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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke



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annekii
29.11.2015, 13:06
Hallo bipolarbär,

ich hatte keine genauen Pläne, als ich mit Pädiatrie anfing. Ich konnte mir eine Zeit lang gut vorstellen, in einer großen Klinik zu arbeiten, wo ich ein Schwerpunktfach als Sprechstunde und sonst im gesamten auch Dienste und Stationsarbeit hätte. Dann fand ich SPZ mal ganz spannend. Dann bin ich nach der Elternzeit in die Praxis, weil ich das besser familienverträglich fand und habe da gefunden, was ich nun auch auf Dauer machen möchte.
Niedergelassene Subspezialisierungen gibt es nicht so richtig viele. Die meisten sitzen an Kliniken. Ich kenne im Umkreis nur Kinderkardiologen und Neuropädiater, die selbständig mit Ermächtigung arbeiten, sonst alles angestellte Ärzte in Kliniken. Aber das kann ja regional bedingt sein.
An meiner letzten Klinik waren die Oberärzte zufrieden, würde ich sagen, jeder mit Spezialambulanz oder Spezialgebiet.

Zur letzten Frage kann ich nicht viel sagen. Aber eine Kombination mit Psychosomatik mit eigener Station in der Gesamtpädiatrie finde ich eine lohnenswerte Sache. Einerseits medizinisch, weil man die Psychologen in der Nähe hat, die bei psychosomatischen Fällen weiterhelfen, oder die KG und Ergo mit ausführlicher Entwicklungsdiagnostik. Andererseits nehmen die psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen zu und werden nicht schlecht bezahlt, sodass es sich auch finanziell lohnt.

THawk
29.11.2015, 16:08
In meiner vorherigen Stadt gab es schon einige subspezialisierte Kinderärzte, die meisten in einem ambulanten "Spezialzentrum" zusammengeschlossen (der Leiter hat gerne die subspezialisierten Fachärzte aus der Uni abgeworben). Dort gab päd. Gastroenterologie, Neuropädiatrie, pad. Onkologie, Ultraschall, Allergologie... Das Modell war bei den anderen Niedergelassenen nicht ganz unumstritten weil die großteils auf normalen Kassensitzen saßen.
Meine Meinung: Geldwerten Nutzen bringt dir eine Subspezialisierung in der Niederlassung nicht. Aber schaden tut es am Ende auch nicht und die Subspezialisierung verhindert nicht die Niederlassung wenn man denn aus der Klinik aussteigen will.
Ich war an der Uni, da gab es zufriedene Oberärzte, aber auch einige, die von Arbeitszeiten und den verschiedenen Zusatzaufgaben an der Uni ausgebrannt waren.
Ich persönlich mache derzeit die Subspezialisierung Neonatologie und danach entweder Päd-ITS oder Kardiologie. Ich plane logischerweise an der Klinik zu bleiben, mir macht einfach das Arbeiten mit schwerkranken Kindern mehr Spaß. Mit ebengenannter Kombination hat man dann an Uni's als auch an kleineren Häusern gute Chancen (hoffe ich :-) ).

Finanziell leider Kinderkliniken unter einer relativ schlechten Vergütung im DRG-System, s. entsprechende Kampagnen der DGKJ. Aktuell lukrativ ist die Neonatologie, es finanzieren sich viele kleine Kliniken zu großen Teilen über die Neonatologie (m.M. nach ein Grund wieso es so viele Level I Zentren in Deutschland gibt...). Wie sehr das in Zukunft so bleibt - gute Frage. Ich vermute, dass mit neuem GBA Beschluss der Kostendruck steigen wird, v.a. für kleine Level I Zentren.

WackenDoc
03.12.2015, 12:28
Hat jemand von euch eine Buchempfehlung für die Kinderheilkunde? Ich suche eins für die normalen Kinderkrankheiten, die halt in der täglichen Praxis auftreten. Am besten incl. Dosisempfehlungen wenn meine Safe-Dose-App mal wieder abschmiert.

Und was wären so die top 5-10 Kindermedikamente, die man so braucht (wir können die "normalen" Medikamente über die Apotheke bestellen und raus geben). PCM-Supp, Nasenspray in Kinderdosierung und Rectodelt haben wir. Aber wir haben z.B. keine Antibiotika in Kinderdosierung bzw. als Saft.

McBeal
03.12.2015, 13:00
Ich würde da wohl auch Checkliste oder klinikleitfaden nehmen.

Sinnvolle Medikamente wären meiner meinung nach noch
- Ibuprofen als Saft
- Fenistil-Tropfen
- als antibiotische Säfte Penicillin, Amoxicillin, Cefaclor oder cefuroxim (wobei der Saft extrem eklig ist) und ein makrolid, z.B. Clarithrimycin
- Helmex o.ä. (Würmer gibt's bestimmt mal, oder?)
- Infectopedicul o.ä. (Läuse doch bestimmt auch)

LG
Ally

annekii
03.12.2015, 15:16
Bücher würde ich die selben sagen und noch das grüne Medikamente in der Pädiatrie.

Medikamente:
- Ibu-Saft, evtl. auch supp (Nurofen), PCM-Zäpfchen (Saft davon schmeckt eklig)
- Nasentropfen für Säuglinge und welche für ab 2 Jahre
- Vomex supp 40 und 70
- Läuse: Jacutin Pedicul Fluid, Dimet 20, Nyda oder ähnliches, nicht Infectopedicul (Resistenzen bekannt und Insektizid, besser Dimethicon als Wirkstoff)
- Helmex, Molevac oder Surfont (letzteres Tabletten)
- Capval Tropfen als Hustenstiller für nachts
- AB: Amoxi (z.B. Infectomox 250, 500 und 750), Erythromycin oder Clarithromycin (Klacid geht am besten), Cefuroxim (immer eklig), Cefpodoxim, Penicillin (Infectobicillin)
- Oralpädon für Gastroenteritis
- Rectodelt oder eigentlich bei Pseudokrupp besser Infectodexakrupp, aber sollte verabreicht werden und nicht ganze Flasche ausgehändigt werden
- Salbubronchelixier für die obstruktiven Bronchitiden
- Kinderlax (Macrogol), Microlax, Lecicarbon K

Ich habe ganz viel davon heute von 8-13 Uhr rezeptiert!

vanilleeis
03.12.2015, 15:27
Klebebeutel für Urinproben habt ihr?

WackenDoc
03.12.2015, 20:52
Danke für die Tips. Ich gleich das mal mit dem ab, was wir schon haben.
Helmex verschreiben wir auf Rezept. Wir machen keine standardmäßigen Untersuchungen auf Würmer und bei Kindern hatten wir noch keine passende Symptomatik.
Nein, Klebebeutel für Urinproben haben wir nicht.
Für Läuse und Krätze haben wir was da, muss aber schauen, was es genau ist.

Zum Glück ist die Apotheke nicht zu weit weg. Aber die Standardsachen will ich wie bei den Erwachsenen da haben. Gerade KinderABs haben wir noch nicht.

vanilleeis
06.12.2015, 19:29
Unsere KiÄ wollte < 1 Jahr bei Fieber ohne mega eindeutigem Befund immer eine Urinprobe, daher meine Frage mit den Urinbeuteln. Ich weiss aber nicht, wie viele Kinder ihr habt und wie alt die Kinder bei euch sind.

Eilika
06.12.2015, 19:38
Darf ich nochmal was in eigener Sache fragen?
Mein kleiner Mann hatte ja jetzt wieder eine fette Erkältung mit echt gemeinem Husten. In einer Nacht hat er 2 Stunden lang gehustet und geheult im Wechsel. Dann habe ich ihm einen Hustensirup gekauft (Wirkstoff Dextromethorphan). Den fand er wohl so schlimm, dass er ihn gleich wieder rausgekotzt hat. Jetzt habe ich Zäpfchen gekauft (klick (http://compendium.ch/mpro/mnr/2269/html/de)). Da steht aber, dass die für Kinder unter 2 nur auf ärztliche Verordnung sind. Sieht wer von Euch, woran das liegt? Mein Knirps ist 13 Monate und wiegt gute 10kg... Aktuell geht es besser und wir brauchen sie jetzt wohl gar nicht. Aber das nächste Mal kommt ja bestimmt... Danke :-)

Eilika
06.12.2015, 19:39
Darf ich nochmal was in eigener Sache fragen?
Mein kleiner Mann hatte ja jetzt wieder eine fette Erkältung mit echt gemeinem Husten. In einer Nacht hat er 2 Stunden lang gehustet und geheult im Wechsel. Dann habe ich ihm einen Hustensirup gekauft (Wirkstoff Dextromethorphan). Den fand er wohl so schlimm, dass er ihn gleich wieder rausgekotzt hat. Jetzt habe ich Zäpfchen gekauft (klick (http://compendium.ch/mpro/mnr/2269/html/de)). Da steht aber, dass die für Kinder unter 2 nur auf ärztliche Verordnung sind. Sieht wer von Euch, woran das liegt? Mein Knirps ist 13 Monate und wiegt gute 10kg... Aktuell geht es besser und wir brauchen sie jetzt wohl gar nicht. Aber das nächste Mal kommt ja bestimmt... Danke :-)

annekii
06.12.2015, 20:13
Der Hauptwirkstoff ist das selbe wie der Hustenstiller Capval, den wir ab 6 Monate für nachts manchmal verordnen. ansonsten erkenne ich nichts. Capval hat eine andere Zusammensetzung.

Chaoskätzchen
08.12.2015, 04:29
Huhu .. schon mal Thymianbenzoe versucht.. ein zwei Tropfen auf ein Papiertüchlein in Nähe des Bettes aufgehängt.. Wirkt manchmal Wunder :)

WackenDoc
10.12.2015, 08:06
Arghhhh- wir müssen wohl auch noch einmal unsere Kinderimpfstoffe überprüfen.
Wir haben einen 6-fach für Kinder bis 4 Jahre und Boostrix für Kinder ab 5 Jahren (also wenn wir dann mal wieder Boostrix oder Boostrix Polio bekommen). Impfstoff gegen Meningokokken und Pneumokokken ist bestellt.
Aber jetzt hab ich das Problem, dass man ja nicht mit Boostrix grundimmunisieren soll, wir aber durchaus versuchen bei Kindern eine Grundimmuniserung zu erreichen.
Und Kinder im Alter von 1-5 Jahren bekommen die 6-fach, aber nur einmal, weil sie keine weiteren HiB-Impfungen brauchen. Impfstoff für die Altersklasse ohne HiB haben wir aber nicht.

Für Influenza haben wir auch nur Xanaflu, ich glaub ich muss mal über den nasalen Impfstoff für die ALtersklasse 2-6 Jahre verhandeln.

Peter_1
10.12.2015, 10:40
zum Thema Husten bei Kindern gab es gerade einen Artikel im Arzneitelegramm. Meine 2 Kleinen husten nämlich seit 3 Wochen auch fast durchgehend, deswegen war es gerade passend.
Fazit war: Codein etc. sowieso kontraind. bei Kindern unter 12 Jahren, über 12 JAhren auch eher nicht zu empfehlen andere Anittussiva wie Dihydrokodein, Pentoxyverin und Dextromethorphan: negatives Schaden-Nutzen verhältnis (bei Dextrom. uA neuropsych. NW u. Missbrauch bekannt), unzureichende Nutzenbelege gibt es ausserdem für: Benproperin, Dropropizin, Levodropropizin und Noskapin. Für Hustenlöser und pflanzliche Mittel gibt es auch keine positive Datenlage, ausschliesslich für Honig (nicht beim Säugling bis 12 Monate) gibt es diskrete Hinweise auf einen möglichen Nutzen. Ausserdem wurde auf die hohe Placeborate hingewiesen (zB ist Traubensaft mit Wasser als "Medizin" deutlich wirksamer wie gar keine Behandlung).

Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug wie als zuvor. Gibt jetzt verdünnten Thymiantee mit Honig als Medizin...

WalterSobchak
16.12.2015, 10:21
Huhu zurück aus der Versenkung :-)

Leidiges Thema Hustensäfte.
Bei mir gibts mitunter Bronchipret (S3-Empfehlung) und wenns ganz heftiger nächtlicher Reizhusten ist, Capval. Alles weitere wirkt wie schon gesagt sowieso nicht, dient nur dem mütterlichen Bedürfnis "was zu tun" und stellt m.M. nach ne unnötige Substanzbelastung fürs Kind dar.
Kostet gelegentlich etwas Zeit beim Erklären, funktioniert aber gut.
Nasentropfen, OK Hochlagerung, frische Luft und ein Hühnersüppchen.

Andere Sache: annekii, ihr verimpft Bexsero.
Wie implementiert ihr das in den STIKO-Kalender? 3 Impfungen an einem Termin finde ich schwer vermittelbar. Lasst ihr die Eltern nochmal extra kommen?

Muriel
16.12.2015, 20:24
Schön, Dich hier mal wieder zu sehen :-) Mach es Dir gemütlich und verschwinde nicht sofort wieder!

WackenDoc
16.12.2015, 21:17
@Walter: Auch wenn ich nicht angesprochen bin- DAS ist ein Vorteil meiner aktuellen Stelle. Wir impfen Kinder von 1-4 Jahren zur Zeit 6-fach, Grippe und MMR-V an einem Termin. Bisher keine erhöhten Nebenwirkungsraten. Wir haben auch keine Impfgegner unter den Patienten. Wir haben leider sehr lange Wartezeiten und so vermindern wir den Aufwand.
Wird eh spannend, sie Kinder zum 2. und 3. Termin zu bekommen und Meningokokken und Pneumokokken haben wir bestellt und müssen nachgeholt werden.

annekii
16.12.2015, 22:30
Hey, Walter, schön dich zu lesen!

Entweder impfe ich ab 6 Monate nach den anderen, dann 2+1 oder ich baue es in das andere ein, was wesentlich häufiger gewünscht wird:
2 Monate: Rota, 6fach und Pneumokokken
3 Monate (U4): Rota, 6fach und MenB (habe ich bei Frühchen aber nicht empfohlen)
4 Monate: Pneumokokken und MenB
5 Monate (U5) 6fach und MenB

Ich benutze auch Capval als Hustenstiller.

McBeal
17.12.2015, 06:32
In meinem PJ-Haus waren hustenstiller sehr verschrien und zeitweise war es den Assistenten sogar verboten, sie zu verordnen. Das hat mich sehr geprägt und daher gibt's die nur in Ausnahmefällen auf konkrete Nachfrage.
Ansonsten gibt's bei mir auch Nasentropfen und Tipps wie Luft anfeuchten, viel trinken. Hustensaft selten und wer einen PariBoy o.ä. hat, darf auch gern mal mit Kochsalz inhalieren.

Mit Bexsero habe ich durch die Kliniktätigkeit noch keine Erfahrung und meine Kinder habe ich auch noch nicht damit geimpft.
Hat sich eigentlich schon jemand selbst damit geimpft?

LG
Ally

WalterSobchak
18.12.2015, 09:24
Leute, ich benötige mal die Schwarmintelligenz:

Hab nen reifgeborenen (40+1) weiblichen Säugling, 7 Wochen alt.
GG 3860g (bummelig 50.P.), Ngb. Screening unauff. bei mir erstmalig mit knapp 5 Wochen vorstellig, zu dem Zeitpunkt mit Pre-HA ernährt, pro Mahlzeit 120 ml, 5-6x tgl., Gewicht zu dem Zeitpunkt gerade so wieder das GG. Auffallend: rez. Erbrechen. Haut und Stuhlgang unauffällig. Bei rez. Spucken und auch Erbrechen durch Hebamme (:-notify) AR Nahrung begonnen, Spucken darunter idem, Gewichtszunahme weiter nahezu null.
Bei mir: BE (BB, Leber, Nieren, Elyte, Glucose, Kuhmilch-RAST, selbst Endomysium-AK :-blush, nochmals Screening) und Stuhl (Pankreaselastase) total unauffällig, Sono Py opB.
Hab dann mit Pre+FM85 begonnen, darunter gerade so adäquate Gewichtszunahme von ca 140g/Woche. Allerdings weiter Spucken. Ratlos wie ich war, trotz neg. Kuhmilch-RAST (hab nicht geprickt :-wow) Versuch Neocate. Spucken weiter, Gewicht ohne FM (kann man das ins Neocate geben? Habe es die 4 Tage weg gelassen) sofort wieder runter.
Kind ist etwas blass, sonst aber unauff., Familienanamnese ist leer. Hab sie jetzt eingewiesen, aber sie geht mir nicht aus dem Kopf.
Zumal ich die Kliniken hier kenne - bewahren die Kinder 2-4 Tage auf, wenn sie dann zunehmen, werden sie entlassen und mit Pech ist der Bumerang dann wieder bei mir...

Hat jemand noch ne schlaue Idee?