Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke
Von alleiniger Rufbereitschaft habe ich auch in den kleinen Häusern unserer Umgebung noch nie gehört. Bis zu 10 Dienste im Monat kenne ich von diesen Häusern allerdings schon, die sind aber auch großteils entspannter als am großen Haus. Und teilweise machen die OÄ / CA auch noch Vordergründe mit. Wenn es nur 3 dienstende Ärzte gäbe würde es allerdings nicht funktionieren, du kannst nicht einfach durch 3 teilen, weil auch noch durch Urlaub / Krank / Fortbildung weniger dienstende Kollegen zur Verfügung stehen. (Ich glaube, in dem Haus mit 8-10 Diensten / Monat waren es ca. 5 dienstende Ärzte).
Hallo Cali,
so habe ich die ersten 2 Jahre gearbeitet. Aber da sind es nicht nur die Assistenten, die Dienste machen, sondern auch die Fach- und Oberärzte. So waren es ca. 6 Dienste im Monat, in Urlaubszeiten auch 8. Da muss man aber im Haus schlafen als Vordergrund. Auch bei uns mit deutlich mehr Assistenten machen die Fach- und Oberärzte Dienste mit, nur nicht so viele, weil sie ja aktivere Rufdienste haben. In der alten Klinik waren aber die Vordergründe gleichmäßig durch alle dienstmachenden Ärzte aufgeteilt.
Die Patienten haben im Übrigen oft keine Ahnung, was in welchem KH geleistet werden kann. Ganz regelmäßig haben wir Anrufe aus Kliniken ohne jegliche Kinderärzte, die uns jemanden zur Mitbeurteilung schicken. So bringen die Rettungsdienste vielleicht in die größeren Kliniken, aber es schlagen die Patienten mit allem bei einem auf.
LG
Annekii
WalterSobchak
05.08.2013, 09:46
Habe auch 2 Jahre in einem solchen Haus gearbeitet.
FÄ, OA und Chef machen dann komplett Vordergrunddienste mit, dann gehts auch mit der Dienstbelastung. Zum Lernen der Basics kann ich jedem nur ein kleines Haus zu Anfang emfehlen. Man sieht relativ ungefiltert erstmal alles, was so kommt (aus von annekii genannten Gründen), muss recht schnell recht viel machen und lernt dadurch super, Kinder einzuschätzen, praktische Fertigkeiten usw. und ist dann nach ner Weile (in der Regel so ~2 Jahre) bereit für ein größeres Haus mit Inteniv/Neo etc.
Würds immer wieder so machen. Und ich würde sogar sagen, die Dienstbelastung (zunindest die gefühlte) ist im Schichtdienst deutlich höher... ;-)
cali-moose
05.08.2013, 20:05
@Thawk, annekii und Walter:
Habt vielen Dank für eure Einschätzungen, jetzt kann ich mir das ganze schon etwas eher vorstellen. Klingt von der Dienstbelastung realistischer so :) Prinzipiell bin ich nem kleinen Haus auch gar nicht so abgeneigt, wenn auch nicht für die ganze Facharztweiterbildung. Aber vielleicht ist die Chance, dann an nem größeren Haus was zu bekommen als etwas Berufserfahrener auch schon größer ;)
Liebe Grüße, cali
WalterSobchak
06.08.2013, 10:48
Meist haben kleinere Häuser ja auch keine WB-Ermächtigung für die gesamte WB-Zeit... Ist jedoch klasse, um nen Fuß in die "Pädiatrie-Tür" zu kriegen und erstmal gewissermaßen "behütet" (die Betreuung ist dort naturgemäß viiiiiiel besser) in die Materie reinzuwachsen. Und wie du schon sagst, mit 2 oder 3 Jahren Berufserfahrung freut sich fast jeder Chef über deine Bewerbung - so wars zumindest bei mir ;-)
Morbus Blök
21.08.2013, 11:29
So ich geselle mich auch mal in die Kinderecke.
Es geht mal wieder um das Thema Bewerbungen:
Ich habe vor Anfang nächsten Jahres nach dem HEX im Raum Berlin oder im (groß-)Raum Heidelberg mit Pädiatrie anzufangen. Leider bin ich beziehungstechnisch an die beiden Orte gebunden (also entweder oder).
Mein Problem ist: wann bewerben? Mir wurde einmal der Tipp gegeben so früh wie möglich. Alles klar, habe jetzt 7 Bewerbungen rausgehauen: Ergebniss 1x Warteliste, 3x Absage, 3x keine Reaktion. Irgendwie habe ich doch das Gefühl zu früh dran zu sein, da es bei den Absagen nicht den anschein machte dass meine Bewerbungen überhaupt gelesen wurden - "wir können ihnen dieses Jahr keine Stelle anbieten" jo, will ich ja auch nicht, steht ja explizit drin dass ich _nach_ dem Examen für Anfang 2014 eine Stelle suche. Ich bilde mir zudem ein, nicht der schlechteste Bewerber zu sein (Promotion so gut wie durch, Physikum oberer Bereich, PJ in der Pädiatrie inkl. ordentlicher Referenzschreiben, etc.)
In der Schweiz werden stellen ja teilweise auf 2 Jahre im voraus besetzt, irgendwie habe ich das Gefühl dass das hier nicht so ist.
Sollte ich mit den weiteren Bewerbungen warten bis das Examen durch ist? Oder jetzt munter weiterbewerben?
Wie lief das bei euch so?
Vielen Dank schonmal.
Ich kram das mal wieder vor, wäre echt dankbar für ein paar Einschätzungen eurerseits.
Nun ja, als Berufsanfänger hat man es immer ein bisschen schwer, aber langfristig planen die wenigsten Kliniken hatte ich bisher das Gefühl. Als männlicher Bewerber ergibt sich aber sicher spontan was, vorausgesetzt du bist bereit ein bisschen nach außerhalb zu pendeln in Berlin z.B. Ich würde mich 2-3 Monate vor dem gewünschten Einstiegstermin bewerben, am besten ist aber, man hat das Examen in der Tasche und kann spontan anfangen, oft läuft es ja so: entweder Sie fangen in 2 Wochen an oder gar nicht. Bei mir vergingen zwischen Bewerbung abschicken und Vertrag unterschreiben kaum 4 Wochen.
Viel Glück. Und versuch vorher zu hospitieren, manchmal merkt man schon dann, dass man lieber gar nicht dort anfangen sollte ;)...
Ich habe mich zu Anfang der Lernzeit beworben, d.h. ca. 6 Monate vor gewünschtem Anfangs-Termin. War vornehmlich an Unikliniken. Von wenigen habe ich ganz bald was gehört, bei den meisten hat es eine Weile gedauert. 3 Vorstellungsgespräche hatte ich dann in den folgenden 8-12 Wochen, 1 mit Zusage, 1 mit Aussicht "wenn Stelle frei", eine weitere Zusage nach 6 Wochen. Als ich dann angefangen hatte habe ich von den restlichen Kliniken, die sich entweder gar nicht gemeldet hatten oder eine Absage primär geschickt hatten die Einladung zum Gespräch bekommen.
Insofern finde ich den Zeitpunkt, den du gewählt hast gar nicht schlecht. Aber es dauert einfach eine gewisse Zeit. Ich würde mich weiterbewerben und vielleicht nochmal kritisch über die Bewerbungsmappe schauen lassen.
WalterSobchak
24.08.2013, 14:27
Alle in der Neo Tätigen:
wie befestigt ihr i.v.-Zugänge bei den Frühchen?
Habe letztens einen (zugegeben schon etwas älteren) Artikel gelesen, der unsteriles braunes Pflaster von der Rolle mit dem man Braunülen fixiert als möglichen Keimträger und Ursache von Katheterinfektionen ansieht. Hab das tatsächlich nie so auf dem Schirm gehabt. Denkbar wäre ja zudem auch, dass hierüber eine Übertragung von MRGN-Keimen stattfindet.
ZVKs werden bei uns steril unter Tegaderm "verpackt", periphere Zugänge bei größeren Kindern unter den steril verpackten Tegaderm-IV-Pflastern, aber ausgerechnet bei den immunschwächsten Kindern, nämlich den ganz frühen Wochen nehmen wir braunes Pflaster von der Rolle.
Auf den Tegaderm-IV Dingern kleben ja immer 2 Streifen weißes Pflaster, die man theoretisch nehmen könnte - aber den Rest braucht man bei Frühchen nicht, so dass das unökonomisch wäre.
Was nehmt ihr? Gibt es für steril verpackte (idealerweise schon zugeschnittene) Pflaster(streifen) andere Anbieter als 3M? Dienstgrüße:-winky
Chaoskätzchen
24.08.2013, 14:32
Wir nehmen Steristrips her.
WalterSobchak
24.08.2013, 17:59
Hatten wir auch schon überlegt - kleben die nicht elendig fest?
*milkakuh*
24.08.2013, 18:08
http://transafix.de/de/fixierstreifen.htm Sowas vielleicht?
http://vancive.averydennison.com/en/home/solutions/benehold/benehold-tube-fixation-device.html Hier habe ich noch was gefunden
Chaoskätzchen
24.08.2013, 18:38
@ Steristrips:
Nein... überhaupt nicht. Tendenziell muss man sogar gelegentlich nachfixieren..
Moonchen
24.08.2013, 20:33
Wir nehmen entweder auch diese weißen Streifen oder Steristrips. Wenn das Kind sich sehr viel bewegt oder der Zugang auf Halbmast hängt kleben wir noch ein braunes Pflaster zur Befestigung quer drüber, ansonsten wickeln wir das ganze in einen Verband ein.. Hält eigentlich immer super!
Interessante Frage: Wir nehmen bei mehr oder minder allen peripheren Zugängen (bei Neu- und Frühgeborenen) ein kleines Stück Tupfer (nicht den sterilen, sondern der "von der Rolle") als Unterlage und fixieren das ganze mit kleinen Stücken "Tapete" (ich habe keine Ahnung, wie das offiziell heißt, es sind diese Verbandsrollen wo man die eine Seite abziehen muss damit sie selbstklebend sind): Ein Stück ca. 3x3cm, eine Seite mittig eingeschnitten als primäres Pflaster, dann noch 1-2 Streifen zum weiteren fixieren.
Eine "Übertragung" von MRGN-Keimen kann ja "nur" passieren, wenn die Rolle von der Pflege angefasst wird ohne vorherige Händedesinfektion. Da wir die Streifen immer während der Vorbereitung von der "Tapete" abschneiden halte ich das Risiko der Patient-Patient-Keimübertragung für gering.
Nebenbei hatte ich heute mein kleines Highlight meiner Intensiv-Zeit: Erste Kinder-Intubation und das beim 800g Baby. *freu*.
WalterSobchak
25.08.2013, 05:29
Nebenbei hatte ich heute mein kleines Highlight meiner Intensiv-Zeit: Erste Kinder-Intubation und das beim 800g Baby. *freu*.
Tolles Gefühl, wenn das klappt, oder? :-love
Klasse, herzlichen Glückwunsch! :-) Bei unter 1000 g war ich noch nicht erfolgreich, mein kleinstes hatte etwa 1200 g.
LG
Ally
*milkakuh*
25.08.2013, 07:23
@THawk: Du meinst bestimmt Fixomull ;-) Und natürlich herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Intubation! :-)
Pupskopf
25.08.2013, 07:44
Ich arbeite ja in der Unfallchirurgie eines eher kleineren Hauses, hier sie ca.40% der Patienten Kinder, hätte das nie gedacht aber mir macht's richtig spaß mit den kleinen :-), meine kollegen sind da eher etwas reservierter und schnell genervt :-P
Ja, Fixomull heißt das Zeug!! :-)
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