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Eilika
17.06.2015, 06:31
Und dazu heißt es ja auch noch, dass Kinder unter 1 kein direktes Sonnenlicht abbekommen sollen. Von Fluoretten habe ich aber in CH noch nie gehört. Und der eine Tropfen Vitamin D am Tag ist total ok für mich und die Inzidenz der Rachitis ist wohl echt extrem reduziert dadurch... meinen alten Patienten gebe ich es halt einmal in der Woche oder sogar nur einmal im Monat in entsprechend höherer Dosierung. Fände ich halt noch praktisch...

Espressa
20.06.2015, 13:44
Fallbeispiel.
Eine Mutter kommt mit ihrem zwei-einhalb-jährigen Jungen in die Praxis. Die linke Großzehe wäre zwar blau (livide Quetschmarke am Nagel), aber nicht das eigentliche Problem. Denn die rechte Großzehe ist gerötet, geschwollen, überwärmt - das Kind gibt auch zaghaft "aua" an. Der Junge ist ansonsten fit, kein Fieber, läuft ganz normal. Passiv ist die Zehe auch beweglich, bei der Berührung gibt der Junge erneut "aua" an. Scheint jedoch kein unaushaltbarer Schmerz zu sein. Die Mutter dacht erst an eine Prellung, dann hielt das aber 3-4 Tage an, sie tippt nun auf einen eingewachsenen Zehennagel. Andererseits ist der recht kurz geschnitten und sieht soweit frei aus.

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Was tun?

McBeal
20.06.2015, 16:10
Ich finde, dass es schon nach Panaritium aussieht (ist auf Fotos und dann noch über Handy aber schwierig) und würde das Kind gern chirurgisch vorstellen.

Gute Besserung!

LG
Ally

Espressa
20.06.2015, 17:11
Hmm, mist, je länger ich hinsehe, desto mehr meine ich auch, ist es Eiter da am Rand unter dem Nagel.
Hilft einem da ein niedergelassener Chirurg auch weiter? Oder an wen wendet man sich dann da konkret?

annekii
21.06.2015, 12:45
@Espressa: Ich denke auch an Panaritium Großzehe rechts medial. Ich würde den Rand der Rötung mit einem wasserfesten Stift einzeichnen und erstmal mit Fußbädern (Kernseife, Kamille oder sowas) 3x tgl. anfangen und beobachten. Auch schon angewendet, bei Kindern, die keine Fußbäder toleriert haben: Verband mit Betaisodona-Salbe. In der Praxis würde ich sie jeden Tag kommen lassen und schauen, ob es sich bessert. Wenn nicht, dann zum Chirurgen schicken. Dann klar zum ambulanten.

@Bille: Das ganze nennt sich Rachitisprophylaxe, die 1964 in Deutschland eingeführt wurde. Dadurch ist das Krankheitsbild der Vitamin-D-Mangel-Rachitis sehr sehr selten geworden. In der Nahrung ist nicht genügend drin, wenn man nicht sehr regelmäßig Lebertran nimmt oder sehr viel Fisch isst. Mein Vater kann sich noch gut an den schrecklichen täglichen Löffel Lebertran als Kind ab Herbst erinnern. Im Sommer geht es ja auch in unseren Breiten dann gut über die Sonne, allerdings hemmen auch die Sonnencremes mit hohem LSF genau diese Produktion. Mit zunehmendem Wissen über die Notwendigkeit von Sonnenschutz in Form von Cremes, aber auch Meiden der Sonne, UV-Schutz-Kleidung, langwärmliger Kleidung, sinkt die natürliche Produktion von Vitamin. Ich creme mich und meine Kinder lieber mit hohem LSF ein und wir alle nehmen zusätzlich Vitamin D, als dass ich regelmäßige Sonnenbrände riskiere.

@Thread: Ist bei euch auch dieses Jahr auch so viel Allergie? Bei uns kann man super den Verlauf der Pollen an den Allergikern ablesen. Ende Februar fing es an und nach und nach kamen die verschiedenen. Man musste dann nur in der Akte ablesen, was sie haben und wusste, was draußen fliegt :) Aber auch einige Neue haben wir entdeckt, gleich mit CAP 6. So manche Asthmatiker haben wir auch ambulant nicht hinbekommen.

ehem-user-11022019-1151
22.06.2015, 16:07
Hallöchen Pädiater :)
ich habe mal eine Frage an euch bezüglich Infusionen bei (kleinen) Kids.
Wir haben bei uns in den RTWs als ganz normale Infusion Ringer Lactat.
Zusätzlich haben wir Nacl 0,9 und G5.
Welche der drei Infusionen sollte man bei Kindern eher nehmen?
Zudem haben wir im Auto keinen Infusomat, würdet ihr empfehlen, die Flüssigkeit in eine Perfusorspritze zu geben und sie dann über den Perfosur zu geben?

Ps: @annekii, kann zwar nicht mitreden, was Allergien in Kindernotaufnahmen angeht, aber mir ist es ebenfalls aufgefallen, dass dieses Frühjahr viel viel mehr Menschen mit allergischen Beschwerden, Asthma.. herumlaufen...

THawk
22.06.2015, 17:23
Hallo Liel.
Meine Meinung: Für NaCl 0,9% gibt es in der Intensivmedizin als Volumengabe keinen Stellenwert. Kritisch kranke Kinder erhalten als Volumenbolus eine balancierte Vollelektrolyt-Lösung, also z.b. Deine RiLaktat. Auch der Badisbedarf des kritisch kranken Kindes wird mit balancierter VEL gedeckt. Die pädiatrischen Halbelektrolytlösungen braucht man wenn dann nur für eine längerfristige Volumengabe, ist für euch damit nicht relevant. Etwas Glukose muss man mittelfristig den Kindern anbieten, aber für euch in der Notfallmedizin ist auch das wiederum nicht notwendig. Das Risiko, dass aus Versehen ein Volumenbolus mit G5 verabreicht wird wäre mir viel zu hoch, deswegen würde ich das präklinisch nie einsetzen. Daran kann man sterben, z.b. In England so passiert.
Bzgl. Perfusoren. Hängt m.E. Vom Kind ab. Beim Säugling würde ich über Perfusor nachdenken, bei Allem größeren nicht, aber man sollte rechnen wieviel man verabreichen will und ggf. die große Flasche vorher entsprechend präparieren, dass nicht unendlich mehr läuft. Im Zweifelsfall und wenn ein Kind wirklich kritisch volumenbedürftig ist gibt man es eh aus der Hand, dafür sind die Perfusor Spritzen ja praktisch.

ehem-user-11022019-1151
22.06.2015, 23:39
Hey, vielen Dank für deine Antwort. In der Ausbildung gab es nämlich auch diese Diskussion und ich glaube, dass die Kinderärztin sagte, unsere VEL wäre nicht so gut für die Kids. Kann aber auch sein, dass ich es falsch in Erinnerung hatte, ist schon lange her :)

Bezüglich der Dosierung, ich glaub, da war schon mal eine Antwort, würde es euch aber vielleicht was ausmachen, mir eine Art "Faustformel" zu geben? :)

THawk
23.06.2015, 07:53
Ne, du wirst das schon richtig behalten haben, die Diskussion ist nicht so selten. Und sie hat auf lange Sicht (parenterale Flüssigkeit beim nicht-kritisch kranken Kind über mehrere Tage) auch Recht, bei diesen Kindern hat die VEL zu viel Natrium drin. Dafür gibt es spezielle Teilelektrolytlösungen. Aber für die Präklinik ist es nicht relevant. Ich arbeite auf einer relativ großen gemischten Intensiv (Neo und Päd): abgesehen von den Neonaten, die speziell zugemischte Infusionsbeutel erhalten, nehmen wir fast nur E153 und E153G5 (das sind VEL, letztere mit 5% Glukose) und lassen z.B. postoperativ beides laufen und passen die Glukose-Zufuhr durch das Verhältnis der Laufgeschwindigkeiten an. Und Volumenbolus gibt es natürlich über die E153.

Dosierung hängt natürlich vom Zustand des Kind ab, die groben Empfehlungen sind:
Volumenbolus beim Kind: 20 ml/kg (beim Neonaten 10 ml/kg)
Erhaltungsbedarf: 4-2-1-Regel (4 ml/kg/h für die ersten 10 kg Körpergewicht, 2 ml/kg/h für die nächsten 10kg und 1ml/kg/h für jedes weitere kg). Wobei ihr jetzt präklinisch sicher nicht anfangen müsst ganz genau zu rechnen.
Dazu brauchst du das Körpergewicht des Kindes, entweder Broselow-Band oder Formel sofern man das Alter weiß (Gewicht = (Alter + 4) x 2).
Wenn dich Kinder-Notfallmedizin interessiert mach doch mal einen EPLS-Kurs. Die RA, die ich in den Kursen hatte, waren sehr zufrieden. Ist natürlich recht teuer, aber vielleicht macht ja der Arbeitgeber mit...

THawk
15.07.2015, 23:37
So, wen es interessiert ein paar Worte zur FA-Prüfung.
Wir haben hier 30min Dauer, die Prüfer kann man morgens erfragen und es gibt einen gewissen 'innenklinischen Erfahrungsschatz' was so die Themen bestimmter Prüfer angeht. Sehr nette Atmosphäre, die Themen klingen schlimmer als es wirklich war und gefragt war v.a. Diagnostik und ein vernünftiger Plan.
3 große Themenkomplexe waren vertreten (alles reale Fälle):
- krankes Kind mit Exanthem; klares Masern-Exanthem, alles rund um die Erkrankung
- etwas diffuse Schwindel und Erbrechens-Anamnese; war ein Medulloblastom (MRT-Bilder grob interpretieren, Therapieansatz, Folgen von Radiatio, ganz grob die Prognose)
- Neugeborenes mit Vd. Herzfehler, Echo ohne Vitium aber mit Herzinsuffizienz; Differentialdiagnosen, dann Sono-Bilder: V. Galeni-Malformation (hier war auch der Diagnostik-Plan wichtiger, denke ich, als die Fehlbildung im Detail zu kennen)

annekii
16.07.2015, 19:45
Klingt machbar, aber ich hätte sie schwieriger als meine gefunden. Es kommt aber auch immer sehr drauf an, was man viel gemacht hat. Ich hatte nen OA mit Gastroenterologie, da war der Gastroenterologe als Prüfer ein Geschenk. Eine Neuropädiaterin aus einem SPZ, die wenig zu wissen schien, was man als Assistenzarzt an Neuropädiatrie lernt. Und die anderen 2 Fragen waren auch ok.

Hatte ich meine eigentlich genannt? Ich hatte 6 Fälle, aber ob ich die noch zusammenkriege?
- Kindesmisshandlung (Röntgenbild mit Z.n. Rippenbrühen unterschiedlichen Alters, Anamnese dazu was mit Husten, danach Verlauf wie man sich bei Verdacht verhält)
- Kind mit rezidvierenden Durchfällen, DDs, Diagnostik, am Ende war es Crohn, dazu noch die Therapie
- Fieberkrampf: Akute Therapie, Einteilung einfach/komplizierter, Therapie, EEG Ja, nein, Prophylaktisches Fiebersenken Ja(Nein
- Neugeborenenkrämpfe: Diagnostik, Therapie, Prognose
- Neugeborenes mit Verfall am 2. LT, am Ende OTC-Mangel, wobei es um die DD Herzfehler, Infektion, Stoffwechseldefekt ging und nicht um die Diagnose
- Zeit war rum, aber dritter Prüfer durfte nochmal: Kind mit Obstipation, Diagnostik und vor allem Therapie

Gallilei
18.07.2015, 09:02
Langsam werde ich beim Lesen dieser Berichte nervös. Auch wenn ja Prüfungen meist besser laufen als sie von den Themen her klingen, da man doch meist gut geleitet wird, machen mich Berichte von Stoffwechseldefekten nicht glücklich. Nicht so mein Thema...

THawk
18.07.2015, 09:22
Hehe, meins auch nicht. Wobei es beim Lernen irgendwann sogar etwas Spaß gemacht hat. Du darfst nicht vergessen, dass auch die wenigsten Prüfer (bei uns sind es i.d.R. Chefärzte oder die habilitierten OÄ aus der Uni) Ahnung von Stoffwechseldefekten haben oder von Glomerulonephritiden :-oopss :-top

Als ich um 9 Uhr wusste wer meine Prüfer sind konnte ich mein Wissen über Stoffwechseldefekte hinten an stellen und stattdessen andere Themen wiederholen ;-)

annekii
18.07.2015, 11:30
Oh, mein Thema war das auch nicht! Ich habe auch den Namen nicht gebracht. Aber es ging wirklich um das ganz normale Vorgehen. "Sie werden auf die Wochenstation gerufen, weil einer Schwester das Kind nicht gefällt und es sieht auch irgendwie komisch aus, was tun Sie?" --> Anamnese, Aufnahme auf Neo, Untersuchung, Monitor, BE (da sollte ich sagen, was alles, hatte am Anfang halt grBB + CRP, IL-6, Astrup, BZ, Bili), Flexüle legen, ggf. je nach RR auch mal nen Bolus. Dann waren alle Werte gut, kein Systolikum, RR an allen Extremitäten gut, SaO2 alles gut, usw. Also kein Hinweis auf Infektion oder Herzfehler. Lactat im Astrup auch gut. Dann blieb ja nur noch die erneute BE mit Ammoniak und das war dann hoch. Was ich dann tun würde. Ich sagte, nun würde ich ins Vademecum metabolicum schauen (da lachten alle und meinten, so ginge es ihnen auch) und mit dem Stoffwechselzentrum telefonieren und bestimmt verlegen. Bis dahin Nahrung erstmal komplett absetzen und reine Glukose geben. Das war mein Stoffwechselfall. Also der Weg bis dahin war wichtig, aber nichts genaueres.

marvel-online
23.07.2015, 13:08
Hallo zusammen!

Ich würde gerne mal von euch erfahren, wie ihr so die Stellensituation in den "eher begehrteren" Großstädten in Deutschland für Pädiatrie einschätzt.
Ich (28, m) bin momentan im 2 WJ. (bislang noch keine Neo-Erfahrung) in einer Allgemeinpädiatrie im Ruhrgebiet und würde, da ich in der gleichen Stadt auch studiert habe, gerne mal einen Tapetenwechsel vornehmen.
Mich interessiert insbesondere Berlin, aber auch Hamburg, München oder Köln. Ist irgendjemand von euch dort tätig/hat sich mal beworben und kann von seinen Erfahrungen berichten?

Kandra
23.07.2015, 13:40
München als Anfänger wohl schwer bis unmöglich. Wie es aussieht, wenn man schon weiter ist, weiß ich leider nicht.

bipolarbär
26.07.2015, 20:44
Hallo Kinder-Ecke!

Ich habe mich entschieden, ein PJ-Tertial in der Pädiatrie zu machen und möchte mir dafür irgendwas kleines im Buchformat holen, um Dinge nachzuschlagen. Könnt ihr mir da Empfehlungen geben? Oder allgemein gefragt, gibts andere coole Bücher/Publikationen/Webseiten zum Thema Pädiatrie, die sich für Studenten im PJ empfehlen lassen oder euch viel gebracht haben?

mkw44
26.07.2015, 21:10
Hoi. Mir gehts genauso wie dir, mache auch mein Wahltertial in der Pädiatrie. In den Famulaturen war mir die Checkliste Pädiatrie ganz nützlich. Das ist eher stichpunktartig und sehr knapp gehalten, dafür aber auch ganz konkret: Untersuchung, Leitsymptome, Diagnostik, Therapie und das auf wenigen Seiten, zBsp Scharlach - Penic-Dosierung, etc. Basics für Assistenten, aber für uns Anfänger super :)

Ich sehe nur gerade, kostet neu 50 Euro. Hatte es als Rezensionsexemplar bekommen, ob ich's kaufen würde weiß ich nicht. Steht natürlich auch wieder sehr viel drin zu Themen, die man als PJler wohl nie anschauen wird oder zumindest nicht in der Tasche dabei haben muss..

annekii
26.07.2015, 21:28
Die Checkliste ist sicher für den Zweck geeignet, aber vermutlich vor Ort auch auf Station. Es kommt ja auch drauf an, wo du landest. Ich war im PJ erst auf der Päppelstation (nach der Neo), da brauchte ich wenig aus der Checkliste. Danach auf der Endokrinologie, wo es schon wieder so speziell war, dass man für einzelne Themen gleich ganze Bücher gebrauchen konnte. Das gab es alles im Regal.

Viel Spaß im schönsten Fach!

THawk
26.07.2015, 22:40
Auch von mir welcome und viel Spaß!
Checkliste oder Klinikleitfaden sind die Bücher, mit denen die meisten PJler und Jungassistenten so herumlaufen. Am Anfang in der Kitteltasche, später auf dem Schreibtisch liegend und irgendwann weiß man nicht mehr wo man sie gelassen hat ;-)

In der Regel gibt es aber die Bücher wie annekii schon sagte auf den Stationen zum Nachschlagen. Falls deine Klinik Zugriff hat lohnt es sich auch die Seite www.uptodate.com zu nutzen (auch abseits der Pädiatrie), das sind sehr gute, evidenzbasierte Zusammenfassungen fast aller Krankheitsbilder. Ist aber teuer und haben nicht alle Kliniken.