein Für und Wider..

SusiSorgenlos
07.01.2015, 13:22
Hallo,
ich habe mal 2 Fragen.
1. Ich suche eine gutes Pädiatrie-Buch. Ich habe vom Studium pädatrisch gesehen nicht so viel mitgnommen und würde jetzt doch hin und wieder gerne mal was nachlesen. Habe den Koletzko, hätte aber gerne etwas ausführlicheres.
2. Bei Freunden von und ist die Tochter (4 Jahre) an einer ALL erkrankt. Ich möchte ihnen gerne zur Seite stehen und Fragen beantworten. Die ALL Therapie bei Erwchsenen kenne ich und auch die Medikamente, Nebenwirkungen etc.
Hat jemand einen guten Artikel, Link etc. über ALL bei Kindern. So grundsätzliche Sachen wir Risikoeinteilung und grober Therapieablauf, gängige Protokolle.
Vielen Dank

THawk
07.01.2015, 15:43
Hallo.
Koletzko hatte ich nie, etwas größer wird der Mayatepek sein, den fand ich zum Lernen ganz gut. Wenn es Praxis-relevanter werden soll, würde ich mir Checkliste oder Leitfaden besorgen. Kommt halt drauf an was du willst.

Zur ALL bei deinen Freunden:
Für dich, aber auch für die Eltern ist die Seite www.kinderkrebsinfo.de ein guter Ansatzpunkt. Eine sehr gut gemacht Seite der Fachgesellschaft GPOH. (Fast) Alle Kinder werden in Deutschland im Rahmen von Therapiestudien behandelt. Es gibt derzeit zwei aktuelle Studien, die AIEOP 2009 und die COALL-08-09. Je nachdem welches Zentrum sie betreut wird sie in die eine oder andere eingeschlossen werden. Persönlich kenne ich nur die AIEOP. Ist insgesamt ein sehr strukturierter Plan, die Eltern haben in ihrer Aufklärung auch den Ablauf miterhalten, der dem der Erwachsenen-Therapie ähnelt (soweit ich noch was von Erwachsenen-ALL weiß). Grob 6m Intensivphase mit Hickman-Katheter (Induktion, Konsolidierung, Re-Induktion), 1,5 Jahre Erhaltung (in AIEOP); falls (selten!) allogene STx gemacht wird, gibt es dafür eine extra Studie. Nur bitte nicht zu sehr deine Erwachsenen-Onko-Kenntnisse auf die Kinder-Onko übertragen, sonst mag's Verwirrungen geben ;-) Kinder sind anders, und ALL im Kindesalter auch :-)
Alles gute für die Familie.

dieÄrztin
07.01.2015, 17:00
Hallo liebe Kollegen,
ich lese immer wieder im Forum, dass manche Kinderkliniken ihre Stellen aufgrund Bewerbermangel nicht besetzen können.
Ich schaue nach neuen Stellen im Ärzteblatt und google aber auch jede Homepage der einzelne Kinderklinik nach Stellen ab.
Leider erlebe ich dabei immer wieder, dass viele Stellen nicht im Ärzteblatt inseriert werden oder die Homepages der Kliniken nicht aktuell gehalten werden.
Könnt Ihr nicht mal offene Stellen ins Forum stellen, gerne auch ausserhalb der Ballungsgebiete.
So wäre evt. beiden Seiten geholfen!

Moonchen
07.01.2015, 22:08
Also bei uns ist was frei und man kann sich gerne bei mir melden :)
Sind ein mittelgroßes Haus mit voller Weiterbildungsberechtigung im Südwesten Deutschlands.. Kannst mir gerne ne PM schreiben falls dich das interessiert!

SusiSorgenlos
08.01.2015, 20:52
Danke THawk,
die Seite ist super.
Ja, möchte keine Verwirrung stiften...deswegen will ich mich ja auch schlau machen.

Moonchen
08.01.2015, 20:59
Aus gegebenem Anlass: Wie lange würdet ihr bei einem somnolenten Kind bei Z.n. Krampfanfall das Ganze als postiktal werten und ab welcher Zeitspanne weiter auf die Suche nach anderen Ursachen gehen?

annekii
08.01.2015, 22:02
@Susi: Ich habe den Mayatepek zum Lernen für den Facharzt benutzt, bis die Zeit knapp wurde und ich auf ein Kurzlehrbuch umgeschwenkt bin ;) Den Koletzko mochte ich irgendwie nie. Im Studium hatte ich das MLP-Buch, in das ich jetzt auch immer mal wieder reinschaue.

@Moonchen: Gute Frage. Mit oder ohne Medikamente? Ein paar Stunden bei ohne, würd ich sagen. Mit aber auch nicht wesentlich länger. Erzähl mal!

THawk
08.01.2015, 22:18
Schwierige Frage. Hängt auch für mich von mehreren Faktoren ab. Medikamente? Wie hoch dosiert? Epilepsie bekannt? Anamnese? Ich glaube, ich hätteschon gerne nach spätestens einer Stunde zumindest eine Entwicklung in die richtige Richtung. Fände auch Details interessant, ggf pn?

BetterCallSaul
09.01.2015, 15:48
Zu meinen Posts zuvor: ratet ihr zu Haus- oder Fachwechsel?

Muriel
09.01.2015, 15:55
Haus. Dem Fach würde ich noch ne Chance geben.

Moonchen
09.01.2015, 16:51
War ein zweijähriges Kind, erster afebriler, generalisierter Krampfanfall, nach 5 min spontan sistiert. Kind traf 45min nach dem Anfall bei uns ein, da war es nach Aufsetzen kurz erweckbar, dann aber sofort wieder eingeschlafen. Nach zwei Stunden anhaltendem Schlafen haben wir ein Schädelsono gemacht, war unauffällig. 4 Stunden nach Aufnahme (Kind bis dahin immer nur ganz kurz erweckbar) dann erneuter tonisch-klonischer Krampfanfall => Sistieren nach Diazepam. Kind natürlich erst recht nicht richtig erweckbar. Ich hab drauf gebrannt entweder LP und/oder weitere Bildgebung notfallmäßig zu machen, mein OA (übrigens Neuropädiater) fand das jedoch nicht notwendig, was mich dann doch sehr verwundert hat.
Entzündungslabor war unauffällig, hatte sonst keine Infektzeichen oder Traumaanamnese. Letzten Endes ist er dann erst ca. 9 Stunden nach Aufnahme "der Alte" gewesen.


@sHoMa: würde auch Haus sagen, wobei ich da als Pädiater natürlich voreingenommen bin :-D

THawk
09.01.2015, 17:04
Und du konntest beim zwei jährigen Kind noch im Ultraschall was sehen? Das allein ist ja schon fast auffällig :-) Ich hätte mir Bildgebung überlegt, mich aber nicht getraut blind zu LPieren sofern er nicht meningitisch war. Tumor oder Sinusvenenthrombose hätten ja noch gut sein können.

Moonchen
09.01.2015, 17:30
Wir schallen immer transkraniell, da sieht man manchmal sogar bei Teenies noch was. Natürlich bei Weitem nicht so gut wie durch die Fontanelle, aber Mittellinie, Weite des 3. Ventrikels und Epidural/Subduralblutung bekommt man eigentlich immer hin. Haben dadurch erst neulich ne Blutung bei nem 5jährigen detektivert...
Ich hätte halt auch noch an Enzephalitis gedacht (deswegen LP) oder eben auch Tumor - MRT und EEG wurden dann am nächsten Tag durchgeführt und waren zum Glück unauffällig.