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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke



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Ersa
26.05.2009, 17:39
Im Moment gehen wir von einer hämophagozytischen Lymphohistiozytose aus, Referenzbefunde stehen noch aus, aber mit dem primären KM-Befund durchaus vereinbar. Die Thrombopenie passt da auch rein. Unter Predni jetzt seit 2 Tagen fieberfrei, CrP runter auf 40, Thrombos von 60 auf 120 und Kind bester Laune. Problem ist nur, dass wir die auslösende Ursache ja immer noch nicht kennen und jetzt quasi nur das "Symptom" behandeln... :-?

Antibiose gab´s vorher in wilden Kombinationen über 10 Tage ohne wirklichen Effekt bzw. klinisch eher Verschlechterung. Ne Serositis war nicht nachweisbar, bisschen freie Flüssigkeit im Douglas zählt ja nicht so ganz :-oopss

pieks
26.05.2009, 19:26
Hallo Ersa,

Ursache einer sekundären hämophagozytischen Lymphohistiozytose ist (+bleibt) meist unklar.
Sollte das Mädchen tatsächlich eine Lymphohistiozytose gehabt haben (scheint mir doch eher unwahrscheinlich) fehlen noch einige der typischen Laborparameter (oder Du hast sie nicht genannt) und definitionsgemäß hätten 2 der 3 Zellreihen betroffen sein müssen.

Wichtig wäre - sollte die Patientin tatsächlich eine hämophagozytischen Lymphohistiozytose gehabt haben - der Ausschluss einer primären (genetisch determinierten) Form (wobei das Alter eher dagegen spricht).
Meist sind/waren schon Geschwisterkinder betroffen. Und bei einer hohen Morbidität und Mortalität wäre den Eltern das sicher erinnerlich gewesen.

Bei einem TSS muss keine Leukozytose vorhanden sein, da es sich um ein Toxin-assoziiertes Geschehen handelt-

Bin gespannt, was "rauskommt"

Gruß pieks



Im Moment gehen wir von einer hämophagozytischen Lymphohistiozytose aus, Referenzbefunde stehen noch aus, aber mit dem primären KM-Befund durchaus vereinbar. Die Thrombopenie passt da auch rein. Unter Predni jetzt seit 2 Tagen fieberfrei, CrP runter auf 40, Thrombos von 60 auf 120 und Kind bester Laune. Problem ist nur, dass wir die auslösende Ursache ja immer noch nicht kennen und jetzt quasi nur das "Symptom" behandeln... :-?

Antibiose gab´s vorher in wilden Kombinationen über 10 Tage ohne wirklichen Effekt bzw. klinisch eher Verschlechterung. Ne Serositis war nicht nachweisbar, bisschen freie Flüssigkeit im Douglas zählt ja nicht so ganz :-oopss

Ophtalmoplegie
26.05.2009, 19:34
Also schlagartige Besserung der Symptomatik (Fieber runter etc.) unter Pred ist doch angeblich fast beweisend für nen M. Still?!
BSG u CrP passen ebenso...

Bin irgendwie immer noch dafür :-oopss

pieks
26.05.2009, 19:37
Hi Ophtalmoplegie,

ich habe noch keinen M.Still (auch keinen late onset-Still) mit einem so "dramatischen" Verlauf ohne (Poly)-Serositis gesehen.

Gruß pieks

Ersa
26.05.2009, 20:09
Patientin entwickelte im Verlauf ne Anämie bis Hk 0,28. sIL2-R ist massiv erhöht (Befund kam heute, finde ich aber ehrlich gesagt nach meiner Literaturrecherche recht unspezifisch), Ferritin mit zwischenzeitlich 1300 nicht sooo ausgeprägt, wie vielleicht erwartet. Transaminasen und Krea völlig normal (aber muss ja auch nicht sein). Fibrinogen erhöht und Triglyzeride normal, was nicht ganz passt. Aber 6 der 8 Kriterien (gefordert sind 5) sind erfüllt und damit unsere Chefs von der Diagnose überzeugt (ich in meinem jugendlich-zweifelnden Leichtsinn noch nicht). Genetik läuft.

An den Still haben wir auch gedacht, hab ihn auch heute noch mal ins Spiel gebracht. Da gäb´s eher ne Thrombozytose, Exanthem fehlt auch. Wir ja möglicherweise der Verlauf zeigen, ob noch die obligaten Arthralgien dazu kommen.

pieks
27.05.2009, 10:11
Hi Ersa,

hier ist ein link zur HLH

http://www.paediatrie-hautnah.de/archiv/2002/06/ph0206_262.pdf

Der Artikel ist schon etwas älter aber wohl noch immer aktuell

Passt nicht so wirklich ... ich habe einmal ein Kleinkind mit einer vermutlichen HLH erlebt, das aber leider verstorben ist.

Meines Erachtens "passt" ein TSS besser ... ich habe schon mehrere Kinder mit einem TSS gesehen

Gruß pieks

Ersa
27.05.2009, 15:41
Zur HLH hab ich mich hin und her belesen und bis, wie schon mehrfach erwähnt, nicht 100% überzeugt. Aber darf ich fragen, wieso Du so am TSS hängst? Wäre sie dann nicht unter Antibiose besser und unter Predni schlechter geworden?

pieks
27.05.2009, 18:00
Hi Ersa,

ich "hänge" nicht am TSS ..

Es ist sowieso nicht gut "Ferndiagnosen" zu stellen...
Und in Deinen Berichten kamen/kommen wichtige Informationen nur so peu a peu ..

Könnte es nicht sein, dass die antibiotische Therapie (die letzte Kombi )- die ja immer einige Tage benötigt bis sie "anschlägt" - letztlich doch gewirkt hat?

Gruß pieks

Ersa
27.05.2009, 19:57
An eine Wirkung der Antibiose glaub ich ehrlich gesagt nicht. Darunter war das CrP zuletzt konstant zwischen 140 und 180, das Allgemeinbefinden wurde immer schlechter, so dass zuletzt sogar im Schlaf die Sättigung abfiel. An einem Tag Pause hielt sich alles gleichbleibend schlecht (aber eben auch nicht schlechter als unter Antibiose!). Am Folgetag gab´s dann Predni und wenige Stunden später Fieberfreiheit und ein strahlendes Kind. Denke schon, dass das irgendwie Richtung was Immunologisches läuft :-nix

Landouzy
30.05.2009, 16:11
Hallo!
Ich weiß, dass es dafür einen eigenen Thread gibt, aber der ist meines Erachtens zu unübersichtlich.
In meiner Klinik in (Nordrhein-)Westfalen werden demnächst 1 - 2 Stellen frei und wir suchen natürlich netten Ersatz!
Das ganze ist noch inoffiziell, deshalb antworte ich gerne bei Interesse per pn!

Grüße,
Landouzy

McBeal
31.05.2009, 11:48
Bei und wird auch wieder eine Stelle frei! :-) Auch ganz offiziell! ;-)

LG,
Ally

Käthe, MD
01.06.2009, 17:02
Bei und wird auch wieder eine Stelle frei! :-) Auch ganz offiziell! ;-)

LG,
Ally

Hey, wo arbeitest du denn? Eine Freundin von mir hat grad Examen gemacht u sucht ne Stelle in der Pädiatrie!

Lg K

Ersa
02.06.2009, 18:26
Oh, Mann, wir mutieren zur Außenstelle der Derma! Dabei konnt ich mit Derma noch nie was anfangen! :-( Zoster und HSV und mitten drin die CyA-Patienten :-((

Jugulum
04.06.2009, 19:22
Ich brauche mal etwas Zuspruch...

Bin jetzt ein paar wenige Wochen dabei und habe das Gefühl, fast nichts wichtiges alleine zu können. Bei jedem Patienten in der Ambulanz frage ich nach und auf Station diktiert mir der Oberarzt die To-Do-Liste für den Tag.

In welchem Maße und wie lange ist das normal? Ab wann mache ich mich mit meiner Fragerei zum Idioten?

Die Arbeit macht Spaß und die Kinder sind teilweise großartig. Ich weiß irgendwo auch, dass diese Unsicherheit am Anfang normal und gut ist, trotzdem würde ich das gerne nochmal aus berufenen Mündern hören!

Ja?

cymbal
04.06.2009, 20:46
aus meiner Sicht:

ich habe so etwa 3-4 Monate gebraucht, bis ich mich in "alltagssituationen" einigermaßen sicher gefühlt habe - und mit der zeit kommt einfach immer mehr, heute ( nach knapp 1,5 Jahren) treffe ich viele entscheidungen selbst, für die ich vor einem Jahr sicher noch meinen oberarzt angerufen hätte.
Gerade bei Kindern kann man am Anfang einfach schlecht einschätzen, wie krank das Kind wirklich ist.

Am Anfang habe ich manchmal Eltern aus der Ambulanz am nächsten Tag angerufen und mich erkundigt wie es geht, weil ich das kind schon halbtot vermutet habe - denen gings dann fast immer prima.

Frag immer!! wenn du unsicher bist. Für die Patienten und für Dich.

Kopf hoch, es wird besser und ein neuer Kollege, der seine Grenzen kennt, ist allen tausendmal lieber als jemand der sich selbst überschätzt und dadurch Patienten gefährdet.

LG, Cymbal

pieks
05.06.2009, 08:52
Ich brauche mal etwas Zuspruch...

Bin jetzt ein paar wenige Wochen dabei und habe das Gefühl, fast nichts wichtiges alleine zu können. Bei jedem Patienten in der Ambulanz frage ich nach und auf Station diktiert mir der Oberarzt die To-Do-Liste für den Tag.

In welchem Maße und wie lange ist das normal? Ab wann mache ich mich mit meiner Fragerei zum Idioten?

Die Arbeit macht Spaß und die Kinder sind teilweise großartig. Ich weiß irgendwo auch, dass diese Unsicherheit am Anfang normal und gut ist, trotzdem würde ich das gerne nochmal aus berufenen Mündern hören!

Ja?

Hallo Jugulum,

das ist vollkommen normal und gut/korrekt, dass Du noch viele (Rück)fragen hast und Dich via erfahrenen Kollegen "absicherst".
Du wirst mit der Zeit auch merken, dass vieles (an rkrankungen/Entscheidungen) nicht so eindeutig ist und man nur nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden kann und muss.

Was cymbal schon schrieb:

ein neuer Kollege, der seine Grenzen kennt, ist allen tausendmal lieber als jemand der sich selbst überschätzt und dadurch Patienten gefährdet.

Dem kann ich mich 100% anschließen ........ ich wundere mich manchmal über den "Mut" einiger meiner Kollegen .. .. manche Aktionen sind (grrenzwertig) Patienten gefährdend.

Gruß pieks

Jugulum
05.06.2009, 18:11
Vielen Dank, eure Antworten beruhigen mich sehr.
Was ich nicht verstehen: Warum hat mir niemand zumindest andeutungsweise gesagt, dass ich jederzeit fragen kann und soll! Die kennen mich doch gar nicht. Allein in der Ambulanz kann ich theoretisch mit den Patienten machen was ich will.

Eine Freundin hat erzählt, dass sie jeden Patienten einem Oberarzt vorstellen muß. Gut, die bekommt (da sie in einem anderen Fachgebiet arbeitet) tagsüber nur Patienten mit Einweisung zu sehen, das ist wohl mit ein Grund.

Wenn ich nicht das Gefühl hätte, dass es vor allem durch Desinteresse begründet ist, würde ich mich ja fast über das entgegengebrachte Vertrauen freuen.

capucine
05.06.2009, 20:31
Hallo,

ich denke auch, dass nachfragen immer besser ist als einfach so drauf hin zu arbeiten und Kinder zu gefaehrden. Manchmal deutet die mangelnde Nachfrage in der Tat jedoch ach darauf hin, dass man ploetzlich "alles" koennen soll oder muss, aber dass wirst Du ja am besten abschaetzn koennen, ob Desinteresse von der Seite Deiner Oberaerzte vorliegt.

Am Anfang ist es immer fuer beide Seiten gleich anstrengend , sich neu einzuarbeiten bzw jdm neu einzuarbeiten. Das ist echte Arbeit!

Der Zustand geht auch spaeter nicht vorbei: wenn man in eine neue Subspezialitaet einsteigt, dann ist man wieder der "Depp" wie am Anfang, wo man sich bei Bronchitis und GE noch unsicher fuehlte. Ich habe gerade mal wieder dieses Gefuehl auf der Kardio, denn das ist nochmal alles so eine Welt fuer sich, dass einem fast alle anderen Kenntnisse nichts bringen und man wieder unsicher ist, welche Medis man an -oder absetzen sollte. Ich kann Deine Gefuehle also gut nachvollziehen.
Ich habe mich glaube ich seit dem Berufstart nicht mehr mit so viel neuem konfrontiert gesehen. Kopf hoch, das wird schon, Du schaffst das wie alle anderen auch und auch ich werde bald besser durch die HF durchsteigen... hoffe ich zumindest.

LG capucine

Ersa
11.06.2009, 17:54
So, Ihr Lieben, ich hab mal wieder ne Frage. Gibt´s irgendwo ne schöne Übersicht, so Art Stufendiagnostik, zum Ausschluß nes Immundefektes (geht konkret um ein Kind mit chron. Lymphadenitis colli zur Vervollständigung bei unbefriedigender infektiologischer Befundsammlung). Irgendwie sind die sich bei uns nicht so ganz einig (der Eine sagt Lymphozytensubpopulationen bestimmen, der andere meint, das sei total veraltet usw.) und drum hätte ich gerne was Übersichtliches. Wäre klasse!

McBeal
11.06.2009, 18:06
Ich habe gerade keine Übersicht, kenne es aber so, dass man bei V.a. B-Zell-Defekte Immunglobuline (mit IgG-Subklassen), Impfantikörper, AB-Isohämagglutinine und B-(Sub)Populationen bestimmt. Bei T-Zell-Defekten kenne ich mich nicht so aus (schreibe meine Diss z.T. über B-Zell-Defekte).

LG,
Ally