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jw
29.12.2018, 22:32
Ich war letztes Jahr bei den Kindernotfalltagen in GAP. Wünsche euch viel Spaß!

Einer meiner Herzenspatienten hat heute eine neue Leber bekommen. Jetzt drück ich ganz fest die Daumen, dass es gut geht.

bobbit
05.01.2019, 17:05
Der erste Beitrag in 2019, von daher erstmal ein frohes neues Jahr! :-)

Ich habe zwar schon etwas gesucht, aber den letzten Beitrag zum Thema Facharzt-Vorbereitung von 2017 mit der Foren-Suche gefunden. Mitte 2019 wollte ich gern die Prüfung ablegen und frage mich, was das beste Konzept zur Vorbereitung ist. „Facharztprüfung Kinder- und Jugendmedizin: 1000 kommentierte Prüfungsfragen“ kommt in neuer Auflage am 20. Februar raus, die 1. Auflage ist ja eher mäßig gewesen laut Rezensionen. Die DGKJ-Repetitorien hatte ich schon besucht, brauche aber irgendetwas schriftliches (Buch), um mich vorzubereiten. Im Repetitorium blieb bei mir nun nicht so viel hängen durch den alleinigen Besuch. Habt ihr noch Tipps? Was würdet ihr zeitlich als Vorbereitung empfehlen? Finde das schon schwierig einzuschätzen.

Freue mich auf Antworten! Vielen Dank schon im Voraus! :-lesen

Schorsche
05.01.2019, 19:32
Mein (funktionierender) Plan war:
- ein beliebiges Pädiatriebuch (z.B. Duale Reihe) einmal durchlesen, um zu gucken, was es an Themen überhaupt so gibt und wo ganz grundsätzlich Lücken bestehen
- die meisten aktuellen Leitlinien wenigstens mal gesehen haben, ohne sie im Wortlaut runterbeten zu können
- einmal das Vorsorgeheft und die STIKO-Empfehlungen durchgeackert, was man wann zu tun hat
- und dann, das hat sicherlich 50% der Zeit eingenommen: Fallbuch Pädiatrie von Thieme. Das ist halbwegs aktuell, sehr breit aufgestellt und sehr (!) gut kommentiert; die letzten Lücken habe ich dann mit Leitlinien, Uptodate und Co. aufgefüllt.

Dafür habe ich mir 4 Wochen Zeit in Form von Urlaub und Freizeitausgleich genommen, es hat insgesamt ziemlich gut geklappt. Abschließend die Worte von meinem Chef: durchfallen wird man nicht, man tut das alles nur für sich selbst.
Beste Grüße!

TriDoc
07.01.2019, 13:47
Ich mache mir gerade ähnliche Gedanken... plane im Mai Prüfung zu machen. Bei uns haben sich die meisten mit Intensivkurs Pädiatrie, Fallbuch von Thieme und MoKis/Leitlinien vorbereitet.

Mein Chef hat aber gerade erzählt, dass er als Prüfer in der letzten Runde 2 von 5 Leuten hat durchfallen lassen... Persönlich kenne ich aber niemanden, den es erwischt hat...

annekii
07.01.2019, 14:54
Oh weia, was wurden die denn gefragt? Kam dir das gerechtfertigt vor?

Hijadelaluna
07.01.2019, 16:01
Abschließend die Worte von meinem Chef: durchfallen wird man nicht, man tut das alles nur für sich selbst.
Beste Grüße!

So war bei uns auch der Tenor. Die letzten beiden, die sich bei uns zur Prüfung angemeldet haben, haben beide locker bestanden. Beide hatten gerade ihre 5 Jahre WB-Zeit voll, die eine hatte gerade Kind Nr. 3 entbunden (ich meine 1 Woche nach Entbindung), das war im Herbst 17 und im Herbst 18 die andere Kollegin- eine knappe Woche vor der Sektio von Kind Nr. 4 :)

TriDoc
08.01.2019, 12:15
Oh weia, was wurden die denn gefragt? Kam dir das gerechtfertigt vor?

Das kann ich leider nur sehr eingeschränkt beurteilen, da ich ja nur die Sicht die Prüfers kenne. Er hatte erzählt, dass einer der beiden wohl vorher schon hatte raushängen lassen, dass er eine OA-Stelle antreten wird nach der Prüfung. In der Prüfung waren die Prüfer dann schockiert ob des geballten Nichtwissens... sodass sie ihn haben durchfallen lassen. Die Fragen seien angeblich Basics gewesen, genauer wollte er aber nicht darauf eingehen.
Bei dem 2. Fall weiß ich keine Details.

Kandra
08.01.2019, 16:39
Was gebt ihr denn bei Kindern unter drei Jahren bei Gastroenteritis mit Erbrechen? Vomex ist ja nun eigentlich ziemlich raus ( https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/08/11/vomex-vomacur-und-emesan-nicht-fuer-kleinkinder ) und Ondansetron etc gibt es ja nur i.v. Ich kann aber ja schlecht jedes kleine Kind das Nachts zu mir in die Notaufnahme kommt stationär aufnehmen...

Schorsche
08.01.2019, 17:14
Nix. Orale Rehydratation funktioniert, wenn der Grad der Exsikkose steigt, wird bei einer Wiedervorstellung stationär aufgenommen. Kostet aber immer etwas Zeit, den Eltern zu erklären, dass Zucker-/Salzwasser tatsächlich die Therapie der Wahl ist und dass Dimenhydrinat nicht wirklich funktioniert.

Feanna
08.01.2019, 17:29
Joa, ich hätte auch gesagt: Orale Rehydratation und warten bis das Spucken aufhört. Ggf. auch mal ne Pause mit den Trinkversuchen erstmal damit sich der Magen beruhigt und dann wirklich Löffelweise anfangen.
Man weiß ja ganz ehrlich auch nicht was das Vomex so wirklich gebracht hat. Ich habe persönlich auch schon Vomex bei GE genommen (sogar als Zäpfchen) und ich kann dazu nur sagen, bei so ner richtigen GE muss eben raus was drin ist und dann hörts mit dem Erbrechen eben irgendwann wieder auf.

Und stationäre Aufnahme macht man vom klinischen Zustand abhängig, mit Wiedervorstellung bei Verschlechterung desselben... (Macht natürlich nicht alle Eltern so ganz glücklich, aber die soziale Indikation zur Aufnahme gibts ja schon auch mal.)

epeline
08.01.2019, 17:30
Nix. Orale Rehydratation funktioniert, wenn der Grad der Exsikkose steigt, wird bei einer Wiedervorstellung stationär aufgenommen. Kostet aber immer etwas Zeit, den Eltern zu erklären, dass Zucker-/Salzwasser tatsächlich die Therapie der Wahl ist und dass Dimenhydrinat nicht wirklich funktioniert.

Dem ist eigentlich nichts hinzu zu fügen.

Kandra
08.01.2019, 17:39
Danke euch! (Auch wenn ich schon (auch bei mir) den Eindruck hatte, das Vomex was hilft ^^)

Feanna
08.01.2019, 17:54
Danke euch! (Auch wenn ich schon (auch bei mir) den Eindruck hatte, das Vomex was hilft ^^)

Ich denke schon dass es manchmal geholfen hat. Ist ja auch ein Wirkstoff mit Studien und so. (Bei mir selbst hats evtl. auch schonmal fraglich geholfen, aber eher so bei Unwohlsein, nicht bei richtig GE, aber da sprechen Menshen halt auch unterschiedlich an). Aber z.B. haben Kollegen von mir es auch deshalb schon vorher immer ungerne verwendet weil es sehr müde machen kann, und dann ist der Allgemeinzustand halt auch schwer zu beurteilen. Außerdem kann es eben als Nebenwirkungen auch Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall etc. machen. Ist dann auch schwer auseinanderzuhalten.

Milana
08.01.2019, 18:12
Ich gebe den Eltern dann gerne paar Beutelchen Oralpädon mit, dann haben die das Gefühl man hat "was gemacht". ;) Auch wenn die sicher eh nicht getrunken werden, da sage ich immer dazu, dass Tee mit was Zucker auch nicht viel schlechter ist. Und erkläre Exsikkosezeichen für zu Hause (trockene Zunge, kein Pipi) und damit sind die dann oft schon zufrieden.

Muriel
08.01.2019, 18:58
Als meine Kleine mit 16 Monaten mal ne fiese GE im Hochsommer bei 35 Grad hatte, habe ich zu Vomex gegriffen. Sie behielt über zehn Stunden hinweg rein gar nichts drin, ich habe es schluckweise mit Wasser versucht, nach fünf Minuten kam dieser Schluck eklig gallig wieder raus. Ob es auch so wieder aufgehört hätte zu dem Zeitpunkt, weiß ich ja nicht, aber das war jedenfalls das Ende des Erbrechens und ich war froh, das Zeug gehabt zu haben.

Feuerblick
08.01.2019, 19:08
Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass Vomex eine feine Sache ist. Bei mir hört das mit dem Erbrechen nämlich einfach nicht auf sondern geht munter 14-15 Stunden viertelstündlich weiter. Und dann kommt Vomex und Ruhe ist. Außerdem macht das so müde, dass einem scheissegal ist, ob noch Übelkeit vorhanden ist :-))

h3nni
08.01.2019, 21:11
Ondansetron gibt es doch als Zofran Filmtabletten. Oder sehe ich da was falsch?

annekii
08.01.2019, 22:37
Ich muss zugeben, dass wir es noch nutzen, aber auch immer wieder drüber nachdenken, was anders möglich ist. Allerdings verordnen wir es nicht, sondern haben eine Packung da und geben genau ein einziges Zäpfchen in passender Dosierung mit, klären dazu auf, dass es nur dazu ist, wenn sie trotz löffelchenweise Elektrolytlösung bzw. Tee mit Traubenzucker und etwas Salz bei Verweigerung der Lösung weiter durchgehend erbrechen. Wir klären dabei auf, dass die Kinder davon meist müde werden, oft schlafen und sie dann auch nicht trinken. Es dient nur der Unterbrechung der Brecherei, in der Hoffnung, dass sie nach dem Schlaf Flüssigkeit drin behalten. Und dass dies das einzige Zäpfchen in 24 h bleiben muss und bei Versagen die Klinik zur Infusion aufzusuchen ist.
Ich würde sagen, dass das bisher immer gut geklappt hat und sich die Eltern des "Notfallzäpfchens" bewusst sind und es nicht inflationär einsetzen. Aber ob wir das auf Dauer so halten können und wollen, weiß ich auch noch nicht.

Kandra
09.01.2019, 07:45
Ondansetron gibt es doch als Zofran Filmtabletten. Oder sehe ich da was falsch?

Ja, aber meines Wissens nur in 4mg bzw. 8mg was bei den meisten pädiatrischen Patienten etwas überdosiert ist ;)

Tigga
09.01.2019, 10:33
Also wir nehmen desöfteren Ondansetron als Zofran zydis Schmelztablette bei den Kindern ab 20kg. Mit Dosierung 0,1mg/kg halbieren wir eine 4mg Tablette, ebenfalls als Notfallmedikation, nicht rezeptiert. Erhalten Kinder auf unserer Onko vor Chemotherapie ebenfalls oral, nur höher dosiert.
Im Vergleich bei meinen eigenen Kindern hat es gefühlt etwas bessere Wirkung ohne Nebenwirkung extrem müde zu machen. Laut ESPAGHAN Leitlinien ist es trotzdem nicht empfohlen weil fehlende Wirkung in Studien...