Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke
Gestern in der Praxis: Mutter mit 8 jährigem Sohn
M: "Er erbricht seit gestern dauernd."
Ä: "Bleibt gar nichts drin?"
M: "Nee, dabei geb ich ihm extra Zitronentee."
Ä :-??? :"was meinen Sie genau mit Zitronentee?"
M: "Na, diese Krümelchen, die sich so auflösen."
Ä: "Sie meinen diesen süßen Zitronengranulat-Tee?"
M: "Ja, genau, den hab ich extra wegen des Erbrechens gekauft."
Ä :-heul: : *reißt sich arg zusammen, sich nicht mit der Hand gegen den Kopf zu schlagen* "Achso, evtl. verträgt Ihr Sohn aktuell gar keine Säure. Lassen Sie mal diesen Tee weg und nehmen einfach Kamillentee mit etwas Traubenzucker"
M: "Achso, ich dachte, der Granulat-Tee wäre der beste"
Hehe :-) Immerhin kannst du dich als niedergelassene Kinderärztin freuen, dass sie dich mit dem gleichen Fehler vielleicht(?!) nicht noch ein zweites Mal besuchen wird ;-)
Ich hatte heute gemeinsam mit einem unserer Oberärzte den ersten Transport (für mich) zu einem wirklich kritisch-kranken Frühgeborenen mit Intubation vor Ort usw. War zwar nach meiner Nachtschicht, aber hat Spaß gemacht. :-) Ist doch etwas anderes wenn man außerhalb der gewohnten Umgebung arbeiten muss...
Hat auch alles geklappt?
Ich hatte in der Klinik einmal einen Einsatz im betreuten KH ohne Kinderklinik bei Asphyxie, die aber versehentlich uns und das Level 1-Haus mit alarmiert hatten. Kurz nach mir trafen die dann auch ein. Da hab ich dann als Assistenzärztin mit dem OA des anderen Hauses zusammen gearbeitet. Das war auch irgendwie klasse. So keiner kannte alles vor Ort und wir bastelten es uns zusammen und ich heilfroh, einen Neonatologen da zu haben, denn ich wäre ja sonst alleine gewesen!
Ja, hat alles gut funktioniert. War eigentlich im wesentlichen nur die Intubation und die ging glatt. War noch nie so knapp davor es ohne Magill-Zange hinzubekommen :-P Kommt noch...
Wir hatten dann darauf verzichtet uns eine Schwester mitzunehmen, weil gleichzeitig im eigenen Haus Drillinge 32 SSW sectioniert werden sollten und damit die Besetzung an allen Stellen eng war. Was unseren Transport-Rucksack und das Vorbereiten angeht sind wir natürlich beide nicht so fit wie unsere Schwestern :-D Insofern auch für meinen OA etwas Neuland...
P.S. Zudem hatte ich kürzlich mein Privatpatienten-Highlight. Ich vertrete meinen Kollegen auf der Wochenstation, ein Stoffwechsel-Test soll vom Arzt abgenommen werden weil privat. Am Ende durfte ich es nicht machen und musste meinen leitenden Oberarzt dazu bitten. :-nix So ein Schnulli :-P
Und heute mal wieder das Highlight aller Neonatologen: Reanimation im Geburtshaus. Dem Kind ging es am Ende sogar relativ gut, aber wieso man sich dieses Erlebnis als Mutter geben muss - ich verstehe es nicht! :-dagegen
Keine Wärmelampe, eine einzelne Funzel von der man etwas Licht bekommt. Was meinten die Eltern zur leicht unterkühlten Aufnahme? Ja, die Hebammen hätten auch relativ viel kaltes Wasser ins Gesicht gespritzt um das Kind zum Atmen zu bringen.... Und seit dem Umbau des Fahrstuhls bekommen wir unseren Transportinkubator nicht mehr in besagte Praxis. Ist doch nur fahrlässig *grummel*.
Eine Freundin von mir hatte das Pech, unter der Geburt eine vorzeitige Plazentalösung mit nachfolgender Notsectio zu haben. Ein echt beschissenes Erlebnis. Sie durfte sich dann von irgendwelchen Dinkelkeksmamis nachher anhören, sie hätte mal besser ins Geburtshaus gehen sollen, da wäre so was nicht passiert :-wand
Stimmt, da gibt es keine Notsectio....:-?
Schrecklich :( Was heißt relativ gut?
Heute spannend, der Transportdienst wird eine Stunde vor Ende der Nachtschicht verständigt wegen zyanotischem Neugeborenen ohne vorherige Feindiagnostik. Wir waren doppelt besetzt weil ich eingearbeitet habe und konnte den Oberarzt begleiten. War dann am Ende eine Transposition der großen Gefäße mit klinisch engem PFO. Nur shade, dass nicht zwei Ärzte in den Hubschrauber passen ;-)
Bei solchen Geschichten wird mir ist noch ganz anders, weil Freunde von uns ja vor fünf Monaten genau damit konfrontiert wurden. Trotz Feindiagnostik übrigens. Aber die Gefäße liefen wohl so parallel, dass es nicht zu sehen war. Aber jetzt nach einem knappen halben Jahr zu sehen, dass sich dieses kleine Mädchen, das durch verspätete Diagnosestellung wirklich nur Minuten vom Tod entfernt war, so prächtig entwickelt und de facto gesund ist, ist einfach wunderschön :-)
//stefan
11.02.2015, 10:06
also mitunter fliegt der "eigentliche" hubschrauber-na bei pädiatrischen verlegungen gar nciht mit. d.h. nur der RA-HCM und der pilot (mit pilot fliegen hat sich bewährt). somit sind 2 plätze hinten frei und es können 2 statt nur einer begleiten... wird aber nur selten so gehandhabt
Es fliegen ja schon immer zwei mit. Arzt und ITS Schwester. Und dann wird es vom Gewicht eng. Ohne unsere Schwestern sinf wir Ärzte doch aufgeschmissen. Und dass der RA so fit im Medikamente verdünnen ist für Neonat-Dosierungen wage ich zu bezweifeln.
Murmelte, schön dass es deinen Freunden damit gut geht. Wenn die ersten Stunden mal überstanden sind. Unser müsste halt schnell zum rashkin.
@ Fast immer wenn ich hier lese, flenne ich... Kinder als Patienten fallen echt raus für mich.
@ Muriel
Das ist toll mit dem Baby aus deinem Freundeskreis
Bei der Kleinen wurde die Diagnose erst am 5. Lebenstag gestellt. Die besorgte Mutter, die immer wieder alle auf die blauen Hände und Füße ansprach und dass die Kleine wirklich nie mal einige Minuten wach war, wurde immer mit "das haben die Kleinen mal" abgebügelt. Und wenn man dann im Nachhinein zu hören bekommt, sie hätten keine Stunde später in der Klinik aufschlagen dürfen, ist das besonders bitter.
Dr. Jekyll
11.02.2015, 12:30
Bei der Kleinen wurde die Diagnose erst am 5. Lebenstag gestellt. Die besorgte Mutter, die immer wieder alle auf die blauen Hände und Füße ansprach und dass die Kleine wirklich nie mal einige Minuten wach war, wurde immer mit "das haben die Kleinen mal" abgebügelt. Und wenn man dann im Nachhinein zu hören bekommt, sie hätten keine Stunde später in der Klinik aufschlagen dürfen, ist das besonders bitter.
Das habe ich mir sofort abgewöhnt, Eltern nicht ernst zu nehmen. Egal wie "abstrus" die Schilderungen sind. Oder wie "überlagert" die Eltern sind.
... Ach du Sch....
Gut, dass es so ausgegangen ist!!!
Dr. Jekyll: Find ich gut :)
WalterSobchak
13.02.2015, 17:43
Sag ich den Eltern auch immer:
"Egal, wie banal Fachpersonal manche Sachen finden mag - eine besorgte Mutter hat primär immer erstmal recht"
Abgefahrene Geschichte:
Hab nen 10 jährigen(!) Patienten mit Erstdiagnose hereditäre Fructoseintoleranz.
Ist bei Fructosetoleranztest (:-oopss:-oopss:-oopss) massiv hypoglykämisch geworden. Hab in dem Alter ehrlich gesagt nicht mehr dran gedacht - sonst hätte ich ihn da natürlich gar nicht hingeschickt... :-?
Ne Fructoseintoleranz muss ja echt die Pest sein. Die Tochter einer Freundin hatte diese Gott sei Dank zeitlich begrenzt s sekundäre Erscheinung einer spät diagnostizierten Zöliakie. Gleichzeitig massive Lactoseintoleranz, wo ein Minibissen in einen Keks schon reichte, um schlagartig blutige Durchfälle zu provozieren. Das arme Kind könnte monatelang eigentlich gar nichts essen.
Das sind aber zwei unterschiedliche Dinge - die hereditäre Fructoseintoleranz und die Fructose-Intoleranz.
Aber spannender Fall, wie war denn die Symptomatik vorher?
Ah, wieder was gelernt ;-) Gibt es unterschiedliche Penetranzen oder wie kommt eine solch späte Diagnose zustande?
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