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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke



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Muriel
19.04.2009, 17:22
Wenn wir jetzt schon dabei sind, mal eine Frage aus Interesse: Unabhängig davon, wie jetzt dieser grobe Visustest ausfällt, geben Kinderärzte die Empfehlung ab, auf jeden Fall das Kind einmal orthoptisch vorzustellen? Das Problem ist ja, dass es einige Sehstörungen gibt inkl. kleiner Schielstellungen, die nicht sofort Ungeschulten auffallen (können), aber durch eine richtige Untersuchung ohne Probleme erkannt und, wenn frühzeitig behandelt, auch oft gut auszugleichen sind. Meine Erfahrung bisher zeigt leider, dass selbst auf Nachfrage der Eltern ("gibt es irgendeinen Facharzt, dem wir unser Kind routinemäßig vorstellen sollten?") eigentlich immer die Antwort kommt "Nein, das mache alles ich, ich schicke weiter, falls was auffällt". Das finde ich halt problematisch und daher wollte ich wissen, ob Ihr schon mal andere Erfahrungen gemacht habt oder ob Ihr das später anders machen würdet.

Chaoskätzchen
19.04.2009, 18:07
Ich kann jetzt nur für die stationären Kids nach SHT, Blutung, Meningitis usw. usw. sprechen..

Ich stell die routine-mässig sobald sie halbwegs fit sind sowohl bei HNO als auch beim Augenarzt vor.. auch wenn sich bei uns in der orientierenden Untersuchung nichts zeigt.. und hab damit sehr gute Erfahrungen gemacht, genau weil so manch feines Detail halt nicht immer mit den so im Alltag zur Verfügung stehenden Mitteln zu erfassen ist..


Und wenn mir doch mal ein Kleinkind mit einem gehirnfernen Problem über den Weg läuft, frag ich explizit nach gelaufenen Abklärungen.. und wenn die nicht stattgefunden haben, empfehlen wir sie..

annekii
19.04.2009, 18:09
Hallo Muriel,

ich frage bei stationären Patienten schon nach, ob sie schon beim Augenarzt waren, wenn mir da was auffällt und auch was sie an Behandlung machen. Und wenn nicht, schick ich sie hin, dass sie es machen, wenn sie wieder entlassen sind.

Wenn ich von was keine AHnung habe, es aber Spezialisten dazu gibt, schick ich weiter. Warum auch nicht?

LG
Annekii

Feuerblick
19.04.2009, 18:12
Na, dann haben wir doch hier gleich mal wieder eine Plattform für einen Aufruf:
Liebe Pädiater und solche, die es werden wollen,
bitte, bitte, bitte schickt ALLE Kinder einmal zur Vorstellung bei einem Augenarzt mit Sehschule (Orthoptik)! Am liebsten schon innerhalb des ersten Lebensjahres, auf jeden Fall aber möglichst noch vor Kindergartenbeginn. Auch wenn die Kassen sich sträuben, das in die U´s einzubeziehen (weil es ja angeblich soooo traumatisierend ist, einer Amblyopie verdächtigt und untersucht zu werden) - ihr tut so manch einem Kind einen wirklichen Gefallen! Und glaubt bitte nicht das Märchen, dass man Kinder frühestens mit vier oder fünf Jahren untersuchen kann. Das ist Quatsch (wie man als Pädiater ja jeden Tag erlebt ;-)). Dankööö! :-top

Muriel
19.04.2009, 18:17
Ich meinte nicht den Fall, dass bei einem Patienten tatsächlich der Verdacht auf irgendetwas besteht, was mit den Augen zu tun hat. Ich meinte eine reine Routineuntersuchung. Klar, da habt Ihr in der Klinik nicht wirklich was mit zu tun, das ist ja eigentlich wenn dann eher was für den Niedergelassenen. Aber Anisometropien z.B. (große Refraktionsunterschiede zwischen den Augen), die zu einer Amblyopie führen, wenn man nicht konsequent und frühzeitig behandelt und die einfach so nicht auffallen, z.B. kann nur Fachpersonal erkennen. Das hat nichts damit zu tun, dass man Kompetenzen streitig machen will oder so, das ist einfach so. Aber da habe ich eben leider noch keinen einzigen Kinderarzt erlebt, der den Eltern empfohlen hat, zur Sicherheit das Kind mal orthoptisch vorzustellen. Daher eben meine Frage, ob ich nur Pech hatte, ob Euch das so z.B. bewusst vermittelt wird in der Ausbildung (was man nicht lernt, kann man nicht wissen geschweige denn anwenden) oder ob das einfach total untergeht. Ich hoffe, es fühlt sich durch die Nachfrage keiner dumm angemacht, das ist wirklich nicht meine Intention :-)

Muriel
19.04.2009, 18:18
Ah ja, Funkel, ich sehe, wir verstehen uns mal wieder. Sag mal, sollen wir unsere Accounts vielleicht zusammenlegen? :-D

Feuerblick
19.04.2009, 20:01
Ah ja, Funkel, ich sehe, wir verstehen uns mal wieder. Sag mal, sollen wir unsere Accounts vielleicht zusammenlegen? :-D:-)) Wäre vermutlich einfacher...
Eigentlich habens Frühchen oder Kinder, die als Babies mal beim Augenarzt landen sehr viel besser. Den dazugehörigen Eltern wird bei diesem Anlass nämlich gesagt, dass die Kleinen beim Augenarzt gescreent werden sollten. ;-)

Muriel
20.04.2009, 10:32
Wir wünschen also jedem Stöpsel eine Tränenwegsstenose, oder wie? :-D

capucine
21.04.2009, 21:54
Denke ihr beiden habt vollkommen recht!!
Letztes Jahr gab es auf dem Dt Kinderaerztekongress eine gute Session ueber Ophtalmologie, wo man anschliesslind als Paediater das Gefuehl hatte, total unkompetent zu sein und vieles zu verkennen. Leider ist das wahrscheinlich auch so, weil die Ausbildung bzw WB keinen Wert drauf legt, zumindest in den Haeusern wo ich bisher war!!

LG capucine

Muriel
22.04.2009, 08:32
Das hat gar nichts mit Inkompetenz zu tun. Aber nicht umsonst gibt es eine dreijährige Ausbildung zur Orthoptistin (jaja, sind irgendwie immer Frauen, gibt es überhaupt irgendeinen Mann in dem Beruf?), in der all das verrmittelt wird. Selbst die meisten Augenärzte sind mit einer solchen Diagnostik im Kindesalter (Strabismus, Skiaskopie etc.) völlig überfordert. Es ist einfach die Ehrlichkeit, die eigenen Grenzen einzugestehen und an den entsprechenden Fachkollegen zu überweisen. Leider ist dies in eigentlich allen Fachrichtungen häufig schwierig. Entweder ein freudiges Turfen in Null-Bock-Haltung oder aber Verkennen der eigenen Grenzen, sehr schade.

annekii
23.04.2009, 10:27
Hallo,

ich fänd es gut, wenn es eine allgemeine Regelung wäre. Dann wäre es sicher auch mit Abrechnung und allem kein Problem. Ich finde schon, dass es mit Inkompetenz zu tun hat. Kinderärzte sind keine Augenärzte und müssen es auch nicht sein. Um auch Sachen zu erkennen, die man nicht von außen mal eben sieht, hilft nur der Augenarztbesuch.

LG
Annekii

Muriel
23.04.2009, 14:11
Ich habe die Inkompetenz verneint, weil es sich für mich so negativ anhörte, als ob man sagen wollte, dass ein Kinderarzt so etwas können müsste, aber nicht kann und zu doof sei, was natürlich völliger Schwachsinn ist. Die Abrechnung ist kein Problem, es bedarf nur einer Überweisung von einem Kinderarzt zu einem Augenarzt. Der aufgesuchte Augenarzt sollte dann eben eine Sehschule/Orthoptik bieten können. Viele Kliniken haben aber auch eine Ermächtigung, so dass auch dort die Vorstellung stattfinden kann.

Ersa
28.04.2009, 13:10
So, die ersten Nachtdienste ganz allein im Haus ohne OA überlebt. War gar nicht schlimm :-oopss Insgesamt ist es bei uns viel ruhiger geworden. Sehr angenehm, weil so mehr Zeit für den einzelnen Patienten und zum Nachlesen bleibt, sind grad viele "komische" Patienten da. Wie sieht´s bei Euch aus?

Jugulum
30.04.2009, 13:57
Nächste Woche gehöre ich auch endlich dazu.
Neue Stadt, erste Stelle, erster Tag.
Bin jetzt schon verdammt nervös.

Feuerblick
30.04.2009, 15:18
Das hat gar nichts mit Inkompetenz zu tun. Aber nicht umsonst gibt es eine dreijährige Ausbildung zur Orthoptistin (jaja, sind irgendwie immer Frauen, gibt es überhaupt irgendeinen Mann in dem Beruf?), in der all das verrmittelt wird. Muri, ich hatte sogar die Ehre, unter anderem vom einzigen damals im Beruf arbeitenden Mann (zehn ausgebildete Herren gab es derzeit in Deutschland) ausgebildet zu werden. :-)

annekii
30.04.2009, 19:46
Hallo Jugulum,

herzlich Willkommen! Erzähl doch mal! Wieviel Betten hat die Pädiatrie, welchen Schlüssel an Ärzten. Maximalversorgung oder kleines Haus?

Einen guten Start wünsche ich in diesem tollen Fach!

LG
ANnekii

lore
04.05.2009, 21:58
ich kenne einen! einen männlichen orthoptisten! der hat seine ausbildung in grossbritannien gemacht. ich wusste gar nicht, dass es diesen beruf hier auch gibt. und dass die männer so rar sind war mir natürlich auch nicht klar. werd ihn mal fragen, ob er sich dessen bewusst ist. :-wow

außerdem war ich beim assistentenkongress des bvkj in nürnberg. sonst noch jemand von euch? manches, was beim seminar "ambulanzarzt" thema war wurde auch hier schon diskutiert, sehr spannend.

Muriel
05.05.2009, 17:25
Ist er wirklich Orthoptist oder Oculometrist (oder so ähnlich, ich vergesse immer den genauen Namen :-blush)? Das ist eine in England sehr typische Ausbildung, die eher so eine Mischung aus Optiker (Refraktion v.a.) und konservativem Augenarzt ist.

Feuerblick
05.05.2009, 17:32
Muri, die heißen Optometristen und ich vermute auch eher, dass der gute Mann sowas in der Art gelernt hat.

Muriel
05.05.2009, 18:07
Jaaaaaaaaaaaa, genau, das war es. Ich wusste, dass das Wort falsch war, aber mir fiel beim besten Willen nicht mehr ein, wie es richtig ist. Aber wozu hat man denn die beste Schamanekollegin vonne Welt hier :-love