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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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Feuerblick
17.02.2022, 20:56
Als echte Alternative hat sich der MB damals aber auch nicht erwiesen. Vielleicht können Ärzte auch nicht Gewerkschaft… :-nix

Blaulicht86
17.02.2022, 21:06
“..Arbeitnehmer könnten ihr Recht einfordern. Dazu kann man sich Hilfe holen. Aber auf dem Silbertablett gibt’s das nicht..”

Ich war bis jetzt stiller Mitleser. Auch wenn es vielleicht nur ein Beitrag sein wird den ich schreibe, habe ich mich jetzt registriert.

Ich bin fassungslos. Fassungslos darüber, dass jemand der meine Interessen vertreten soll, mir, uns, nicht mal impliziert sondern direkt ins Gesicht klatscht man könne sich doch bitteschön seine Rechte einfordern. Wir sollen uns nun um die Durchsetzung verbindlicher Vereinbarungen bemühen, welche mehr schlecht als Recht in einem Tarfivertrag festgesetzt wurden? Nachdem uns die Klinik jeden Tag auffrisst, ausspuckt, um uns wieder aufzufressen? Und wir einfach nur noch mürbe sind. Mhm.

Ich habe mich nie in die erste Reihe gestellt und ständig hier geschrien, sondern meine Arbeit gemacht, auch an vorderster Front. Ich fühle mich in dieser Pandemie mehr denn je, auch vom Marburger Bund, verraten und bin mittlerweile nicht mehr enttäuscht und traurig über fehlende Wertschätzung und den Hohn, sondern verbittert. Ich erwähne an dieser Stelle, dass ich längst ausgetreten bin.

Seinen “Hintern für einen Streik hochzukriegen” ist kein Problem. Das Problem ist ganz woanders. Zahnloser Wolf trifft es für mich nicht. Ich finde ihn gefährlich, richtig gefährlich, aber nicht für diejenigen, die das Hamsterrad in dem wir rennen ständig eine Stufe höher drehen. Sondern gefährlich für die, die sich darin befinden.

Und jetzt verabschiedet sich die Prinzessin auf der Erbse, welche in ein paar Stunden wieder ihren Thron als Alleinherrscherin über 3 Stationen besteigen darf. Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass die einzigen, die mir seit Jahren etwas auf dem Silbertablett servieren, die Pflege ist, der’s auch beschissen geht (danke an der Stelle für den heißen Kaffe mit Trostkeks jeden Morgen) und meinem Partner der den gesamten Haushalt schmeißt, weil ich es nicht mal mehr schaffe abends drei Teller aus der Spülmaschine zu räumen. Es sind noch nicht mal Pappteller, mit denen der Marburger Bund wedelt wenn wir Rückenwind brauchen (unser Haus mit verschiedenen Abteilungen berichtet aus eigener Erfahrung).

Brutus
17.02.2022, 21:09
Besser als Verdi aber auch jeden Fall. Wenn wir weiter auf die gewartet hätten, dann würden wir immer noch im BAT feststecken.
Für alle Kinder hier: der BAT war damals schon abgeschafft. Oder? Nein! Die Ärzte können wir immer noch mit einem nicht mehr existierenden TV weiterbeschäftigen. Und wenn keiner was sagt, ... :-nix

SineNomine
17.02.2022, 21:45
Nur die Alternative Verdi ist KEINE!

Eine Gewerkschaft, die als Maximalforderung eine Reallohn-Nullrunde in den Raum wirft und neue Arbeitsrahmenbedingungen durch möglichst viele Ausnahmetatbestände gleich wieder konterkariert ist aber aktuell auch keine.

Und in der Presse stehen vom Marburger Bund nicht die Arbeitsbedingungen für Ärzte, sondern Warnungen vor Lockerungen der Coronamaßnahmen. Da ist der Kompass irgendwo unterwegs verloren gegangen ... zumal Covid die perfekte Schaufläche geboten hätte, die man mit monatelangen Verhandlungsverschiebungen jetzt ungenutzt verstreichen lässt.

Dass der MB vor 15-20 Jahren mal deutliche Verbesserungen erreicht hat ist das eine, dass man sich jetzt bei manchen Äußerungen eher an den Kopf fasst das andere. Die ersten tragfähigen Sozialgesetze wurden auch im Kaiserreich eingezogen, ohne dass ich mir jetzt die absolute Monarchie zurückwünsche....

anignu
17.02.2022, 23:22
Herzlichen Glückwunsch. Das betrifft dann nur diejenigen, die Rufbereitschaft haben, also fallen die meisten Assistenten raus. Aber schön, dass es für Dich dann ein zufriedenstellender Abschluss ist. Ich verstehe ja, dass wir alle Egoisten sind, ob wirs dann so raushängen lassen müssen, ist eine andere Sache...
Mei o mei, kann ich da nur sagen. In der letzten Tarifrunde wurden die Bereitschaftsdienste deutlich aufgewertet, dieses Mal haben sie sich die Rufbereitschaften vorgenommen. Ob sie das durchsetzen steht noch in den Sternen.
Ich versuch zu erklären dass es nicht nur um die reinen Tabellenentgelte geht und das Anhand eines Beispiels. Herzlichen Glückwunsch kann ich da nur sagen. Null verstanden. Vor lauter Neid blind für den Inhalt geworden.

Bleibt nur der Austritt und der Entzug der Finanzierungsgrundlage. MB ist aktuell einziger Verhandlungspartner. Bei den Forderungen versteh ich schon, weshalb sich die Arbeitgeberseite trotz Tarifeinheitsgesetz darauf eingelassen hat...
Glaubst du ernsthaft dass unsere Interessen besser vertreten werden wenn man aus dem MB austritt und ihm die Finanzierungsgrundlage entzieht? Schonmal bissl länger drüber nachgedacht?

Das Problem ist: Die meisten Ärzte WOLLEN nicht streiken aufgrund irgendwelcher gefühlter Sanktionen (und wehren sich nich tmal im Kleinen) und der Marburger Bund versteht es nicht, die Ärzte zu mobilisieren, dass sie sich wehren.
Würde der MB auftreten wie Cockpit oder die GDL, würden die Ärzte vielleicht auch glauben, dass ihre Gewerkschaft sie vertritt und den Hintern hochbekommen.
Ok, also der MB hat es mal geschafft zu mobilisieren, jetzt aber scheinbar nicht mehr so gut. Wieso? Wer war damals der Vorsitzende? Charisma? Und wenn man sich vergleicht mit anderen Gewerkschaften, wie kann es sein dass man als Arzt den Gewerkschaftsführer der GDL fast besser kennt als die vom MB? Auftreten, Charisma, Mitreißen etc.
Was ist die Lösung? Austreten? Engagieren? Oder bleiben, abwarten und hoffen.

Die Gewerkschaft, die im Betrieb die meisten Mitglieder hat, stellt auch die Vertretung. Und da die meisten Ärzte (mit gutem Grund) im MB sind und NICHT bei Verdi... :-nix

Vielleicht sollten sich die jungen Padawane mal mit den älteren Semestern unterhalten, warum der MB Verdi abgelöst hat!
Es ist ja nicht so, dass nicht Verdi schon mal für uns zuständig (HAHAHAHA!) war. Aus Erfahrung weiß ich aus erster Hand, dass sie Verdi (genauso wie die zu damaliger Zeit hauptsächlich mit Nichtärzten besetzten BR/MAV) mitnichten für die Belange der Ärzte einsetzen wollten / sich eingesetzt haben. Ich habe die Zeiten noch erlebt, in denen AiP mit 1500€/Monat und Assistenzärzte mit 2300€/Monat (BRUTTO) nach Hause gegangen sind. Da hat der MB schon einiges bewirkt. Und in der Folge waren große Lohnsprünge nicht mehr so wirklich drin, weil damals da wirkliche Lohnsteigerungen erzielt wurden. In der Folge wurde dann vermehrt auf die Arbeitsbedingungen eingewirkt.
Auch wenn ich jedesmal denke, dass der MB uns unter Wert verkauft hat, weiß ich eben auch, dass da immer zwei Unterschriften auf dem Papier stehen müssen. Und halt doch immer ein Kompromiss gefunden werden muss.
Insofern bleibe ich dem MB treu, auch wenn ich das ein oder andere Mal Bauschmerzen habe. Nur die Alternative Verdi ist KEINE!
DANKE! Endlich noch jemand der auch ein bissl noch für den MB eintritt. Vielleicht muss man tatsächlich mitbekommen haben was früher war. Als von verdi die Gehälter der Ärzte gegen die Pflege ausgespielt wurden. Als es hieß "nur bisslwas für die Ärzte dafür umso mehr für die Pflege" und so. Und auch als die Bedingungen noch weit besch... waren als heute. Heute ist der Tariflohn echt nicht schlecht und die Jungen stellen sich hin und motzen auf hohem Niveau dass sie gern mehr hätten, dafür aber nix tun wollen und die Gewerkschaft unterstützen ist eh schei.... Und im Übrigen hätte die Gewerkschaft sich längst drum kümmern müssen dass die Arbeitsbedingungen (die sich eh schon massiv verbessert haben!) weiter verbessert werden.

Nein, der Marburger Bund ist nicht perfekt. Hat niemand behauptet. Aber er ist aktuell das Beste was wir haben und die einzige Möglichkeit wirklich was zu erreichen ist entweder den MB zu unterstützen als Mitglied oder sich darin zu engagieren.
Umso mehr Leute also austreten umso höher wird die Wahrscheinlichkeit dass der MB die Tarifverhandlungen wieder an verdi verliert. Und ich kann es auch nur wiederholen: das wollt ihr nicht!

Blaulicht86
18.02.2022, 00:54
Die “früher mussten wir noch 10 Kilometer barfuß im Schnee zur Schule laufen” Stories ziehen bei mir schon lange nicht mehr. Ich lasse mir weder durch unsere Klinikleitung noch von sonstwem hier weismachen, dass sich im jugendlichen Leichtsinn auf hohem Niveau beklagt wird, während man die “Sch****” wegschrubbt. Ich weiß wer die Leistungsträger sind, derweil andere nachts Bubu machen. So läuft es, denn die Kliniken haben Narrenfreiheit weil bei keinem Vertragsbruch, versteckte Kappungen oder Verletzung des Arbeitsschutzgesetzes mal kräftig auf die Finger gehauen wird.
Nein, ich spende mein Geld nicht mehr dem Marburger Bund für so ne Performance. Und nein, ich lasse mir auch nicht einreden, dass “der Tariflohn echt nicht schlecht ist” (bricht man das mal auf den Stundenlohn runter wenn Anwesenheitszeit in der Klinik = Arbeitszeit ist). Wo will man denn vergleiche ziehen? Wenn sich jmd anderes 65 Stunden auf der Arbeit befindet, verdient fast jeder xbeliebige “nicht schlecht”.
Ich weiß ja nicht wie die grandios “aufgewerteten Bereitschaftsdienste” bei euren Lohnabrechnungen zu Buche schlagen… bin mir aber sicher, dass ich nicht die einzige bin, die nicht in Jubelschreie ausbricht und sich denkt, ja da mach ich doch gerne noch den 6ten Dienst und verzichte auf einen weiteren netten Abende mit Familie oder Freunden.
Erfreulicherweise können sich immer mehr Ärzte abgrenzen und verstehen, dass nicht mit ihnen was nicht stimmt, sondern es einfach nicht mehr zeitgemäß ist, sich arbeitsmäßig so zu schänden.

Nefazodon
18.02.2022, 01:07
Wow Leute. Auf den letzten Seiten ist dieser Thread aber ganz schön ins MB gebashe abgedriftet.

Dazu muss ich dann auch nochmal was schreiben!

Diejenigen, die sich hier empören, dass der MB die getroffenen Regelungen, die mit den Arbeitgebern verabredet wurden (aber von diesen oft genug ignoriert werden), nicht auf der Ebene des einzelnen Individuums überwacht bzw. die Nichteinhaltung nicht sanktioniert, übersehen, meiner Meinung nach, dass der MB das gar nicht leisten KANN.
Keine Gewerkschaft kann das. Wenn Rechte aus einem gültigen Tarifvertrag verletzt werden, ist es Aufgabe des einzelnen Arbeitnehmers, diese seine Rechte durchzusetzen, notfalls auch vor Gericht. Aber der MB als Gewerkschaft kann die einzelnen Arbeitgeber nicht verklagen oder anders sanktionieren. Das sieht das Arbeitsrecht nicht vor.
Dabei ist der MB also auf die einzelnen Mitglieder angewiesen, die sich selbst für ihre Rechte einsetzen MÜSSEN.
Was der MB aber tun könnte, wäre , die einzelnen Mitglieder, die prozessieren, mit rechtlicher Beratung und mit Prozesskostenhilfe zu unterstützen.
Nur: Hat überhaupt schonmal jemand versucht, so eine Hilfe vom MB in Anspruch zu nehmen? Ich glaube nicht, denn dazu müsste man erstmal klagen....

Dann das Thema Streik: Ja, es stimmt, dass sich der MB in den letzten Tarifverhandlungen oft relativ zahnlos präsentiert hat. Das Problem ist nur: Im Gesundheitswesen zu streiken, und das gerade auch in der Pandemie, ist nicht so einfach. Es darf nicht auch nur der Anschein einer Patientengefährdung bestehen...
Erstens könnten Gerichte die Streiks sonst verbieten und zweitens könnte der MB sonst seine moralische Legitimation verlieren und damit noch mehr Mitglieder.

Es wird immer gesagt, dass in der Pandemie mehr rauszuholen gewesen wäre und mit der Pflege verglichen, doch dabei wird übersehen, dass wir Ärzte nunmal gesellschaftlich keine Lobby haben. Die Pflege hat es geschafft, in den Medien Gehör für ihr Anliegen zu finden. JEDER weiß, dass die Arbeitsbedingungen der Pflege prekär sind.
Von Ärzten, auch Assistenzärzten, glaubt man in der Öffentlichkeit immer noch, sie seien Halbgötter in weiß, die alle einen Ferrari fahren. Das Assistenzärzte oft viele viele Stunden arbeiten, dass wir in der Weiterbildung von den Chefärzten abhängig sind, dass wir im Krankenhaus oft die Fußabtreter für alle sind, weil wir zwischen allen Fronten stecken, dass wir gemessen daran zu wenig verdienen....das ist in der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt. Es ist nicht bekannt, und es gibt auch kein entsprechendes Narrativ, dass in den Medien verbreitet würde. Im Gegenteil!. Daher fehlt uns für all zu große Forderungen und auch für Streiks einfach der öffentliche Rückhalt. Und das begrenzt auch die Verhandlungsmacht des MB.
Diese Verhandlungen sind ein gutes Beispiel: es kamen jetzt tatsächlich Meldungen dazu auf Spiegel und im DLF. Berichtet wurde aber nur von den Lohnforderungen. Dass es auch um die Arbeitsbedingungen geht, und dass das Angebot der VKA auch deshalb eine Frechheit ist, weil sie bereits erzielte Verbesserungen kassieren wollten, das wurde hingegen nicht erwähnt. Die Leute WISSEN das nicht. Leute kommen in die Notaufnahme, nachts, und wundern sich über lange Wartezeiten. Das dr Arzt alleine für die Stationen und die Notaufnahme zuständig sein könnte und vielleicht schon 18 Stunden gearbeitet hat, können sich die Leute nicht vorstellen.
Aufgrund dieser Vorstellungen muss man mit Streiks in der Pandemie jedoch vorsichtig sein.

Ein anderes Thema diesbezüglich ist auch der Rückhalt in der Ärzteschaft: Ein Streik bringt nur etwas, wenn auch genügend Leute bereit sind mitzumachen. Und dass ggf. trotz öffentlichem Missfallen. Trotz Missfallen des Chefs. Trotz Nachteilen in der Weiterbildung. Trotz ggf. nur einer Arbeitserlaubnis statt einer vollwertigen Approbation. Trotz ggf. Gehaltseinbußen während der Zeit des Streiks.
Es ist durchaus fraglich, wieviele wirklich bei einem Streik mitmachen würden. Gerade auch, wenn man die Kommentare hier so liest. Und das ist das Problem: Der MB muss sich gut überlegen, ob er zu einem Streik aufruft. Denn fataler als nicht zu streiken ist nur, wenn man zum Streik aufruft, und es macht niemand mit. Dann hat man den letzten Trumpf aus der Hand gegeben uns steht blank da.
Unabhängig davon kann man das Instrument "Streik" auch nicht unbegrenzt nutzen.

All jene, die hier fordern, der MB solle zum streiken aufrufen: Der MB kann das nur tun, wenn er die Unterstützung einer Mehrheit der Ärzte oder zumindest seiner Mitglieder sicher hat. Daher ist es extrem wichtig, Mitglied im MB zu sein. Anstatt sich zu beschweren, dass der MB nicht genug tut, sollte man sich in der eigenen Abteilung engagieren und mit dem MB vernetzen, für ihn Werbung machen. Nur, wenn der MB genug Rückhalt aus den Abteilungen bekommt, kann er auch Druck aufbauen und die Trumpfkarte "Streik" ausspielen.

Allerdings glaube ich tatsächlich, dass die VKA diesmal den Bogen überspannt hat. Und ich hoffe, die Stimmung ist überall so schlecht, wie hier im Forum, sodass ein Streik diesmal eine Option ist. Denn eines ist auch klar: Kommt die VKA mit ihrer position durch, dann hat sich der MB und mit ihm die Ärzteschaft wirklich lächerlich gemacht....dann wird es in zukünftigen Tarifverhandlungen nicht mehr um Verbesserungen gehen, sondern nur darum den Status Quo zu verteidigen. Umso wichtiger aber, dass wir Alle den MB unterstützen.

Ich bin ja auch nicht mit allem was der MB macht einverstanden. Beispiel Lohnforderungen und die Höhe der Lohnforderungen mit der der MB in die Verhandlungen geht. Aber Fakt ist: der MB ist die beste Interessenvertretung, die wir Ärzte haben. Ohne den MB hätten wir gar keine Vertretung!.

All Jene, die jetzt "Verdi" sagen: Verdi ist keine Alternative! Der MB wurde überhaupt erst gegründet, weil die Ärzte durch Verdi nicht richtig vertreten wurden. Der Anteil an nicht-ärztlichen Beschäftigten ist in Verdi viel zu groß und würde es immer sein. Mit der Konsequenz, das Lohnerhöhungen oder Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die Ärzteschaft im Gesamtpaket immer geopfert würden, um dafür an anderer Stelle Verbesserungen für die breite Masse der beschäftigen zu erreichen. Verdi ist nicht unsere Lobby. Wir haben keine Lobby.

Was ich mir allerdings vom MB wünschen würde: Stärker zu versuchen, die Arbeitsbedingungen der (Assistenz-)ärzte in den Blick der Öffentlichkeit zu bekommen! Versuchen, ein Narrativ zu entwickeln, wie es die Pflege auch geschafft hat! Und ja -soviel Kritik muss erlaubt sein-: Mit höheren Forderungen was Lohn und Arbeitsbedingungen angeht, in die Verhandlungen überhaupt einzusteigen!

Insgesamt habe ich aber das -rein subjektive- Gefühl, dass man dem MB an Allem nur bedingt die Schuld geben kann. Insgesamt ist in meinen Augen das Problem, dass ein Großteil der Ärzteschaft zu angepasst und passiv ist.

Pflaume
18.02.2022, 02:54
Was der MB aber tun könnte, wäre , die einzelnen Mitglieder, die prozessieren, mit rechtlicher Beratung und mit Prozesskostenhilfe zu unterstützen.
Nur: Hat überhaupt schonmal jemand versucht, so eine Hilfe vom MB in Anspruch zu nehmen? Ich glaube nicht, denn dazu müsste man erstmal klagen....
Bezüglich den Tarifverträgen hat der MB immer beraten. Als ich aber nach jahrelanger Mitgliedschaft im MB ein unterirdisches Arbeitszeugnis durch eine durch meine unerwartete Kündigung verbrämte Chefin bekam, hat der MB-Rechtsanwalt meine Bitte um Hilfe damit abgetan, dass das Zeugnis so sei, dass man nichts dagegen machen könne (was schon deshalb nicht stimmte, weil klare Formfehler drin waren), und meinen Antrag auf Rechtskostenhilfe für einen externen Anwalt & ggf. Prozess abgelehnt. Habe mich dann auf eigene Kosten gegen das Zeugnis gewehrt und bin aus dem MB ausgetreten, als kurz darauf auch noch diese absolute Frechheit mit dem Aufdrücken der Kosten für den EHBA an die angestellten Ärzte geschah, der MB nix dagegen tat, dass das so ins Gesetz gegossen wurde, und dann mit einer "rechtlichen Stellungsnahme" vom Justiziar des Bundesverbands dazu noch eins obendrauf setzte.


Dann das Thema Streik: Ja, es stimmt, dass sich der MB in den letzten Tarifverhandlungen oft relativ zahnlos präsentiert hat. Das Problem ist nur: Im Gesundheitswesen zu streiken, und das gerade auch in der Pandemie, ist nicht so einfach. Es darf nicht auch nur der Anschein einer Patientengefährdung bestehen...
Ich habe auch den Eindruck, dass sich hier ziemlich viele Leute tummeln, die zu jung sind, um die Ärztestreiks aus 2006 und 2010 miterlebt zu haben. Ärztestreiks haben immer das Problem, dass die Notfallversorgung aufrechterhalten bleiben muß, und wie will man in einer Pandemie, in der Geschäfte zugemacht werden und Kontaktbeschränkungen eingeführt werden, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, denn bitteschön rechtfertigen, dass Ärzte gleichzeitig zum Streiken auf der Straße rumlaufen? Ganz schlechtes Bild. Ich habe auch den Eindruck, dass der MB die Verhandlungen zum VKA-Tarif, der ja erst im September ausgelaufen ist, durchaus bewußt über den Pandemie-Winter bis ins Frühjahr verzögert hat, und natürlich ist auch das unverschämte Angebot der Arbeitgeberseite vor dem Hintergrund geschehen, dass die im Winter ganz genau wußten, dass der MB in dieser Situation nicht zum Streik aufrufen KANN, ohne dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer riesen Klatsche wird.


Die Pflege hat es geschafft, in den Medien Gehör für ihr Anliegen zu finden. JEDER weiß, dass die Arbeitsbedingungen der Pflege prekär sind.
Geht nicht mal so sehr um Arbeitsbedingungen im Sinne von Schichten oder Bezahlung, sondern 90% der Leute denken bei Pflege einfach an Arsch abwischen und vollgekotzte Betten neu beziehen, spüren beim Gedanken an Pflege direkt körperlichen Ekel, würden den Job deshalb selbst nicht für viel Geld machen wollen und empfinden *deshalb* die Arbeit von Pflegekräften als prekär. Ganz anders als beim Arztberuf.


Insgesamt habe ich aber das -rein subjektive- Gefühl, dass man dem MB an Allem nur bedingt die Schuld geben kann. Insgesamt ist in meinen Augen das Problem, dass ein Großteil der Ärzteschaft zu angepasst und passiv ist.
Aus den hier schon angesprochenen Gründen: Weiterbildungsassistenten sind abhängig in einem Ausmaß, wie sich das kaum ein Normalbürger vorstellen kann. Fach- und Oberärzte handeln sowieso AT-Verträge aus oder gehen bald in die Niederlassung, die haben also kein Interesse daran, dass der MB was für das Gros der Assistenzärzte in Kliniken tut.

Angesichts dieser Schwächen finde ich das, was der MB in den letzten 15 Jahren an tariflichen Verbesserungen für angestellte Ärzte herausgeschlagen hat, auch gar nicht so schlecht. Gerade die Bereitschaftsdienst-Entgelte haben sich wahnsinnig erhöht, und im TVÄ/VKA auch gerade in den letzten 5 Jahren nochmal ordentlich, so dass, wie anignu (glaube ich) schon gesagt hat, die prozentuale Erhöhung der Grundgehalts-Tabelle in den letzten 2 Tarifrunden gerade für Weiterbildungsassistenten, die naturgemäß meistens relativ viel Bereitschaftsdienst machen, gar nicht so entscheidend war.

Als Assistenzarzt im ersten Jahr gabs im TVÄ/VKA für vier 24h-Dienste der höchsten Bereitschaftsdienst-Stufe (Stufe 3) im Jahr 2018 ungefähr 2.600 Euro brutto oder vielleicht auch ein paar Euro mehr, die genauen Zahlen habe ich gerade nicht da. Ich weiß jedenfalls aus der Gehaltsabrechnung meiner Freundin, dass es in der ersten Facharzt-Stufe in 2018 3.096 Euro brutto für vier 24h-Dienste (inkl. Nachtzuschlag) gab. 2021 gab es für die gleichen vier 24h-Dienste der höchsten Bereitschaftsdienst-Stufe 3.502,95 als Assistent im ersten Jahr und 4.165 Euro in der ersten Facharzt-Stufe. Das sind einfach mal 900 bzw. 1.000 Euro mehr Bruttogehalt pro Monat allein durch die vier Bereitschaftsdienste, innerhalb von 3 Jahren.

Also so schlecht waren die Erhöhungen in den letzten Jahren nicht. Beklagen, dass die Verdi-Abschlüsse in den letzten Jahren (ein wenig) besser waren, können sich höchstens Leute, die keinen Bereitschaftsdienst, sondern nur Vollarbeit (z.B. im Dreischicht-System) oder Rufbereitschaften leisten. Bei denen sind diese besonders knackigen Erhöhungen aus dem Bereitschaftsdienst nicht angekommen.

Wenn man noch weiter zurück schaut, ist es noch krasser: Das Entgelt für 4 24h-Dienste im ersten Assistenzarzt-Jahr betrug bei der höchsten Bereitschaftsdienst-Stufe vor dem Ärzte-Streik 2010 irgendwas um die 1.500 Euro. Exakt habe ich die Zahl zugegebenermaßen nicht mehr im Kopf, ich glaube es waren vielleicht sogar nur 1.400 Euro. Nachtzuschlag für Bereitschaftsdienst gabs damals noch gar nicht. Wir freuten uns königlich, als 2010 15% steuer- und sozialversicherungsfreier Nachtzuschlag für Bereitschaftsdienst erstritten wurde! Und im Jahr 2006 vor dem ersten großen Ärzte-Streik wurden in meiner Klinik Bereitschaftsdienste überhaupt noch nicht vergütet. Da blieb man als Weiterbildungs-Assistent nach 16 Uhr einfach kostenlos bis zum nächsten Morgen in der Klinik und arbeitete am nächsten Tag regulär weiter. Zugegeben damals viel geringere Belastung im Nachtdienst, aber es gab *kein* Geld dafür. Der Arbeitgeber spendierte ein Abendessen aus der Kantine und man sparte sich die Fahrtkosten nach hause und die Kosten fürs Duschwasser, das war alles.

h3nni
18.02.2022, 05:11
Naja, in der Pandemie nicht streiken zu können ist kein Argument, da hat sich die Pflege ja in Berlin bei Vivantes/Charité auch durchgesetzt. War zwar ein kleiner Streik, haben bundesweit vermutlich nicht viele mitbekommen, aber der war ziemlich lange und letztlich auch gerichtlich abgesichert.

Feuerblick
18.02.2022, 07:29
@anignu: Ich HABE mitbekommen, wie es früher war. Immerhin bin ich auch schon alt. :-)) Und ich weiß noch, wie wahnsinnig enttäuscht ich war, dass der MB aus dem Potenzial des Streiks nur so wenig rausgeholt hat und auch in der Folge so viele Dinge nicht erreicht hat. :-nix

Brutus
18.02.2022, 08:37
Verklärter Blick im Alter? ;-)
Früher war alles besser!!! :D

SineNomine
18.02.2022, 08:57
Mei o mei, kann ich da nur sagen. In der letzten Tarifrunde wurden die Bereitschaftsdienste deutlich aufgewertet, dieses Mal haben sie sich die Rufbereitschaften vorgenommen. Ob sie das durchsetzen steht noch in den Sternen.
Ich versuch zu erklären dass es nicht nur um die reinen Tabellenentgelte geht und das Anhand eines Beispiels. Herzlichen Glückwunsch kann ich da nur sagen. Null verstanden. Vor lauter Neid blind für den Inhalt geworden.

So ein Bulls*t. Da schreiben vorher, dass die lineare Tariferhöhung das einzige ist, was allen zugute kommt und schwups kommst Du damit um die Ecke, dass ggf. Deine Partikularinteressen auch anders gewahrt sein können... und erst schreiben, dass nun endlich Deine Interessen beachtung finden und dann dem Gegenüber Neid unterstellen ist schon ein interessanter Versuch :-top

Das Beispiel als solches ist aber dennoch interessant. Wenn man sich so spalten lässt, dass die Befriedigung einiger Interessen einzelner dazu führt, dass man nicht mehr probiert, für alle Mitglieder ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen, ist das problematisch.

Klar sehe ich auch, dass man abseits der linearen Gehaltsforderung Verbesserungen versucht hat, aber die kann man sich schenken, wenn man sie mit 13 Ausnahmebeständen konterkarieren kann (maximal 2 Wochenenden, aber man kann kurzfristig von abweichen und ggf. langfristig irgendwie kompensieren, bei kleinen Abteilungen oder im Notfall gibts dann weitere Ausnahmen und im Endeffekt belohnt man damit noch die Arbeitgeber, die möglichst wenig Personal vorhalten...). Die Inanspruchnahme von all den Ausnahmetatbeständen müsste prohibitiv teuer gestaltet werden, so dass sie wirklich Ausnahmetatbestände bleiben und nicht zur Businesspraxis werden. Wenn man das nicht schafft, bleibt wirklich nur die lineare Tariferhöhung.


Ok, also der MB hat es mal geschafft zu mobilisieren, jetzt aber scheinbar nicht mehr so gut.

Unter anderen, weil der Marburger Bund mehr vor der Lockerung von Corona-Maßnahmen als vor der Überlastung von Ärzten warnt. Nein, uns ist nicht damit gedient, dass wir in unserer kaum mehr vorhandenen Freizeit auch keine Bar mehr besuchen dürfen, unserer Arbeitsbedingungen waren teils auch schon vor der Pandemie grenzwertig.


Umso mehr Leute also austreten umso höher wird die Wahrscheinlichkeit dass der MB die Tarifverhandlungen wieder an verdi verliert. Und ich kann es auch nur wiederholen: das wollt ihr nicht!

Dann sollte man aber solche schräge Signale, wie mit der Forderung nach einer Nullrunde (Reallohn) in die Verhandlung zu starten auch unterlassen.

==


Diejenigen, die sich hier empören, dass der MB die getroffenen Regelungen, die mit den Arbeitgebern verabredet wurden (aber von diesen oft genug ignoriert werden), nicht auf der Ebene des einzelnen Individuums überwacht bzw. die Nichteinhaltung nicht sanktioniert, übersehen, meiner Meinung nach, dass der MB das gar nicht leisten KANN. (...)

Das ist nur zum Teil richtig. Ausnahmetatbestände zur Umgehung der Tarifbestimmungen (Zeiterfassung, Dienstgrenzen, Planungshorizonte) müssten entweder gestrichen oder aber so teuer gestaltet werden, dass der Arbeitgeber lieber entsprechend Personal bereit hält um möglichst selten einen Ausnahmetatbestand zu brauchen. "Zur Sicherung des Patientenwohles" ohne Konventionalstrafe fördert bspw. die möglichst geringe Personaldecke aktiv!


Dann das Thema Streik: Ja, es stimmt, dass sich der MB in den letzten Tarifverhandlungen oft relativ zahnlos präsentiert hat. Das Problem ist nur: Im Gesundheitswesen zu streiken, und das gerade auch in der Pandemie, ist nicht so einfach. Es darf nicht auch nur der Anschein einer Patientengefährdung bestehen...Erstens könnten Gerichte die Streiks sonst verbieten und zweitens könnte der MB sonst seine moralische Legitimation verlieren und damit noch mehr Mitglieder.


Es wird immer gesagt, dass in der Pandemie mehr rauszuholen gewesen wäre und mit der Pflege verglichen, doch dabei wird übersehen, dass wir Ärzte nunmal gesellschaftlich keine Lobby haben. Die Pflege hat es geschafft, in den Medien Gehör für ihr Anliegen zu finden. JEDER weiß, dass die Arbeitsbedingungen der Pflege prekär sind.

Das ist tatsächlich kein einfaches Thema, ABER Streiken während der Pandemie hat die Pflege mancherorts vorgemacht. Die Notfallversorgung war immer sichergestellt und muss sichergestellt sein, elektives konnte schon immer bestreikt wären. Die Voraussetzungen sind gleich, aber das Medienecho in der Pandemie ungleich größer.
Und tatsächlich ist das ÖFFENTLICHE Bild dadurch nicht unbedingt besser, das ist es bei GDL, Cockpit und Co. auch nicht, aber die Maßnahmen sind wirksam. Ob das Bestreiken des Bahnverkehr zur Ferienzeit moralisch ist, wenn Kinder ihren Urlaub verpassen ist das eine, aber wenn der Streik niemanden juckt, wird er relativ im Sand verlaufen.

Der Kompromiss ist schwierig, das ist keine Frage, aber dann statt mit Arbeitsbedingungen für Ärzte sich um Coronaregeln zu kümmern, da fühlt man sich verarscht. Deswegen glauben die Medien dann ja auch, dass bei uns alles in Ordnung ist. Man hat das Bild transportiert:
"Ärzte sind geraade überlastet und wünschen sich vom Rest der Bevölkerung, dass sie sich impfen und die Coronabeschränkungen länger in Kraft bleiben, denn dann wären die Arbeitsbedingungen wieder gut" ... ich befürchte, dass genau so etwas in den Köpfen hängen bleibt.


Ein anderes Thema diesbezüglich ist auch der Rückhalt in der Ärzteschaft

Aber auch hier, wenn als Forderung des Marbuger Bundes aus den 5,5% auf 1 Jahr 5,5% auf 2 Jahre werden. Dann ruft uns der Marburger Bund auf, für ein Reallohnminus zu demonstrieren. Dass die Mobilisierung da schwer fällt ist leider dann auch nachvollziehbar. Zudem wissen viele Nicht-Miglieder überhaupt nicht, dass sie auch streiken könnten (nur eben ohne Lohnausgleich), ich glaube das wäre auch eine Kommunikationssache des Marburger Bundes, das auch den Nichtmitgliedern klarzumachen. Masse hilft halt.


Insgesamt habe ich aber das -rein subjektive- Gefühl, dass man dem MB an Allem nur bedingt die Schuld geben kann. Insgesamt ist in meinen Augen das Problem, dass ein Großteil der Ärzteschaft zu angepasst und passiv ist.

Bei letzterem gebe ich Dir leider Recht.

Brutus
18.02.2022, 09:00
Um vielleicht mal bildlich darzustellen, worüber die steinalten Leute hier so reden:
Meine erste Abrechnung als Arzt (damals noch Arzt im Praktikum, heute also WBA 1. Stufe):
33249
Man beachte auch mal, als was man damals in der Personalabteilung geführt wurde: Arzt?
Nöööö! Praktikant! Wie ist noch gleich das Einstiegsgehalt heutzutage? Und wer hat die arztspezifischen Tarifverträge nochmal ausgehandelt? VERDI? :D:D:D:D:D

Brutus
18.02.2022, 09:02
Nächster Teil: erste Gehaltsabrechnung als "richtiger" Arzt:
33250
Man beachte das Grundgehalt und die Bezahlung des BD!

Edit: Wieviel verdient man mittlerweile als AiW im 2. Jahr?

Edit 2: Funfact: man beachte den Abrechnungsmonat! Ein halbes Jahr ist rum, und was ist der Halbjahresverdienst? 17t€??? ;-)

Colourful
18.02.2022, 09:12
Deutlich mehr. Mein Grundgehalt im ersten Monat als Ärztin war ca. 4100 Euro oder so.

Endoplasmatisches Reticulum
18.02.2022, 09:16
Ich halte es für genau so sinnlos, den MB zu verteufeln, wie ihn für die Erfolge vergangener Generationen zu feiern. Entscheidend ist, was er heute abliefert.

Brutus
18.02.2022, 09:17
Ohne jetzt weitere Scans einzustellen: mein erstes FA-Gehalt nach BATBL (der zu diesem Zeitpunkt (03/2008) schon gar nicht mehr existierte) waren Grundgehalt 3077,75€. Dabei blieb es übrigens, bis nach Verhandlungen durch den MB und dann endlich auch die Übernahme des TV durch die Kirchen der TV auch bei uns Einzug gehalten hat. Und das war 4/2009 mit 5075,82€.
Also wenig erreicht nenne ich das nicht.

Und das danach erstmal wenig Spielraum für weitere Lohnerhöhungen nach diesem Riesensprung war, dürfte wohl einleuchten. Wer hätte das damals in der Bevölkerung wohl verstehen können? Daher waren danach die Arbeitsbedingungen Ziel der Tarifverhandlungen. Und auch da hat sich doch einiges getan. Wer macht heute noch 36 Stunden Dienste? Die meisten Kliniken haben die Arbeitsbelastungen durch externe Gutachter prüfen lassen und daraufhin die BD angepasst. Oder Schichtdienste eingeführt. Wer macht heute noch 8-10 Dienste im Monat? Zu 65%? Oder 80%. Für 18€/h?

Feuerblick
18.02.2022, 09:18
Verklärter Blick im Alter? ;-)
Früher war alles besser!!! :D
Früher war alles schlechter, keine Frage. Es könnte heute meines Erachtens nur schon viel besser sein. ;-)
Und damit meine ich überhaupt nicht das Gehalt sondern die Dinge, die ich weiter oben schrieb.

Kandra
18.02.2022, 09:20
Nächster Teil: erste Gehaltsabrechnung als "richtiger" Arzt:
33250
Man beachte das Grundgehalt und die Bezahlung des BD!

Edit: Wieviel verdient man mittlerweile als AiW im 2. Jahr?

Edit 2: Funfact: man beachte den Abrechnungsmonat! Ein halbes Jahr ist rum, und was ist der Halbjahresverdienst? 17t€??? ;-)

Kannst du das bitte nochmal inflationsbereinigt reinstellen? Das ist jetzt fast 20 Jahre her.

Endoplasmatisches Reticulum
18.02.2022, 09:26
2.500 € aufgezinst über 18 Jahre bei 2 % durchschnittlicher Inflation sind 3.550 €.