Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread
Anne1970
03.04.2022, 12:24
@Hühnchen: ich guck mal… :grins:
@Anne1970: vielen Dank für die Zusammenstellung der Beiträge! Ich mein das zeigt einfach mal den Fakt, dass wir es mit dem Streik eben doch in die Presse geschafft haben und ein Signal gesetzt haben das auch gesehen wird.
Anne1970
03.04.2022, 21:57
:grins: sehr gern … und das waren Auszüge
SineNomine
04.04.2022, 16:30
wie es weiter geht? Stay tuned
Das macht mittlerweile deutlich mehr Angst als Hoffnung. Aber bleibt uns eh nix anderes übrig, als "tuned" zu bleiben ...
Relaxometrie
04.04.2022, 18:49
Ich weiss garnicht, wie sehr ich mich da freuen soll, solche Vertreter meiner Zunft zu haben.
Danke für nichts und kein Wunder, dass uns niemand ernst nimmt.
Das macht mittlerweile deutlich mehr Angst als Hoffnung. Aber bleibt uns eh nix anderes übrig, als "tuned" zu bleiben ...
Was tragt Ihr denn zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei? Wenn Ihr den MB so kritisiert, könnt Ihr es ja anscheinend besser?
Oder arbeitet Ihr einfach unterwürfig bis zur Rente weiter und motzt nur herum?
Endoplasmatisches Reticulum
04.04.2022, 19:43
Was tragt Ihr denn zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei? Wenn Ihr den MB so kritisiert, könnt Ihr es ja anscheinend besser?
Meinst du, "mach's besser oder halt die Klappe" stimuliert junge Ärzte zu einer aktiveren Teilhabe an dröger Berufspolitik? Abgesehen davon, dass das ein absolut hohles Scheinargument ist. Kritik ist nicht und war noch nie auf den Mund von Aktivisten und Funktionären beschränkt.
SineNomine
04.04.2022, 20:51
Was tragt Ihr denn zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei? Wenn Ihr den MB so kritisiert, könnt Ihr es ja anscheinend besser?
Oder arbeitet Ihr einfach unterwürfig bis zur Rente weiter und motzt nur herum?
doof, dass der König vor der französischen Revolution nicht die Bauern gefragt hat, was sie denn zur Verbesserung beitragen, dann hätts diese ganzen doofen Institutionen wie Demokratien gar nicht gegeben, in denen man sich gegenseitig kritisiert ...
PS: Gut, dass Du Dir nur die Teile der Posts rausgesucht hast, erspart Dir die Mühe, zum inhaltlichen was sagen zu müssen ;)
Die Bauern der französischen Revolution haben aber was getan und nicht bloß in irgendwelchen Foren gemotzt. Insofern: organisiert euch, stellt was auf die Beine, tut was.
Denn wie ich schon mehrfach erwähnt hab: ich hab nichts dagegen wenn man was tut. Ich kann vielen Forderungen des MB Gutes abgewinnen, die Erfolge der letzten Jahre find ich persönlich auch deutlich besser als sie meist dargestellt werden. Und ich hab die Hoffnung dass der MB auch dieses Mal wieder Verbesserungen erreicht. Daher war ich auch in Frankfurt persönlich dabei. Es war ein Riesenaufwand. Ewig unterwegs nur um dann für eineinhalb Stunden in der Masse zu stehen und bissl Lärm zu machen. Aber ich hoffe es hat sich rentiert und es geht wieder was voran.
Was Relaxometrie meint und ich vielleicht mal klarer schreiben sollte: ich hasse es wenn Leute außer zu Hause vor dem PC rumlungern nichts tun und dann alles schlecht reden. Das ist inzwischen üblich geworden, aber auch traurig. Es gibt ein paar Leute die ernsthaft versuchen sich mit oder über den MB den Arsch aufzureißen und andere sitzen daheim und motzen nur.
Daher: tut was. Irgendwas. Oder macht konstruktive Vorschläge. Irgendwas.
SineNomine
05.04.2022, 07:45
ich machs mal kurz...
Die Bauern der französischen Revolution haben aber was getan und nicht bloß in irgendwelchen Foren gemotzt. Insofern: organisiert euch, stellt was auf die Beine, tut was.
mehr als die Teilnahme an den MB-Streiks ist einfach zum ggw. Zeitpunkt nicht realistisch, auch wenn man die Forderungen ggf. als unzureichend erachtet.
Aber...
Was Relaxometrie meint und ich vielleicht mal klarer schreiben sollte: ich hasse es wenn Leute außer zu Hause vor dem PC rumlungern nichts tun und dann alles schlecht reden. Das ist inzwischen üblich geworden, aber auch traurig.
Den Teil unterschreibe ich nur sehr eingeschränkt. Dass man sich an Aktionen wie den Streiks beteiligt ist wichtig. Dass "der PC" per se wirkfrei ist hingegen nicht, wie man es bspw. an diversen Bloggern gesehen hat, dies dann letztlich über die Talkshows auch in die politische Diskussionslandschaft geschafft haben. Im Gegenteil, die Verzahnung von On- und Offline wird eigentlich immer unentbehrlicher. Das bitte ich jetzt mal unabhängig vom konkreten Einzelfall zu verstehen. Und wäre tatsächlich ein Bereich, in dem Ärzte oder Ärztevertreter auch noch Möglichkeiten hätten, quasi als "Influencer".
Und zum letzten Punkt: Kritik als solche führt zur Diskussion und die Diskussion zum Austausch von Standpunkten und ggf. zur Einbeziehung neuer Argumente / Fakten / Wünsche / Ideen. Das fängt letztlich schon bei Dingen wie dem Peer Review an (ja, ich weiß, auch das ist - um beim Thema zu bleiben - oft in der Kritik)
Grüßlis
Endoplasmatisches Reticulum
05.04.2022, 08:47
Was Relaxometrie meint und ich vielleicht mal klarer schreiben sollte: ich hasse es wenn Leute außer zu Hause vor dem PC rumlungern nichts tun und dann alles schlecht reden.
Warum? Erstmal unterstellst du damit ziemlich viel. Aber selbst wenn es zuträfe, ist das dennoch nur ein verklausuliertes argumentum ad hominem.
Ärgerst du dich über die Bank, weil sie dir den Kredit nicht gewährt hat? Wie viele Kreditinstitute hast du denn schon gegründet?
Der Hofladen hat dir Gammelobst verkauft? Du darfst natürlich keine negative Bewertung im Internet schreiben, wenn du nicht selbst Bauer bist und frisches Zeug anbietest. Erstmal selber besser machen! Ist doch klar.
Du findest, Gesundheitspolitik in Deutschland ist ein Trauerspiel? In welcher Partei bist du denn aktiv?Handfeste Kritik wurde hier genannt. Da kamen dann etwa auf eine Gehaltserhöhung über Inflationsniveau als Einstiegsforderung Nullaussagen wie "Man kann nicht mit absurden Vorstellungen in eine Verhandlungen einsteigen" oder "Es müssen zwei Unterschriften unterm Vertag stehen" als Antwort. Ersteres ist nicht zutreffend und Letzteres ist eine sehr fragwürdige Grundkommunikation für eine Gewerkschaft, vor allem wenn sie von der Arbeitgeberseite bekanntermaßen so gar nicht geteilt wird.
Im Kern hast du ja nicht Unrecht. Aber mich persönlich nervt es ein wenig, dass in jedem Thema hier im Forum, wo Arbeitsbedingungen diskutiert werden oder Dinge, die im Gesundheitswesen schief laufen, früher oder später das nullige "Wehr dich einfach, dann wirds gut" und "Wenn du nicht haarklein darlegst, welche Form von Aktivismus du selbst lebst, dann bist du selbst Schuld und hast hier nichts zu melden" kommt. Das ist auch nicht konstruktiv, sondern bestenfalls inhaltsleeres Flanieren irgendwo zwischen Ghostlighting und Victim Blaming. Achja, und selbst wenn man dann mal berichtet, dass man sich gewehrt hat und der Ausgang leider so gar nicht dem Happy-Go-Lucky-Narrativ gewisser Mitforumisten entsprach, dann wird das als extreme Abweichung von der Norm abgetan, sowas gibts nirgendwo, alles flauschig ...
Witzlos. Und dann wundert man sich, dass junge Ärzte ihren Frust in sich rein fressen, bis es nicht mehr geht. Ja klar. Wenn sie ihn nichtmal äußern dürfen, ohne ihn sogar vom eigenen Stand auf sich selbst zurück deflektiert zu kriegen.
Kackbratze
05.04.2022, 09:15
Ich soll also meine Lebenszeit bei einer aktuell nicht gut verhandelnden Gewerkschaft einbringen, wenn sie sich lieber mit Maskenpflicht oder anderen Interviews in die Medien bringt?
Da bleibe ich lieber im Betriebsrat, so wie früher ODER mach einen AT Vertrag, dann ist mir der ganze Gewerkschaftsbums egal und die anderen Internetraketen können einander bei Kritik am System erzählen, was sie alles tun müssen bis sie berechtigt sind Kritik zu äußern.
Anne1970
05.04.2022, 12:03
https://www.instagram.com/p/Cb94l10qy7l/?utm_medium=share_sheet
Hier nochmal ein Querschnitt von Pressemitteilungen - jetzt liegt der Ball im VKA-Spielfeld
Zur Diskussion: es ist völlig legitim sich nicht oder nur für eine Weile zu engagieren. Forderungen formulieren kann man auch ohne Engagement. Völlig in Ordnung.
Wollen wir hier mal ne Liste mit aus unserer Sicht umzusetzendem Punkten zusammenstellen?
Hab verstanden, dass die Prozent- Forderung durchgehend zu niedrig gesehen wird .
Also Forderung an MB: 1) fordert mehr prozentuale Erhöhung (Wieviel?)
2) was denkt ihr?
Wie im Info- Thread schon beschrieben: der MB wirkt erst seit einiger Zeit als Gewerkschaft. Er ist seit Gründung Berufsverband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte. Da kann er sich sehr wohl zu aktuellen gesundheits-und gesellschaftspolitischen Themen äußern. Die Medien greifen das auf oder -häufig- auch nicht. :grins:
BR- ( oder Personalrat) -Engagement vor Ort ist enorm wichtig: meist sind ärztliche Mitglieder zwar zahlenmäßig in der Minderheit, doch sollte das Gremium eh als Team wirken. In diesen Tagen sind wieder BR-Wahlen: leider gibt’s allenthalben zu wenig Wahlbeteiligung.
Daran ließe sich durch einen minimalen Aufwand von jedem von uns was ändern….
SineNomine
05.04.2022, 12:16
https://www.instagram.com/p/Cb94l10qy7l/?utm_medium=share_sheet
Hier nochmal ein Querschnitt von Pressemitteilungen - jetzt liegt der Ball im VKA-Spielfeld
Falls es zu einem Folgestreik kommt, für welche Forderungen streiken wir dann eigentlich aktuell, also von welchen Tariferhöhungen und welcher Laufzeit reden wir da als gegenwärtige Forderung? Welchen Ball darf die VKA verwandeln?
Interessiert mich jetzt vor dem Hintergrund wahrscheinlich weiter steigender Inflation ehrlich gesagt sehr, ob man zumindest an den 5,5% auf ein Jahr festhält oder jetzt schon für 3% p.a. auf 2 Jahre auf die Straße geht. Zumal die aktuelle Inflationsrate sich jetzt letzten Monat auch schon auf 7,3% gesteigert hat.
Endoplasmatisches Reticulum
05.04.2022, 13:29
Wollen wir hier mal ne Liste mit aus unserer Sicht umzusetzendem Punkten zusammenstellen?
Hab verstanden, dass die Prozent- Forderung durchgehend zu niedrig gesehen wird .
Also Forderung an MB: 1) fordert mehr prozentuale Erhöhung (Wieviel?)
2) was denkt ihr?
Ich denke, das ist einer der Kernpunkte. Eben weil es eine der wenigen Maßnahmen ist, die bei den Ärzten unabhängig von den übrigen Baustellen wirklich ankommt. Und zwar ohne die Einforderungsverantwortung bei Nichtbeachtung durch den Arbeitgeber auf den Assistenzarzt abzuwälzen, der oft zu wenig Hebel im Machtspiel hat.
Ich weiß nicht, ob der durchschnittliche Unbeteiligte da wirklich ein Gespür für haben kann. Aber intuitiv würde ich sagen: Wenn ich am Ende der Verhandlungen bei 5 % rauskommen will, sollte ich mit 8 - 9 % in die Verhandlungen einsteigen. Ob die 5 % als Ziel überhaupt suffizient sind, ist dann nochmal eine andere Diskussion. Bloß wie gesagt, niemand steigt in Verhandlungen ein mit der Erwartung, dass die eigene genannte Zahl nicht unterboten wird. Man muss dem MB bei einer Eingangsforderung von knapp über 5% unterstellen, als eigentliches Ziel vielleicht so 2-3 % im Sinn gehabt zu haben. Und das ist extrem mager. Dieser Kritik kann sich der MB m.E. nicht entziehen.
vanilleeis
05.04.2022, 13:37
1) Angemessene Vergütung entsprechend der aktuellen und zu erwartenden Inflation
2) Auf keinen Fall eine Verschlechterung bezüglich der Anzahl der Dienste pro Monat! Klare Regelung bezüglich der Überschreitung der vier Dienste. Bessere (für den AG dann wirklich mal schmerzhafte) Entschädigung beim 5,6,7 Dienst. Keine Regelung entsprechend der nach VKA folgenden Tarifverträge (7 Dienste möglich in kleine Abteilungen), bzw. dies nur, wenn mal selber damit schriftlich einverstanden ist!!
3) Endlich eine Regelung für Teilzeitkräfte (ratierliche Anzahl der Dienste)!!!!
4) Wünschenswert wäre es, dass die Einführung der elektronischen Arbeitszeiterfassung auch kontrolliert wird, bzw. hier klare Regelungen getroffen werden, was darunter fällt und was nicht. Nicht-Einhaltung muss sanktioniert werden und zwar per Tarifvertrag und nicht auf Engagement eines einzelnen Arztes
SineNomine
05.04.2022, 13:50
Wollen wir hier mal ne Liste mit aus unserer Sicht umzusetzendem Punkten zusammenstellen?
Hab verstanden, dass die Prozent- Forderung durchgehend zu niedrig gesehen wird .
Also Forderung an MB: 1) fordert mehr prozentuale Erhöhung (Wieviel?)
2) was denkt ihr?
Um die Fragen zu beantworten:
Bei erwarteten Inflationsraten von >7% sollte man zumindest um die 9% fordern, da man gesichert weiß, dass in einer Verhandlung immer ein Kompromiss herauskommt.
Die Arbeitgeber werden bestimmt wie die EZB sich auf eine wahrscheinlich vorübergehende Teuerung berufen, als Gegenvorschläge kann man entweder die Befristung auf ein Jahr mit dann neuen Verhandlungen anbieten oder aber man koppelt die Erhöhungen an durch statistisches Bundesamt ermittelte Inflationsrate bzw. Verbraucherpreisindex.
Bei letzterem kann man in der Öffentlichkeit sogar noch sagen, auf Reallohnzuwächse zu verzichten (so komisch "Verzicht" bei den Steigerungen dann auch klingen mag)
Auf den Vorwurf einer "lohn-preis-spirale" kann man simpel entgegnen, dass man es stattdessen mit einer preis-lohn-spirale zu tun hat, das heißt die Preiserhöhungen gehen der Tariferhöhung voraus, die auf Reallohnsteigerungen verzichtet und somit versucht, die Teuerung nicht weiter anzuheizen ohne den Arbeitnehmer Kaufkraft- und Reallohnverluste zuzumuten.
Endoplasmatisches Reticulum
05.04.2022, 14:01
Keine Regelung entsprechend der nach VKA folgenden Tarifverträge (7 Dienste möglich in kleine Abteilungen), bzw. dies nur, wenn mal selber damit schriftlich einverstanden ist!!
Schwierig. Dann kriegst du in gefragten Abteilungen einfach noch einen Zettel mehr zum Opt-Out mit dem Vertrag zugeschickt. Ich denke der einzige Weg hier effektiv zu helfen ist wirklich über die Vergütung.
4) Wünschenswert wäre es, dass die Einführung der elektronischen Arbeitszeiterfassung auch kontrolliert wird, bzw. hier klare Regelungen getroffen werden, was darunter fällt und was nicht. Nicht-Einhaltung muss sanktioniert werden und zwar per Tarifvertrag und nicht auf Engagement eines einzelnen Arztes
100% Zustimmung!
SineNomine
05.04.2022, 15:15
noch ein Nachtrag:
Wenn das Kind für diese Verhandlungen mit den 5,5% schon in den Brunnen gefallen ist, sollte man sich unter keinen Umständen auf eine Laufzeit jenseits von 12 Monaten einlassen. Sonst zementiert man Reallohnverluste wahrscheinlich schon Jahre im voraus. So könnte man wenigstens in der nächsten Verhandlungsrunde, die dann ja bald anstünde, versuchen, wieder etwas gutzumachen.
McLaren422
05.04.2022, 16:45
ich denke, wir können froh sein, wenn wir 2,5% kriegen.
5,5% wären akzeptabel, werden wir aber in Millionen Jahren nicht kriegen. Da können wir streiken, toben und brüllen wie wir wollen. Bevor uns der VKA-Wolfgang 5,5% gibt, lässt er uns lieber das Gesundheitssystem kaputtstreiken...
dissection
05.04.2022, 17:15
noch ein Nachtrag:
Wenn das Kind für diese Verhandlungen mit den 5,5% schon in den Brunnen gefallen ist, sollte man sich unter keinen Umständen auf eine Laufzeit jenseits von 12 Monaten einlassen. Sonst zementiert man Reallohnverluste wahrscheinlich schon Jahre im voraus. So könnte man wenigstens in der nächsten Verhandlungsrunde, die dann ja bald anstünde, versuchen, wieder etwas gutzumachen.
This! Bitte bei inadäquatem Tarifanstieg unbedingt eine kurze Laufzeit versuchen!
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