Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke
1,5 Jahre ist soooo schrecklich früh für die Manifestation :-heul Aber ja, wenn wir bei jedem Windelsoor an DM1 denken würden, würden wir fast täglich BZ messen müssen.
Das Kind ist auch ms. und vs. familiär mit Diabetes vorbelastet (inkl. nem Teenager der an seiner Pumpe herumspielt und dann mit Ketoazidose aufschlägt und.....) die Familie ist da echt mit geschlagen. Das einzig positive ist dass sie schon wissen worum es geht. Aber ja, 1,5 Jahre ist GEMEIN!
So, heute noch das Studienblatt für den 1,5 Jährigen ausgefüllt, kommt heute 2 10/12 mit Diabetes Erstmanifestation... wo es doch gerade um komische Häufungen ging (mal sehen wann der Dritte kommt).
Es gibt Mottowochen... Bei mir (anderes Fach, aber egal) sind es gerade reaktivierte Toxoplasmosen mit richtig ekelhaften Uveitiden. Vier Stück in drei Wochen, verrückt.
Die Dritte (9 Jahre) kam dann tatsächlich heute morgen (pH 6,90 BE -30...) gestern beim Arzt wg. Halsschmerzen (ja, die Zunge ist 3 mm tief eingetrocknet) Antibiose verschrieben bekommen und heute nacht so komisch geatmet und deswegen mit RTW bei v.A. Allergie gekommen. (Wobei Anamnese halt auch erst auf Nachfrage kommt, ja, hmm, ja seit einer Woche hätte sie wohl etwas mehr getrunken und sei schmaler im Gesicht gewesen.)
Das mit der Toxoplasmose kannte ich überhaupt nicht, interessant.
Feuerblick
17.07.2020, 09:14
Es gibt Mottowochen... Bei mir (anderes Fach, aber egal) sind es gerade reaktivierte Toxoplasmosen mit richtig ekelhaften Uveitiden. Vier Stück in drei Wochen, verrückt.
Wenn man bedenkt, dass Toxonarben ja nun nicht gerade das häufigste sind...und dann noch aktivierte...
Dann hoffe ich, dass nach 3 Manifestationen nun Ruhe ist!
Ist jemand zum Update in Berlin?
Wenn man bedenkt, dass Toxonarben ja nun nicht gerade das häufigste sind...und dann noch aktivierte...
Jupp. Die eine junger Mann Anfang dreißig, vor ca zehn Jahren schon mal so eine Episode gehabt. Vorgestellt in der Klinik, besprochen, abzuwarten (kannan gut tun, da selbstlimitierned grundsätzlich), dann schlechter geworden, doch das volle Programm angesetzt, eine Woche nach Beginn der Antibiose plus Zeugs dazu dann erstmals bei mir. So eine Uveitis hatte ich bis dato tatsächlich noch nie gesehen. Der komplette Glaskörper war dicht infiltriert (ok, das noch normal im Sinne des "headlight in the fog"), aber dann war wirklich jedes einzelne Netzhautgefäß dicht weiß eingescheidet, solch eine Panvaskulitis war wirklich beeindruckend, erst recht, weil der Befund nach Therapiebeginn deutlich schlechter war als vorher.
Und ich stimme annekii zu: 3er-Serie reicht dann jetzt...
Feuerblick
17.07.2020, 13:40
Au weh.. das schreit nach Überweisung und stationärer Behandlung bei Uveitis-Spezialisten. So einen Befund habe ich zum Glück nie sehen müssen. *schauder*
Warum sind es eigentlich fast immer 3er-Serien? Sogar die nachsilversterlichen Knallerverletzungen kamen bei uns (nach Schwere geordnet) immer in Dreierpacks. Gibts da drei zum Preis für zwei?
aschenputtel1977
17.07.2020, 16:26
Na ja man kennt es schon, 3 Meningitiden, 3 Neudiabetiker, schlimmer fand ich da die Serien 3 Hirntumore, 3 tote Kinder (und gefühlt alles in meinem ersten Jahr als Hintergrunddienst damals)....
Wir hatten auch noch 3x Hochrasanz-Verkehrsunfall, Kinder glücklicherweise alle mit sehr wenig Verletzungen, aber 2x tote Mutter innerhalb von 2 Tagen.
Wenn man das ganz ersthaft und trocken betrachtet ist das wahrscheinlich ja alles so ganz mathematisch gesehen statistisch nicht signifikant, und mehr so confirmation bias, weil man sich Häufungen eben mekt. Aber weil Menschen eben so sind, und Medizin eben nicht Mathe ist, neigen wir ja alle zu einem Mindestmaß an Aberglauben (sage nie es ist ruhig oder etwas wird einfach sein... :D)
Hi
hat mir jemand ne Übersicht (kurz und nicht die 50 Seiten im RKI vielleicht :-) ) bezüglich Impfempfehlungen? Z.b. 10jähriges Kind ohne Grundimmunisierung, was muss jetzt noch geimpft werden? 6-fach Impfung (wirklich alle?) und MMR? Meningokokken, Hib und Pneumokokken bis 2. Lebensjahr und sonst bei Indikation z.B. Asplenie.
aus dem RKI Bulletin "Die Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ b ist für alle Säuglinge und – falls nicht im Säuglingsalter erfolgt – für Kinder unter 5 Jahren empfohlen."
Z.b. ist ja Infranrix was wir bei den NG/FG zur Grundimmunisierung nutzen, nur bis zum 36. Lebensmonat zugelassen..
Würde mich sehr freuen, wenn jemand ne kurze Übersicht vielleicht hat, sonst liest man sich natürlich alle Impfungen auf der Seite durch :-winky
edit: zu den Serienfällen hatten wir das mal geburtstraumatisch bedingten Hirnblutungen bei NG im 3er Pack und tatsächlich Asphyxien ..
10jähriges Kind ohne Grundimmunisierung,
Oh? Und wollen die jetzt alles impfen?? 10 Jahre ohne klingt ja nicht nach impfbegeisterten Eltern.
Es gibt keine zugelassene Möglichkeit für Grundimmunisierung in diesem Alter von 4fach-Impfstoffen für TdaP-IPV. Es wäre also off label. Aber zugelassen wäre TdaP-Immun für TdaP und dann halt IPV einzeln. Aber man bekommt aktuell nicht immer IPV. Das schreibt das epid. Bull. 34/2019 dazu:
Nach Auffassung des PEI ist mit dem Begriff „Grundimmunisierung“ nur die Erstimmunisierung im Säuglings- und frühen Kleinkindalter gemeint, für die Impfstoffe mit höherem Diphtherie- und Pertussis-Antigengehalt
(groß D bzw. groß P) verwendet werden sollen. Das PEI
hat – in seiner Funktion als Zulassungsbehörde für Impfstoffe – festgestellt, dass die oben genannten ap-haltigen
Impfstoffe zur Erstimmunisierung von älteren Kindern,
Jugendlichen und Erwachsenen mit unbekannten Impfstatus bzw. ohne bisherige Impfung gegen Tdap-(IPV) verwendet werden können
Der Gebrauch der im Folgenden genannten Impfstoffe ist
in den jeweiligen Altersgruppen von der Zulassung gedeckt:
1. TdaP-IMMUN (Tdap) zur Erstimmunisierung bei Personen ab dem Alter von 4 Jahren;
2. Boostrix (Tdap), Boostrix-Polio (Tdap-IPV), Covaxis
(Tdap) und Repevax (Tdap-IPV) zur Erstimmunisierung ab dem jugendlichen Alter ≥ 12 Jahre.
Nur wenn die aufgeführten Impfstoffe außerhalb der genannten Altersgrenzen verwendet werden, sollte über den
Off-label-use entsprechend aufgeklärt (Off-label-use s.S. 332 f.)
und dies auch schriftlich dokumentiert werden.
Also brauchen tut es:
- TdaP-IPV und Hep B --> 0, 1, 6 Monate
- 2x MMRV, wenn noch keine Varizellen gehabt --> 0, 6 Wochen
- MenC (ggf bei Reisewunsch gleich Men A,C,W,Y) 1x (die anderen, die du vermutlich gefunden hast, sind B und werden nur bei ganz wenigen außerhalb von Sachsen geimpft, wenn eine medizinische Indikation besteht)
- HPV --> 0, 6 Monate
Pneumokokken bei Asthma oder Asplenie oder anderen Indikationen lt. StIKo
HiB gar nicht mehr
Super Übersicht gibt das Epidemiologische Bulletin für Nachholimpfungen am Ende. In deinem Fall S. 352. Oder du nimmst die STiKo-App mit Flussschema.
Wir haben viele Flüchtlinge mit unbekanntem Impfstatus off label mit 4fach geimpft, einfach weil es Injektionen spart. Das steht auch im epid.Bull. 34, dass man vorzugsweise Injektionen sparen soll, aber im Zusammenhang mit ggf Überimpfung, z.B. wenn ich 5fach-Impfstoff nehme beim Erstimmunisierung >1 Jahr. Da braucht man eigentlich nur 1x HiB, aber die anderen Sachen wären dann TDaP + HepB + IPV, also 3 Injektionen. Dann soll man lieber HiB "über"impfen.
Bei dem 6-fach Impfstoff den wir für die Säuglinge im Krankenhaus haben (Infanrix hexa) ist HiB extra. Also man muss den Impstoff einmal in das kleine Gläschen mit HiB Pulver spritzen, wieder zurückziehen und dann impfen. Ist das bei anderen Impfstoffen auch so? Könnte man dann nicht einfach das HiB weglassen, wenn man es nur einmal will?
Kurz Frage an die Neonatologen unter euch:
Asphyxie Definition pH>7,0 und/oder BE +16 und/oder APGAR 5min >6P
Bedeutet BE +16, dass eine Azidose schon länger bestand und es metabolisch kompensiert wurde. Meine Asphyxien hatten eher BE -20 ..
awmf: Parameter: pH-Wert <7,0;
Basendefizit >16 mmol/l; 5–Minuten-Apgar-Score <6 Punkte
Kleiner als, nicht größer als! Und Basendefizit > 16, also BE < -16. BE ist ja der Basenüberschuss.
LG
Ally (sorry, keine Neonatologin ;-) )
Ally hat recht :)
Heute hatte ich einen schönen, entspannten letzten Wochenend-Tagdienst auf Intensiv mit braven Babys und Zeit für Elterngespräche. Ab morgen noch 4 Tage und meine Neo-Intensivzeit ist zu Ende.
@annekii: sry ich hatte dir garnicht geantwortet! Ja, ich bin auch gespannt auf die Psychosomatik und denke/hoffe auch, dass mir das für die spätere geplante Niederlassung was bringt. Zusätzlich bin ich noch im Kinderschutz-Team, auf diese Herausforderung bin ich auch gespannt. Aktuell haben wir auch echt viele Kinderschutz-Fälle. Das Daheimbleiben wegen Corona hat da vielen Familien echt nicht gut getan...
Bei dem 6-fach Impfstoff den wir für die Säuglinge im Krankenhaus haben (Infanrix hexa) ist HiB extra. Also man muss den Impstoff einmal in das kleine Gläschen mit HiB Pulver spritzen, wieder zurückziehen und dann impfen. Ist das bei anderen Impfstoffen auch so? Könnte man dann nicht einfach das HiB weglassen, wenn man es nur einmal will?
Das geht nur bei Infanrix hexa. Vaxelis und Hexyon sind Fertigspritzen. Das kann man sicher machen, wenn man HiB nicht überimpfen will. Aber dafür hat das alles sicher auch keine Zulassung. Ist dann auch egal, was off label?
@Kandra: Ja, das befürchten wir auch. Unsere bereits vom JA betreuten Familien hatten zum Glück meist den KiGa-Platz als Notbetreuung. Aber die vielen anderen....
Ich wünsche dir ein tolles Team auf der Psychosomatik und eine gute Zeit. Es wird dir auf jeden Fall was für die Niederlassung bringen! Ich hätte ohne die Zeit sicher vieles jetzt nicht einfach ausgesprochen, sondern immer Angst gehabt, irgendwas falsches zu sagen. Jetzt spreche ich offensichtliches an und erhalten Antworten und oft den Beginn einer Besserung/Behandlung o.ä.
Ein Beispiel: ein Jugendlicher mit Essstörung. Übergewichtig zur J1, 1 Jahr später rasant auf dem Weg nach unten, BMI-P3 erreicht, mit dem Willen weiter runter zu gehen, Wachstum stehengeblieben, aber vermutlich auch konstitutionelle Entwicklungsverzögerung, bei eh nicht großer familiärer Größe, da kleiner indischer (?) Vater. Gespräche, absolute Verweigerung zu stationärer Therapie oder ambulanter Psychotherapie. Aber er konnte sich auf einen Plan mit Kontrolle in der Praxis einlassen. Mit der selben zwanghaften Verhaltensweise beim Abnehmen widmete er sich jetzt meinem Plan des Erreichens der 25. BMI-Perzentile mit wöchentlichen Wiegekontrollen/Gespräch. Als er diese erreicht hatte, kam auch wirklich kein Gramm mehr dazu, dann wuchs er und ich hob die Zahl an, er parierte. Und dann kam er auf mich zu, dass er gerne Therapie wolle. Er merke, dass er Hilfe brauche. Ein Platz dauerte zwar noch, aber nun ist er in Therapie und ich erleichtert. Aber es war ein Teil der Therapie bei uns und hat überbrückt, bis er so weit war. Ich hatte ihn ständig unter Sicht und hätte auch eine Einweisung bei dringlicher Indikation machen können. Das ging für mich nur, weil ich die Anorexie-Jugendlichen auf der Station erlebt hatte, die Therapiepläne, die Ziele und auch die Zwänge, Tricks und Co.
roxolana
27.07.2020, 09:17
Aktuell haben wir auch echt viele Kinderschutz-Fälle. Das Daheimbleiben wegen Corona hat da vielen Familien echt nicht gut getan...
Ich glaube, es gibt wahrscheinlich genauso viele Familien, die davon profitiert haben. Bei K1 haben sich die psychosomatischen Beschwerden jedenfalls deutlich gebessert, und unsere Kinderärztin hat gesagt, dass ihrer Beobachtung nach die Schulschließungen vielen Kindern gut getan haben. Aber ich glaube sofort, dass Corona in ohnehin schwierigen sozialen Milieus für eine Verschlechterung gesorgt hat. Ich finde nur die Aussage (nicht auf dich bezogen, hört man nur sehr oft) schwierig, dass das Daheimbleiben pauschal für alle schlecht gewesen sein soll, es gibt echt genug Beispiele, wo es andersherum war.
vanilleeis
27.07.2020, 09:35
Ich glaube, es gibt wahrscheinlich genauso viele Familien, die davon profitiert haben. Bei K1 haben sich die psychosomatischen Beschwerden jedenfalls deutlich gebessert, und unsere Kinderärztin hat gesagt, dass ihrer Beobachtung nach die Schulschließungen vielen Kindern gut getan haben. Aber ich glaube sofort, dass Corona in ohnehin schwierigen sozialen Milieus für eine Verschlechterung gesorgt hat. Ich finde nur die Aussage (nicht auf dich bezogen, hört man nur sehr oft) schwierig, dass das Daheimbleiben pauschal für alle schlecht gewesen sein soll, es gibt echt genug Beispiele, wo es andersherum war.
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Auf einer online-Fortbildung hat ein Kinder- und Jugendpsychiater erzählt, dass er für ein Gebiet zuständig ist, das auf der Grenze zwischen 2 Bundesländern liegt und auch 2 Jugendämter. Das eine JA hatte Quarantäne-Notfallfamilien, wo die Kinder 2 Wochen hin konnten, bevor sie in die eigentliche Pflegefamilie konnten. Das andere JA war überhaupt nicht erreichbar, weil so viele Mitarbeiter*innen eigene Kinder zu betreuen hatten, da ihre Arbeit nicht als systemrelevant eingestuft waren und sie keine Notbetreuung nutzen konnten.
Aber ja, ich denke, es haben auch viele von der Situation profitiert, das haben wir auch gemerkt und den Eltern damit auch teilweise endlich den psychosomatischen Hintergrund der Beschwerden näher bringen können.
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