Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke
Ich habe letztes Jahr auch noch mit dem Mayatepek gelernt und in anderen Bereichen als Neo auch Alterserscheinungen bemerkt. Aber in Kombination mit anderen Büchern und Materialien fand ich es trotzdem gut, weil mir die Didaktik und Abbildungen irgendwie liegen.
Ansonsten schließe ich mich McBeal und THawk vollumfänglich an.
Ich rudere gerade ziemlich in der Allergologie. Das habe ich in der gesamten Facharztausbildung so wenig gelernt. Noch am meisten in dem Jahr in der Praxis, aber eigentlich auch wenig. Wenn man nun selbst niedergelassen ist, will man diesen doch häufigen Teil der Pädiatrie auch nicht wegschicken müssen. Also knien wir uns gerade rein, fangen mit den ersten Hyposensibilisierungen an. Aber erstmal saubere Diagnose stellen, Notfallausrüstung haben, die gefordert ist, das richtige Präparat auswählen, Praxisteam schulen, usw. usw.
Aber ist auch ein toller Bereich der Pädiatrie.
Wir hatten im Sommer unsere erste Famulantin. Nun hat sie Werbung gemacht, weil sie es so toll fand, und für die nächsten Semesterferien haben wir schon die nächste Anfrage.
Gallilei
22.11.2015, 21:00
Oh Mann, das war heute ein KV-Dienst zum Abgewöhnen. Dass im November selbstverständlich Infektzeit ist und dementsprechend die Hütte brennt, ist mir natürlich nach nun fünf Jahren in diesem Fach klar. Aber manchmal frage ich mich wirklich, ob Eltern denn überhaupt noch denken können. Ok, ich habe keinen eigenen Kinder und natürlich einen anderen Blick auf vieles. Aber ich verstehe zB nicht, warum man ein Kleinkind sofort bei Rotznase und etwas Temperatur ("nein, Ihr Kind hat kein Fieber" "Doch, meins hat mit 37,6 Fieber") sofort durch die Gegend zerren und stundenlang irgendwo in der Ambulanz warten lassen muss anstelle dass man ihm zu Hause etwas Ruhe und ein Buch zum Vorlesen gönnt. Oder extra kein Ibu, PCM oder sonstwas geben, wenn das Kind eindeutig Ohrenschmerzen hat "na, Sie sollen ja auch sehen, dass das Kind wirklich Schmerzen hat". So was macht mich wütend :-wand
Rhiannon
22.11.2015, 21:07
@Gallilei: die gleiche Frage hab ich unserer Kinderärztin mal gestellt, als ich ihr in der Notdienstpraxis ausgeholfen hab (als Tippse). Sie meinte, viele Eltern hätten heute einfach das Gefühl für ihre Kinder verloren bzw dafür verloren, wann eine Erkrankung schlimm ist und wann nich und haben so einen "Abklärungwahn" (bei häufig gleichzeitigem Ablehnen der Therapievorschläge). Ist so ihr Eindruck aus 20 Jahren in der Praxis inkl Notdienste.
Colourful
23.11.2015, 08:22
Sie meinte, viele Eltern hätten heute einfach das Gefühl für ihre Kinder verloren bzw dafür verloren, wann eine Erkrankung schlimm ist und wann nich und haben so einen "Abklärungwahn" (bei häufig gleichzeitigem Ablehnen der Therapievorschläge). Ist so ihr Eindruck aus 20 Jahren in der Praxis inkl Notdienste.
Ja, so ist das wohl. Ich kann das auch nicht verstehen, schaue halt erstmal nach dem AZ meines Kindes und habe ja auch genug Bordmittel und einen gesunden Menschenverstand. Ich würde mich da erstmal an dem Orientieren, was meine Mutter und Oma damals so gemacht haben (ab ins Bett, Tee trinken, inhalieren, Nasentropfen) und mich nicht verunsichern lassen. Als Mutter sollte ich mein Kind doch kennen?!
Aber als meine Tochter vor zwei Wochen das erste Mal richtig erkältet war, bin ich auch sofort von Freundinnen gefragt worden, ob ich schon beim Arzt gewesen wäre.
Was glaube ich auch fehlt zum Teil, sind die Leute drumrum oder Großeltern und so, die das alles schon hinter sich haben. Und dann eben doch mal einen Tipp geben können, was noch normal ist und was nicht... ich war jetzt vor der 1-Jahres-Kontrolle 7 Monate nicht beim Kinderarzt. Aber gesund ist mein kleiner Wurm natürlich auch nicht ständig. Aber in den ersten 6 Monaten war ich doch auch 3 mal ausser der Reihe beim Arzt, weil unsicheres Erst-Mami...
Mal noch eine Frage an Euch: Meningokokken C - Impfung... ja/nein? Pro/contra?
Das ist "die neue", oder? Meinung unserer KiÄ war, erst einmal abzuwarten. Der Impfstoff werde wohl anders hergestellt als die sonst gängigen, so dass auf mehreren Fortbildungen und dergleichen zunächst davon abgeraten worden sei, weil man nicht wisse, was der Organismus so damit macht. In GB sei es aber schon in die allgemeinen Impfempfehlungen aufgenommen worden, so dass man da wunderbar schauen könne, was so passiert ;-) Also etwas laienhaft ausgedrückt :-blush
Ich denke, es liegt meistens daran, dass das Umfeld fehlt und die Erfahrung der Großeltern nicht mehr genutzt werden kann. Wir versuchen, die Eltern zu informieren und unterstützen, Gefühl für ihr Kind zu bekommen. Einerseits weil ich es sowieso wichtig finde, andererseits damit ich nicht jeden Pups vorgestellt bekomme :-oopss
MenC ist in Deutschland normale StIKo-Impfung und schon seit Jahren regelmäßig verimpft. Impfreaktion wenig, aber halt in D nur 10-15% Anteil an allen Meningokokken. Wenn fernere Auslandsreisen geplant sind, könnte man sich auch überlegen, ob man gleich Nimenrix oder Menveo impft (A, C, W-135, Y).
MenB, namentlich Bexsero, ist erst kurz auf dem Markt, ist wohl der erste Impfstoff auf Proteinbasis, wenn ich es richtig verstanden habe. Keine Langzeiterfahrungen, weder über Nebenwirkungen noch über Immunität. Wir impfen es bereits recht häufig, da die SIKo (Sächsische Impfkommission) es schon offiziell empfiehlt und die AOK plus (Sachsen und Thüringen) es dadurch allen Patienten rückerstattet. Das gibt den Patienten wohl viel Sicherheit und sie machen es. Die Impfreaktion finde ich in Kombi mit 6fach oder Pneumokokken eher stärker, alleine vielleicht ein bisschen, aber nicht schlimm.
Ich habe meine Kinder noch nicht dagegen geimpft.
Ups, mal wieder verwechselt... Es gibt ja so Dinge, die man nie auseinanderhalten kann... :-blush
Zu B hat er gar nix gesagt. C ist hier nicht im Plan drin, wäre also eine Zusatz-Impfung. Wie ja auch die Windpocken (die ich gemacht habe) und die Pneumokokken (die ich auch gemacht habe)... aber bei den Meningokokken C bin ich mir echt unsicher, ob das wichtig ist..
tragezwerg
24.11.2015, 09:34
Unser Pädiater hat beide Impfungen empfohlen...MenB haben wir angefangen, MenC folgt dann entsprechend dem Impfkalender. Wenn ich mal wieder von der Arbeit Meningokokken anschleppe beruhigt es mich, wenn die Kleine geimpft ist.
Hatte letztes Jahr einen Patienten mit Z.n. Men-Sepsis mit Amputation aller Extremitäten und schwerer geistiger Behinderung...dieser Fall verfolgt mich irgendwie immer noch.
Aber die C sind ja wohl in Mitteleuropa mega selten...
tragezwerg
24.11.2015, 12:34
Dachte ich auch und wurde vom Kinderarzt aufgeklärt: Laut RKI 25 Prozent MenC, 65 Prozent MenB in Deutschland. War mir nicht so bewusst.
Ich kenne 15-20%, aber auch das reicht uns. Polio und diphtherie sind viel seltener und wir sind trotzdem alle dagegen geimpft.
LG
Ally
SusiSorgenlos
24.11.2015, 18:11
Ich hatte unseren Kinderarzt nach der Impfung gefragt, da war H. aber schon 1. Er sagte, dass Meningokokken der Gruppe B meisst nur für schwere Erkrankungen im ersten Lebensjahr verantwortlich wären. Deswegen würde er es nur für Kinder unter einem Jahr empfehlen.
Ich hoffe, ich habe das jetzt richtige verstanden gehabt. Ist schon ne Weile her.
Wir haben es bisher nicht geimpft. Ich richte mich einfach nach der STIKO Empfehlungen.
Hey, ihr lieben.
Ich hänge euch mal ein Röntgenbild an. Es ist eines der schlimmsten pulmonalen interstitiellen Emphyseme, die ich bislang gesehen habe. Wie würde man in euren Neonatologien das behandeln? Wie würdet ihr beatmen? Ich habe in der Nacht die Strategie grundlegend geändert und würde mich über eure Erfahrungen freuen.
ich bin Erwachsenenmediziner und kann leider nicht helfen, lese nur aus Interesse mit. Stolpere schon am "interstitiellen Emphysem", und merke wie ich zum Fachidioten geworden bin...
MenB, namentlich Bexsero, ist erst kurz auf dem Markt, ist wohl der erste Impfstoff auf Proteinbasis, wenn ich es richtig verstanden habe. Keine Langzeiterfahrungen, weder über Nebenwirkungen noch über Immunität. Wir impfen es bereits recht häufig, da die SIKo (Sächsische Impfkommission) es schon offiziell empfiehlt und die AOK plus (Sachsen und Thüringen) es dadurch allen Patienten rückerstattet. Das gibt den Patienten wohl viel Sicherheit und sie machen es. Die Impfreaktion finde ich in Kombi mit 6fach oder Pneumokokken eher stärker, alleine vielleicht ein bisschen, aber nicht schlimm.
Ich habe meine Kinder noch nicht dagegen geimpft.
Habt ihr mit anderen Krankenkassen Erfahrung gemacht? In Brandenburg ist es ja nicht in der Empfehlung drin, so dass meine Krankenkasse (eine Sächsische) die Kostenübernahme abgelehnt hat. Da ich aber sowieso mit der Krankenkasse an einer anderen Baustelle kämpfe, hab ich einfach mal Widerspruch eingelegt. Mal sehen, was rauskommt.
Hallo murkel,
hier gibt es eine Übersicht: http://www.kinderaerzte-im-netz.de/fileadmin/pdf/UEbersicht_Kostenuebernahme_Meningokokken-B-Impfstoff_-_letzter_Stand.pdf
Bei uns ist es nur die DAk noch, die bis zum 2. Geburtstag übernimmt.
bipolarbär
28.11.2015, 19:36
Hallo Pädiater! Ich habe zwei Fragen. Mich würde es interessieren, wie ihr gerade über die Zukunft der/in der Pädiatrie denkt und welches Ziel ihr in eurer Karriere anstrebt bzw. wo man eigentlich als Pädiater dann hinkommt. Während es gefühlt Unmengen an Infos dieser Art für andere Fächer gibt, ist es für Päd rar gesät. Wie ist das Leben eurer Oberärzte in der Klinik, sind diese zufrieden? Strebt ihr die Niederlassung an, oder eine Subspezialisierung? Kann man sich z.B. als pädiatrischer Gastroenterologe oder Rheumatologe auch niederlassen und welche Rahmenbedingungen erwarten einen dann? Oder kennt ihr andere gute Einstellungsmöglichkeiten, z.B. im Rahmen von Public Health Projekten u.ä.?
Gibts vielleicht auch jemanden, der die Fachwahl bereut und auf etwas anderes umgesattelt hat?
Die andere Sache ist eher ein Wunsch nach dem Blick über dem Tellerrand. Mich interessiert es, wie sich Kinderkliniken allgemein finanzieren, welche Abteilungen sich "lohnen" und wo es Kontroversen oder Verbesserungsvorschläge gibt. Falls ihr gute Beiträge oder Reviews, ob fachlicher oder anderer Art kennt, immer her damit :-)
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