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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke



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Eilika
29.10.2014, 11:22
Herzlichen Glückwunsch!

dieÄrztin
02.11.2014, 17:16
Liebe Kolleginnen,
ich bin im ersten Weiterbildungsjahr zur Kinder- und Jugendärztin.
Nachdem ich mit meiner ersten Stelle nicht zufrieden bin, schaue ich mich gerade nach Alternativen um.
Was haltet Ihr von einem Haus, indem man nach einem halben Jahr in der allgemeinen Pädiatrie dann für 21/2 Jahre in der Neointensiv- und pädiatrische Intensivstation eingesetzt wird. Nachts ist man dann- trotz der geringen allgemeinpädiatrischen Erfahrung- dann zusätzlich für die Notaufnahme und die Station zuständig (keine Uniklinik)
Ist es sinnvoll, in einem so frühen Stadium der Facharztausbildung die Intensivzeit zu machen?
Vorteil wäre sicherlich, dass es danach leichter ist, das Haus zu wechseln. Während meines PJ habe ich mitbekommen, dass die die Intensivzeit ein " Nadelöhr mit Wartezeit" bedeuten kann.
Da die gesamte reguläre Facharztausbildung fünf Jahre dauert, erscheint mir 36 Monate eher lang, im Verhältnis zur Ausbildung in der allgemeinen Pädiatrie oder in speziellen Teildisziplinen? Zumal ich in meinem alten Haus schon sechs Monate Neointensiv gemacht habe, davon aber leider die Hälfte der Zeit ausserhalb der neonatologischen Intensiv eingesetzt war.
Wie "groß" sollten die während der Fachweiterbildung ausgewählten Häuser sein, ist es sinnvoll für die später zu wählende Teildisziplin eine Zeit lang an eine Uniklinik zu gehen ( möchte mich später niederlassen)?
Grüße

annekii
02.11.2014, 18:31
Hallo dieÄrztin,

willkommen im Forum und im Thread!

Wie ist denn das Dienstsystem sonst? Ist niemand anderes im Haus? Welches Level ist das?

Ich vermute ja, das klappt auf alle Wege, aber so den schönsten Weg fänd ich es persönlich auch nicht. Aber ich kenne schon einige, die auch nur ganz kurz in der Allgemeinpädiatrie waren vor lange Neozeit.

Du möchtest dich inkl. einer Subspezialisierung niederlassen? Was denn? Dazu brauchst du ja auch noch ziemlich viele Zeiten bei dazu weiterbildungsermächtigten Chefs. Die findet man natürlich öfter an der Uni, würd ich sagen.

Ansonsten bin ich jetzt zur normalen Niederlassung ohne Subspezialisierung mit kleinem und mittleren Haus und Praxis gekommen. Mir fehlt dabei Berufserfahrung in der Onko und Level1-Neo. Aber ich glaube, das lässt sich verschmerzen.

Moonchen
02.11.2014, 22:59
Also, bei mir war das ähnlich - bin nach 9 Monaten Berufserfahrung auf die Neo-Intensiv gekommen und habe dort nun fast zwei Jahre verbracht.
Ich würde sagen, dass es generell eher besser ist wenn man die Intensivzeit nach ca. 2-3 Jahren Berufserfahrung macht, weil man einfach an bestimmte Situationen sicherer rangehen und vor allem den Zustand der Kinder besser beurteilen kann. Andererseits ist es aber auch so, dass gerade Neo-Intensiv so speziell ist, dass man alles sowieso von Grund auf neu lernen muss. Von daher finde ich es jetzt nicht zu früh um auf Intensiv zu wechseln.

Bezüglich Länge der Intensivzeit: mich persönlich haben die fast zwei Jahre nicht gestört, da ich mir auch vorstellen kann später was in dem Bereich zu machen und mein Ziel jetzt nicht primär die Niederlassung ist. Für eine Niederlassung sind zwei Jahre Neo schon lang. Bestünde denn die Möglichkeit, früher die Intensiv zu verlassen?

alexamd
03.11.2014, 07:55
Hallo,

Widerspricht eine so lange Intensivzeit nicht diesem Satz aus der Weiterbildungsordnung:
- können bis zu 12 Monate in den Schwerpunktweiterbildungen des Gebietes angerechnet werden

?

Oder hab ich da was falsch verstanden?

Moonchen
03.11.2014, 09:58
Der Satz bedeutet, dass wenn du später nach dem Facharzt eine Schwerpunktweiterbildung machst (z.B. in dem Fall Neonatologie), dass du dir dann dafür schon ein ganzes Jahr anrechnen lassen kannst und dementsprechend die Schwerpunktweiterbildung kürzer wird. Mit der Facharztausbildung hat das nichts zu tun, da musst du ja nur auf die erforderlichen Zahlen/Kenntnisse kommen.

lg

WalterSobchak
03.11.2014, 18:21
Huhu,

Meldung aus der Praxis :-)

4 Wochen sind rum und was soll ich sagen? Es macht riesig Spaß! Ist was völlig anderes als in der Klinik, insbes. die Vorsorgen laufen gefühlt noch sehr unstrukturiert ab - was aber glaube ich völlig normal ist. Mit den Eltern komme ich gut klar und es gibt bereits JETZT welche, bei denen ich denke "Ach, sie schon wieder" :-))
Die Kinder sind im Durchschnitt deutlich weniger krank (auch normal) und man muss seinen eigenen Anspruch, jedem Kind, das man sieht eine über Hausmittelchen hinausgehende Therapie zukommen zu lassen, etwas runterschrauben. Aus der Klinikambulanz kennt mans ja nicht anders, als das die Kinder zügig ne häufig auch erweiterte Therapie brauchen. Häufig sind die Eltern schon zufrieden mit "Sie haben alles richtig gemacht, weiter so" :-)
Ich fürchte außerdem, zuviel Ergo/Logo und Physiotherapie zu verordnen :-?

Ach ja - freie Wochenenden sind echt geil :-top

annekii
03.11.2014, 18:46
Hey, das klingt klasse! Ich bin schon ganz aufgeregt, wie es bei mir werden wird.

Siehst du zuviel Pathologie oder warum befürchtest du ein zuviel an Therapien?

WalterSobchak
03.11.2014, 18:57
Habe noch kein richtiges Gefühl dafür, wieviel Ergo/Logo etc erforderlich ist. Gerad ebei Patienten meines Vorgängers, die teilweise schon über Jahre Therapie bekommen, scheu ich mich natürlich, diese jetzt abzusetzen. Und häufig kommen die Eltern eben mit "der Kindergarten/die Schule hat gesagt". Ist prinzipiell kein Argument, aber häufig sind tatsächlich Kinder, die entweder mega zappelig, ujnkonzentriert etc sind oder den ein oder anderen Sprachfehler haben. Nur dass da die jeweilige Therapie das Richtige ist, wage ich mitunter zu bezweifeln. Häufig können die Eltern ihre eigenen Bedürfnisse nicht von denen des Kindes abgrenzen (Er macht sich immer so fertig, er steigert sich so rein, er ist so ehrgeizig) bzw. noch häufiger habe ich den Eindruck, das durch Ergotherapie zu lösen gewünschte Problem ist häufig ein pädagogisches. Naja. Muss mich da mal bisschen rein finden.

annekii
03.11.2014, 19:08
Ohje, ja, das kann ich mir gut vorstellen. Ich habe ja schon ein Jahr in der Praxis hinter mir, aber auch nicht alles gelernt, wo man die Sachen verordnet. Ergo z.B. wenn zur U9 noch keine Händigkeit festgelegt. Logo zur U8, wenn G und K kein bisschen da oder schlimmer. Logo zur U9, wenn noch ausgeprägtes und komplettes Lispeln, aber auch nur, wenn Kind demnächst in die Schule kommt, sonst auch mal Kontrolle nach 6 Monaten. Physio bei den frühen Us, wenn Entwicklungsdefizite. Aber ansonsten weiß ich eigentlich gaaaar nichts dazu. Ich habe nur gemerkt, dass so ne Ergo viel mehr als nur die Übungen sind, da ist oft viel mit Erziehung und auch irgendwie was psychotherapeutisches drin. Käme also deinem Eindruck entgegen.

Wir hatten es auch, dass die reihenweise aus einer bestimmten KiTa mit dem Wunsch nach Logo kamen. Bis wir erkannten, dass die Logopädin, die in die KiTa zur Therapie fährt, Nachschub brauchte, damit sich die Anfahrt lohnt. Das war auch gar nicht so einfach und hat auch sogar zum Arztwechsel geführt, weil wir dazu nicht bereit waren. Irgendeinen finden sie ja immer.

dieÄrztin
05.11.2014, 17:03
Hallo und lieben Dank für Eure Antworten.
Inzwischen habe ich bei der Ärztekammer angerufen und einmal wegen der 30 Monate Neointensiv- und pädiatrische Intensivmedizin nachgefragt.
Meine Pflichtzeit von sechs Monaten Neointensiv habe ich ja bei meiner jetzigen Stelle schon absolviert. Ein "zuviel" an Zeit in der Neonatologie/ Intensiv im Verhältnis zur gesamten Zeitraum der Facharztausbildung gibt es wohl nicht. Ich kann mir 12 Monate davon auf eine potentielle Schwerpunktausbildung Neonataologie anrechnen lassen. Den Bereich Neonatologie/ Intensiv könnte ich mir ganz gut als Alternative zur Niederlassung vorstellen.
Meine "Sorge" besteht jedoch darin, dass ich nach nur einem halben Jahr allgemeine Pädiatrie nicht wirklich fit für Dienste, die auch die Notaufnahme und die Station abdecken bin und ich auf der anderen Seite (nach den 30 Monaten) im weiteren Verlauf der Facharztausbildung meine Wissen/ Erfahrung der Neo/Intensiv wieder komplett verlerne- z.B. Blutabnahme/ Viggo legen bei den Säuglingen.
Ich denke, ich mache jetzt erst einmal das halbe Jahr allgemeine Pädiatrie und vielleicht kann ich auch ein oder zwei Monate länger als vorgesehen dort bleiben.

WalterSobchak
07.11.2014, 20:06
@die Ärztin:
Willkommen im Club derer, die den tollsten Beruf der Welt haben :-top:-)
Mach dir mal nicht allzu viele Sorgen ;-)

Blut abnehmen und i.v.-Zugänge anbauen ist bisschen wie Fahrrad fahren - einmal wirklich gekonnt, hat mans ruck zuck wieder drauf. Und wenn du ne Weile auf Intensiv gearbeitet hast, HAST du es drauf ;-)
Zu deiner Frage, ob es sinnvoll ist, frühzeitig (mit einem Jahr Berufserfahrung) auf Intensiv zu gehen: das ist schon recht früh, aber nicht unmöglich.
Auf Intensiv und im Kreißsaal kommts häufig und vor allem auf Fertigkeiten an; für diese ist Erfahrung in der Allgemeinpädiatrie zwar hilfreich, aber du lernst sie eben auch ohne bzw. mit wenig Erfahrung recht schnell - einfach, weils vor allem praktische Sachen, bzw. häufig "einfach nur" Algorithmen (Beispiel Erstversorgung, diabet. Ketoazidose) sind.
Versuche idealerweise, in dem Jahr Allgemeinpädiatrie schon möglichst viel an diagnostischen Fertigkeiten zu sehen/erlernen (die Klassiker: Bauchsono z.A. freier Flüssigkeit, klassische Rö-Befunde wie Pneu. Wenn ne Neo dabei ist, halte ich das "3 Uhr nachts Überblicks-Echo" z.A. TGA, Linkshypoplast und massiver Ductus/PFC für wichtig).
Der Rest (BEs/i.v.-Zugänge, Röntgen am Bett, Pleuradrainagen, Erstversorgungen) kommt in der Einarbeitung.
Zudem bist du NIE allein! Und wenn der Hintergrund viel gebraucht wird, ist das eben so, wenn sie Anfänger auf Intensiv lassen!
Auch wenn ich mich zu wiederholen drohe - die Angst, mal keinen Zugang in ein Kind zu bekommen ist irgendwie immer die größte und erweist sich in praxi recht schnell als unbegründet.

Egal, wie du dich entscheidest - hab viel Spaß, Pädiatrie ist sooo toll!!

patch_adams
10.11.2014, 11:34
Ist hier irgendeiner unter euch der mir was zur Uni Kinderklinik Aachen sagen kann, bzgl. Arbeitsbedinungen für Assistenzärzte? Gerne einfach per PN (ist recht dringend ;-))! Das würde mir momentan total weiterhelfen...wäre wirklich dankbar! :-)

Muriel
10.11.2014, 12:48
Ich kann dir genaue Fragen nicht beantworten, aber ggf einen Kontakt dorthin herstellen, wenn Du möchtest. Eine Kommilitonin hat dort ihre gesamte Assizeit verbracht und arbeitet dort mittlerweile als F.

alexamd
13.11.2014, 11:41
Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie mir die Feld/Wald/Wiesen-Pädiatrie und die ambulanten Patienten Spaß machen, während alles andere in meiner großen Klinik mich annervt. Kennt das jemand und hat freiwillig von einer großen an eine kleine Klinik gewechselt? Es wird ja immer gesagt man solle es andersherum machen und es sei so wichtig "viel zu lernen" in der Weiterbildung. Aber wenn ich ohnehin Kinderlandärztin werden will...?

flw66
13.11.2014, 20:37
huhu, kurze zwischenfrage: wird bei euch über eine MCU inkl. Aufklärungsbogen aufgeklärt und unterschrieben? wird das unterschiedlich gehandhabt oder braucht man keine "offizielle" aufklärung mit vordruck/unterschrift? oder braucht an sie rein rechtlich doch? die eltern sind ja i. d. R. bei der Untersuchung dabei. danke für eure antworten! :)

flw66
13.11.2014, 20:47
huhu, kurze zwischenfrage: wird bei euch über eine MCU inkl. Aufklärungsbogen aufgeklärt und unterschrieben? wird das unterschiedlich gehandhabt oder braucht man keine "offizielle" aufklärung mit vordruck/unterschrift? oder braucht an sie rein rechtlich doch? die eltern sind ja i. d. R. bei der Untersuchung dabei. danke für eure antworten! :)

THawk
14.11.2014, 13:51
Wir klären auf und ich bin auch recht fest davon überzeugt, dass man was schriftliches haben sollte. Ist immerhin eine nicht unwesentliche Strahlenbelastung und invasiv. Auch wenn sie dabei sind - wer will denn nachher beweisen, dass du ihnen was von Röntgenstrahlung erzählt hast?

annekii
14.11.2014, 14:27
Hallo,

ich hab es tatsächlich vergessen, ob wir Vordrucke haben oder so aufklären, weil ich an der letzten Stelle im Tagesgeschäft nur auf Neo oder Psychosomatik war und im Dienst sowas selten vorkam. Aber vorher extra aufgeklärt haben wir es schon, der Katheter ist ja schon was invasives und dann noch die Strahlung dazu.
Allerdings wird dort keine MCU mehr gemacht, weil einer MCS, auch bei Jungen, konnte.

LG
Annekii

Jule-Aline
15.11.2014, 09:38
huhu, kurze zwischenfrage: wird bei euch über eine MCU inkl. Aufklärungsbogen aufgeklärt und unterschrieben? wird das unterschiedlich gehandhabt oder braucht man keine "offizielle" aufklärung mit vordruck/unterschrift? oder braucht an sie rein rechtlich doch? die eltern sind ja i. d. R. bei der Untersuchung dabei. danke für eure antworten! :)

Wir sind bei unserem Kind nur mündlich aufgeklärt worden und haben nichts unterschrieben...
Aus Elternsicht fand ich das schon komisch.Gut die Kollegen wussten,dass wir auch Ärzte sind ,aber
ich hätte mich an deren Stelle rechtlich abgesichert.:-D