Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke
Es gibt wieder eine Fachärztin mehr :partyhut:
Juchuuuu! Herzlichen Glückwunsch!
Wow, herzlichen Glückwunsch! :-)
LG
Ally
Was waren denn deine Themen?
Ist eigentlich morgen jemand auf dem Update in Berlin?
Hat hier jemand in den letzten ein, zwei Jahren im Bereich der ÄKWL den Facharzt gemacht?
LG
Ally
Schorsche
15.03.2019, 16:07
Ich :o
Danke :-winky
Das war eine sehr faire Prüfung:
- 15 Monate altes Kleinkind mit Gewichtsperzentilenabweichung nach unten-Zöliakie
-Impfungen mit 3 Monaten
-12 Jahre alter Junge mit Knieschmerzen-ALL
-Haemophilus influenzae mit Epiglottitis
-RSV Infektion in der Klinik, Synagis Impfung
-Foto mit Windpocken-erkennen
-Foto mit Hüftsonografie-erklären
@anneki
Wie war es beim update?
ich fand es wieder super! Meist ist ein Jahr dazwischen, was nicht ganz so toll ist. Das war letztes Jahr. Dieses Jahr war wieder klasse! Und es ging wieder so schnell rum, dass man sich sehr wundert.
Gestern hatte ich seit Jahren zum ersten Mal wieder ein echt nackensteifes Kind. Also nicht nur Weinen bei kompletten Beugen auf die Brust, eher so endgradig nackensteif, sondern eins, was keine Beugung auf die Brust zulässt, sodass man es mit dem Oberkörper anhebt und es die Beine anwinkelt.
Manches Mal habe ich in letzter Zeit gedacht, dass ich ja gar nicht nach der Nackensteifigkeit geschaut habe, trotz langen heftigen Fibers, aber ich merke immer wieder, dass ich bei schwer kranken Kindern sofort an alles denke. Wenn aber ein Kind auf die Liege hüpft und quatscht, dann vergesse ich solche Dinge.
Dieses 17 Monate alte Kind habe ich aber fast als erstes so untersucht. Es fieberte, lag da, wimmerte und ließ alles mit sich machen, außer eben Beugung des Kopfes.
Es ist auch punktiert worden, aber Liquor ist gut, aber PCT von >3 und CRP > 80 wird schon eher bakteriell sein. Rachen knallrot im Verlauf. Bei mir war es eher noch das rechte Ohr. Mal sehen, was genau rauskommt. Ich fand es nur beeindruckt, wie man bei über 60 Patienten das eine schwer kranke ganz eindeutig und ruhig identifiziert. Denn ich habe oft Angst, in der Masse was zu übersehen.
Schorsche
03.04.2019, 09:29
@ anneki: das nennt man dann wohl Erfahrung. Ist doch schön zu wissen, dass du dich auf deinen klinischen Blick verlassen kannst! Meiner hat mich letztens leider etwas im Stich gelassen, die Sepsistherapie lief dann langsamer als sie eigentlich sollte...
Wenn es nur immer so wäre...
Wie ist es bei dem Kind ausgegangen?
Schorsche
03.04.2019, 20:30
Das Kind ist gestorben. Das lag aber zu großen Teilen auch an einer schweren syndromalen Grunderkrankung und einer grundsätzlich palliativen Situation. Die Therapie wurde auch unter anderem dadurch verzögert, dass wir ewig mit den Eltern diskutiert haben, was wir denn jetzt alles machen sollen. Das Kind hat uns die Antwort dann ziemlich rasch abgenommen... Dennoch kann ich von meiner Seite nur sagen, dass ich die Dynamik bei diesem Kind ziemlich unterschätzt und den Schock nicht als solchen erkannt habe - ist mir länger nicht passiert...
Oh, da habe ich gerade den Eindruck, dass du in der Klinik unser Kind von vor kurzem hattest. Wir haben auch gerade ein Kind mit Behinderung und vielen Baustellen verloren, bei dem jeder völlig überrascht war, dass es jetzt gestorben ist. Es gab im Leben sicher andere Klippen, an denen es besser gepasst hätte.
Letztendlich hat es erst die Obduktion ergeben, zu verstehen, was passiert ist.
Und wir Kleine sitzen quasi nach paar Monaten in der Notaufnahme und versuchen die kranken aus dem ganzen schnupfenden, hustenden, fiebernden rauszufischen... macht einem manchmal ganz schöne Sorgen, dass man doch was übersieht.
Schorsche
04.04.2019, 12:00
@ annekii: das ist bei deiner Ortsangabe eher unwahrscheinlich ;-) Karmamäßig habe ich aber derzeit den Ruf, alles einzusammeln, was entweder sterbenskrank oder bereits tot ist - es vergeht kaum ein Dienstblock ohne Katastrophen. Letzte Woche dachte ich, es würde endlich besser werden, von unserer Arbeit in der folgenden Nacht konnte man dann auch in der Zeitung lesen - das war eine wirklich traurige Geschichte.
@ Milana: ich habe ganz am Anfang von einer Oberärztin gelernt (mit der ich irgendwann aus verschiedenen Gründen nicht mehr gut konnte, aber Allgemeinpädiatrie konnte sie): "wenn Du Dir nicht sicher bist oder ein blödes Bauchgefühl hast: nimm es auf!". Ansonsten back to basics: Wie alt? Gibt es einen Fokus? Wie ist die Neurologie? Wie sind Mikrozirkulation und Blutdruck? Wie ist die Sättigung? Wie sind BGA und Blutzucker?
Hallo Milana,
lies doch mal den Thread von vorne :) Der erste Beitrag ist von mir 2007, als ich 2 Monate in der Pädiatrie war und dachte, ich werde nie lernen, richtig abzuhören.
Bei uns ist momentan eine Kollegin krank und wir haben viele Vertretungspatienten. Das alleine ist schon nervig, aber dazu kommt, dass alle fragen, ob sie wechseln können. Das schlaucht mich total. Wir sind sowas von voll, haben Regeln für Neuaufnahme, die gut regelt, dass es nicht zuviel wird und wir unsere Qualität auch halten können. Wir können nicht mehr. Aber den Eltern das direkt ins Gesicht sagen zu müssen, gerade wenn sie berechtigte Sorgen anbringen, ist einfach ätzend. Heute zB Kind 6 Monate mit atopischer Dermatitis. Die Kollegin würde immer nur Kortison aufschreiben. Wenn man die Haut gesehen hat, wusste man sofort, warum. Ich habe auch Kortison aufgeschrieben. Aber die Mutter sagte "sie haben die selbe Therapie verordnet, aber nun so erklärt, dass ich den Hintergrund verstanden habe und es selbst als richtig ansehe. So eine Kinderärztin wünsche ich mir". Ja, nettes Lob, aber ich kann sie nicht aufnehmen!
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