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McBeal
17.08.2018, 04:52
Bei unserer Mittleren war nur der (allerdings erst zur U7a, vorher hatte der KiA kein Gerät) auffällig und sie brauchte wirkliche ein Brille (bei astigmatismus). Wir empfehlen aus dem SPZ heraus häufig Vorstellungen. Der Augenarzt unserer Kinder empfiehlt es bei unauffälligen Vorsorgen um den 3. Geburtstag, weil vorher die Kooperation häufig nicht so gut ist.

LG
Ally

annekii
17.08.2018, 06:49
Zur U7a machen wir den LEA-Test (mit Pflaster). Da habe ich den Eindruck, dass wir das Plusoptix nicht mehr brauchen. Unsere MFAs können das jetzt so gut, dass wir den Eindruck haben, dass sie wirklich alles rausholen. Wenn es nicht bds. 0,63 mind. ist, wiederholen wir. Wenn es nicht bds. gleich ist, wiederholen wir.

Wir empfehlen Plusoptix zur U6, also mit 11 Monaten und ein zweites Mal zur U7 mit knapp 2 Jahren. Machen tun es aber lange nicht alle und wenn, eigentlich nur zur U6. Zur U7 ist auch der Stereotest dabei. Da habe ich mit Stereotest und Brückner ja auch schon relativ viel Sicherheit.

Ich würde super gerne alle Kinder zum Augenarzt schicken. Das würde uns viel Verantwortung abnehmen. Aber es gibt einfach nirgends Termine. Die Sehschule nimmt keine Überweisungen mehr an von Nicht-Augenärzten, sofern das Kind nicht schon eh dort betreut ist. Ganz oft beenden sie auch ihre Behandlung und schicken 3jährige Kinder ab sofort zum Heimataugenarzt, der aber keine mehr aufnimmt. Es ist furchtbar.
Wir haben eine Augenarztpraxis in der Nachbarstadt mit Orthoptistinnen, denen wir Überweisungen schicken, auf denen ich genau notiere, was wir gesehen haben, was noch mit reinspielt und bitten um telefonische Terminvergabe an die Eltern, schreiben eine Nummer der Eltern drauf. Das klappt sehr gut und sie können durch unsere Vordiagnostik sehen, wie wichtig es ist. Das kommt dann so 1-2x im Monat vor.
Diese Woche leider 3x.
- 4jähriger syrischer Junge (U8) ohne Deutschkenntnisse, LEA-Test bds. bis 0,32, und das auch nur mit ganz schief gelegtem Kopf, 2x wiederholt an verschiedenen Tagen
- 11 Monate altes Kind (U6), Brückner asymmetrisch ab 1 m Entfernung, Plusoptix unauffällig, legt den Kopf schief beim Krabbeln, hat aber auch massives KISS-Syndrom bereits bei Geburt gehabt (mit einer massiven Gesichtsasymmetrie ab Geburt), der regelmäßig manuell therapiert wurde und auch KG bekam
- 21 Monate altes Kinder (U7), Stereotest neg., Brückner asymmetrisch

Mal sehen, wie es mit Terminen klappen wird.


Der Augenarzt unserer Kinder empfiehlt es bei unauffälligen Vorsorgen um den 3. Geburtstag, weil vorher die Kooperation häufig nicht so gut ist.
Wenn die Kinder nicht kooperieren, löst es nicht aus. Aber mehr als hingucken müssen sie ja nicht. Das klappt doch dann in der Regel irgendwann. Aber bei Kindern mit dunklen Augen klappt es oft nicht so gut. Da zeigt es dauernd "auffällig oder wiederholen", dann kann man nochmal, ohne dass es was kostet (wir haben das Gerät geleast und zahlen jedes Bild).

Muriel
17.08.2018, 07:33
Mensch annekii, Ihr seid ja der Traum eines jeden Augenarztes. Soviel Engagement habe ich noch nie von einer Kinderarztpraxis mitbekommen. Chapeau! Dunkeläugige Kinder sind wirklich schwierig. Auch auf Cycloplegika sprechen sie häufig schlecht an, so dass man sich bekloppt tropft und die Pupille dennoch noch spielt.
Alles rausfiltern mit einem Sehtest sehe ich allerdings kritisch. Größere Astigmatismenund und die seltenen Myopien, ok. Aber gerade hyperope Kinder haben häufig eine wahnsinnige Akkomodationsleistung, so dass ein guter Sehtest auch bei +5dpt herauskommt. Wenn zuvor ein unauffälliger Plusoptix gelaufen ist, der in dieser Richtung nichts angibt, dann wird das schon stimmen. Aber ganz generell gibt ein vernünftiger Sehtest nicht unbedingt Sicherheit.
Zum Thema Mitarbeit: natürlich gestattet sich ein Sehtest bei größerem Kind meistens einfacher als bei kleinen, aber das ist kein Argument. Mit der Argumentation kann ich jeden Arztbesuch egal welcher Fachrichtung zur Vorsorge sein lassen. Das erschreckt mich ehrlich gesagt... Und es gibt ja nun mal abseits eines Sehtests genügend Dinge, die eine erfahrene Orthoptistin mit etwas Willen auch bei unkooperativen Kindern herausfiltern kann.

Lava
17.08.2018, 08:04
Mal eine Frage an die Kinderärzte hier: ist es eurer Meinung nach tatsächlich möglich, dass ein Zusammenhang zwischen KISS Syndrom und Auffälligkeiten wie ADHS oder Lese-Rechtschreib-Schwäche besteht? Osteopathie ist ja gerade seeehr angesagt unter Müttern mit Babys. In meinem erweiterten Bekanntenkreis war bestimmt die Hälfte beim Osteopathen und/oder Physiotherapeuten, nicht wenige auch bei einem Orthopäden zum "Einrenken". Teilweise mit Überweisung, aber oft genug auch auf eigene Initiative.

Ich meine, wenn es da einen Zusammenhang gäbe, müsste der sich doch statistisch beweisen lassen. Man müsste doch nur mal unter den ADHS Kindern schauen, ob die eine höhere Rate an Kaiserschnitten und komplizierten Geburten hatten als der Durchschnitt. Ich kann mir das auch rein pathophysiologisch nicht wirklich vorstellen. Ich tu mich eh schwer mit dem Gedanken, ein Baby könnte eine Blockade an der Wirbelsäule haben :-nix

annekii
17.08.2018, 08:29
Wie ja schon oft geschrieben, ist es quasi eine Zwangslage, die uns diese Diagnostik machen lässt. Mittlerweile ist das allerdings Pflicht! Die neuen Kinderrichtlinien schreiben das ja jedem niedergelassenen Kinderarzt vor. Wir hatten es nur fast alles schon vorher (wir haben Brückner nur zur U5 und U6 gemacht) und daher etwas mehr Übungsvorlauf, sodass mehrere Praxen zu unsren MFAs zum Hospitieren kamen für den LEA.

Ich will mich einfach nicht zurücklehnen und sagen, dass ich nichts dafür kann, dass es keine AA-Termine gibt. Das selbe Problem haben wir im Übrigen auch mit der Dermatologie, sodass wir auch da mittlerweile die gesamte Neurodermitis-Behandlung selbst können. Auch die Allergologie mit Hyposensibilisierungen haben wir uns angeeignet. Das SPZ freut sich über unsere Zuarbeiten, weil wir oft Mini-SPZ spielen, aber dafür haben wir eben auch ein sehr kollegiales Miteinander und schnelle gute Hilfe von den Fachleuten, wenn wir es brauchen. Das macht einfach Spaß!

Wenn ich also die Richtlinien verfolge und Durchleuchtung zur U2 und U3 (4-6 Wochen) mache, Brückner U4 (3 Mo)-U7 (2 J), Stereotest ab U7, LEA ab U7a (3J), fehlt mir immer noch was für die hyperopen super Akkommodierer.
Da müssten wir vermutlich das Plusoptix billiger anbieten, um die Schwelle zu senken. Wir haben nur wenige Krankenkassen, die es bezahlen, bzw. wenige Patienten darin. Die Barmer, die DAK (sogar 2x) und viele BKKen bezahlen es, aber wir haben keine großen Betriebe, die eigene BKKen haben, daher kaum jemand drin. Barmer ist vielen wohl zu teuer, DAK ist auch nur selten.
Wir nehmen 20 € dafür, viele Kollegen 25 €.

Ich überlege immer noch, ob wir den Nahtest früher einbauen können. Momentan machen wir ihn erst ab der U10, die aber ja freiwillig ist. Aber die myopen Schulkinder kommen auch tatsächlich mit Symptomen, da finden wir nicht so viele durch Screening. Aber zappelnde Kleinkinder mit dem richtigen Abstand für den Nahtest finden wir sehr schwierig.

annekii
17.08.2018, 08:35
@Lava: Ich hätte auch gerne Daten. Das Problem ist aber eh, dass ich nie weiß, wer was kann. Osteopathie kann gefühlt alles und nichts bedeuten. Wir haben eine neue KG-Praxis vor Ort, die einmal im Monat Osteopathie anbietet. Da sind die Berichte und auch mittlerweile klinisch nachvollziehbare Situationen für uns sehr gut, dass ich sie mit manueller Therapie durch Ärzte mit entsprechender Säuglingsausbildung gleichsetzen kann. Aber das meiste, was ich erlebe ist "ich habe schoooon den Eindruck, dass es besser ist, aber wir gehen lieber nochmal hin", aber konkret kann es dann keiner benennen, was besser sein soll.

Also dass es Babys mit Blockade gibt, kann ich oft genug sehen. Das ist schon eindrücklich, wenn da ein Bewegungsstopp ist und die ganze Haltung darauf passt. Vieles ist nur eine Vorzugslage, die sich mit Handling ausgleichen lässt und sich auflöst, aber echte Blockaden sehen wir auf jeden Fall. Aber da schicke ich eben eigentlich nicht zur Osteopathie, sondern habe 2-3 Namen in der Umgebung von Kollegen, die das mit einer Sitzung behandeln. Einmal ein Orthopäde, einmal eine Allgemeinmedizinerin und einmal ein privatärztlich tätiger Orthopäde.

Auswirkungen auf später wüsste ich sehr gerne, glaube aber nicht, dass es so monokausal zu führen ist. Aber wie gesagt, keine Datengrundlage.

Salzi19
17.08.2018, 11:33
Also mein kleiner ist ja mit genau 6 Monaten vom Stuhl auf den Boden gefallen und hat sich seitdem nur über eine Seite gedreht (die nicht-Sturz-Seite). Der Kinderarzt hatte nichts gefunden und dann waren wir halt auch mal bei einer auf Kinder spezialisierten Osteopathin. Keine 2 Tage danach hat sich mein Kind in ein total bewegliches Baby verwandelt, das innerhalb von wenigen Tagen krabbeln gelernt hat und sämtliche Drehungen gehen seitdem auch problemlos. Ob das jetzt wirklich am blockadenlösen lag oder er einfach ein bisschen länger gebraucht hat weiß ich natürlich nicht, aber der vorher / nachher unterschied war schon ziemlich eindeutig.

Miss_H
17.08.2018, 11:55
Das alt bekannte Problem von Korrelation und Kausalität. Nur weil es korreliert (nach der Behandlung Besserung) muss da keine Kausalität (durch die Behandlung wurde es besser) dahinter stecken. Wirklich hilfreich wären da Studien.

Lava
17.08.2018, 13:40
Eben! Alle, die ich kenne, die vom Osteopathen berichten, erzählen solche Storys. Es heißt immer, das Kind habe sich ewig nicht gedreht (oder was auch immer) und nach der Behandlung ging es dann los :-nix

Salzi19
17.08.2018, 16:02
Dann probiers halt mal aus ;-)

febee
17.08.2018, 16:21
ich finds voll krass, dass wir "Kliniker" so gut wie nie U-Untersuchungen jenseits der U4 machen..find ich schad..muss da mal in einer Praxis hospitieren..
Protokolle müsste man doch bezüglich FA-Prüfung mal die Kollegen fragen..gibt bestimmt irgendwo ne Sammlung

Trianna
17.08.2018, 16:27
Das alt bekannte Problem von Korrelation und Kausalität. Nur weil es korreliert (nach der Behandlung Besserung) muss da keine Kausalität (durch die Behandlung wurde es besser) dahinter stecken. Wirklich hilfreich wären da Studien.


[-::-]

So ist es.

Sebastian1
17.08.2018, 18:10
Ja, ABER WENN ES DOCH WIRKT! Ist auch immer dieselbe Argumentationsgrundlage wie bei Homöopathie :-))

Salzi19
17.08.2018, 18:56
Meiner Meinung nach spielt da der Placeboeffekt bei den Eltern schon eine gewisse Rolle. Gerade die von Schreibabys, die eh schon mit den Nerven am Ende sind, fühlen sich in Osteopathiepraxen besser aufgehoben, da ist es nicht so hektisch wie in der normalen Kinderarztpraxis. Außerdem nimmt sich jemand über eine halbe Stunde Zeit für sie und ihr Kind, sie können erzählen und jemand macht etwas am Kind. Im Anschluss daran ist das Kind i.d.R. relativ ruhig, dann können alle mal durchschnaufen und danach gehen die Eltern vielleicht einfach wieder etwas gelassener an die Sache ran und das Kind entspannt sich dann auch eher. Das sind meine Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis.

freak1
17.08.2018, 22:59
Ja, ABER WENN ES DOCH WIRKT! Ist auch immer dieselbe Argumentationsgrundlage wie bei Homöopathie :-))

Ich habe heute keine Globuli genommen und habe den Tag überlebt. Ergo schützt das NICHT nehmen von Globuli vor dem Tod.

q.e.d.

annekii
18.08.2018, 10:23
ich finds voll krass, dass wir "Kliniker" so gut wie nie U-Untersuchungen jenseits der U4 machen..find ich schad..muss da mal in einer Praxis hospitieren..

Ja, und da es Stoff der Facharztprüfung ist, sind die Us und die Impfungen ja auch bei allen eher gefürchtet. Da ich 1 Jahr in der WB eh in der Praxis war, war es nicht meine Sorge. Meine Lücken waren woanders.
Ich wäre eh für eine Pflichtzeit in der Praxis. Nicht nur um Wissen über die Vorsorgen zu erlangen, sondern auch um Verständnis zwischen den beiden Stellen zu bekommen. Wir Niedergelassenen waren alle in der Klinik und kennen die Möglichkeiten, Abläufe und Zwänge in der Klinik, aber andersrum fehlt es einfach oft. Wie ist es, 40 Kinder an einem halben Tag Sprechstunde durchzuziehen, von Pickel über Vorsorgen bis zu schwer kranken Kindern. Wie ist es, kein Labor schnell verfügbar zu haben, keine Zeit oder Personen für eine Beobachtung. Wie kriegt man Anamnese, Untersuchung, Beratung, Verordnungen, Verschlüsselung in 5 min?


Ich habe heute keine Globuli genommen und habe den Tag überlebt. Ergo schützt das NICHT nehmen von Globuli vor dem Tod.

q.e.d.
Das ist gut, das muss ich mal nutzen, vielleicht nicht mit Globuli bei den entsprechenden Leuten, aber so oft verstehen die Eltern eben nicht, dass Korrelation keine Kausalität bedeutet. Mit absurden Beispielen könnte es klappen.

Lolan
20.08.2018, 11:21
Hallo Ihr Lieben....

Bin grad im 3. Jahr meiner tollen Assistenzarztzeit und überlege aktuell weil in Naher Zukunft ein Krhs-Wechsel ansteht bzw. Umzug, welche Weiterbildung ich schon mal ins Auge fasse....hiernach würde ich mir auch das künftige Krhs. aussuchen (je nachdem wer welche Weiterbildungsermächtigung hat...).

Das Problem ist, dass alles irgendwie ganz interessant scheint....in nähere Auswahl kommen dann aber doch Endokrinologie, Onko, Rheuma und Neuropäd.
Danach würde ich mich gerne niederlassen auf absehbare Zeit :)

Mit welchen dieser Weiterbildungen ist die Niederlassung am sinnvollsten? Was habt ihr so für Erfahrungen?

Liebe Grüsse

epeline
20.08.2018, 11:42
Ich finde, es gibt zu wenig niedergelassene Neuropädiater und Kinderrheumatologen.
Onko ist ja schon eher Klinikaffin

vanilleeis
20.08.2018, 16:12
Niedergelassene Kinderrheumatologen sind eine absolute Rarität. Ich kenne genau einen in NRW, ansonsten sowohl in Berlin, als auch in NRW nur Oberärzte in den Kinderkliniken/SPZs, die eine Sprechstunde anbieten. Als betroffene Mutter, die recht gut vernetzt ist, sehe ich da definitiv auch Bedarf.

Moonchen
20.08.2018, 19:53
Kommt denke ich auch so ein bischen an wo du dich niederlassen willst - ein Rheumatologe mitten auf dem flachen Land bringt glaube ich nicht zu viel. Von dem was du aufzählst würde ich glaube ich Neuropäd als am Sinnvollsten ansehen, vlt auch noch Endokrinologie.