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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke



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WalterSobchak
21.04.2016, 20:17
Würds nicht pauschal verdammen.
Es gibt Kinder mit Luftwegsinfektion/ggf Bronchitis und ner obstruktiven Komponente, die womöglich auch nur leicht ausgeprägt ist - dafür eignet sich die orale Form recht gut, finde ich-und für nix anderes verordne ich es.
Alles was einzieht, tachypnoisch ist oder distanzgiemt muss inhalieren...

Kosten: Salbubronch: ~15€
Salbutamol DA: ~15€ + Spacer: ~ 35€

=15€ vs 50€

Abgesehen von der Compliance - grad bei kleineren Kindern - ist das tatsächlich ein Argument, bei leichter Obstruktion das orale Salbu zumindest zu probieren.

Muriel
21.04.2016, 20:20
Unsere Kleine ist super damit zurecht gekommen. Das Ladenhüter "komische Atemgeräusch", das offensichtlich da war, verschwand super schnell und man merkte ihr eine deutliche Besserung des Wohlbefindens sehr schnell an.

annekii
21.04.2016, 20:20
Ich verordne es auch und habe damit auch gute Erfolge. Die Kosten wären immens gewesen, wenn ich allen RSV- und ähnlich infizierten jetzt ein Hilfsmittel verordnet hätte. Die typischen chronisch-rezidivierenden Bronchitiden-Kinder kriegen das durchaus.

Erzähl doch mal, was bei euch passiert!

annekii
21.04.2016, 20:26
Hier ist außer mal wieder Hand-Mund-Fuß irgendwas hochfieberhaftes ohne viel Symptome unterwegs. Was wir grad an Streptests und Urinbefunden machen, haben wir den ganzen Winter nicht gemacht.

WalterSobchak
21.04.2016, 20:30
Bei uns wurd offenbar ne Ladung parvoviren abgeladen. Jeder 2. hat "komischen Ausschlag" aber "ist gut drauf" :-D

annekii
21.04.2016, 20:34
Ah, die habe ich schon lange nicht mehr gesehen!

Ich finde es ja irgendwie nett, mich mal wieder mit den Akutallergikern zu beschäftigen. Und dieses Jahr sind wir nun komplett bereit für die Hypos, was wir erst im Winter begonnen haben und eben letztes Jahr in den Pollensaisons nicht selbst anbieten konnten. Ich will viele Birkenallergiker dazu bringen, denn dieses Jahr ist es stark, sodass eine jetzt begonnene Hypo nächstes Jahr schon super "Erfolge" bringt und die Compliance bis 2018 halten könnte und dann müsste ja schon Wirkung da sein....

Schorsche
21.04.2016, 21:15
Die, bei denen es ausreicht, sehe ich ja nicht ;-) Allerdings halte ich die Idee, ein beta-Mimetikum systemisch zu geben, wenn es nur an der Lunge und dort in ausreichender Menge ankommen soll und es eine denkbar sinnvollere Alternative gibt, für irgendwie blöd. Abends steht man dann da, Pari oder Vortex rezeptieren geht nicht, also vor Ort inhalieren lassen, ggf. Kortison oral und hoffen, dass es bis zum nächsten Morgen reicht...

Edit: huch, da gibt's ja noch mehr Beiträge auf der nächsten Seite!

Was ich an Nebenwirkung halt häufig sehe, ist dass die Kinder sehr unruhig werden. Compliance ist ein Argument, vielleicht bin ich da manchmal ein bisschen ruppig. Und klar, wenn die Kosten sich um den Faktor 3 unterscheiden, spart man sogar, wenn man jedem zweiten Kind bei der zweiten Vorstellung doch einen Spacer angedeihen lässt.

Gallilei
22.04.2016, 09:12
Herzlichen Glückwunsch!

Welche Gedanken gehen dir denn durch den Kopf? Ich kann nur die Seite "eigener Herr" erzählen, aber ich konnte mir eigentlich nie vorstellen, dass ich es so toll und auch dann irgendwie gar nicht so kompliziert finde. Ein bisschen Schiss bleibt immer, dass doch mal was kommt, aber es ist so herrlich, eigene Medizin machen zu dürfen.
Danke erst mal ;-)
Ja Schiss, genau das ist es. Ich mag das Praxisleben sehr gerne und möchte das sicherlich nicht mehr eintauschen. Auch mit meinem Chef, der mich nun auch über die FA-Prüfung hinaus auch ohne (bisherigen) zusätzlichen Sitz behalten möchte, verstehe ich mich prinzipiell gut, wir fahren auch medizinisch meist auf gleicher oder zumindest sehr ähnlicher, zueinander passender Linie. Dennoch gibt es eben einige Dinge, die ich gerne anders machen würde, die aber bei Ansprechen eigentlich sofort abgewiegelt werden. Klar, ich könnte mir eine neue Anstellung suchen, wenn es mich massiv weiter stören sollte, aber zum Einen weiß ich ja nicht, ob das woanders wirklich so viel besser wäre (denn schlecht ist meine Stelle ja ganz und gar nicht, hat halt nur Schwäschen), zum Andern liegen FA-Stellen im Angestelltenverhältnis in der Kinderarztpraxis ja nun auch nicht auf der Straße.
Es reizt mich sehr, mein eigenes Ding zu machen, etwas auf- oder auszubauen und meine Ideen umzusetzen. Ich frage mich allerdings, ob ich das nicht zu naiv sehe und ob ich all das Verwaltungstechnische, das zwangsläufig dabei ist, wirklich umsetzen kann. Dazu dann eben die generelle Sorge der Selbständigkeit. So ein sicheres Angestelltendasein hat ja nun auch unbestreitbare Vorteile.
Hm, meine Freundin sagt immer "Mach!", vielleicht sollte ich auf sie hören ;-)

Espressa
27.04.2016, 08:25
Neue Frage an alle Pädiater:

Gibt es in euren Kliniken irgendwelche Standards zu Monitoring bei SIDS-Folgekindern?

Meine Recherchen ergeben, dass bei reifgeborenen, unauffälligen Neugeborenen nicht zwingend eine Überwachung stattfinden muss, und einige Häuser das auch nicht grundsätzlich empfehlen, sondern z.T. nach Sorge der Eltern etc.
Manche Eltern berichten von z. B. einem größeren Check mit Schlaflabor etc. im Alter von 6-8 Wochen, um eine Entscheidung pro/contra Monitor zu treffen.

Wie wird generell die Risikoeinschätzung gesehen? Wenn von den "üblichen" Risikofaktoren eben bis auf die Anamnese eines verstorbenen Geschwisterkindes gar keine anderen zutreffen? (Evt. noch mit einem gesunden Geschwisterkind?)

Ich hoffe das Thema ist nicht zu komplex um es mal ganz allgemein beantworten zu können, und keine Sorge mit dem konkreten Fall bin ich durchaus mit konkreten Ärzten in RL im Gespräch, aber die meisten haben dazu so wenig eigene Erfahrung, dass ich gerne mal so breit in die Runde fragen möchte.

McBeal
27.04.2016, 13:41
Bei uns wird es so gehandhabt: die Eltern entscheiden, am Besten pränatal, ob sie Monitor und weitere Diagnostik wollen. Wenn ja, nehmen wir das Kind nach der Geburt auf, es folgen grundlegende Labor- und apparative (Rö Thorax, Sono Schädel, Echo, EKG, Schlaflabor, EEG), parallel wird der Monitor bestellt, es läuft ein Rea-Training, und wenn der Monitor da ist, wird das Kind entlassen. Wie anderswo läuft, weiß ich leider nicht.
Wie gesagt, die Entscheidung liegt bei den Eltern.

Alles Liebe weiterhin!

LG
Ally

Trianna
27.04.2016, 13:49
@ Walter und andere

Danke für die Antworten.

Meine Maus ist fast 7.

THawk
27.04.2016, 15:34
Ich habe leider zu wenig Erfahrung mit deiner Frage, Espressa. So viel Diagnostik wie bei Ally würde bei uns aber recht sicher nicht gemacht werden. Wir beraten auch nicht grundsätzlich pro Monitor, aber überlassen den Eltern die Entscheidung in der Abwägung von Fehlalarmen, (Un)Sicherheitsgefühl etc.

McBeal
27.04.2016, 15:49
Generell empfehlen wir es auch nicht. Und wenn die Eltern keinen Monitor wünschen, nehmen wir auch nicht auf (wenn sonst alles gut ist).

LG
Ally

annekii
27.04.2016, 15:50
Ich weiß nicht mehr, auf welcher Grundlage wir es verordnet haben, aber 2x kam es in meiner Klinikszeit vor, dass ein Monitor für ein Folgekind verordnet wurde. Ich meine aber, dass außer Schlaflabor keine Untersuchung gelaufen ist. Doch, vermutlich die "Routine-Sonos" (Niere, ZNS, Hüfte), weil "Neo-Patient".

Espressa
27.04.2016, 16:15
Danke euch.
Mich trieb auch ein bisschen die Frage um, ob wir, wenn wir uns (erstmal) gegen Monitor entscheiden, als totale Exoten, unverantwortlich oder sowas gelten. Ich würde gerne verzichten, sofern alles gut aussieht. Isbesondere sind mir die ersten Tage wegen Milcheinschuss, häufigem Anlegen, und auch ein bisschen Ruhe irgendwie "heilig", da würde ich ungern direkt mit so einem Untersuchungsmarathon starten.
Gibt es natürlich irgendwelche Verdachtsmomente oder sonstige Auffälligkeiten, bin ich aber auch nicht um jeden Preis dagegen, eh klar.
Bislang finden das die konsultierten Ärzte auch einen sehr gangbaren Weg.

Muriel
27.04.2016, 17:51
Für mich klingt das sehr bedacht, Espressa (auch wenn ich natürlich nur aus Laienperspektive sprechen kann). Du handelst dadurch ja nicht verantwortungslos.

Colourful
27.04.2016, 18:13
Für mich klingt das auch sehr vernünftig, Espressa!

solidus
27.04.2016, 18:32
@Espressa: Bei uns wird eine Monutorüberwachung bei Geschwisterkindern ohne zusätzliche Risikofaktoren auch nur auf Elternwunsch und nicht generell gemacht. Teilweise kommen die Kinder auch erst nach vier Wochen von Zuhause aus zur Diagnostik und Monitoreinstellung, den Grund für die Latenzzeit ist mir allerdings nicht so ganz klar.. An Diagnostik machen wir dann Ekg/EEG/Polygraphie und ein Basislabor und halt zwei Nächte am Monitor, den wir dann jeweils auslesen. Danach wird der Heimmonitor nach vier bis sechs Wochen nochmal ausgelesen.
Ich denke, deine/ eure Entscheidung, erstmal nach Hause zu gehen, klingt für mich sehr nachvollziehbar und vernünftig!

Espressa
27.04.2016, 22:12
Teilweise kommen die Kinder auch erst nach vier Wochen von Zuhause aus zur Diagnostik und Monitoreinstellung, den Grund für die Latenzzeit ist mir allerdings nicht so ganz klar..
Meine Kinderärztin heute meinte dass direkt nach Geburt kleinere Apnoen noch physiologisch seien, und erst ab fortbestehen mit 6-8 Wochen verdächtig. (Könnte mir vorstellen dass dann die Monitoreinstellung schwierig ist, entweder viele Fehlalarme oder zu geringe Sensitivität...). Zumal ja die meisten Todesfälle erst ab dem 3. Lebensmonat auftreten. Wobei sie schon auch sagte dass man bei früherem Ereignis in der Anamnese doch auch direkt den Monitor geben kann.

Ich stelle es mir halt auch nicht beruhigend vor, mehrmals täglich und nachts wegen Fehlalarm hochzuschrecken und in Reanimationsbereitschaft zum Kind zu rennen, das inzwischen schon munter weiterschnarcht...

Muriel
28.04.2016, 13:47
So wie Du schreibst, habt Ihr Euch doch eher gegen den Monitor entschieden, oder? Nach dem, was hier die Kinderärzte erzählen, ist das ja auch überhaupt nicht exotisch oder mit großem Diskussionsbedarf behaftet, so dass es Euch wahrscheinlich besser hilft, die Entscheidung zu festigen als noch drei Monate immer wieder Für und Wider abzuwägen, oder? Gibt es eigentlich Daten dazu, wie und ob diese Überwachung tatsächlich Ereignisse verhindert bzw so früh anzeigt, dass nur aufgrund dessen zügig ausgeführter CPR ein SIDS verhindert wird?