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Kandra
27.09.2019, 22:33
Arbeitet jemand von euch in einem SPZ? Wir haben unseren Rotationsplan für nächstes Jahr bekommen und ich rotiere von Intensiv direkt ins SPZ für ca. 6 Monate bis 1 Jahr :-oopss Einerseits freue ich mich, wollte da prinzipiell auch hin, allerdings war eigentlich der Plan erst in die Psychosomatik und evtl nochmal ne Zeit auf Station zu gehen und dann als fortgeschrittener Assistent vor der Niederlassung noch Erfahrung im SPZ zu sammeln. Nun ja, dann überspringen wir das halt...
Habt ihr Tipps wie man sich darauf vorbereiten kann? Irgendwelche Bücher die man vorher gelesen haben sollte? Wenigstens macht der Leiter unseres SPZ wohl eine sehr gute und ausführliche Einarbeitung.

annekii
27.09.2019, 22:46
Wow, das ist echt ein Sprung. Hattest du bisher Neuropädiatrie?

SPZ ist für mich sowas wie die Hautärzte der behinderten Kinder. Man arbeitet interdisziplinär mit den Therapeuten und schaut, ob alle Therapien und Soziales klappt. Also nicht die Infektionen und Impfungen, das macht sicher der Kinderarzt, aber halt Frühförderung, passende Therapien, Hilfsmittel, usw. Und bei neuen Patienten eben auch die gesamte Diagnostik mit BE, MRT, usw.

Nachdem ich 2002 in der Neuropädiatrie Famulatur gemacht habe, war SPZ mein Berufswunsch für die Zukunft. Aber als L. dann geboren wurde, fand ich es doch nicht mehr passend, genau das zu machen, was ich tagtäglich zuhause habe. Toll finde ich nach wie vor, dass die Termine 60-90 min eingeplant sind, dass man das Kind in der Regel nicht alleine sieht, weil KG, Ergo, Logo, Heilpädagogik/Psychologie (je nach Alter), Sozialarbeiter alle das Kind sehen und man es besprechen kann. Die Betreuung über Jahre hat mich damals auch interessiert. Da war vermutlich mein Hausarztdasein für Kinder schon gebahnt.

Kandra
27.09.2019, 22:58
Wow, das ist echt ein Sprung. Hattest du bisher Neuropädiatrie?

SPZ ist für mich sowas wie die Hautärzte der behinderten Kinder. Man arbeitet interdisziplinär mit den Therapeuten und schaut, ob alle Therapien und Soziales klappt. Also nicht die Infektionen und Impfungen, das macht sicher der Kinderarzt, aber halt Frühförderung, passende Therapien, Hilfsmittel, usw. Und bei neuen Patienten eben auch die gesamte Diagnostik mit BE, MRT, usw.

Nachdem ich 2002 in der Neuropädiatrie Famulatur gemacht habe, war SPZ mein Berufswunsch für die Zukunft. Aber als L. dann geboren wurde, fand ich es doch nicht mehr passend, genau das zu machen, was ich tagtäglich zuhause habe. Toll finde ich nach wie vor, dass die Termine 60-90 min eingeplant sind, dass man das Kind in der Regel nicht alleine sieht, weil KG, Ergo, Logo, Heilpädagogik/Psychologie (je nach Alter), Sozialarbeiter alle das Kind sehen und man es besprechen kann. Die Betreuung über Jahre hat mich damals auch interessiert. Da war vermutlich mein Hausarztdasein für Kinder schon gebahnt.

Wir haben eine Station für u.a. Neuropädiatrie, da war ich vor der Intensiv auch eingeteilt, habe also grundsätzlich schon ein paar neuropädiatrische Dinge gesehen, bin aber natürlich was das betrifft noch ziemlicher Anfänger. Im PJ war ich auch eine Woche im SPZ hospitieren, habe also die interdisziplinäre Arbeit schon gesehen und durfte auch allen Berufsgruppen mal über die Schulter schauen und fand das auch super spannend. Zusätzlich gibt es bei uns im Haus regelmäßige Neuropäd-Tutorials, die immer sehr lehrreich sind.
SPZ ist tatsächlich das, was ich mir neben der Niederlassung auch immer am ehesten für die Zukunft vorstellen konnte, weil man eben nicht mehr in dem Dienstsystem des Hauses eingepfercht ist, aber trotzdem die Ressourcen in gewissem Maße mit nutzen kann.

McBeal
28.09.2019, 04:07
Hier, ich arbeite im SPZ. Ein spezielles Buch habe ich nicht. Sich die Neuropädiatrie nochmals anzugucken schadet aber nicht sowie sich schon mal ein bisschen Entwicklungsdiagnostik anschauen (Grenzsteine o.ä.).
Wichtig finde ich außerdem, sich ein bisschen was zu AO-SF sowie Eingliederungshilfen, Namen der umgebenden Förderschulen und heilpädagogischen Kindergärten etc. anzugucken, vielleicht zu Hilfsmitteln und bei uns braucht man auch BTM-Rezepte.
Kannst Du schon EEG? Da gibt’s tolle Fortbildungen. Ansonsten braucht es im SPZ allein wegen der ganzen Abläufe wirklich eine ordentlich Einarbeitung, aber die bekommst Du ja anscheinend. Alles Gute und viel Spaß!

LG
Ally

linbud
06.10.2019, 15:25
Hallo! Kennt jemand zufällig eine freie Stelle (oder demnächst frei werdend) für Pädiatrie (alternativ auch Kinderchirurgie) im Raum Kassel-Göttingen-Hannover (oder Umgebung)? Ich finde irgendwie nichts. Danke!

Anne1970
06.10.2019, 23:34
Und Fulda? ( pendele von Kassel dahin)Campus Fulda der Philipps-Universität Marburg, Kommunales Haus ... Haus der Maximalversorgung,MBTarif (VKA, seit vielen Jahren elektronische Zeiterfassung, Überstunden nicht erwünscht; über die Abteilung weiß ich nur: für Frühchen gibt’s hier ne sehr gute Expertise...

Kandra
17.10.2019, 17:09
Hat jemand von euch Literatur oder einen Standard zum Vorgehen bei Sakralgrübchen? Irgendwie hab ich da noch kein richtiges Schema und irgendwie erzählt einem auch jeder was anderes.

Ich sage aktuell allen Eltern, dass sie ihrem Kinderarzt von dem Grübchen erzählen sollen, wenn sie einen Termin für die U3 ausmachen und dann mit ihm klären sollen, ob der ein Sono machen will oder nicht, nur die wirklich tiefen und/oder behaarten schicke ich direkt zum Sono (ich selber kanns nicht und wir haben keinen facharzt bei den u2s in den peripheren kliniken dabei..)

Zanza
17.10.2019, 18:00
Bei uns gibt es durch die Kinderradiologen das sogenannte "Sono Screening", wo Kopf, Spinalkanal, Nieren und Hüften geschallt werden. (Eigentlich soll es für alle Kinder, die hier geboren werden, angeboten werden, aber das ist zahlenmäßig nicht immer möglich.) Wenn wir also im Kreißsaal ein Kind sehen, das ein Sakralgrübchen hat, schreiben wir auf unser Protokoll bei Empfehlungen "Sono Screening vor Entlassung". Laut Literatur ist es wohl eher unklar, wie sinnvoll das wirklich ist, da die Number Needed to Screen relativ hoch zu sein scheint, was sich auch mit meiner persönlichen Erfahrung aus der Sonorotation deckt - haben da doch einige Kinder auch von den Niedergelassenen gehabt mit Sakralgrübchen, aber nie Auffälligkeiten gesehen... (Die von dir angesprochenen wirklich tiefen und behaarten natürlich ausgeschlossen.)

Feanna
17.10.2019, 19:58
Wir schauen mit dem Otoskop in die tiefen Grübchen dann sieht man den Grund/Boden eigentlich immer schon.
Tasten hilft auch. Wenn wirklich ein Porus vorliegt dann zeigt der Knochen meist auch noch oben so ungefähr zum Grübchen hin und lässt sich nicht so abgerundet tasten. (Haben sie im Sono-Kurs gemeint.)
(Ansonsten mal Sono Wirbelsäule zeigen lassen, ist ja eigentlich nicht wirklich schwer, also zumindest diese spezifische Fragestellung.)

annekii
17.10.2019, 20:23
Interessant! Ich habe bisher bei tiefen und/oder auffällig lokal behaarten Grübchen in die Uni geschickt. Das mit dem Otoskop muss ich mir mal anschauen.

jw
17.10.2019, 20:59
Fährt jemand im November zum Consilium live Kongress in Berlin?
Ich bin dabei.

annekii
17.10.2019, 21:20
Leider nicht. Meine Kollegin fährt hin und berichtet mir hoffentlich fleißig. Sie macht auch dieses Mal den sozialpädiatrischen Nachmittag am Freitag mit. Den fand ich ja auch sehr interessant.
Wir sind ganz traurig, dass wir unsere Tradition brechen und nicht zusammen einen schönen Ausflug zum Consilium live zusammen machen. Und nächstes Jahr klappt bei mir auch das Update nicht, sodass wir alles anders machen müssen. Aber wer weiß, wofür es gut ist!

bobbit
28.10.2019, 19:28
Hallo! Kennt jemand zufällig eine freie Stelle (oder demnächst frei werdend) für Pädiatrie (alternativ auch Kinderchirurgie) im Raum Kassel-Göttingen-Hannover (oder Umgebung)? Ich finde irgendwie nichts. Danke!
In Hannover werden die Bult und MHH bestimmt Kolleginnen und Kollegen suchen :-)

McBeal
28.10.2019, 19:53
Fährt jemand am Wochenende nach Düsseldorf zum Repetitorium?

LG
Ally

Rypper2K
28.10.2019, 20:00
Ich werde zusammen mit einer Ex-Kollegin in Düsseldorf sein und bin gespannt. Hat ja einen sehr guten Ruf :-)

TriDoc
28.10.2019, 20:00
In Hannover werden die Bult und MHH bestimmt Kolleginnen und Kollegen suchen :-)

wie kommst du zu dieser Aussage?

Jule-Aline
29.10.2019, 17:32
Hallo! Kennt jemand zufällig eine freie Stelle (oder demnächst frei werdend) für Pädiatrie (alternativ auch Kinderchirurgie) im Raum Kassel-Göttingen-Hannover (oder Umgebung)? Ich finde irgendwie nichts. Danke!

http://kinderklinik.uni-goettingen.de/aktuelles-2/stellenangebote/

annekii
29.10.2019, 22:07
Irgendwie sind diese Sammlungen an ähnlichen selteneren Sachen doch immer komisch. Letztes Jahr hatten wir 2 Neugeborene mit perinatalen Mediainfarkten, haben dann gelernt, s.c.-Katheter zu legen für Heparin, kennen die Abläufe (i.m.-Impfungen lieber erst nach Absetzen des Heparins mit 6 Monaten, 100 Termine, Anfertigung der Spritzen mit winzigen Einheiten, welche Apotheke, welche Tupfer, usw), freuen uns an 1x komplett normaler Entwicklung und 1x an seitengleicher leichter motorischer Entwicklungsverzögerung. Und nun heute wieder ein Neugeborenes mit Mediainfarkt. Es sind eh schon meine Patienten, da zweites Kind. Sie waren sichtlich überrascht und auch froh, dass wir so viel schon wussten und ihnen Fragen zum Prozedere beantworten konnten.

Und ein Geschwisterpaar ist heute wieder bei mir aufgetaucht, bei denen ich mich vor 2 Jahren total reingehängt habe, die dann aber umgezogen sind, der soundsovielte Umzug mit Kinderarzt- und Jugendamtswechsel. Da ich schon Kindeswohlgefährdung angezeigt habe, habe ich zur Sicherheit auch nach Umzug das neue JA angerufen und nach Anforderung der Befunde den Kollegen diese auch mitgesendet. Nun sind sie in Obhut genommen und bei Oma untergebracht und wieder bei mir. Ich hab mich sogar gefreut, weil ich die Kinder immer mochte und außerdem so gerne wissen will, was die Diagnose des einen ist. Leider sind sie nie zum SPZ gegangen, als sie noch bei mir waren. Riesiger VSD, syndromales Aussehen, das niemandem aus dem Familie gleicht, kombinierte Entwicklungsstörung, bekannter Drogen- und Alkoholabusus der Mutter, wobei unbekannt ist, ob auch in der Schwangerschaft. So lieb und distanzgemindert, wie sie sind, ist FASD durchaus eine Möglichkeit, oder eben irgendein genetisches Syndrom.

jw
30.10.2019, 20:38
Ihr habt aber in eurer Praxis schon auch immer mal wieder exotischere Sachen?!
Aber ist doch sehr praktisch, wenn Seltenes sich häuft und man damit vertraut ist. Ein Glück für die Eltern!

Ich freue mich schon auf Berlin!

Heute in der Ambulanz ein 15Jähriger mit 118 kg, BMI von 39. Ich bin ja einiges gewohnt. Aber das ist schon heftig. Und dass er so übergewichtig wäre, das liegt überhaupt nicht am Essen. Er esse wirklich nicht viel.

annekii
30.10.2019, 20:57
Ohja, sicher nicht! Und sicher bewegt er sich auch DEN GANZEN TAG!

Unser Kind mit dem höchsten BMI ist uns nun entwachsen mit der Volljährigkeit. Er brachte es auf 180 kg auf 190 cm, manifester Typ2 Diabetes mit oralen Antidiabetik behandelt, dazu Statine, 2 Blutdruckmittel. Mein Vater als Internist lacht nur, aber wir verordnen das ja nie!

Aber ich hatte gerade auch einen Jugendlichen zur J1, der nur knapp >95.Perzentile BMI war, aber HOMA-Index von 8, grenzwertiger Nüchternzucker, erhöhte Transaminasen, Cholesterin, Triglyceride, LDL, Harnsäure, niedriges HDL, alle spontan gemessenen RRs zu hoch. Aber er isst auch kaum was und fährt Fahrrad wie ein Weltmeister, hängt alle ab..... in der Familie... ihr könnt euch vorstellen, wie der Rest aussieht. Das Schneckenrennen kann man sich eine kleine Anhöhe hoch bildlich vorstellen.