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annekii
22.11.2012, 22:21
Hallo,

ich schließe mich THawk an. Wichtig ist das Medikamentenbuch für Kinder. Eine Checkliste habe ich auch, aber ich habe keine Ahnung, wo sie ist.
Das DGPI benutzen wir auch regelmäßig. Zum Nachschlagen gibt es auf Station große Bücher und die Leitlinien helfen da auch weiter. Falls Neo bei Euch auch dabei ist, kann ich das Neo-ABC empfehlen. Was ich regelmäßig benutze, ist das Buch EKG für Kinder, schon allein, weil ich dauernd wieder die Berechnung von QTc vergesse (wozu man auch den Taschenrechner mit Wurzel braucht, aber auch der von Windows kann es).

Und dann ist ein Büchlein gut, in das man selbst Sachen aufschreibt, die man immer wieder braucht. Da hatte ich in den ersten Jahren doch viel drin, was ich immer wieder nachgeschaut habe. Jetzt ist es deutlich weniger, aber auch weil die Klinik anders arbeitet.

Achja, viel Spaß beim Arbeiten!

LG
Annekii

McBeal
23.11.2012, 07:07
Für mich ist auch mein persönliches Notizbuch am Wichtigsten. Da habe ich auch unsere Hausstandards in klein ausgedruckt und reingeklebt und sehr vieles reingeschrieben. Ansonsten habe ich die Checkliste, habe sie aber bisher eher in der Notfallambulanz gebraucht und auch das Neo-ABC, das grüne "Medikamente in der Pädiatrie" und einen Taschenrechner. Und für manche Medikamente, die wir gern verschreiben und die da nicht drinstehen, Dosierungstabellen bzw. die entsprechende Formel.

Alles Gute und viel Spaß! :-)

LG
Ally

THawk
23.11.2012, 07:09
Oh ja, die eigenen Notizen sind sehr wichtig :-)
Für QTc und diverse weitere Berechnungen (Geburtsperzentilen, Nierenperzentilen, Perzentilen-Verlauf einzeichnen, RR-Perzentilen, QTc) nehmen wir die Tools von graefehp.de Wurde programmiert von einem ehemaligen AA unserer Klinik und ist imho sehr hilfreich.

Potti
23.11.2012, 16:56
Ich merke, die Kinder-Ecke lebt *gefaelltmir*
Danke für die Freilegung eurer geheimen Überlebenswerkzeuge. Werde mir dann jetzt die Checkliste zum Aufwärmen holen. Notizbuch und Taschenrechner liegen schon bereit.
Freu mich schon sehr auf den Anfang und lese eigentlich jetzt nur noch, um meine Aufregung in den Griff zu bekommen. Es ist eine Uni geworden und ich gehe mal vom größten Stress und massig Stationsarbeit aus. Aber all das kann nicht das wichtigste verhindern: die tägliche Arbeit mit den Kindern. Das ist einfach das schönste und entschädigt aus eigener Erfahrung für sehr vieles.
An alle, die noch suchen und sich bewerben: haltet durch! Es dauert -gerade ohne Famulatur oder PJ in Päd-gut ein paar Monate, dutzende Bewerbungen und rund 10 Vorstellungsgespräche. Die haben Stapel an Bewerbungsmappen da liegen und oft schon ehemalige PJ`ler am Start. Aber ihr braucht nur einen guten Tag, und ein Team in das ihr hineinpasst und dann klappt es schon.

aschenputtel1977
23.11.2012, 17:22
Nun noch mein halb-qualifizierter Beitrag: Checkliste- nöööö, Klinikleitfaden-- besser :) Für meine Begriffe. Aber er liegt auch nur auf Station in der Schublade, im Kasak sind Notizbuch und Grünes Medibuch dabei. Das ist vollgeschrieben mit Anmerkungen, Dosierungsänderungen etc. und dazu noch eingeklebt: Infectobicillindosierung, Midazolamsaft etc, Amoclavsaft-Dosierung, also alles was da drin fehlt. Da unser Internet oft mal nicht geht, wäre man aufgeschmissen. Taschenrechner dazu und immer kleine bunte Aufkleber oder Klebetattoos etc. für brave Patienten :)
Ich besitze außerdem das Neo-ABC und Neugeborenen-Notfälle. Letzteres fand ich sehr gut, allerdings hat s mir ein bisschen Angst gemacht vor den ersten ITS-Spätdiensten:D

WalterSobchak
25.01.2013, 18:33
Krass - musste den Thread von Seite 10 hoch holen... Wir Pädiater sind eindeutig zu wenige oder zu inaktiv ;-)

Kurze Frage: leidiges Thema RSV. Gibt immer wieder Diskussionen bei uns über die Therapie der Wahl. Steroid ja/nein? Wenn, systemisch oder inhalativ? NaCl 3 oder gar 5,8%? Bronchodilatatoren?
Ich persönlich finde ja, dass beta-Mimetika die Kinder klinisch schon irgendwie besser werden lassen, wobei die Studienlage was anderes aussagt. Leider ist mein Chef von klin. Erfahrungen/Erfolgen nicht so richtig zu beeindrucken, solange nicht ne Studie das beobachtete Phänomen stützt - und man kriegt gern auch mal auf die Finger, wenn man sie verordnet :-keks Ich glaube ja, das einzige, was tatsächlich Nutzen bringt, sind Nasentropfen und O2, dass Salbutamol was bringt, ist halt nur mein subjektiver Eindruck... Wie macht ihr es? :-)

Ach ja - habt ihr derzeit auch so viele Kinder damit? Hab in 2 Diensten 4 RSV-Kinder aufgenommen...

annekii
25.01.2013, 19:15
Hallo,

ja, bei uns ist auch viel RSV. Ich finde ja, dass eigentlich gar nichts sicher hilft, aber auch manches doch wirkt, auch wenn es dass nicht soll. Auch wenn die Studienlage für höherprozentiges NaCl gut ist, bringt es doch nicht wirklich viel. Und so einige vertragen es auch nicht. Meist ist es doch nur überwachen, Sauerstoff bei Bedarf und warten, dass es vorbeigeht. Nicht schlecht finde ich nen Tropf dazu, weil sie mit dem Trinken ja auch gar nicht hinkommen und vor lauter Husten eh viel erbrechen.

Die Dienste sind momentan echt heftig, im Stundentakt Ambulanzen waren es heute Nacht. Bei denen um 3 war ich schon nicht mehr richtig freundlich, als sie außer Fieber, das sie schon behandelt haben und etwas Husten und Schnupfen, das ganze seit 2 Tagen, nichts vorzutragen hatten und einen quietschvergnügten 8 Monate alten 12kg-Brocken vorzeigten.

Außer Infekten liegen bei uns auch noch viele Kinder mit SHT nach Schlitten- oder Porutscherfahrten mit Unfällen.

Immer noch besser als Neugeborenenreanimationen...

LG
Annekii

WalterSobchak
25.01.2013, 19:55
Mich rief grad ein Vater an mit der Frage, wann er den nächsten PCM-Zapfen geben darf. Meinen für die Frage noch freundlich vorgetragenen Hinweis, dass sowas durchaus auch im Waschzettel zu finden sei, quittierte er mit "ja, das dachte ich mir, aber da hab ich noch nicht reingeschaut" :-keks Manche sind echt drauf...

THawk
25.01.2013, 20:34
Bei uns ist es so:
Steroid eindeutig nein bei RSV. Weder inhalativ noch systemisch.
Primäre Inhalationstherapie eher Richtung NaCl 3%. NaCl 6% selten, ich habe es bei einigen CF'lern ausprobiert, den meisten ist es deutlich zu sehr reizend. Bei großen Kindern / Jugendlichen geht es, aber bei den kleinen bin ich zurückhaltend. Wir mischen NaCl 3% gerne auch mit etwas Salbutamol. Wir haben aber auch NaCl 0,9% + Salb + Atrovent laufen (da meist so unsere klassischen Mischungen 1 - 1 - 1 oder 1 - 0,5 - 1 ml).
Bei der Entscheidung orientieren wir uns am Auskultationsbefund: Mehr Schleimhautschwellung -> Gemisch. Mehr Sekretproblem -> Mucoclear 3 oder 6%.

Ich habe zur Zeit einige RSV-Kinder, die sehr prolongiert O2-pflichtig sind. Aber auch einige RSV-negative Bronchitiden, die wirklich schwer krank sind mit langem und hohem O2-Bedarf. Wer weiß was die haben - Metapneumoviren, Adeno, Influenza? Wir testen auf Normalstation i.d.R. nicht auf die anderen Erreger.
Ist z.Zt. insgesamt viel los, wir waren mit 117 Kindern bei 120 Betten diese Woche kurzfristig nicht mehr aufnahmefähig.

tomten
25.01.2013, 21:24
Hier ist der RSV auch gross dabei - haben heute schon zwei 3er zimmer kohortenisoliert und leider immer wieder Kinder damit auf ICU verlegt. Therapeutisch ist bei uns auch eher nacl 0,9 und salbu/atrovent dabei. Mucoclear 3 wenn Sekret der Problem ist. Habe das Gefühl, das B2Mimetika schon ofter mal helfen, aber hatte auch schon paradoxe... Steroide wenn dann iv/po, bei inhalativ kriegt mein OA mittlerweile Wutanfälle. Neben RSV haben wir viel Rhino, Corona und Influensa. Leider auch einen Todesfall bei letzterem schon bei Pat mit Z. n. HTx. Wir testen aktuell bei eine Studie recht breit, hilft ja nur leider nicht klinisch weiter...

Ambulanz macht saisonbedingt gerade so gar keinen Spaß - habe die letzten Dienste immer bis 3/4 Uhr durchgearbeitet. Und Bettenmässigt ist gerade alles schlecht - haben 14 reguläre Betten auf Station und waren jetzt einige Male mit 16 Kindern belegt.

epeline
27.01.2013, 18:02
in meinem pj haus bekommen die meistens sogar nur 0,9% nacl zum inhalieren, kein steroid (das bekommen nur die mit chronischer bronchitis) und salbutamol inhalativ.
und nen tropf, weil die nahrungsaufnahme doch oft eingeschränkt ist.

THawk
27.01.2013, 18:30
Weil du Salbutamol extra schreibst - Macht ihr dann Salbutamol Dosieraerosol per Vortex (also als Trockeninhalation) oder lasst ihr das zusätzlich Feucht inhalieren (was man aber ja auch mit NaCl verdünnen müsste)?

epeline
27.01.2013, 18:39
ne, trockeninhalation.
der grundtenor hier ist eher gegen die feuchtinhalation.
weil sie a) länger dauert und b) bei der trockeninh. wohl der wirkstoff tiefer in die lunge kommt, die teilchen seien kleiner. ich hab das mal so geglaubt ;-)

habt ihr auch grad so eine rsv-häufung?

THawk
27.01.2013, 18:43
*G* Mein OA steht auf Feucht-Inhalation, wir machen trocken sehr selten. Ich glaube, der Schleimhautpflege-Effekt mit Feucht ist nicht schlecht, sofern die Kinder das vernünftig machen.

Bzgl. der RSV-Häufung - eher nicht. Wir haben gerade erstaunlich viele kranke Kinder, bei denen man sich RSV erwarten würde, die aber negativ sind. Wird viel humanes Metapneumovirus o.ä. sein. Hab so ein paar Kandidaten, die so gar nicht von ihrem O2-Bedarf wegkommen. Aber wird sind hier auch immer am Ende von Deutschlands RSV-Saison dran.

epeline
27.01.2013, 18:46
ja, solche krankheitsfälle haben wir auch. mit sehr hohem fieber über lange zeit.
glaub, die station ist momentan 50/50 rsv und dieser pseudo-rsv verlauf. wundern uns auch schon

naja, an feucht kriegen unsere ja kochsalz ^^

Chaoskätzchen
27.01.2013, 20:58
Die Feucht- oder Trockeninhalationsentscheidung würde ich grundsätzlich vom Kind abhängig machen.. Feuchtinhalation auch trotz der längeren Inhalationsdauer funktioniert bei tachypnoeischem Kind häufig viel besser... ebenso bei den deutlichst obstruktiven..
Wir inhalieren wenn dann nur, wenn das Kind beim RSV profitiert.. und das sind meist die, die schon grösser sind (hatte letztens nen 5jährigen, den der RSV ganz schön niedergestreckt hat) oder wirklich gehäuft obstruktive Episoden in der Vergangenheit hatten.
Auf zusätzliche NaCl-Inhalationen verzichten wir komplett.
Ansonsten gilt minimal-handling und grosszügiges Sondieren der Nahrung, wenn es die Kids zu sehr stresst.

WalterSobchak
29.01.2013, 13:13
Wie unterschiedlich die Philosophien doch sind... Ich komme urspünglich aus nem "Feucht-Inhalier"-Haus und hab dort eigentlich gute Erfahrungen damit gemacht. Mein jetziger Chef hält davon so gut wie gar nichts - aufgrund der bereits angesprochenen Aerosolgröße; folglich wird das bei uns so gut wie nie gemacht. Letztens hat er mir in der Chefvisite die Ohren langgezogen, weil ein Kind mit RSV Salbutamol inhalieren sollte-angeblich hätte es nen relaxiven (heißt das so?) Effekt auf die Muskulatur an der Rückseite der Trachea und könne somit durch nen Kollaps der Trachea inspiratorische Probleme erzeugen... :-(( Hab jetzt aufrgund der in dem Moment etwas angespannten Situation nicht gefragt, wofür seiner Meinung nach die Knorpelspangen der Trachea da sind... :-))

squirrel08
04.02.2013, 06:54
Hallo,
ich fange in ein paar Wochen auf der Pädiatrie meine erste Stelle an. Habe seit dem Studium aus privaten Gründen jetzt fast ein Jahr Pause gemacht und in der Zeit auch nichts mit Medizin zu tun gehabt.
Habt ihr einen Tipp, wie ich mich vorbeireiten kann? Welche Krankheitsbilder sollte man unbedingt drauf haben?
Vielen Dank

annekii
04.02.2013, 20:36
Hallo,

hast Du PJ in der Pädiatrie gemacht? Gehst Du auf eine allgemeine Station?

Das häufigste sind sicher Gastroenteritiden und Infekte der oberen Atemwege. Dazu wäre vielleicht als Vorbereitung gut, wenn schaust, wieviel Infusion so ein Kind braucht, also pro Gewicht. Und dann die gängigen Inhalationen mit Salbutamol und Atrovent, wobei die Dosierungen da seltsamerweise auch hausabhängig sind. Rechneten wir in meinem ersten Haus 1 Tr./2,5 kg, gabs jetzt quasi fast nur 5 oder 10 Tropfen, je nach Schwere der Obstruktion!?

Fieberkrämpfe; Harnwegsinfekte; Synkopen, Schwindel und sowas zur Abklärung. Das ist auch häufig.

Guten STart in das schönste Fachgebiet :)

LG
Annekii

THawk
04.02.2013, 21:31
Ja, es kommt sehr auf die Größe des Hauses und den Schwerpunkt deiner ersten Station an. Generell würde ich annekii zustimmen.
Ich würde mir auch Infusionstherapie, Antipyrese und die großen Klassiker Bronchitits, Pneumonie, Gastroenteritis, Fieberkrampf, Lymphadenitis etc. anschauen. Am Ende sind viele Entscheidungen und Therapieschemata sehr haus-spezifisch, insofern entspanne dich und warte den ersten Tag ab ;-) Niemand wird von dir ab dem ersten Tag eigenständige Arbeit erwarten.


Annekii: Beziehst du die 5 oder 10 gtt bzw. die Rechnung mit 1 pro 2,5 auf ambulante Patienten? Wir inhalieren da stationär mit deutlich höheren Dosierungen (1 ml NaCl 0,9% + 1ml Salbutamol + 1 ml Atrovent bei allen Kidnern < 3 Jahre, ggf. Salbutamol auf 0,5ml reduziert bei ausgeprägter Tachykardie; wenn älter bis 2ml + 2ml + 2ml)