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Muriel
18.12.2015, 09:27
Was ist denn FM?

WalterSobchak
18.12.2015, 09:32
Oh, schuldigung. FM 85 ist ein Fortifier zu kalorischen Anreicherung der Nahrung.

Edit:
War 2,5%. Für die, die es genauer wissen wollen ;-)

solidus
18.12.2015, 10:10
Ist das Spucken denn "mehr" als bei nem gewöhnlichen GÖR? Der wär ja noch physiologisch in dem Alter.. und vielleicht hat die Gedeihstörung damit gar nicht so viel zu tun..Sie hat ja unter Pre+FM85 zugenommen trotz Spuckens, so wie ich das verstanden habe..
Mir würde noch die CF einfallen, aber nen Schweißtest machen die ja bestimmt in der Klinik. Eventuell auch noch was kardiologisches? Syndromal sieht sie nicht aus? Und neurologisch ist sie fit?

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18.12.2015, 10:48
Als Nicht-Pädiater auf blauen Dunst:
(Relative) GIT Stenose (muss ja nicht Pylorus sein)? Evtl. funktionelle Stenose (neuronal gestörte Kinetik/Propulsion)?

WalterSobchak
18.12.2015, 14:01
@ logo: Ja, das hatte ich auch schon gedacht, Pancreas anulare oder sowas. Ich guck erstma, was die Klinik sagt. Schweißtest werden sie ja hoffentlich machen.

@solidus: ja, sie spuckt mehr als GÖR, habs selbst gesehen. Und ja, sie hat zugenommen unter FM, allerdings auch nur unzureichend - und wenns tatsächlich nur ein kalorisches Problem ist, explodieren die Kinder gewichtsmäßig in der Regel nach einigen Tagen Fortifier in der Nahrung ;-)

annekii
18.12.2015, 16:24
Kennst du eigentlich Pädinform? Da ist geballte Schwarmintelligenz der niedergelassenen Pädiater.

Der Immuno-CAP ist bei Kuhmilcheiweißintoleranz in so jungem Alter eigentlich immer negativ. Ich hätte einen zweiwöchigen Versuch mit Neocate oder ähnlichem gemacht, dann Reexposition. Bei der Symptomatik geht das ja zuhause, ansonsten halt Provo in der Praxis.

Ich hätte noch Sono-Abdomen und Sono-ZNS vorgeschlagen. Und ich hätte dann sicher auch eingewiesen. Auch um sowas wie Astrup und Lactat abzunehmen.

Bitte berichte, wie es weiter ging!

Falls sich noch jemand an meinen Fall mit der ausgeprägten mikrozytären Anämie des indischen Mädchens erinnert. Es ist mittlerweile in der Hämatologie Thalassämie ausgeschlossen worden. Es handelt sich um eine reine massive Eisenmangelanämie. Die Behandlung ist sehr schwierig und sie muss jetzt nochmal weiter untersucht werden auf irgendwelche Resorptionsprobleme.

WalterSobchak
18.12.2015, 16:45
Neocate über längere Zeit war eig mein Plan - hab aber bei Gewichtsabnahme nach nur 4d damit kalte Füße bekommen. Spucken und so wurd darunter eher mehr als weniger...

Ich schall die Lütte nochmal und hoffe einfach, dass es KEIN Pankreas anulare o.ä. (Malrotation?) ist... :-/

Pädinform is super!

Moonchen
18.12.2015, 17:45
Wenn es ein Migrantenkind ist würde mir noch Tbc einfallen, wobei das Erbrechen dazu ja nicht so ganz passt...

tpa
20.12.2015, 06:48
Hast du auch die Schilddrüsenwerte bestimmt, Walter?

annekii
23.12.2015, 17:20
Momentan macht man in der Praxis ganz viel Abhorchen von Erkältungen und Beratung, immer das selbe. Und dann zwischendurch hüpft einem der besondere Fall dazwischen.

Montag, 9:00, Mädchen 5 Jahre, seit 2 Tagen Husten und Schnupfen, Temp. bis 38,9°C, quirlig, klingt alles unspannend, schnell mal abhören und weiter zum nächsten, Pustekuchen. Kind springt auf die Liege, auf der ich schon sitze. Beim Aufkommen atmet sie aus und ich denke "huch, das klingt ja pneumonisch knisternd", sie hustet dann auch sehr verdächtig. Ich lege das Stethoskop vorne oben auf und höre genau gar nichts. Null Atemgeräusch. Links alles da, Herz o.B.. Hinten rechts AG da, aber massiv abgeschwächt, fein- und ein paar mittelblasige RGs, Quietschen, Giemen, links etwas rauhes AG, sonst o.B., Sättigung 97%, Hf 89/min. Kind munter und vergnügt. Auf Nachfrage verschluckt sich das Kind oft, auch vor Beginn des Hustens, aber nicht anders als sonst.

Ich schicke es zum Röntgen mit Pneumonie und V.a.Aspiration, will danach mit Befund weiter entscheiden, denke an Cephalosporin 3. Generation statt Amoxi, da evtl. Aspiration.

10:00 Anruf aus der Kinderklinik (Radiologisches MVZ in der Klinik hatte sich dort gemeldet), sie verlegen das Kind in die Nachbarstadt in die Uniklinik wegen Kinder-ITS. Ups!

13:00 Rückruf an den CA des hiesigen KH: Röntgenbefund sagt großer Pneumothorax rechts + Aspiration links. Er habe sich das Bild angeschaut und glaubt das so nicht, sondern denkt große Pneumatocele. Kreiskrankenhaus dafür zu klein.

16:00: Anruf Assistenzärztin, die nochmal in Uni nachgefragt hat und berichten will: Kind geht ins CT, sei eine riesen Bulla, OP für Dienstag geplant.

Dienstag, 10:00: Anruf von Kinder-ITS: Kind geht nun in OP, sie gehen von angeborener Fehlbildung aus.

Mittwoch, 9:00: Mutter in der Praxis, um sich zu bedanken und zu berichten. Lunge im rechten OF völlig verkümmert, sicher seit Geburt so. Rest der re. Lunge auch nicht sonderlich gut, eher auch schon längeres Problem. Dienstag 5 h OP, kam ohne Beatmung zurück auf ITS und ist stabil, alles gut. Nur halt Weihnachten in der Klinik.
Alle von den Socken, wie man das so lange überhören/übersehen kann, wann es sich so ausgeprägt hat und die Eltern überglücklich, dass nicht zuhause mal was passiert ist und es schlimmer verlaufen sei.

Husten und Schnupfen, seit 2 Tagen, 38,9°C. Und dann sowas! Ich habe mal wieder gelernt, wirklich weiter immer meine Aufgaben zu machen, egal was ich vermute, immer aufmerksam bleiben. Es ist gut, wenn man wieder erinnert wird.

Solara
23.12.2015, 17:36
Wow, eindrucksvolle Geschichte - gut gemacht!

WalterSobchak
24.12.2015, 10:10
Krass. Hab oft Schiss, sowas mal zu übersehen.
Wie oft schickst du jmd zum Rö?

annekii
24.12.2015, 10:13
Eigentlich nie! Meistens reicht mir die Klinik. Evtl noch ne BE. Aber hier klaffte Auskultation und Klinik auseinander.

//stefan
03.01.2016, 11:53
super!!

annekii
08.01.2016, 06:55
Mittlerweile wissen wir, dass es tatsächlich eine angeborene zystische Lungenfehlbildung rechts ist. Wie das Kind 5 Jahre unbemerkt damit rumlief, ist irgendwie keinem klar. Aber am ehesten war es halt keine eine riesige Zyste, sondern es ist jetzt irgendwie ein Ventilmechanismus entstanden und das Ding hat sich aufgeblasen und ist symptomatisch geworden. Aber vorne rechts sieht es so aus, als dürfte man nie ein Atemgeräusch gehört haben.
@Walter: Meine Kollegin sagte auch, dass sie Sorge habe, sowas zu überhören. aber DAS war wirklich gar nicht zu überhören. Die Seitendifferenz war frappierend.

WalterSobchak
10.01.2016, 01:00
Immer diese Angst, was zu übersehen :-/ Mein Kollege hat vor ner Weile bei ner U5 ne komische Resistenz im Bauch getastet. Sono: ganz merkwürdiger oberer Nierenpol, hat das Kind geschickt - Neuroblastom.

annekii
10.01.2016, 16:04
Wah, das ist meine Angst, dass ich die nicht erkenne, weil die Untersuchungsbereitschaft des Abdomens oft so schlecht ist.

Bei uns ist die Influenza angekommen, A und B, Kinder gehörig krank, aber noch lange nicht das Ausmaß von letztem Jahr. Aber eine dicke Pneumonie drauf habe ich schon gesehen.

Gestern hatte ich Notdienst und sooo viel im Fach abzuarbeiten (Kur- und Rehaanträge, Befunde, usw.) und da kamen doch tatsächlich lauter Patienten :-wow

THawk
10.01.2016, 16:50
Ja, da beneide ich euch in der Niederlassung nicht drum. Aber zum gewissen Grad müssen wir da wohl alle mit leben. Ist in der Neo ja teilweise auch so - man kann nicht immer alles machen. Und es gibt die Kinder, bei denen ich mir nachher (wenn sie dann wirklich NEC haben, oder Sepsis) in den A*** beißen könnte.

annekii
10.01.2016, 17:21
Irgendwie ist es ja alles das selbe. Wir dürfen an unseren Positionen eben nichts übersehen.

@Walter; Was ist eigentlich aus dem Säugling geworden?

Letztens hatte ich auch wieder was nettes, was meinen Horizont wieder erweitert hat. :-blush Kennt ihr das, dass man zeitweise 7 DDs kann und dann die seltenen nach und nach und dann auch die häufigeren verschütt gehen, bis irgendwann fast nur eine übrig bleibt?

Beispiel: Kind zur U9, grade 5 Jahre alt, erste U bei mir, bisher nur Vorstellungen zu banalen Luftwegsinfekten bei mir im letzten Jahr. Mutter erzählt u.a., dass das Kind schon seit klein auf Ekzeme habe, Neurodermitis genannt, aber sie seien gut mit Pflegecremes über Hautarzt versorgt. Bei der Frage nach dem Schlafen erzählt die Mutter von Schnarchen und dass das Kind dauernd aufwacht und dann ihre Hilfe zum erneuten Einschlafen braucht. Daher schlafe sie immer bei ihr. Außerdem fällt mir auf, dass das Kind sehr nasal spricht. Das wäre auch schon ewig so. Sie frage auch oft nach und höre vielleicht nicht so gut. Annekii hat genau eine Verdachtsdiagnose = Adenoide Vegetationen --> HNO-Arzt.
Wir machen noch eine BE, um mal nach Allergien wegen der Ekzeme zu schauen.
Und was kommt raus? Eine CAP 5-Hausstaubmilbenallergie. Ich telefoniere mit der Mutter, die überrascht ist. Da sie selbst früher eine hatte, packt sie ihr Encasing aus dem Schrank und die Bettwäsche des Kindes ein. Wir treffen uns 4 Tage später zum Prick, weil ich wegen möglicher Hypo noch schauen will, ob nur D. pteronysinus oder auch D. farinae und kein Blut mehr übrig war. Die Mutter schwärmt, dass das Kind seit dem Tag des Encasings durchschlafe und nicht mehr schnarche. 2 Wochen später ist es immer noch so.
Wieso war ich so überrascht? Bei älteren Kindern ist eine nasale Sprache für mich gleich ein Allergieverdacht, aber mit gerade 5 Jahren fielen mir einfach nur die Adenoide ein.
Nun fangen wir bald eine SCIT an und ich hoffe, sie packt das gut. Die Familie ist sehr mit Asthma belastet, sodass der Zeitpunkt einfach genial ist, um einen Etagenwechsel mittels Hypo zu verhindern

WalterSobchak
10.01.2016, 21:46
Der Säugling spuckt weiter. Diagnostik (auch stationär) komplett unauffällig. Entlassnahrung aus der Klinik: AR+Duocal.
Hab das Duocal jetzt nach 4 Wochen rausgenommen und guck, ob und wie das ohne geht. Insgesamt unbefriedigend irgendwie :-/