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rvq64
28.04.2016, 15:30
Nach ein wenig Recherche bin ich auch nicht richtig schlau, anscheinend ist es gar nicht so richtig klar, ob Monitore wirklich helfen, weil es a) nicht wahnsinnig viele Studien gibt und b) diese oft aus einer Zeit vor den großen Aufklärungskampagnen stammen... Bin aber hierauf gestoßen:

"There is no evidence that monitoring will decrease the risk of SIDS in preterm infants who do or do not have apnea, siblings of SIDS victims, or infants who have had a prior ALTE. In fact, the evidence that siblings of SIDS victims or infants who have had an ALTE are at any increased risk for SIDS is inconclusive and inadequate." (zu finden hier: http://www.ohsu.edu/xd/health/services/doernbecher/research-education/education/residency/upload/ALTE.pdf)

und in einem anderen Review:
"The results presented by Emery et al. (24) are the only ones, which directly compare home monitoring to a control group and thus represent the highest level of evidence. The authors conclude that home monitoring does not prevent SIDS. Nevertheless, cohort studies conducted by Kahn et al. (25,29) and Sivan et al. (26) suggest that home monitoring may help to reduce SIDS rates in at risk infants. Drawing conclusions from the various studies conducted over the last 40 years is difficult because of the differing inclusion criteria, definitions of at risk infants, monitoring devices and the subjective nature of parental reports of ALTEs."
Aber auch: "it is important to bear in mind that the lack of high-level evidence of effectiveness of home monitoring does not prove that it is ineffective. Indeed, the lack of evidence may be more of a reflection of the difficultly in designing an appropriate and rigorous study in this sensitive area, where the well-being of any child enroled must be given much higher priority than the more abstract needs of researchers." ( Strehle et al. Acta Pædiatrica 2011 DOI:10.1111/j.1651-2227.2011.02464.x)

...da hab ich gerade den diss-schreibkrampf fertig und jetzt grab ich schon wieder in der Literatur rum :-lesen:-oopss

Also ich glaube, es kommt darauf an, womit man besser klarkommt: ob einem der Monitor mehr Sicherheit und ein ruhiges Gefühl verschafft oder ob einen jeder Fehlalarm ein graues Haar wachsen lässt. Bin aber auch noch nicht in der Praxis unterwegs und lasse mich gerne eines Besseren belehren ;-)

Espressa
28.04.2016, 19:47
Monitoring verhindert per se erstmal gar nix. Es gibt auch Fälle, in denen Kinder unter Monitoring verstorben sind, glaub sogar welche in denen nichtmal Alarm ausgelöst wurde. (Fragt mich jetzt nur nicht wo ich das gelesen habe...)
Im besten Fall verringert ein Monitor die Reaktionszeit, dabei geht man aber praktisch schon vom schlimmsten aus, nämlich dass das Kind ohne äußeres Eingreifen tatsächlich seine Lebensfunktionen einstellen würde... Und DAS wiederum möchte ich jetzt nicht als das allerwahrscheinlichste annehmen.

Was auch eine Sache ist die mir sehr kritisch aufstößt, sind die "Einschlusskriterien" bei SIDS, da gibt es viele viele Kinder, die gar nicht obduziert wurden (wie will man da eine Ausschlussdiagnose stellen?), und auch diese Decken-Kissen-Vermeidungsstrategie klingt für mich nicht plausibel, denn wenn ein Kind in dem Stoffberg in seinem Bettchen erstickt, ist es in meinen Augen auch kein SIDS. Dann gibt es Statistiken, die auch die "Wirksamkeit" der Aufklärungskampagnen arg in Frage stellen, weil mit dem Erscheinungsjahr der Empfehlung im Ärzteblatt sofort die Zahlen sanken - so schnell macht eine Verhaltensänderung nicht die Runde. Außerdem stiegen zeitgleich die Zahlen der geklärten Todesursachen - gestorben sind weiterhin annähernd gleich viele.

Danke dir vielmals für dieses Zitat:


"There is no evidence that monitoring will decrease the risk of SIDS in preterm infants who do or do not have apnea, siblings of SIDS victims, or infants who have had a prior ALTE. In fact, the evidence that siblings of SIDS victims or infants who have had an ALTE are at any increased risk for SIDS is inconclusive and inadequate." (zu finden hier: http://www.ohsu.edu/xd/health/services/doernbecher/research-education/education/residency/upload/ALTE.pdf)

In Zusammenschau von allem oben genannten hatte ich nämlich auch eher den Eindruck, dass es nichts so richtig handfestes bei diesem Thema gibt, und Entscheidungen eben doch eher nach subjektivem Empfinden getroffen werden...

Eilika
02.05.2016, 09:46
Themenwechsel mit wieder mal ner Frage von einer Mutter, die findet, dass es wohl eher nicht lohnt, damit zum Kinderarzt zu rennen...
Kind, 18 Monate. Seit Donnerstag Nachmittag schlapp, fiebrig. Dies steigernd am Freitag und Samstag (da jeweils abends 40° Tempi oder auch drüber), allerdings ohne sonstige Symptome. Haben also einfach mal nichts gemacht und es auf eine Mischung aus Erkältung, Zahnen (kommen gerade 3 Eckzähne) und die Impfungen vom Dienstag (Meningokokken, 6fach) geschoben. Gestern ging es besser, noch müde und etwas quengelig, aber afebril. Heute dann am Morgen aufgewacht mit einem etwas seltsamen Ausschlag. Auf den Wangen beiseite kleinfleckig, an beiden Armen grosse ritzeratzerote Flecken (Ober- und Unterarm, sicher je Arm 4x3cm gross - im Verhältnis zum Arm also riesig), ganz dezent rot auch an den Oberschenkeln (aber eben, da wurde geimpft vor ein paar Tagen). Jetzt frage ich mich... gab vor kurzem Ringelröteln in der Krippe, aber nach dem, was ich lese, passt das nicht so ganz zu 100%. Da es ihm besser geht, würde ich einfach nix mehr machen. Oder sieht das wer anders? Und was könnte es noch sein, nur so interessehalber :-)
Danke schonmal!

wischmopp
02.05.2016, 17:51
Als Nicht-Pädiaterin sondern nur Mutter schmeisse ich mal das 3-Tage-Fieber in den Raum. Wobei da wohl auch der Stamm betroffen wäre und eher nur kleinfleckig...

Eilika
02.05.2016, 19:03
Passt irgendwie nicht zu diesen riesigen roten Flecken... es gebt ihm definitiv besser, aber die Haut ist unverändert übel...

THawk
02.05.2016, 19:26
Ist aber nicht erhaben, oder? Die kleinen können auch mal mehr oder minder unerklärliche Urticaria haben. Ansonsten fällt mir (als Päd-Derma-Depp) nicht viel intelligentes zu dem Bild ein. Definitiv nicht typisch 3-Tage-Fieber.

annekii
02.05.2016, 19:33
Ich kann das immer nicht richtig, wenn ich es nicht anfassen kann :-blush Ich würde auf was urtikarielles im Rahmen eines Virusinfektes tippen.

McBeal
03.05.2016, 04:28
Ich würde mich auch etwas Infekt-allergischem anschließen. Hatten meine beiden auch vor ein paar Wochen und habe ich auch schon häufiger in der Ambulanz gesehen. Aber nicht live ist immer schwierig.

LG
Ally

WalterSobchak
03.05.2016, 06:30
Erythema exsudativum multiforme?

WalterSobchak
03.05.2016, 06:34
Tut mir leid, wollt noch nicht absenden. EEM würde nach Anamnese und Beschreibung passen. Peri/Postinfektiös, teils erhabenes, im Verlauf großfleckig werdendes, teils ggf auch konfluierendes Exanthem. Die Kinder sehen zum Teil furchterregend aus ;-)
Ist nix schlimmes, nix machen.
Ringelröteln machen eigentlich nicht so krank.

Eilika
03.05.2016, 09:11
Nachdem jetzt auch noch neue Flecken am Stamm da sind, die gänzlich anders aussehen, gehen wir heute Abends dann doch noch zum Kinderarzt. Heute geht es nämlich eher schlapper uns ningeliger alles gestern und am Samstag wollen wir ja in die Ferien... ich bin gespannt.

WalterSobchak
03.05.2016, 09:42
EEM passt immer noch ;-)

Eilika
03.05.2016, 12:26
Gut möglich. Vielleicht übertreibe ich ja auch. Aber immerhin müssen mein Mann und ich die Woche jeder einen Tag bei der Arbeit fehlen und in den Urlaub wollen wir gern gesund starten und so... und da ich von Pädiatrie und von Dermatologie so gar keine Ahnung habe *grins*, ist die Mischung aus beidem erst recht nicht meins... wir werden sehen. 17:15 haben wir einen Termin bekommen beim Kinderarzt.

WalterSobchak
03.05.2016, 20:03
Und? :-)

Eilika
03.05.2016, 20:08
Sie weiß es auch nicht *grins*
Sie meint, es könnten auch gut Läuse und Fläche sein. Wangen und Stamm passen wohl schon zu Ringelröteln, die Extremitäten nicht. Könnte also einfach 2 Viren gleichzeitig haben. Ändert ja aber nix. NSAR bei Bedarf und daheim behalten... Aber wenigstens haben wir das jetzt auch offiziell und es kommt keiner auf dumme Gedanken, wenn ich am Freitag Brücken-kindkrank bin. Morgen bleibt der Papa daheim...

Schorsche
07.05.2016, 21:52
Sagt mal, behandelt ihr jede Lymphangiitis primär i.v.? Gerade in der Ambulanz: gestern in einen Splitter getreten, nicht entfernt, heute Eiter und etwa 8cm Lymphangiitis. Bekommt jetzt i.v.-Cefuroxim, hätte es aber bei sehr gutem AZ auch gerne oral gemacht (dann Cefaclor)...

WalterSobchak
08.05.2016, 18:09
Würds etwas vom Alter und AZ abhängig machen.
Ich würde, wenn afebril und Kind >2: Splitter raus, lokal antiseptisch + orales AB und gucken was passiert, engmaschig nochmal angucken.
Cefaclor ginge, ich mag bei solchen Sachen auch Amoclav.

Chaoskätzchen
08.05.2016, 18:22
Ich würde auch bei afebrilem Kind:
Splitter rausmachen, lokal desinfizieren und ruhigstellen, mit Amoxicillin + Clavulansäure per os behandeln und Kontrolle am Folgetag empfehlen, vorzeitig bei Fieber, Befundzunahme oder AZ-Verschlechterung

Jule-Aline
08.05.2016, 19:10
Passt zwar nicht hierher,aber weil es auch öfter in der UCH bei den Erwachsenen vorkommt: Wir nehmen solche Leute immer (auch wenn afebril) stationär auf und dann gibt es eine i.v. Antibiose mit Cephazolin 3x2g.
Kinder werden nach der Erstuntersuchung in die Kinderklinik geschickt.
Weiterhin gibt es noch bei den Erwachsenen die Rivanolverbände.

annekii
08.05.2016, 19:11
Ich würde es ganz genauso wie Walter machen. Bei gutem AZ, afebril und größerem Kind orales AB und zwar am liebsten Amoclav.