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birguro
18.09.2021, 11:07
Hallo, ich habe eine Frage bzgl. der Impfung eines 16 jährigen völlig ungeimpften Jungen, Flüchtling aus Tadschikistan, lebt in einer Wohngruppe. In welcher Reihenfolge würdet ihr vorgehen? LG Birgit

annekii
18.09.2021, 11:35
Lad dir mal die Stiko-App runter, da kannst du bei Nachholimpfungen das Schema sehen. Aus dem Kopf würde ich denken TdaP-IPV und HepB 0-1-6 Monate, 2x MMR(V), 1x MenC, 3x HPV.

birguro
18.09.2021, 11:40
Danke, Und die Coronaimpfung?

h3nni
18.09.2021, 11:52
Lad dir mal die Stiko-App runter, da kannst du bei Nachholimpfungen das Schema sehen. Aus dem Kopf würde ich denken TdaP-IPV und HepB 0-1-6 Monate, 2x MMR(V), 1x MenC, 3x HPV.

Mal ganz blöd gefragt vom Nicht-Impfer:

Also am ersten Termin 5 Spritzen? 4 Fach, mmrv, hep, men, hpv? Klar geht das mit den Antigenen, aber 5mal pieksen? Unschön, oder?
Oder um 2 Wochen versetzt?

Also praktische Umsetzung der Termine quasi.

sebi86
18.09.2021, 13:57
War es nicht so, dass die MMRV bei allem ab 12 Monate nur noch einmal gegeben werden muß. Die Zwei Impfungen haben ja nur denn Hintergrund, dass Impfversager aufgrund von Maternalen Ak mit der 2. Impfung abgedeckt werden.

sebi86
18.09.2021, 14:02
FSME und MenB würde ich auch noch mit reinnehmen. Falls das mit den Kosten für MenB klargeht.

annekii
18.09.2021, 14:37
Nein, nicht 5 auf einmal! Mehr als 2 mache ich pro Tag nicht.

@Sebi86: Nein, 2 Impfungen sind Pflicht. Eine reicht, wenn man vor 1970 geboren ist. Meines Wissens geht es nicht nur um maternale AK, sondern auch generelle Impfversager.

In welcher Reihenfolge ich Aufholimpfungen mache, hängt ein wenig davon ab, ob berichtet wird, dass man im Herkunftsland alle dortigen Impfungen erhalten hat. Dann kann man in den dortigen Impfplänen (https://apps.who.int/immunization_monitoring/globalsummary/schedules) nachschauen, was das Kind schon bekommen haben könnte. Zumindest eine Impfung kann man oft gut erkennen, wenn sie die Narbe der BCG-Impfungen am Oberarm habe. Und dann hängt es davon ab, ob die Masernimpfpflichterfüllung den Zugang zur Schule erst ermöglicht, dann würde ich damit anfangen.

Die Coronaimpfung ist sicherlich auch sinnvoll, zumal in einer Wohngruppe, aber da braucht man ja eine Unterschrift vom Vormund. Zumindest klingt Wohngruppe wie unbegleiteter minderjähriger Flüchtling? Und Influenza impfen wir bei Patienten in Gruppenunterkünften auch immer mit. Das bekommen sie auch in der Erstaufnahmeeinrichtung immer.

FSME geht ja nur je nach Risikogebiet und für MenB braucht man eine KK, die es übernimmt oder jemanden, der es privat bezahlt.

sebi86
18.09.2021, 19:59
"Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Erweiterung der Standardimpfung gegen Masern auf jüngere Erwachsene. Zusätzlich zur zweimaligen Impfung von Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr empfiehlt die STIKO allen nach 1970 geborenen Personen ≥* 18* Jahre eine einmalige Impfung gegen Masern, wenn sie bisher nicht gegen Masern geimpft sind, nur einmal in der Kindheit geimpft wurden oder der Impfstatus gegen Masern unklar ist. Zur Impfung soll vorzugsweise ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR) verwendet werden. "

Du hast Recht Annekii. Eine nur über 18 und nach 1970 geboren.

Aber FSME würde ich auch mitnehmen, wenn man in keinem Risikogebiet lebt. Zum einen erweitern sich die Risikogebiete ja laufend und zum anderen kann es ja immer sein, dass man mal nach Bayern oder Baden-Württemberg oder ein anderes Risikogebiet reist.

annekii
18.09.2021, 23:16
Ich denke, FSME ist nachrangig im Nicht-Risikogebiet. Ein Patient in einer Wohngruppe als Flüchtling reist eher nicht. Es sind hier 12 Injektionen als Standard-StIKo-Impfungen Pflicht plus Corona und Influenza. Da sehe ich FSME bei der Seltenheit als nachrangig, wenn es nicht endemisch ist.

Milana
20.09.2021, 17:31
Heute erster Tag nach Urlaub und ich hab schon wieder so die Nase voll... und alle sind so schlecht gelaunt und aggressiv, die Kollegen, die Pflege, das Case Management, das hat mir heute richtig den Tag vermiest...

Hier hat bestimmt wer von euch Erfahrung: Ich überlege mich fürs Repetitorium der DGKJ anzumelden, ist das jetzt schon was (noch 6 Monate bis FA Reife, also vermutlich eher noch 8-10 bis Prüfung, wegen Corona teils sehr lange Wartezeit...) oder sollte ich auf den Turnus im Frühjahr warten?

epeline
20.09.2021, 17:50
Heute erster Tag nach Urlaub und ich hab schon wieder so die Nase voll... und alle sind so schlecht gelaunt und aggressiv, die Kollegen, die Pflege, das Case Management, das hat mir heute richtig den Tag vermiest...

Hier hat bestimmt wer von euch Erfahrung: Ich überlege mich fürs Repetitorium der DGKJ anzumelden, ist das jetzt schon was (noch 6 Monate bis FA Reife, also vermutlich eher noch 8-10 bis Prüfung, wegen Corona teils sehr lange Wartezeit...) oder sollte ich auf den Turnus im Frühjahr warten?

Ich war damals im November dort und hatte Ende Februar Prüfung. Fands ganz gut so.


Ich denke aber, es ist letztendlich egal ob jetzt oder im Frühjahr.

annekii
20.09.2021, 18:22
Ich denke auch, dass es egal ist. Meine beiden Repetitorien habe ich 6 und 4 Jahre vor der Prüfung gemacht und wollte kein weiteres mehr machen. Lieber Monatsschriften gut gelesen, wichtigste Leitlinien und sowas. Die Repetitorien fand ich gut, um zu sehen, wo es richtig hapert und in manchen Bereichen auch, was wohl reichen wird, obwohl man mehr weiß.

Die Arbeit klingt aber echt mies bei dir. Wie ist die Perspektive? Wo bist du gerade?

mkw44
21.09.2021, 09:51
Ach Milana, son Mist. Noch 6 Monate? Das ist ja überschaubar. Ist nur die Frage, wohin dann?
Ist bei euch auch gerade so viel los? Hier war in den letzten Monaten echt eher Flaute, jetzt seit ca. 1 Monat ist die Ambulanz wieder normal lebhaft und die Station total voll. V.a. Infekte (viel RSV), aber auch afebrile Krampfanfälle, CED, etc pp.

annekii
20.10.2021, 20:52
Wir hatten es ja schon im Elternthread, aber eigentlich gehört es hierher. Die Welle ist echt der Hammer. Die Zahlen unglaublich. Und kein Ende in Sicht. Ich habe heute 2 Kinder eingewiesen, obwohl es keine Betten gab. Aber was soll ich machen mit einem 2jährigen Kind, das 8 Stufen Steintreppe mit ständigem Aufschlagen von Kopf runtergefallen ist und nur noch wimmert?! Das ganze vor der Praxis unter zig Zeugen.
Und ein 5 Wochen alter Junge, der im 15 min-Takt erbricht, seit dem letzten Wiegen vor 14 Tagen 250 g abgenommen hat (und dessen Schwester eine Pylorusstenose hatte), der auch den Familien-Atemwegsinfekt hat und bei Vorstellung viel zu ruhig und knapp mit dem Turgor ist.

Kandra
20.10.2021, 22:28
Bei uns ist es auch katastrophal. Die Kinderärzte sind so überlastet, dass sie die Patienten nichtmal ansehen und direkt in die Klinik schicken. Dort ist dann ein Assistent auf weiter Flur und Wartezeiten >5h. Betten haben wir auch schon lange keine mehr und abgemeldet sind alle Kliniken im Umkreis. So geht es nicht weiter.

epeline
21.10.2021, 08:22
Hier das gleiche.
Ich habe zwar nur aus zweiter Hand. Aber die Station voll mit RSV und Gastroenteritiden.
Im KiGa die halbe Gruppe mit Fieber zu Hause...
Termin für die U3 war spät nachmittags, weil in der regulären Sprechblase nichts mehr frei war.
Alle hier husten.
Und nächste Woche sind Ferien und 2 von 3 Praxen zu....

roxolana
21.10.2021, 12:02
Unsere Kinderarztpraxis hat "aufgrund der hohen Nachfrage" die tägliche Sprechstunde von 3h auf 2h gekürzt (!), was dafür sorgt, dass man eine halbe Stunde in einer Schar hustender Kinder in der Schlange anstehen muss, bevor man überhaupt in die Praxis reinkommt.

Muriel
21.10.2021, 13:31
Verstehe nur ich den Sinn nicht dahinter oder existiert er tatsächlich nicht? Oder weiten sie in dieser Stunde andere Kapazitäten aus?

roxolana
21.10.2021, 15:28
Ne, ich vermute mal, die resultierende Schlangenbildung soll als Patientenreduktionsmaßnahme dienen. Hat zumindest bei mir funktioniert: Als ich mit K2 nach 5 min anstehen nur 50 cm vorangekommen bin, habe ich mich umgedreht und bin wieder gegangen.

aschenputtel1977
21.10.2021, 16:52
Ich habe ja den Beginn der Corona-Sache dazu genutzt, die Patienten mit Vehemenz dazu aufzufordern, IMMER einen Termin zu vereinbaren. Es hat nun knapp 2 Jahre gedauert, aber die meisten haben es jetzt verstanden, sogar sehr viele Eltern mit MIgrationshintergerung bemühen sich sehr löblich darum, obwohl sie meist kaum mehr sagen können als Kind-krank-Termin-bitte. Die Praxis ist recht groß und so werden die Familien gut verteilt, man merkt glaube ich häufig recht wenig vom hohen Aufkommen. Ich bemühe mich sehr, Impfungen schnell zwischendurch zu machen, damit die Kinder schnell wieder raus sind, im Wartezimmer sind nie mehr als 2 Kinder mit 1 Elternteil, die kranken sind in den restlichen Zimmern. Ich schleuse (obwohl ich schon dachte es geht nicht schlimmer) mittlerweile 100 Patienten am Tag durch die Praxis, davon sehe ich so 90, der Rest sind Verordnungen oder ähnliches. Es ist einfach irre, aber mit der Terminvergabe klappt es recht gut, dass die Kinder wirklich im Maximum 50 Minuten mal warten, eigentlich nicht mehr als eine halbe Stunde. Was das für mich und meine Leute bedeutet, muss ich nicht betonen, ich schlafe meist abends schon bevor der Kopf auf dem Kissen liegt und bin wirklich, wirklich durch mit meiner geistigen Leistungsfähigkeit. Zeit für längere Gespräche bleibt nur außerhalb der Sprechstundenzeiten und ich bin immer wieder froh, dass wir die U-Untersuchungen nicht im laufenden Betrieb machen. Momentan wäre ich froh, wenn wir die Us ausfallen lassen könnten und nur die Kinder sehen, die auffällig sind, aber das kann man sich nun mal nicht aussuchen. Zudem haben wir ja hier im "Osten" auch recht impffreudige Eltern, da muss man zum Glück wenig diskutieren oder reden darüber, Arbeit macht es aber auch :D Die Klinik würde am liebsten Doppelstockbetten einbauen, alles voller RSV und dazu noch Nordviren und Ärztemangel dazu, so dass wohl pro Station nur 1 Doktor den Laden schmeisst. Es ist einfach schrecklich, aber davon taucht in den Medien kaum ein Wort auf und jetzt klatscht keiner für uns :D Pädiatrie halt....