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Pünktchen
09.08.2007, 15:16
Ich denke mal wir reden von sehr unterschiedlich schwer kranken kindern, die ich hier aufgrund des Klimas seltener sehen werde als ihr...und ne KinderITS habe ich nicht, wenn sie ITS pflichtig werden, werden sie verlegt!

Es wäre wirklich ne Überlegung ob ihr nicht nen RSV-Schnelltest bei den Kindern macht...auch wenn es keine Saison ist...Alter?

annekii
09.08.2007, 16:00
Hallo Ihr beiden :)

@Pünktchen: wir haben auch keine ITS, ich muss sie dann auf Capucines ITS verlegen, also anderes Krankenhaus! Aber das sind ja keine Kinder, die kurz vor der Intubation stehen, die ich meine. Astrup ist einigermaßen ok. Aber arg ist eben die Atemnot, starke Einziehungen und laaaaaanges Exspirium und beeinträchtigte Kinder.
Nach dem RSV-Schnelltest muss ich mal fragen. Bisher waren es nur die langsamen serologischen Untersuchungen.

@Capucine: Wenn ich genau drüber nachdenke, sind es nur 2-3 x eine höhere i.v.-Dosis im 8 h-Abstand, 1 Tag also. Dann geht es über in 1-2x als Supp., da haben wir 10er, 30er, 50er und 100er, da wird dann großzügig aufgerundet. Und halt aufpassen, dass man es nicht ganz abrupt absetzt.

LG
Annekii

Pünktchen
09.08.2007, 16:16
Ihr habt noch Rectodelt supp mit 10, 30 oder 50 mg???? wow dachte das gibts nicht mehr...

annekii
09.08.2007, 16:48
Nee, nicht Rectodelt. Sondern aus der Klinikumsapotheke angefertigte Zäpfchen.

Pünktchen
09.08.2007, 16:50
ah...sonderanfertigungen...

annekii
11.08.2007, 13:32
Hallo!

Ich habe es nun nochmal unter den Assistenten besprochen. Die anderen fahren nicht die so hohe Dosis i.v.-Predni, wie es mir OA und CA beigebracht haben. Zumindest nicht bei diesem Krankheitsbild, bei allergischen starken Reaktionen schon.
Ich werde dann auch mal zurückgehen auf niedrigere Dosis, dafür alle 6 h und nicht alle 8 h.

@Pünktchen: Ja, Sonderanfertigung,. Die gibt es auch für andere Sachen, z.B. Diazepam 5 mg-Zäpfchen statt Rectiole. Die werden zur Abschirmung von Fieberkrampfkindern benutzt, was ich allerdings ohne mir auffällige Krampfbereitschaft nicht nehme, die Schwestern aber am liebsten ab einer bestimmten Gradzahl angesetzt hätten. In der MoKi war letztens ja auch ein Artikel, dass das alles nicht wirklich etwas ändert, weder das frühe Fiebersenken noch die prophylaktische Gabe.

Heute Nacht ist genau das passiert, wovor es mir immer graut. Notsectio mitten in der Nacht und der Hintergrund braucht zu lang. Zum Glück hat das Kind sofort geschrien und beste Anpassung. Bei etwa 8 min postnatal war der Hintergrund da. Die wären verdammt lang gewesen, wenn was gewesen wäre. Aber die Anästhesisten sind immer so nett, die kommen dann fragen und gucken, ob alles ok ist.

LG
Annekii

Pünktchen
11.08.2007, 14:38
@annekii so lange hatte bei mir noch keiner gebraucht, aber wenns knapp wird stehen die anästhesisten hinter einem und meist ist ne erfahrene Hebamme dabei...

Hatte letzte Nacht auch Dienst und etwas mehr zu un, aber alles geordnet kaum einer im bett tropf dran, nächste anruf...kassenärztlicher Notdienst ich schicke Ihnen....

Und eine Internistin, die meinte ein Kind 7 Jahre hätte ne Konjunktivitis, aber sie wäre ja keine Augenärztin und somit wüsste sie nicht was sie aufschreiben sollte...in der Frage lag eigentlich die Frage ob das Kind noch ne halbe stunde zu mir in die Ambulanz fahren solle, damit ich mir das nochmal ansehe...*fg*

udn das schlimmste es ist Ferienende und die Kinder werden einen Tag vor Abreise krank :-( was macht man mit nem Kind was ne wundinfektion am Fuss hat die innerhalb von 2 Stunden sich so stark ausgebreitet hat das eine Lymphangiitis wunderschön zu erkennen ist... und das Kind soll 10 Stunden später mit nachhause fahren 4 Stunden!!! Kind kommt aus dem Ferienlager (ohne Eltern) mitten inner Nacht...oder was macht man mit ner akuten Nahrungsmittelintoxikation DD beg. Salmonellose - Tropfbedürftig und 12 Stunden später müssen sie aus der Ferienwohnung ausziehen, weil der Urlaub zu ende ist...das war so meine Nacht...und fast 17 jähriger mit Meningismus...


und inner Ambulanz nur Urlaubskinder oder Privatversichterte *grummel* am Besten fand ich die Kopfplatzwunde mind 4 cm lang und 5 mm breit am Hinterkopf die 5 Stunden her war...es war 21Uhr wir wollten sie dann doch noch mal vorstellen... :-wow

capucine
11.08.2007, 14:50
ja, dieser Ferienendeeffekt ist nervig. Ich "freue" mich auch schon auf meinen Dienst morgen; ein schöner Sonntag im Krankenhaus....

Vorgestern hat meine Kollegin einen 10jährigen nachts um 23 h aufgenommen, der gerade vom Flughafen kam, Rückkehr aus Kenia, und netterweise Fieber und Schüttelfrost bekam.
12 h später ist die Mutter mit Sohn bei weiterhin bestehendem Fieber+GE, kompletter Nahrungsverweigerung, bis kurz voher 1500 ml/24 h gegen Revers gegangen, nachdem wir immerhin in 2 von 3 Malariatests ein neg. Ergebnis hatten...bei manchen Leuten könnte man echt....

LG capucine

Pünktchen
11.08.2007, 15:18
In dem Punkt bin ich resistent geworden...Ich erkläre Ihnen eindringlich die Notwendigkeit des stationären Aufenthaltes inkl aller möglichen Komplikationen und immer den Satz fallen lassen....das die Eltern dann verantwortlich sind für das Kind!!! Wenn sie dann noch unterschreiben dafür dürfen dahin gehen wo immer sie mögen...in manchen Fällen lasse ich die Akte liegen...sie müssen einfach den Lerneffekt haben und wenn was passiert haben sie die Nase auf. aber gemein bin ich in dem Falle nicht ich gebe Medis mit und biete Ihnen auch an, wenn was passiert sollen sie sofort wieder kommen oder gleich ins Haus der Maximalversorgung zu fahren. Manche Eltern sind dann so...a la und dann darf ich nicht wieder hier her kommen????

Ich streite mich auch nicht mit denen, wenn es jedoch an Körperverletzung grenzt wie letzten bei der 30%Verbrühung II° mit Fieber, wo der Papa meinte...das hat er auch mal gehabt und da hat er ne Creme drauf gemacht und gut ist...keine Infusion Überwachung, Verbandwechsel....Da kam dann mein OA mit dem Jugendamt!!! Kind kam aus einer Häuslichkeit wo spätesten nach 4 stunden sämtliche möglichen Keime eines Sandkastens auf der Wunde geklebt hätten. Mutti wollte das Kind ja nach hause nehmen damit er mit dem Bruder spielen kann (mit 40° Fieber)...und die Hausärztin meinte bei Fieber tut frische Luft gut...deswegen wollte sie raus mit dem Kind ohne Tropf und bewegen sollte er sich, krabbeln übern Boden...

*arggggggggggg* sorry allein das Nachdenken über diesen Fall bringt mich wieder auf 180 innerlich...die Dummheit, die einem mit jedem Satz entgegensprang war unglaublich...und dann noch ein aggressiver Vater, der täglich jeden zusammenschlagen wollte...


Trotz dieser Vorfälle bleibe ich bei meinem Grundsatz: Kinder können nichts für Ihre Eltern und sollten auch nicht dafür bestraft werden....

leo11
12.08.2007, 12:27
Hallo Mädels!
Ich hatte von Freitag auf Samstag den absoluten Horrordienst und wollt mal eure Meinung hören..
Am Freitag wurde ein fast 5 jähriges Mädchen mit Erbrechen seit einem Tag aufgenommen. Sah alles nach ner ordentlichen GE aus, pH ein bißchen sauer, BE -9, leicht erhöhter BZ (als Stresszucker gewertet). Sono Abdomen o.p.B., alle Blutwerte (inkl. BB, Transaminasen, Entzündungswerte) in Ordnung. Das Mädchen kriegt Infusionen, Vomex gegen die Übelkeit und das wars erstmal. Von mittags bis abends erbricht sie bei uns noch zweimal. Abends gegen elf guck ich nochmal rein, sie schläft ganz ruhig.
Morgens um 6:40 werd ich gerufen, sie habe Hämatin erbrochen, sei apathisch. Ich renne sofort hin, massig kaffeesatzartig Erbrochenes, das Mädchen reagiert nicht, lichtstarre, weite Pupillen und eine Bradykardie um 50/min. Ich hole schnell die Intensivschwestern dazu, damit wir sie dahin verlegen und überwachen. Als ich ca. 1 min später mit denen wieder ins Zimmer komme, hat das Mädchen keinen Herzschlag mehr. Wir beginnen sofort mit der CPR, holen den OA und das Rea-Team dazu. Unter ständiger Bebeutelung geben wir nach und nach immer mehr Supra, außerdem HAES, saugen den Magen ab (noch etwas Hämatin, nicht mehr viel). Nach 45 Min beenden wir erfolglos die CPR.
Totaler Horror, ich hab keine Ahnung, was dieses Mädchen hatte, ihr vielleicht??
Bin super-fertig..

Fino
12.08.2007, 19:03
Hallo Mädels!
Ich hatte von Freitag auf Samstag den absoluten Horrordienst und wollt mal eure Meinung hören..
Am Freitag wurde ein fast 5 jähriges Mädchen mit Erbrechen seit einem Tag aufgenommen. Sah alles nach ner ordentlichen GE aus, pH ein bißchen sauer, BE -9, leicht erhöhter BZ (als Stresszucker gewertet). Sono Abdomen o.p.B., alle Blutwerte (inkl. BB, Transaminasen, Entzündungswerte) in Ordnung. Das Mädchen kriegt Infusionen, Vomex gegen die Übelkeit und das wars erstmal. Von mittags bis abends erbricht sie bei uns noch zweimal. Abends gegen elf guck ich nochmal rein, sie schläft ganz ruhig.
Morgens um 6:40 werd ich gerufen, sie habe Hämatin erbrochen, sei apathisch. Ich renne sofort hin, massig kaffeesatzartig Erbrochenes, das Mädchen reagiert nicht, lichtstarre, weite Pupillen und eine Bradykardie um 50/min. Ich hole schnell die Intensivschwestern dazu, damit wir sie dahin verlegen und überwachen. Als ich ca. 1 min später mit denen wieder ins Zimmer komme, hat das Mädchen keinen Herzschlag mehr. Wir beginnen sofort mit der CPR, holen den OA und das Rea-Team dazu. Unter ständiger Bebeutelung geben wir nach und nach immer mehr Supra, außerdem HAES, saugen den Magen ab (noch etwas Hämatin, nicht mehr viel). Nach 45 Min beenden wir erfolglos die CPR.
Totaler Horror, ich hab keine Ahnung, was dieses Mädchen hatte, ihr vielleicht??
Bin super-fertig..

Oh Gott...
Das tut mir sehr leid.
Was ich gerne wissen wuerde, ist zum einen eine ausfuehrlichere Anamnese und zum anderen, was die Befunde der koerperlichen Untersuchung ergeben hatten, insbesondere die des Abdomens.

Teerstuhl? Einnahme von NSAIDS?

Die Sono ist unnuetz bei GI-Blutungen.
Wurde an eine GI-Blutung gedacht? Wurde endoskopiert?
Wie gesagt, es fehlen einige Infos, aber das klingt mir doch ziemlich nach einer GI-Blutung. Das BB mag normal gewesen sein, es schliesst eine solche allerdings nicht aus. Auch der Blutdruck rauscht bei Kindern erst dann ab, wenn fast schon zu spaet ist, anders als bei Erwachsenen.

Das Fiese bei GI-Blutungen im Kindesalter,v.a. bei recht jungen Kindern, ist, dass man nicht wirklich an sie denkt. Sind ja auch nicht gerade haeufig in dieser Altersgruppe...
Wir hatten vor einigen Monaten auch ein Maedchen mit einer sehr aehnlichen Anamnese. Der Registrar nahm das zunaechst nicht sehr ernst (obwohl wir ihm auf den Kopf zu die richtige Diagnose mitteilten), aber wir legten schon mal zwei iv. Zugaenge, starteten Infusionen und holten den Consultant frueh dazu - und bei dem schrillten die Alarmglocken. Es wurde eine signifikante Blutung eines Duodenalulkus diagnostiziert. Sie wurde operiert und sie erholte sich gut.
Die ganze Zeit ueber waren ihre Vitalparameter alles andere als dramatisch/besorgniserregend gewesen!

Einer unserer Chefs (selber paed. Gastroenterologe) sagte uns mal:"Manche Probleme sind selten im Kindesalter, und wir neigen dazu, aus diesem Grund, nicht an sie zu denken. Wenn euch durch den Kopf geht "Hey, das klingt ja fast wie eine GI-Blutung oder Pankreatitis oder Herzinfarkt, dann geht dem nach und ignoriert es nicht, nur weil es sich um ein Kind handelt."

Ich habe noch zwei Fragen:

1. Habt Ihr, als das Maedchen noch bei euch auf Station war, schon mit CPR begonnen? Wenn nein - warum nicht?

2. Wer hat alles dieses Kind gesehen (bevor es auf ITS verlegt wurde)?
Du als Assi, aber wer noch? Ein Altassi / FA / OA?

Noch mal:

mein aufrichtiges Beileid.

leo11
12.08.2007, 19:14
Danke erstmal.
Die Anamnese ist sehr kurz: Erbrechen (nicht blutig o.ä.) seit dem Vortag (also Donnerstag), keine Stuhlveränderungen. Vorstellung am Freitag beim KA, Einweisung wegen GE mit Exsikkose. Gleiches Untersuchungsergebnis in der Aufnahmesituation, Freitag um 12 Uhr mittags. Diffuser Bauchschmerz, keine Abwehrspannung, überall tief palpabel. Ansonsten nichts, außer Exsikkosezeichen. Labor: wie gesagt, BE-9, pH etwas sauer, Hb 17,5 (als eingedickt interpretiert).
Den Freitag (auch noch bis spät abends) war das Mädchen ganz stabil, hat seit mittags zwei Mal nicht blutig erbrochen, kein Stuhlgang. Wurde mit Infusionen versorgt (Vollelektrolyt-Lsg.) versorgt.
Morgens dann das blutige Erbrechen, wurde uns von der Mutter, die daneben lag, direkt mitgeteilt. Daraufhin der o.g. Verlauf. CPR fand komplett auf der peripheren Station statt,da es für die von mir zunächst angedachte Verlegung dann zu spät war.
Am Freitag wurde das Kind noch vom OA (der die Sono durchgeführt hat) gesehen, außerdem von insgesamt drei Assistenten (Aufnehmende Dienstärztin, Stationsärztin, ich als Nachtdienst).

Fino
12.08.2007, 19:23
[QUOTE]Den Freitag (auch noch bis spät abends) war das Mädchen ganz stabil


Die Parameter waren also noch im Normbereich - trotzdem:
hat es einen TREND gegeben, z.B. eine ansteigende Atemfrequenz oder einen TREND zu einer Tachykardie?

capucine
12.08.2007, 19:32
Grauenvoll, auch mein herzliches Beileid!
Nach Deiner Schilderung gab es bis zum Hämatinerbrechen keinen Hinweis auf eine andere Ursache als GE oder infektgetriggertes Erbrechen. Wir alle haben schon hunderte solcher Kinder gesehen mit dem Unterschied, dass diese dann nicht Hämatin erbrachen sondern am nächsten Tag froh im Bett saßen. Ich denke nicht, dass man das verhindern hätte können. Für eine chir. Ursache gab es ja keinen Hinweis. Wird das Mädchen obduziert...? Wird ja leider in Dtschl. viel zu selten gemacht.

Wir hatten auch mal so einen grauenvollen Fall in Paris, wo ein 2 jähriger mit Aufnahmediagnose obstruktiver Bronchitis und normalem Labor innerhalb von 12 h reanimationspflichtig wurde, verstarb und sich in der Obduktion dann eine hämorrhagische Staph-Pneumonie bds. darstellte. Da hat die Obduktion echt etwas dazubeizutragen, zu klären,warum der Junge trotz adequater CRP nicht zu beatmen war....

Solche Fälle sind der Alptraum jedes Arztes...

Ich denke, ihr werdet das auch im Team aufarbeiten...

leo11
12.08.2007, 19:33
Wir haben das Kind nicht am Monitor gehabt,da es bis dahin KEINEN Anhalt gab, dass es sich nicht um eine GE handelt. Sie hatte insgesamt einen eher niedrigen Blutdruck, was ja zur GE-mit-Exsikkose-Theorie passte. Aber Kinder mit Erbrechen seit einem Tag werden bei uns normalerweise nicht monitorüberwacht..

leo11
12.08.2007, 19:36
@ capucine: danke. Mein Chef hat gestern noch lange mit den ELtern gesprochen und wollte sie von einer Obduktion überzeugen. Ich hoffe sehr, dass er es geschafft hat. Ich war zu dem Zeitpunkt nicht wirklich in der Lage mit den Eltern zu sprechen, so doof sich das anhört.. Werde Euch natürlich berichten, wenn was herauskommt.. Auf jeden Fall hatten wir noch Blut und Urin für Stoffwechseldiagnostik entnommen, falls es da was gibt..

Fino
12.08.2007, 19:39
Nach Deiner Schilderung gab es bis zum Hämatinerbrechen keinen Hinweis auf eine andere Ursache als GE oder infektgetriggertes Erbrechen

Genau das beschaeftigt mich (bitte nicht falsch verstehen: ich sage nicht, dass da was uebersehen oder falsch gemacht wurde)

Wenn es keinerlei Hinweis gab, konntet Ihr nichts machen. Es ist dann so, wie Capucine schreibt: die Kinder sitzen (oder toben) normalerweise am naechsten Morgen im Bett und werden entlassen.

Pünktchen
12.08.2007, 22:01
Ersteinmal an Leo mein Beileid. :-((

Ich habe heute Dienst und viel dadrüber nachgedacht. Man sieht dann die vielen einfachen Fälle plötzlich anders. Doch hätte man was anderes machen können? Ich weiß nicht, dafür müsste man wahrscheinlich jedes Kind was zur Aufnahme kommt an die komplette Überwachung hängen mit 15 minütigen Rhythmus. Wie meine Vorredner schon meinten, die Kinder verfallen spät und rasant und vorher nicht erkennbar. :-nix


Hatte heute immer wieder deinen Fall im Hinterkopf...1.Kind mit Blut im Stuhl...erstmalig...frisch...dem gehts super gut.......2.Kind epigastrische Schmerzen nüchtern seit 4 Tagen in Bulgarien im Urlaub bekommen...3.Kind Erbrechen seit gestern...seit diesem Morgen Schwindel, Zittern, Blässe, weiterhin erbrochen...diffuse Bauchschmerzen.......hmmm was wird passieren?...ich werde es sehen morgen früh...

annekii
12.08.2007, 22:17
Ach Du großer Gott :(

Auch von mir herzliches Beileid. Dass Du Dich schlecht fühlst, glaub ich Dir sofort.

Deine ganze Schilderung hört sich so an, wie ich hier mehrere liegen habe. Und wie Capucine schreibt, die sind morgens fidel oder hängen vielleicht noch einen Tag durch, dann wird es alles wieder gut.

Ich musste allerdings an einen Jungen (~8 J.) denken. Ich hatte letztens einen Jungen nachts in der Ambulanz, der seit Wochen immer wieder bricht und Bauchschmerzen hat (wohl psychisch bedingt, neue Schule, Förderschule, viel Mobbing) und keiner hilft der Familie, weil sie schon seit Jahren bekannt ist, dass sie die Kinder für Parties mal herbringen. Aber dem Kind ging es nicht gut, er gab mir Oberbauchbeschwerden an und erbrach vor mir einmal gallig. Ich habe ihn dann gegen aller Willen dabehalten, er hat dann einmal minimalst Hämatin erbrochen. Aber auch das sehen wir hier bei manchen Kinder, die ohne Ende brechen, bis sie Vomex bekommen. Er wurde am nächsten Tag gastroskopiert und hatte eine Mallory Weiss-Läsion, nicht wie meine Verdachtsdiagnose Gastritis, nicht mal den Anschein einer Gastritis, nur diese Läsion. Eventuell kann es eine oder mehrere solche gewesen sein bei dem Kind bei Euch? Allerdings scheint ja die Menge an Bluterbrechen und Absaugen nicht auszureichen, um in den Schock zu geraten?

Fino: Was genau waren Deine Anhaltspunkte bei der GI-Blutung? Was ließ Dich daran denken? (OT Was sind Consultant und Co?)
Ich schließe mich Dir übrigens auch an. Wir hatten letztens eine 5jährige mit einer Pankreatitis, da hat auch jemand gesagt "wenn sie erwachsen wäre, würde man sagen, es ist ne Pankreatitis". Oder ein Kind, das generalisiert krampfte, aber so seitenunterschiedlich, wo eine Kollegin sagte "das sieht ja wie ein Schlaganfall aus" (Capucine, Du weißt vielleicht, wen ich meine). Und es war einer.

Eine Obduktion wäre für alle Beteiligten (und irgendwie auch uns hier) hilfreich, um so etwas zu verhindern.

Schönen Restdienst Euch allen, die Ihr im Dienst seid. Hier war es bisher arg langweilig. Aber ab jetzthabe ich nichts mehr dagegen, nun würde ich durchaus gerne durchschlafen.

Leo, Du hast auch gerade erst angefangen, oder? Und dann sowas so früh im Berufsleben. Das prägt für immer. Vor sowas hat jeder Angst.

LG
Annekii

Fino
12.08.2007, 23:08
@annekii:

-diffuse Bauchschmerzen
-Erbrechen
-Sono okay
-BB normal (wie ich sagte, ist oft normal, weil es dauert, bis der HB abfaellt -wenn der HB schon stark abgefallen waere, haette man das klinisch gemerkt)
-erbricht dann Haematin
-tendenziell niedriger RR (wie schon gesagt - RRabfall ist ein spaetes Zeichen)

Klar, im Rueckblick ist man immer schlauer, aber wir hatten ja, wie ich erwaehnt habe, auch einen aehnlichen Fall - da war ein Muster, das mir bekannt vorkam
Ein Consultant ist ein erfahrener FA im hiesigen System also Cheffe (wir haben hier mehrere Chefaerzte, also Consultants)
Ein Registrar ist ein Altassi / OA.