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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke



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Milana
27.07.2020, 10:26
Viel Spaß Kandra! Ich finde das richtig cool, ich würde eigentlich auch gerne nochmal in die Psychosomatik/KJP und da was lernen, leider kann man da bei uns nicht hinrotieren und für eine Rotation quasi kündigen ist auch eher blöd...

Zanza
27.07.2020, 10:38
Und wenn du das machst, bevor du eh kündigen würdest? Also, dann einfach ein halbes bis Jahr früher kündigen, um noch für die Zeit KJP zu machen?

Milana
27.07.2020, 10:41
Ja, das wäre schon schlau gewesen, wenn ich mir das früher überlegt und bisschen besser geplant hätte :-))
Hab ja gerade erst Anfang des Jahres die neue Stelle angefangen.

annekii
14.08.2020, 20:46
Wir warten nun auch auf Nr 3 mit Manifestation DM1. Die zweite war eine 9jährige zur U10. Sie kam einfach regulär zum Termin, wo Hör-, Sehtest, RR, Urin und Co ja einfach als Screening gemacht werden. Gluk 3+, Keton*, meine Kollegin war sehr froh, dass der Termin für 30 min geplant war, weil es sehr lange dauerte, die Familie damit zu konfrontieren und ja sofort in die Klinik schicken zu müssen. Ja, ihnen waren 10 kg Gewichtsverlust und Nykturie schon aufgefallen, sie trinke auch echt viel. Und die Oma hat auch mal nen Urinstix gemacht, weil sie im KH am Empfang ja so einiges mitbekomme. Sie dachte, es liege an den vielen Süßigkeiten.

Mein Patient hatte tatsächlich eine akute HepE bei der Manifestation, warum er die Transaminasen hatte, die mich zu weiterer Diagnostik veranlasst haben. Es geht ihm super, die Wespengift-Hypo läuft nun weiter und wird sehr gut vertragen. Ich finde es gerade klasse, dass er dadurch nun alle 4 Woche vom Diabetes kontrolliert wird, weil es dieselbe Station wie die Stoffwechselkinder ist.

Wir haben angesichts der neuen Fälle und Reiserückkehrer nun unsere Sprechstunde umgestellt. Vorher hatten wir:
8-9 Uhr geplante Kinder zu U und Impfungen
9-11 Uhr Akutsprechstunde
11-13 geplante Kinder zu U und Impfungen

Nun haben wir zuerst alle geplanten Kinder, dann Kinder ohne Anhalt für Corona (Verletzungen, Babys mit fehlender Gewichtszunahme, Warzen und Co. Dann Pause und verkleiden für "Corona-Sprechstunde". Das Zeug ist echt sehr ungemütlich. Wir schwitzen so sehr. Ich glaube, es läuft mir bald aus dem Anzug zu den Füßen raus. Die Maske sammelt den Schweiß am Kinn, dass ich bei längerem Tragen sicher bald eine periorale Dermatitis wie die Schnullerkinder bekomme. Ich bin zu doof, das Stethoskop unter die Kapuze zu fummeln, sodass ich dauernd nur mit einem Ohr hören kann. Es wird besser, aber ich muss den Ablauf besser planen, dass ich alles an Auskultation (Thorax vorne und hinten, Abdomen) in einem Rutsch mache und nicht mehrfach aufsetzen muss.

Ich habe den Eindruck, dass ich viel schlechter bin mit der Montur, weil ich nur raus will. Die Kinder haben viel mehr Angst und ein Rachen-Nase-Abstrich bringt mehr Weinen als jede Impfung. Es ist wirklich eine Herausforderung, den eigentlichen Ablauf beizubehalten und nichts zu vergessen (zB normale Infektmedikation, Krankenschein usw). Wir haben angefangen mit den Abstrichen über BAS für Reiserückkehrer. Irgendwie ahne (befürchte?) ich, dass bald was positiv ist. In der ersten Welle hatten wir nichts. Schön ist, dass eine MFA bei uns endlich den Ernst der Lage verstanden hat, da sie doch vorher nur widerwillig die ganze Sachen mitgemacht hat. Sie liest plötzlich nach und trägt alles durchgehend korrekt und weist auch draufhin.

Milana
21.08.2020, 11:21
Ich muss jetzt Dienste als "Älterer" machen und fühle mich total insufdizient, es gibt so viele Sachen, die ich nicht weiß. Gefühlt geht alles was über Zecke entfernen hinausgeht überhaupt nicht. Ich versuche zwar nach der Arbeit nachzulesen, kann mich aber nur schwer motivieren und habe das Gefühl, gleich wieder alles zu vergessen und auf der Stelle zu treten... Argh!

Muriel
21.08.2020, 14:25
Hey, Du bist so im vierten Jahr oder so, stimmt's? Also völlig normal ;-)

Milana
22.08.2020, 08:19
Ja, das habe ich auch schon gehört :-)) aber ich gehe mir so selbst auf den Zeiger, dass mich arbeiten einfach nur noch nervt. Und ich weiß immer noch nicht, ob oder welche Zusatzweiterbildung mir taugt (mit neuer WBO hab ich ja Zeit bis nach dem Facharzt, aber eigentlich wüsste ich das gern schon). Ach meh.
Wie lange dauert das jetzt noch? ;-)

Muriel
22.08.2020, 08:47
Fünftes Jahr geht dann wieder bis kurz vor der FA-Prüfung. Da wirst Du schlimmere Insuffizienzgefühle haben als im ersten Jahr, weil ja die Prüfung mit Sicherheit ausschließlich alle Deine Lücken prüfen wird! So wie immer! Bei jedem! Deswegen fallen ja auch alle durch!
Direkt nach der Prüfung geiles Gefühl, erste Arbeitstage doof, weil "plötzlich ist man ja selber verantwortlich" (was ein Quatsch, fühlt sich dennoch so an, als hätte man vorher nie etwas entschieden). Und dann macht es langsam richtig Spaß, eben weil man selberverantwortlich ist. Haut ein, passt schon :-)

CYP21B
22.08.2020, 12:48
Das mit dem kurz vor Facharzt kann ich absolut so bestätigen. Irgendwie habe ich das Gefühl dass je mehr man für die Prüfung lernt umso mehr Lücken wird man sich bewusst. Schlimm 🙈. Aber irgendwie dann doch wieder beruhigend wenn das "generell" so empfunden wird. Habe gerade ein bisschen Angst dass ich mich jetzt dadurch mit Kleinscheiß verzettel statt die Basics nochmal zu wiederholen.
Bzgl. nach der Prüfung wird es auch "lustig" da ich jetzt ein Jahr in einem anderen Haus mit dem anderen Teilbereich meines Faches war und beim Zurückwechsel vermutlich erstmal "weniger" kann als noch vor einem Jahr. Irgendwie freue ich mich total auf mehr Verantwortung habe aber auch gleichzeitig riesen Respekt davor.

Muriel
22.08.2020, 13:26
Aber genau das ist doch eigentlich wünschenswert. Quasi das Gleiche wie Kindern beizubringen, offen aber wachsam auf Tiere zuzugehen ;-)
Ich bin sehr froh, daß letzte Drittel, zeitlich gesehen die Hälfte, meiner FA-Ausbildung in einer Praxis gemacht zu haben, da ich dort sehr viel selbständiger als in der Klinik gearbeitet habe. Zwei Vorteile: ohne die mentale Facharzt-Bürde immer mehr Eigenverantwortung zu haben, so dass der Knall nach der Prüfung ausbleibt, und zweitens nicht der Unmut in fortgeschrittener Weiterbildung, jeden Mist absegnen lassen zu müssen. Andersherum finde ich den Beginn in einer Praxis absolut Quatsch, frag mich, ob da irgendjemand tatsächlich von profitiert, sowohl auf Assi- als auch auf Weiterbilderseite.

annekii
22.08.2020, 14:33
Dummerweise lernt man immer einiges, wenn mehr plötzlich mehr machen muss und nicht nachfragen kann. Aber der Moment ist einfach ätzend.
Milana: Was heißt das denn konkret jetzt? Was sind jetzt deine Aufgaben im Gegensatz zu vorher?

epeline
22.08.2020, 15:57
Ich fühle mich immer noch total insuffizient.... unabhängig von der Elternzeit irgendwie mehr als vor 2- 3 Jahren.
Die EZ hat dann ihr übriges dazu getan. Ich hoffe, ich komme schnell wieder rein.
Jetzt klopfen sie schon immerzu an und wollen mir eine OA Stelle aufschwatzen.... ich weiß nicht, was richtig ist :-nix

Milana, was man so von dir liest: du machst das schon!

Milana
24.08.2020, 07:58
Der Unterschied ist im Wesentlichen, dass die Dienste noch anstrengender werden als sie eh schon sind, weil alle einen anrufen, der "jüngere Dienst", andere Fachrichtungen, der Rettungsdienst etc.
Im ersten Jahr hatte ich das Gefühl gar nicht, kann sehr gut zurecht, ich bin vermutlich direkt mit der "unberechtigten Sicherheit" gestartet. Und hier sind jetzt so viele Patienten mit verrückten Vorerkrankungen, dass ich das Pferd vor lauter Zebras nicht mehr sehe. Und ich hab halt auch im Haus noch nicht so viel Erfahrung, normalerweise macht man die Dienste halt nach ca. 4 Jahren bzw. 90% der anderen in meiner Gruppe sind schon Facharzt. Und ich bin noch nicht so weit, dass ich Facharztstandard gewährleisten könnte. Und dann kommt so ein komplexes Neuro Kind mit irgendeinem abgefahrenen Syndrom oder noch schlimmer ein Stoffi... :-oopss klar, dann muss ich halt anrufen, aber wohl ist mir nicht

Colourful
26.08.2020, 12:09
Na ja, du bist sicherlich in der Lage das Kind stabil zu halten und rufst dann deinen Hintergrund an, wenn du nicht weiter weißt? Mehr „musst“ du doch erstmal nicht?
Und das schaffst du auf jeden Fall und alles weitere lernst du dann.

Und wenn du hier so querliest, dann habe ja viele im Hintergrund/älterer Dienst noch immer eine steile Lernkurve.

Mir geht das auch so - ich habe ja später viel in der PIA gearbeitet und da hast du eben nicht immer sofort einen Oberarzt daneben stehen und kannst auch nicht alles fragen und da lernt man auch viel. Ich habe nachher auch öfter mal erfahrene Kollegen angerufen, um mich zu vergewissern, dass ich das so schon richtig mache. Und Psychiatrie ist auch nicht so einfach.

aschenputtel1977
26.08.2020, 17:07
Bei mir war das der Grund, die Klinik zu verlassen. Ich hab als Funktions-OÄ Hintergründe gemacht, konnte nicht intubieren und hab es auch nicht gelernt, weil wir es so selten gemacht haben und ich mich ehrlich auch nicht drum gerissen habe. Ich hatte keine Lernkurve mehr und habe mich auch oftmals total insuffizient gefühlt. Jetzt bin ich niedergelassen, fühle mich häufig noch insuffizienter und... kann niemanden mehr fragen so richtig :D :D :D

jw
30.08.2020, 20:02
Ich bin ja auch Funktionsoberärztin und mache Hintergrunddienste. Lerne weiterhin stets dazu. Die Lernkurve hat seitdem noch einmal deutlich zugenommen. Häufig bin ich mir auch häufig unsicher. Das ist aber auch typisch für uns Frauen. Mein Kollege, genauso weit wie ich, ist einfach selbstbewusster. Entscheidet, auch wenn er keine Ahnung hat. Aber das ist nicht meins. Habe immer einen Hinter-Hintergrund für Fragen, im Zweifel den Chef- immer. Ist Gold Wert. Kann jedem nur empfehlen, die nächste Stufe zu erklimmen. Aufhören kann man dann immer noch.

Autolyse
16.09.2020, 16:50
Aus gegebenem Anlass: Wie ist die Situation mit MIS-C-Fällen bei euch?

Wir sind jetzt pari mit den akuten Infektionen und bislang waren die Verläufe allesamt unschön. Allesamt auf Intensiv gelandet, alle katecholaminpflichtig geworden, teilweise beatmet. Sind hier im Grundversorger alle mehr oder minder auf eigenen Beinen durch die Tür gekommen und dann pünktlich zum fünften Fiebertag richtig abgeschmiert.

epeline
17.09.2020, 16:16
Ich bin ja auch Funktionsoberärztin und mache Hintergrunddienste. Lerne weiterhin stets dazu. Die Lernkurve hat seitdem noch einmal deutlich zugenommen. Häufig bin ich mir auch häufig unsicher. Das ist aber auch typisch für uns Frauen. Mein Kollege, genauso weit wie ich, ist einfach selbstbewusster. Entscheidet, auch wenn er keine Ahnung hat. Aber das ist nicht meins. Habe immer einen Hinter-Hintergrund für Fragen, im Zweifel den Chef- immer. Ist Gold Wert. Kann jedem nur empfehlen, die nächste Stufe zu erklimmen. Aufhören kann man dann immer noch.
Ja kann ich bestätigen. Die Männer scheinen deutlich weniger Versagensängste zu habe :-D
Ich lass mir das Angebot noch mal durch den Kopf gehen

Muriel
29.09.2020, 09:16
Habt Ihr noch den ultimativen Zeckenentfernungstipp? Ich habe eben durch Zufall auf dem Kopf von K2 eine ziemlich große Zecke entdeckt. Wir haben hier ziemlich viele, ziehe jedes Jahr diverse aus den Kindern, bisher waren die aber alle frisch, klein, schwarz mit einem Zug raus. Diese hier wird, so vermute ich, seit dem Geburtstag im Wald vor neun Tagen drin gewesen sein, dick vollgesogener Körper und echt fest sitzend. Mit so einer Federpinzette habe ich nix bewegt bekommen, die Karte hat die Beine ausgerissen, irgendwann den Körper, der Kopf saß tief und fest. Ich habe K2 dann in die Praxis geholt und mit einer 26G Kanüle das Teil da rausgehebelt, auch ne feine chirurgische Pinzette hatte so gar keinen Anpack. Gibt es sonst irgendeinen Tipp, wie das einfacher geht?

epeline
29.09.2020, 09:25
Mein alter Chef meinte, man müsse die Festgebissenen Viecher kurz auf Zug halten, woraufhin die Zecke los lässt. Voraussetzung ist, das Kind hält still. Dann funktioniert das tatsächlich.
Am liebsten nutze ich eine Splitterpinzette