Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread
Endoplasmatisches Reticulum
09.04.2022, 13:23
Das ist nicht 5,5% vs. 3,3%. Das sind 5,5% in 12 Monaten vs. 3,3% in (1.10.21 bis 31.12.24 = 39 mon) 39 Monaten und damit 1,0%/Jahr. Und das geht immer unter. Selbst bei vermeintlich seriösen Zeitungen.
JA! Ich habe glaube ich nicht EINEN Bericht gelesen, wo das richtig dargestellt wurde. Da hieß es immer nur, die VKA hat 3,3 geboten und der MB will aber 5,5. Auch die übrigen Verschlimmbesserungen im VKA-Vorschlag wurden nur seltenst erwähnt. Und bei der Hand voll Medien, die noch Kommentare auf ihren Webseiten erlauben, wurde einem dann erst richtig blümerant beim Durchlesen ...
Mistermeo
09.04.2022, 13:32
Am liebsten sind mir dort ja diese Kommentare: "Die priviligierten Ärzte verdienen doch schon mehr als genug!"
Immer wieder eine Freude
Endoplasmatisches Reticulum
09.04.2022, 13:39
Einige meiner Highlights. Echte Kommentare, aber frei aus Erinnerung wiedergegeben:
"War ja klar, dass Corona von den Ärzten zur Selbstbereicherung instrumentalisiert wird."
"Was ändert mehr Geld an den Arbeitsbedingungen? Das zeigt nur wieder, wie Ärzte wirklich ticken."
"Dreist von den Ärzten sowas zu fordern, wo es ihnen doch so viel besser geht als der Pflege und Frisören."
"Erst die Ausbildung für Lau genießen und sich dann verkrümeln wollen. Es wird dringend Zeit, dass Ärzte, die nach ihrer Ausbildung nicht im Krankenhaus arbeiten, 200.000 € oder mehr Strafe zahlen müssen."
"Wer eine so teure Ausbildung genossen hat, sollte mal darüber nachdenken, ob es nicht fair ist, der Gesellschaft auch mal etwas zurück zu geben."
SineNomine
10.04.2022, 08:44
Du hast Recht. Aber darauf wird es trotz allem hinaus laufen, fürchte ich.
Dann bliebe der Gewerkschaft nur ein unbefristeter Ausstand mit allen daraus resultierenden Risiken für Gewerkschaft wie Gesellschaft oder die Erklärung der eigenen Redundanz als Arbeitnehmervertretung.
Aber jetzt heißt es erst Mal abwarten, wobei der Tarifvertrag nun ja auch schon ein halbes Jahr ausgelaufen ist.
Wie ist es denn einzuordnen, dass MB und Verdi in Nds gemeinsam für ihre Beschäftigten verhandelt haben? Während meiner Unizeit hab ich mind. 2 Mal Verdi Aktionen mitbekommen, weil sich irgendwelche studentische Interessensgruppen dafür stark gemacht hatten. Ne gemeinsame Nummer würd ich jetzt spontan als einflussreicher einschätzen.
Wie ist es denn einzuordnen, dass MB und Verdi in Nds gemeinsam für ihre Beschäftigten verhandelt haben?
Ich würde sagen als schwieriger. Der MB hat sich ja aus dem Grund vom den ver.di Verhandlungen abgespalten um bessere Bedingungen für eine spezielle Gruppe herauszuhandeln. Ebenso wie die Gewerkschaften der Lokführer, Piloten etc.
Anders formuliert: was kümmert ver.di, wenn es um Tarifverhandlungen ALLER Krankenhausbeschäftigten geht, die Anzahl an Bereitschaftsdiensten oder Rufbereitschaften der Ärzte? Null. Da kann ich mir gut vorstellen dass das ziemlich schnell mal kassiert ist...
Kackbratze
11.04.2022, 05:05
Ver.di versucht weiterhin Ärzte auf seine Seite zu ziehen. Keiner gönnt dem Anderen das Schwarze unter den Nägeln, aber ver.di sind am Ende die Pfleger wichtiger als die Ärzte.
Bonnerin
11.04.2022, 10:18
Ver.di versucht weiterhin Ärzte auf seine Seite zu ziehen. Keiner gönnt dem Anderen das Schwarze unter den Nägeln, aber ver.di sind am Ende die Pfleger wichtiger als die Ärzte.
Absolut korrekt. Aber der MB macht es Ver.di auch einfach super-leicht, sich in ein gutes Licht zu rücken. Mich würde mal interessieren, wieviel der wirklich "hohen", bekannten MB-Mitglieder (Henke etc.) überhaupt Gehalt nach dem Tarif bekommen, oder ob die nicht eh selbst AT bezahlt werden.
Endoplasmatisches Reticulum
11.04.2022, 10:20
Naja klar. Das einzige, was noch schlimmer ist, als wenn der Arbeitgeber einzelne Berufsgruppen gegeneinander ausspielt, ist doch, wenn die Gewerkschaft das tut. Letztlich ist auch keine Berufsgruppe im Krankenhaus mit unseren Arbeitsmodalitäten im Ansatz vergleichbar. Ich denke deshalb schon, dass wir zwingend eine eigene Vertretung brauchen.
Das entbindet den MB allerdings nicht von Kritik, sondern macht sie umso wichtiger.
Banane123
11.04.2022, 16:41
Wenn man sich anschaut, was Marburger Bund mit den BG-Kliniken vereinbart hat wird einem direkt schwindelig. Mehr als 10% Unterschied im Vergleich zu meinem Tabellenentgelt. Man ist direkt versucht ein paar Bewerbungen zu schreiben.
Moorhühnchen
11.04.2022, 16:54
Bei wieviel Wochenstunden? Solange ich in ner BG-Klinik war, hatten wir eine 42 Stundenwoche.
Wobei es da auch eine Einigung gab und die Kliniken die dann aufgekündigt haben usw. Ich glaube, ganz einfach war und ist es dort auch nicht.
Mich würde mal interessieren, wieviel der wirklich "hohen", bekannten MB-Mitglieder (Henke etc.) überhaupt Gehalt nach dem Tarif bekommen, oder ob die nicht eh selbst AT bezahlt werden.
Garantiert alle AT. Aber das ist nicht das wirklich interessante. Spannend wird es, wie viele davon bei welchen (Klinik?) Konzernen im Aufsichtsrat sitzen und dafür entsprechend entschädigt werden. ;-)
Also die 42 h an der Uni haben mich ja schon angekotzt, seit ich das im PJ gelernt hab aber seit der Rechnung
Reduzierung der Vollarbeitszeit. Ich sehe keinen Grund, warum ich eine 42h Woche als 100% Stelle haben muss und meine Kollegen 2km weiter am kirchlichen Haus haben mit 38,5h eine 100% Stelle. Auf die Weiterbildungszeit gerechnet, arbeite ich so nämlich 805 h, oder fast 5 Monate länger für meinen Facharzt...hass ich’s regelrecht.
Danke für eure Meinungen zur MB-Verdi Zusammenarbeit. Hatte ne andere Vorstellung. Dachte sie hätten inhaltlich unabhängig verhandelt nur zeitgleich.
Matzexc1
11.04.2022, 23:35
Garantiert alle AT. Aber das ist nicht das wirklich interessante. Spannend wird es, wie viele davon bei welchen (Klinik?) Konzernen im Aufsichtsrat sitzen und dafür entsprechend entschädigt werden. ;-)
Eigenerfahrung:
OA Ebene, nur an den Assistenten interessiert wenn es darum geht wieder für eine Petition Stimmen zu sammeln.
Banane123
12.04.2022, 23:18
Bei wieviel Wochenstunden? Solange ich in ner BG-Klinik war, hatten wir eine 42 Stundenwoche.
Scheinbar nur noch 39
SineNomine
22.04.2022, 14:20
Als Diskussionspunkt und vielleicht Anhaltspunkt auch ganz interessant, dass man damit rechnet, dass die Nominal-Löhne 2022 in Deutschland im Durchschnitt um 4,7% steigen. Ist immer noch ein Reallohnverlust, aber zumindest begrenzt.
https://www.stern.de/wirtschaft/lohnstudie--gehaelter-boom-bei-fachkraeften---bis-zu-25-prozent-mehr-31773130.html
Ver.di will über die Branchen hinweg mindestens Inflationsausgleich erreichen, sagt aber selbst, dass es nicht einfach wird. Schauen wir mal, auch mit welchen Lohnforderungen da letztlich ins Rennen gegangen wird.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/gewerkschaft-verdi-chef-will-in-tarifrunden-mindestens-inflationsausgleich-erreichen/28270324.html
Als Diskussionspunkt und vielleicht Anhaltspunkt auch ganz interessant, dass man damit rechnet, dass die Nominal-Löhne 2022 in Deutschland im Durchschnitt um 4,7% steigen. Ist immer noch ein Reallohnverlust, aber zumindest begrenzt.
Die Ärzte werden trotzdem mit < 2% für 2-3 Jahre rausgehen.
D.Hollywood
22.04.2022, 23:20
Mein Arbeitsvertrag läuft über Verdi (an unserem Haus für Ärzte Pflege Therapeuten). Bezahlung allerdings richtet sich nach Tariftabelle Marburger Bund.
Heißt mir wird das nichts nutzen oder ?
Ich denke eher schon. Aber halt nur die Tabelle und nicht der Rest der Verbesserungen über die auch gestri..., äh, diskutiert wird.
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