PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke



Seiten : 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 [126] 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149

aschenputtel1977
29.12.2019, 19:31
Oh Gott echt? Ich kann mich in 10 Jahren in der Klinik nicht an ein Kind erinnern, bei dem das nötig wurde. Krass....

annekii
29.12.2019, 19:32
Ich habe in meiner ersten Klinik vom OA gelernt, das Zungenbändchen zu schneiden und habe es da auch anfangs unter Aufsicht, dann alleine geschnitten, wenn die Wochenstation oder die Schwestern auf unserer Station mit Neugeborenen es wegen Trinkproblemen ansprachen und es auch tatsächlich kurz war. Ich fand es auch total einfach und unkompliziert, es hat nie geblutet, Kind sofort an die Brust danach und fertig. In der Praxis als Assistentin und danach in der zweiten Klinik konnte und tat es keiner und ich durfte es auch als AÄ nicht einfach machen. Das wurde irgendwie ausgesessen!?

Jetzt ist es so, dass ich es mich nicht traue, in der Praxis zu machen, weil wir keine chirurgischen Eingriffe versichert haben und es ist auch schon echt lange her. Den letzten Schnitt habe ich 2009 gemacht, als ich meiner zweiten Tochter es geschnitten habe.
Wir haben aber vor Ort einen HNO-Arzt, der das bei Säuglingen in der Praxis ambulant macht. Zu dem schicken wir dann, wenn wir die Indikation sehen.

Relaxometrie
29.12.2019, 19:41
Heute Nacht mal wieder zwei wunderschöne venen zerstochen, echt zum kotzen ^^
Ich (allerdings in der Inneren) habe auch gerade so einen run von Viggos, die nicht reinwollen. Die Patienten sagen dann zwar oft, daß es bei ihnen eh schwer ist und haben Verständnis für einen 2./ 3. Versuch. Aber mich NERVT es. Ich habe einen anderen Anspruch an mich und möchte die Viggo (die dann direkt nach Neuanlage bitte auch für die Blutentnahme rückläufig sein soll) im ersten Versuch gelegt haben.

jw
29.12.2019, 20:47
Zungenbändchen schneiden, habe ich nicht gelernt. Wir haben immer zum Niedergelassen Kinderchirurgen geschickt. Hier macht das die MKG oder die HNO. Die Datenlage im Follow Udo, spricht eigentlich nicht so sehr für das Schneiden.“.Würde es aber trotzdem machen.

THawk
29.12.2019, 21:39
Ich durchtrenne die selber aber stelle die Indikation streng. Da muss ein echtes Stillhindernis vorliegen, einfach nur Form der Zunge / Beweglichkeit reichen mir nicht. In der Regel hat die Frau dann auch zuvor schon eine Stillberatung gehabt. Unsere Stillberaterin bittet uns auch eher selten darum.

epeline
29.12.2019, 21:44
Ich durchtrenne die selber aber stelle die Indikation streng. Da muss ein echtes Stillhindernis vorliegen, einfach nur Form der Zunge / Beweglichkeit reichen mir nicht. In der Regel hat die Frau dann auch zuvor schon eine Stillberatung gehabt. Unsere Stillberaterin bittet uns auch eher selten darum.

Genauso handhaben wir das auch.
Mündet allerdings oft in Diskussionen, weil unsere Stillschwester die Indikation sehr großzügig stellt.

febee
01.01.2020, 19:15
Vielen Dank für Eure Rückmeldungen! Ich denke, ich werde vorschlagen, dass wir ein Konsil an die Kinderchirurgie schicken, und die es entscheiden sollen. Nach 10-15 U2-Vorsorgeuntersuchungen am Tag, haben wir glaub ich genug auf Station zu tun..

febee
09.01.2020, 15:05
Hallo!
Mal wieder ne Neo Frage an euch :-peng

Besteht eigentlich die Gefahr einer Hypovitaminose bei bspw. FG mit einer NEC, die längere Zeit (4 Wochen, oder was ist denn tatsächlich lang?) parenteral ernährt wurden? Eigentlich wird ja genau das gegeben, was das Kind braucht, aber theoretisch könnte es ja sein, dass es höher dosiert Vitamin D braucht etc. (naja kann man ja an der AP sehen, aber so allgemein betrachtet)

Was sind denn eure Erfahrung mit langzeit parenteral ernährten FG?
Und habt ihr mal Ursofalk den FG/NG verabreicht?

Und kann mir jemand erklären warum es bei Hypophosphatämie zu einem RDS kommt? Elektrolytdysbalance insgesamt? resp. Alkalose? Aber warum?
Ok.. Hypophospatämie verursacht Adenosintriphosphat- Mangel, verschiebt die Sauerstoffdissoziationskurve nach links und reduziert periphere
Sauerstoffaufnahme und Transport (Muskelschwäche, verzögert
Entwöhnung von Beatmung, Glukoseintoleranz, begünstigt nosokomiale
Infektionen, Tod)

THawk
10.01.2020, 07:57
Hey febee,
gute Frage: Ja, die Gefahr besteht, mir v.a. beim Vitamin D bekannt. Frekavit infant fettlöslich (was m.E. am häufigsten der längerfristigen TPN zugesetzt wird) enthält nur 40 IE/ml Vitamin D. Damit bekommst du den Vitamin D-Bedarf eines solchen Kindes (400-800-1000 IE, evtl. auch mehr) nicht gedeckt. Wir beginnen deshalb relativ früh, auch bei nur sehr geringer enteraler Ernährung mit der gastralen Vitamin D-Gabe, gerne auch mittels Vigantolöl. Bei Kurzdarm / annehmbar langzeitig gestörter enterbter Resorption macht auch die Bestimmung von Vitamin A, Selen, Zink Sinn. Gastroenterologen, die Kurzdarm-Patienten betreuen, sind da gute Ansprechpartner falls ihr in der Neo keinen habt, der sich damit beschäftigt.
Bei laborchemischen Hinweisen für Cholestase und einer zumindest wieder etwas aufgebauten enteralen Ernährung therapieren wir mit Ursofalk, jawohl. Gibt nicht allzu viele Daten aus der Neo dazu, soweit ich weiß, wird aber gut vertragen. Wenn du mich nach meiner persönlichen Meinung fragst: Man kann es machen, aber einen riesigen Unterscheid bemerke ich i.d.R. nicht. Entscheidend ist, dass man die orale Ernährung wieder hinbekommt. Und dann gibt es noch ein paar Daten zu unterschiedlichen Lipid-Infusionen und dem Risiko TPN-assoziierter Cholestase, da sind Fischöl-basierte Formulierungen wahrscheinlich besser. SMOFlipid z.B.

Meinst du bei der Frage der Hypophosphatämie mit RDS respiratory distress syndrome?!? Davon hätte ich noch nie was gehört.

-pixel
10.01.2020, 20:49
Hallo :) ich hätte mal eine Frage an die Kinderärzte unter Euch.. ich komm im Frühjahr ins PJ und könnte mir danach echt gut vorstellen, in der Päd anzufangen.. allerdings habe ich von vielen während der Kurse von katastrophalen Zuständen gehört, sodass viele dann in die Humangenetik oder andere Fächer gewechselt haben.. habt ihr zurzeit genau den gleichen Eindruck? Ich dachte bisher, dass die Situation in der Pädiatrie noch vergleichsweise gut sein soll :/

THawk
11.01.2020, 07:22
Gegenfrage: was soll denn katastrophal sein? Dienstbelastung, Kollegialität, Stationsbesetzung, Eltern, Stellensituation?

-pixel
11.01.2020, 08:07
Stimmt das hatte ich nicht näher beschrieben.. wohl die Arbeits- und Dienstbelastung.. und zunehmend auch Stationsbesetzung weil wohl von Seiten der Pflege und Ärzte zunehmend weniger Nachwuchs gefunden wird..

Moonchen
11.01.2020, 08:58
Naja, ich hab jetzt ja keinen direkten Vergleich zu anderen Fachrichtungen; aber wenn man hier im Forum so mitliest glaube ich nicht dass die Päd da im Vergleich zu anderen Fächern deutlich schlechter dasteht.
Man hat in den Diensten schon eine relativ hohe Arbeitsbelastung da man bei Kindern für die gleiche Arbeit idR deutlich länger als beim Erwachsenen braucht (wer bei nem bockigen 2jährigen schonmal Blut abgenommen hat wird wissen was ich meine) und es werden relativ viele Patienten als “Notfälle” aufgenommen und weniger elektiv gearbeitet . Aber auch da gibt es von Haus zu Haus und auch saisonal deutliche Unterschiede (ich hatte im Sommer durchaus auch mal Dienste in denen ich 4 Patienten in der Notaufnahme gesehen hatte und denn Rest gemütlich mit Kollegen quatschen könnte )
Mit der Besetzung habe ich den Eindruck dass Päd schon noch relativ beliebt ist und es daher ärztlicherseits viele Bewerber gibt ; allerdings kommt es durch den hohen Frauenanteil dann auch öfter mal zu Schwangerschaften und Teilzeit.
Alles in allem kann ich also aus den von dir genannten Gründen nicht davon abraten - es sei denn du ziehst ernsthaft nen patientenfernes Fach und Erwägung, dann wäre das vlt nochmal was zum Überlegen 😉

Autolyse
11.01.2020, 13:41
[...]Man hat in den Diensten schon eine relativ hohe Arbeitsbelastung da man bei Kindern für die gleiche Arbeit idR deutlich länger als beim Erwachsenen braucht (wer bei nem bockigen 2jährigen schonmal Blut abgenommen hat wird wissen was ich meine) und es werden relativ viele Patienten als “Notfälle” aufgenommen und weniger elektiv gearbeitet.
Relativ hoch ist eher untertrieben. Jetzt im Winter sehen wir nachts ungefähr die gleiche Patientenzahl wie alle anderen Fachabteilungen zusammen (~40/12 Stunden). Bei Wartezeiten jenseits der 4 Stunden brauchst Du dann auch ein dickes Fell...

Kandra
11.01.2020, 13:49
Relativ hoch ist eher untertrieben. Jetzt im Winter sehen wir nachts ungefähr die gleiche Patientenzahl wie alle anderen Fachabteilungen zusammen (~40/12 Stunden). Bei Wartezeiten jenseits der 4 Stunden brauchst Du dann auch ein dickes Fell...

Ach ich sehe das immer ganz locker und empfehle den Eltern, ihre Beschwerde neben dem Geschäftsführer auch gleich an ihren Landtags- und Bundestagsabgeordneten zu schicken, da kommts dann wenigstens an den richtigen Stellen an. Ich bin Nachts für Haus und Intensiv zuständig und kann mich nicht zerreissen. Da muss der 6jährige mit 3x erbrechen oder die 9jährige die nicht schlafen kann, dann halt mal warten bis ich mein instabiles Kind auf ITS wieder einigermaßen hergerichtet habe.

Schorsche
11.01.2020, 15:20
Hey febee,
gute Frage: Ja, die Gefahr besteht, mir v.a. beim Vitamin D bekannt. (...)

Meinst du bei der Frage der Hypophosphatämie mit RDS respiratory distress syndrome?!? Davon hätte ich noch nie was gehört.

sehe ich alles ganz genau so. Vitamin D lässt sich übrigens auch hervorragend i.m. substituieren, bei Kurzdarmbabys sind z.B. 5000IE/Woche eine gute Idee... RDS/Hypophosphatämie habe ich auch noch nie gehört.

tragezwerg
12.01.2020, 06:04
Hypophosphatämie erschwert tatsächlich die Spontanatmung und verlängert (zumindest bei Erwachsenen) das Weaning. Daher wird das bei uns auf der Intensiv regelmäßig kontrolliert ud substituiert wenn möglich. Ein erstaunlich großer Anteil von Intensivpatienten haben da auch Bedarf (vermutlich weil sie bei Z.n. Sepsis ja auch eine gewisse Zeit ohne normale Ernährung hinter sich haben). Auch critical illness Neuropathie und kardiale Funktionsstörungen sind schlechter unter Hypophosphatämie.

febee
12.01.2020, 13:39
Hypophosphatämie erschwert tatsächlich die Spontanatmung und verlängert (zumindest bei Erwachsenen) das Weaning. Daher wird das bei uns auf der Intensiv regelmäßig kontrolliert ud substituiert wenn möglich. Ein erstaunlich großer Anteil von Intensivpatienten haben da auch Bedarf (vermutlich weil sie bei Z.n. Sepsis ja auch eine gewisse Zeit ohne normale Ernährung hinter sich haben). Auch critical illness Neuropathie und kardiale Funktionsstörungen sind schlechter unter Hypophosphatämie.

Danke für Eure Rückmeldungen. Tatsächlich hab ich auch paar Publikationen darüber gelesen. Aber ob es 1:1 auf die Neo zurück zu führen ist, ist glaub ich nicht klar. Die Fälle haben auch über erwachsene Pat. berichtet. Vielleicht kann ich ja ne Studie diesbezüglich starten :compy: :-wow

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26067471


Edit: Nochmal zur Dienstbelastung: Als ich auf Fahrten gewartet habe und in der ZNA saß, konnte ich die chirurgischen/internistischen Kollegen "beobachten" und ein bisschen mitlaufen. So viel am Arbeitsaufwand hat sich nicht sehr viel unterschieden. Natürlich haben wir nur selten einen V.a. ACS oder LAE oder sowas akutes...aber Commotio mit V.a. Hirnblutung, Krampfanfall, Exsikkose, Meningitis oder Sepsis bei Säuglingen sind genauso akut.

NUr das wir halt, wie schon beschrieben, manchmal etwas bockige Kinder UND bockige Eltern haben. Bisher habe ich nur einen Kollegen erlebt, der in die Anästhesie gewechselt ist, weil er es mit den Eltern nicht mehr konnte..

mkw44
12.01.2020, 14:55
Fährst du als normal (Erwachsenen-)Notarzt als Pädiater?
Wie hast du dich auf die typischen internistischen Sachen vorbereitet? Einfach "nur" gelesen?

TriDoc
14.01.2020, 12:07
Einige meiner Kollegen (alles Pädiater) fahren bei uns "normal" Notarzt. Man macht ja den Kurs und muss die Fahrten sammeln, bevor man allein Einsätze fährt...

Purzeln bei euch aktuell auch so die kleinen Wochen?? Wir hatten schonmal eine Phase vor Weihnachten, über die Feiertage war es tatsächlich ruhiger und die letzten Tage sind wieder völlig verrückt...