Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread
Vor allem hat man damals Einmalzahlungen gewollt und der MB (bzw Vertreter von ihm hier) haben dargelegt, wie schlecht diese Forderung für alle wäre und nur lineare tabellarische Erhöhungen zählen. Und jetzt? Was interessiert das Geschwätz von der gestrigen Tarifrunde...
Irgendwie hat man wirklich den Eindruck, dass da Leute verhandeln, die von Verhandlungstechnik, Prozentrechnung, Argumentation, strategischem Denken, usw. wenig Ahnung haben.
Die sollten mal einen guten Verhandler und einen guten Spieltheoretiker anheuern...
Ja, es gibt einige kritische Stimmen; doch überwiegend kam positives Feedback. Natürlich kann, von außen betrachtet, vergessen werden, dass es sich dabei um den von beiden Seiten schwer errungenen Kompromiss handelt.
Also ich finde den Abschluss objektiv schlecht. Was wurde denn von den Stimmen die positives Feedback gegeben haben positiv bewertet?
Für mich wär vor allem die Frage relevant, von wem denn positives Feedback kam. Von den MB-Funktionären?
Nefazodon
25.05.2023, 13:19
Es gibt ja heftige Kritik an dem Abschluss hier. Mehr wäre natürlich schön gewesen; aber das ist ja immer so. Aber wäre ein Mehr auch wirklich realistisch durchsetzbar gewesen?
Zu den einzelnen Kommentaren möchte ich daher auch meine Meinung sagen:
Die Warnstreiks waren zu wenig, das sehe ich auch so. Mehr Druck, jede Woche ein Tag, hätte vor den Verhandlungen durchaus ein anderes Bild geliefert als einmalige Aktionen, nach Bundesländern verteilt...
Stimmt, aber ich glaube das ist nicht so einfach. Eine Streikaktionen über mehrere Wochen bedeutet einen massiven organisatorischen Aufwand. Und bist Du dir sicher, dass genug Leute bereit gewesen wären über einen längeren Zeitraum Einschränkungen hinzunehmen?
Ein längerer Streik bedeutet Verdienstausfall an jedem Tag. Ein längerer Streik bedeutet eine erhöhte Arbeitsbelastung (Dienstbesetzung) für alle die noch da sind. Ein längerer Streik bedeutet ggf. dass man in der Weiterbildung nicht weiterkommt.
Bist Du sicher, dass sich dafür genug Leute gefunden hätten?
Es wurde nach dem was ich mitbekommen habe in den Häusern auch wenig darauf aufmerksam gemacht. Das am Ende des Tages trotzdem so viele am Streik teilgenommen haben ist somit schon fast erstaunlich. Es erweckt den Eindruck, dass der MB dagegen arbeitet. Mich würde es interessieren, was gewesen wäre wenn die Couchpotatoe MB in den jeweiligen Häusern wirklich richtig mobilisiert, organisiert und kommuniziert hätte.
Stimmt auch. Mehr Werbung wäre wirklich wünschenswert!
Aber, ich gebe zu bedenken: Am Ende des Tages bedeutet das, dass sich in jedem Haus wenigstens ein Verantwortlicher finden muss, der sich der Sache aktiv unter persönlichem Einsatz annimmt.
Und daran hapert`s doch!
Ich habe schon an einigen lokalen MB-Mitgliederversammlungen teilgenommen. Meistens ist die Teilnehmerzahl dort aber sehr sehr bescheiden.
Die Wahrheit ist eben auch: es fehlt an Leuten, die es machen wollen. Von selbst hängen sich aber keine MB-Plakate auf.
Die Einmalzahlungen wurden immer wieder von der MB-Seite abgelehnt, meiner Meinung nach, begründet. Jetzt haben wir sie.
Naja. Ich wage mal die Hypothese: Hätte es einen Abschluss ohne jegliche Einmalzahlung gegeben, hätten sich Leute hier auch darüber beschwert.
Irgendwie hat man wirklich den Eindruck, dass da Leute verhandeln, die von Verhandlungstechnik, Prozentrechnung, Argumentation, strategischem Denken, usw. wenig Ahnung haben.
Die sollten mal einen guten Verhandler und einen guten Spieltheoretiker anheuern...
Ich weiß nicht. Prinzipiell würde ich mir tatsächlich eine härtere Gangart in den Verhandlungen wünschen; denke auch, dass es partiell möglich wäre. Aber andererseits:
Warst Du bei einem der VKA-Netzwerktreffen dabei, davo? Ich schon.
Und ich kann dir berichten, dass selbst auf diesen Netzwerktreffen allen Ernstes einzelne Stimmen laut wurden (von teilnehmenden Ärzten, nicht von der Verhandlungskommission), dass wir Ärzte doch eigentlich wirklich genug verdienen, und dass man nicht verstehe, wie man für so etwas streiken kann.
Unter dieser Prämisse ist es natürlich sehr schwer als Gewerkschaft selbstbewusst aufzutreten und mehr zu fordern. Das schwächt jede Verhandlungsposition.
Insofern haben wir Alle gut reden, dass man ja besser verhandeln könnte. Aber was will man machen, wenn die Gegenseite nicht zu Verhandlungen bereit ist und nichtmal ein Angebot macht?
Ich denke, es ist nicht so einfach. In Anbetracht dieser Tatsache ist das Ergebnis immer noch nicht zufriedenstellend, aber vielleicht das beste, dass erreicht werden konnte....
Nefazodon
25.05.2023, 13:53
Ich bin sehr enttäuscht! Da sollte sich der MB durchaus mal erklären.
Ich wäre für ein Netzwerktreffen, wie vor den Streiks, damit man vom MB eine ausführliche Begründung für den Kompromiss bekommt.
Das ist etwas, was ich voll unterstütze. Ich bin für mehr Basisbeteiligung im MB und finde, dass Tarifabschlüsse den Mitgliedern zur Abstimmung gestellt werden sollten.
Ich würde es gut finden, wenn allgemein versucht würde, die Mitglieder mehr einzubinden.
Ich habe schon an einigen lokalen MB-Mitgliederversammlungen teilgenommen. Meistens ist die Teilnehmerzahl dort aber sehr sehr bescheiden.
Die Wahrheit ist eben auch: es fehlt an Leuten, die es machen wollen. Von selbst hängen sich aber keine MB-Plakate auf.Das ist echt ein Problem, von dem ich mittlerweile denke, dass das nicht behebbar ist. Nichts am MB ist überzeugend, dass da Engagement gut investiert ist. Ohne Hilfe von ärztlichen Nicht-MB Zusammenschlüssen, nur mit dem MB, wird es keine Bewegung in der Gemeinschaft geben. Immer größer werdende Mitgliedszahlen fürn Arsch.
Naja. Ich wage mal die Hypothese: Hätte es einen Abschluss ohne jegliche Einmalzahlung gegeben, hätten sich Leute hier auch darüber beschwert.Glaub ich nicht. Dafür müsste man sicher eine gewisse Nähe, die ich nicht benennen kann, zur Forderung haben. Bin überzeugt, wenn man rein hypothetisch 2 Vorschläge zur Abstimmung geben würde, einer mit Einmalzahlungen und x Prozent und einmal mehr Prozent in der Höhe der Umrechnung für Dumme (x € Einmalzahlung=Äquivalent % oder auch etwas weniger) wären „die Leute hier“ durchaus schlau genug die höheren Prozent zu wählen.
Und ich kann dir berichten, dass selbst auf diesen Netzwerktreffen allen Ernstes einzelne Stimmen laut wurden (von teilnehmenden Ärzten, nicht von der Verhandlungskommission), dass wir Ärzte doch eigentlich wirklich genug verdienen, und dass man nicht verstehe, wie man für so etwas streiken kann.
Unter dieser Prämisse ist es natürlich sehr schwer als Gewerkschaft selbstbewusst aufzutreten und mehr zu fordern. Das schwächt jede Verhandlungsposition.Wenn es einzelne sind, weshalb haben sie dann deiner Meinung nach so einen großen Einfluss? Das ist doch genau diese falsche Ausgewogenheit. Es ist nicht, dass es zwei Parteien gibt und eine 1:1 Situation besteht. Es sind einzelne gegen eine Menge. 1:99.
#1103 und #1104 *gefaelltmir*
Weshalb berücksichtigst du nur 1,5 Jahre von Drarzt bei dir selbst aber wahrscheinlich alle?
Weil die Behauptung war dass ich eine Couchpotato wäre weil ich >3000 Beiträge geschrieben hätte. Es bezog sich auf die Beiträge und Beiträge schreibt man ab der Anmeldung. Und da hab ich dargelegt dass ich auf ca. 200 Beiträge pro Jahr komme, ob man daraus dann Couchpotato schließen kann...?
Das ist echt ein Problem, von dem ich mittlerweile denke, dass das nicht behebbar ist. Nichts am MB ist überzeugend, dass da Engagement gut investiert ist. Ohne Hilfe von ärztlichen Nicht-MB Zusammenschlüssen, nur mit dem MB, wird es keine Bewegung in der Gemeinschaft geben. Immer größer werdende Mitgliedszahlen fürn Arsch.
Ok, und was ist jetzt die Lösung?
Es gibt ja auch ärztliche Nicht-MB-Zusammenschlüsse, den Hartmann Bund zum Beispiel. Ich kann dazu nicht viel sagen weil ich den zu wenig kenne. Es gibt offizielle ärztliche Gremien, in denen sitzen halt vornehmlich niedergelassene Ärzte...
Und jetzt? Was willst du denn tun? Eine neue Gemeinschaft gründen? Hast du dich denn bereits versucht im MB zu engagieren? Hast du mal mit Kollegen, Assistenzärzten etc. gesprochen dass ihr euch zusammenschließt um euch zu engagieren?
Wenn Nefazodon schon schreibt dass in lokalen MB-Mitgliederversammlungen so wenige Leute kommen, was heißt das im Umkehrschlusss? Dass man super leicht mit nur ein paar Leuten eine lokale MB-Vertretung übernehmen kann. Und mit ein paar mehr Leuten vielleicht auch regionale Vertretungen. Dann wärt ihr drin. Dann könntet ihr von innen raus mitbestimmen etc. Aber das will ja dann auch wieder keiner. Müsste man ja was tun..
Ich kann's nur hunderttausend Mal wiederholen: bitte macht konstruktive Kritik. Nur motzen und alles schlecht reden bringt nicht mal wirklich dass es euch besser geht. Bissl Dampf ablassen vielleicht, und dann bleibt man doch unzufrieden. Aber versucht doch mal irgendwie auch nur annähernd irgendwas Konstruktives. Denn wenn niemand konstruktive Ideen hat, ist und bleibt der MB das Beste was wir haben. Oder andersrum, dann haben wir auch nichts besseres verdient.
Qwert1133
25.05.2023, 23:16
Stimmt auch. Mehr Werbung wäre wirklich wünschenswert!
Aber, ich gebe zu bedenken: Am Ende des Tages bedeutet das, dass sich in jedem Haus wenigstens ein Verantwortlicher finden muss, der sich der Sache aktiv unter persönlichem Einsatz annimmt.
Und daran hapert`s doch!
Ich habe schon an einigen lokalen MB-Mitgliederversammlungen teilgenommen. Meistens ist die Teilnehmerzahl dort aber sehr sehr bescheiden.
Die Wahrheit ist eben auch: es fehlt an Leuten, die es machen wollen. Von selbst hängen sich aber keine Plakate auf.
Hast du denn einen Link zu einem druckfertigen Info-PDF zu den Forderungen und Warnstreiks, welches ein motivierter Arzt hätte aufhängen können? Besser noch, eine Meldeseite für ein bereits gedrucktes Plakat für alle Kliniken, die dem VKA Tarifvertrag unterliegen? Gibts soweit ich weiß nämlich leider nicht. Verdi verschickt solche Dinger zum selbst drucken, die die Schwestern dann in ihrem Stützpunkt aufhängen. Ist mit ehrlich unverständlich, wie man davon ausgehen kann, dass sich in jeder Klinik ein Arzt findet, der neben seiner ~50h Woche noch ein eigenes Plakat bastelt, zu Selbstkosten druckt & in alle Arztzimmer hängt. Ich finde, da hapert’s doch eher an unserer Gewerkschaft!
Und jetzt mal eine Vorankündigung zum Eigenengagement: Ich habe definitiv vor, zu den Ende des Jahres anstehenden Tarifverhandlungen der TDL ein saftiges Infoposter zu basteln, aber selbst dann stellt sich mir die Frage, wie ich das an alle betroffenen Abteilungen verteilen verteilen soll? Der MB könnte sowas doch durch seinen Mailverteiler deutlich einfacher und effizienter gestalten. Das ist ja auch einer der Hauptkritikpunkte hier: Für mich hätte es noch einige Eskalationstufen gegeben, aber bevor irgendwas davon ergriffen wurde, wurde lieber (selbstverständlich mit großen Bauchschmerzen) ein Reallohnverlust sowie eine Neuanfängen und Klinikwechslern gegenüber komplett asoziale Einmalzahlung akzeptiert.
Außerdem will ich nochmal anmerken (wenn es der MB schon nicht macht), dass wir gerade eine Jahrhundert-Pandemie hinter uns lassen, in welcher wir Ärzte mit z.T unzureichender Schutzausrüstung und unter hohem persönlichen Risiko alles dafür getan haben, die allgemeine Gesundheitsversorgung aufrecht zu halten, während der Großteil der Bevölkerung im Homeoffice und Kurzarbeit geschimmelt hat. Toll fand ich ja die Mail von meiner ehemaligen Uni, dass sämtliche Pflichtpraktika ausgesetzt werden, außer Famulaturen und PJ für Medizinstudenten, da die ja (selbstverständlich unentgeltlich) gebraucht werden. Dafür wurde vom MB NIE ernsthaft eine finanzielle Anerkennung für uns eingefordert, sondern es wurde schlicht akzeptiert, dass wir per Gesetz von einer Sonderzahlung ausgeschlossen wurden.
Ich weiß es ja nicht, aber ich habe das Gefühl, der MB fühlt sich ausschließlich dafür verantwortlich, alle 2 Jahre ein paar Tarifründchen inkl. saftiger Häppchenplatte zu organisieren. Wenn das Ergebnis dann nicht stimmt, wird auf die unzureichende Organisation der Ärzteschaft verwiesen.
Vor ein paar Monaten meinte Herr Botzlar bei einem Online-Netzwerktreffen doch allen Ernstes, wenn jemand mit der Arbeitszeiterfassung unzufrieden ist, steht der MB bereit, um jedes Mitglied bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung zu Unterstützen. Es melde sich aber seltsamerweise niemand. Da frag ich mich wirklich, wie weit man von der Lebensrealität eines Assistenzarztes entfernt sein kann, um nicht zu verstehen, dass eine Klage gegen die Abteilung das 100% auslaufen des (zumindest an Unikliniken standartmäßig) befristeten Vertrags bedeutet. Und solltest du einen unbefristeten Vertrag besitzen, kann der Chef dir so lange die für den FA benötigten Rotationen & Unterschriften verwehren, bis du freiwillig das Handtuch wirfst. Die Berliner Ärzt:inneninitiative hat es dagegen geschafft, einen Paragraph in den TV zu integrieren, dass sämtliche von einem Arzt dokumentierte Arbeitszeit als geleistet gilt.
Ich bin überzeugt, der MB muss mittelfristig entweder gänzlich umgestaltet oder wie in Berlin geschehen, komplett ersetzt werden, anders kommen wir nicht voran.
Nefazodon
25.05.2023, 23:58
Hast du denn einen Link zu einem druckfertigen Info-PDF zu den Forderungen und Warnstreiks, welches ein motivierter Arzt hätte aufhängen können? Besser noch, eine Meldeseite für ein bereits gedrucktes Plakat für alle Kliniken, die dem VKA Tarifvertrag unterliegen? Gibts soweit ich weiß nämlich leider nicht. Verdi verschickt solche Dinger zum selbst drucken, die die Schwestern dann in ihrem Stützpunkt aufhängen. Ist mit ehrlich unverständlich, wie man davon ausgehen kann, dass sich in jeder Klinik ein Arzt findet, der neben seiner ~50h Woche noch ein eigenes Plakat bastelt, zu Selbstkosten druckt & in alle Arztzimmer hängt. Ich finde, da hapert’s doch eher an unserer Gewerkschaft!
Also, zumindest die Info über die Warnstreiks ging per Email rum und enthielt auch ein allgemein gehaltenes PDF dazu, das man z.B. hätte ausdrucken und verteilen können.
Ich würde wetten, dass es auch Poster gibt. Gut, die wurden jetzt nicht rumgeschickt. Andererseits: Hast Du mal aktiv per Mail nach Postern zum aufhängen gefragt, wenn Du was machen wolltest? Hättest Du ja auch tun können.
Aufhängen muss die leider letztlich immer noch jemand vor Ort, denn der MB kann nicht einfach fremde Kliniken betreten. Es muss also schon ein Mitarbeiter sein.
Vor ein paar Monaten meinte Herr Botzlar bei einem Online-Netzwerktreffen doch allen Ernstes, wenn jemand mit der Arbeitszeiterfassung unzufrieden ist, steht der MB bereit, um jedes Mitglied bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung zu Unterstützen.
Was soll der MB sonst tun? Es ist schon längst im Grundsatz gerichtlich geklärt worden, dass geleistete und dokumentierte Überstunden auch gelten.
Auch die wöchentliche Höchstarbeitszeit steht gesetzlich fest.
Es hält sich nur kaum jemand dran.
Das heißt, Bestimmungen, die vor Überstunden schützen gibt es genug, da braucht an den Tarifverträgen nichts mehr geändert werden.
Wenn gegen diese Bestimmungen verstoßen wird, kann man sein Recht aber leider nur auf individueller Ebene einfordern. Der MB als Verband hat in dieser Sache ja kein Klagerecht.
Ich bin überzeugt, der MB muss mittelfristig entweder gänzlich umgestaltet oder wie in Berlin geschehen, komplett ersetzt werden, anders kommen wir nicht voran.
Ich stimme dir zu, dass sich der MB ändern muss. Die Mitglieder sollten viel mehr einbezogen werden.
Regelmäßige Einladungen zu Arbeitsgruppen für alle interessierten Mitglieder wären zum Beispiel eine Maßnahme. Ebenso mehr Berichte über diese Arbeitsgruppen.
Und ich finde, bei Grundsatzentscheidungen sollten die Mitglieder befragt werden.
Nefazodon
26.05.2023, 00:22
Das ist echt ein Problem, von dem ich mittlerweile denke, dass das nicht behebbar ist. Nichts am MB ist überzeugend, dass da Engagement gut investiert ist. Ohne Hilfe von ärztlichen Nicht-MB Zusammenschlüssen, nur mit dem MB, wird es keine Bewegung in der Gemeinschaft geben. Immer größer werdende Mitgliedszahlen fürn Arsch.
Ich glaube nicht, dass das mit der mangelnden Beteiligung ein MB-spezifisches Problem ist.
Im Studium war es in den studentischen Gremien in denen ich war mit der Beteiligung genauso.
Wenn es einzelne sind, weshalb haben sie dann deiner Meinung nach so einen großen Einfluss? Das ist doch genau diese falsche Ausgewogenheit. Es ist nicht, dass es zwei Parteien gibt und eine 1:1 Situation besteht. Es sind einzelne gegen eine Menge. 1:99.
Ja, aber das ist halt die Frage. Sind es wirklich nur Einzelne, oder ist diese, für die Gehaltsforderungen höchst schädliche Haltung, weit verbreitet?
Nochmal: Es ist schwer, selbstbewusst aufzutreten, wenn immer wieder Leute querschießen. Und mögen es nur Einzelne sein.
Ich denke ja auch, dass ein Reallohnverlust eigentlich nicht hinnehmbar ist und nicht toleriert werden sollte. Gerade bei Ärzt:innen als Leistungsträgern der Pandemie. Keine Frage. Deswegen bin ich auch enttäuscht.
Und ich denke ebenso, dass sich etwas im und am MB ändern muss!
Aber ich sehe auch, dass es für einen Verband wie den MB, mit dieser Größe, schwierig ist, etwas zu ändern.
Ich wäre übrigens sofort dabei, eine eigene, neue Gewerkschaft zu gründen. Aber mal ernsthaft: Wie realistisch und erfolgsversprechend ist das???
Wir würden doch niemals die kritische Masse erreichen, damit die Leute auf uns hören.
Weil die Behauptung war dass ich eine Couchpotato wäre weil ich >3000 Beiträge geschrieben hätte. Es bezog sich auf die Beiträge und Beiträge schreibt man ab der Anmeldung. Und da hab ich dargelegt dass ich auf ca. 200 Beiträge pro Jahr komme, ob man daraus dann Couchpotato schließen kann...?Das ist überhaupt keine passende Antwort auf mein Posting. Ich formuliere eine Frage: Wieso gelten bei dir andere Regeln als für Drarzt? Das ist nicht offensichtlich. Bei dir 200/Jahr bei Drarzt dann 200/12,5 Jahre.
PS Lol 11,5 Jahre, ich kann echt nicht rechnen.
Ich glaube nicht, dass das mit der mangelnden Beteiligung ein MB-spezifisches Problem ist.
Im Studium war es in den studentischen Gremien in denen ich war mit der Beteiligung genauso.Ja da stimme ich dir zu. Aber mit dem Mb alleine hat man die Garantie, dass sich niemand engagieren wird. Ich glaube, dass man mit dem MB längst über den Zenit ist, als dass man diesen mit einer Umstrukturierung noch aufpolieren kann. Guck mal hier die Befürwortenden an. Alles, was sie sagen, macht den MB nur noch abstoßender. Mit anderen Zusammenschlüssen erreicht man wenigstens ein paar. Aber ja klar, man wird immer auf sehr harte Arbeit einzelner angewiesen sein und die meisten werden passiv bleiben.
Ja, aber das ist halt die Frage. Sind es wirklich nur Einzelne, oder ist diese, für die Gehaltsforderungen höchst schädliche Haltung, weit verbreitet?
Nochmal: Es ist schwer, selbstbewusst aufzutreten, wenn immer wieder Leute querschießen. Und mögen es nur Einzelne sein.Ah so ja, keine Ahnung. Hätte gedacht, die Haltung ist wirklich nur in einer ganz kleinen Randgruppe vorhanden. Ich finds schwer hinzunehmen, dass paar Irrlichter so nen großen Einfluss haben.
Aber ich sehe auch, dass es für einen Verband wie den MB, mit dieser Größe, schwierig ist, etwas zu ändern.
Ich wäre übrigens sofort dabei, eine eigene, neue Gewerkschaft zu gründen. Aber mal ernsthaft: Wie realistisch und erfolgsversprechend ist das???
Wir würden doch niemals die kritische Masse erreichen, damit die Leute auf uns hören.Das passt auch zu dem ersten Abschnitt, dass man nicht-MB Verbindungen braucht. Es muss meiner Meinung nach nicht gleich eine neue Gewerkschaft sein. Diese könnte aber ggf. aus den nicht-gewerkschaftlichen Verbünden erwachsen. So was zu etablieren wird Jahre dauern. Find es interessant diesbezüglich zur Pflege und zum Bochumer Bund zu gucken. Generell würde Konkurrenz sicher irgendwann mal wie ein Beschleuniger wirken. MB hat seinen Boost anscheinend auch bekommen, weil er sich von Verdi abgegrenzt hat. Kann mir gut vorstellen, dass die Pflege irgendwann mal ganz analog zum MB vom BB und nicht mehr von Verdi vertreten wird und mit dem BB den großen Knall schafft. in 20-30 Jahren sind sie dann dort, wo wir mit dem MB sind.
Feuerblick
26.05.2023, 07:55
Das Problem ist doch auch, dass eine „neue“ Gewerkschaft auf gleichem Terrain wahrscheinlich bei Tarifverhandlungen einfach nicht gehört würde. Da gibt es doch dieses lästige Tarifeinheitsgesetz…
Und ja, es kommt auch wirklich darauf an, wie sehr die einzelnen MB-Vertreter in den Betrieben bereit sind, für die Sache zu trommeln. Ich arbeite nicht im KH, aber für den Streik in unserem Sektor wurde man im Vorfeld von den zuständigen MB-Vertretern und sogar von der Personalabteilung über Streik-Voraussetzungen, -Ablauf und Rechtliches geradezu täglich bombardiert (E-Mail, Flugblätter und weiteres im Fach…). Es scheint also ausreichende Materialien zu geben - man müsste halt danach fragen bzw. der MB müsste den zuständigen Vertretern entsprechend Unterlagen zur Verteilung zukommen lassen.
Wenn man bedenkt, wie sehr andere Gewerkschaften für ihre Belange trommeln - da ist beim MB auf allen Ebenen noch Luft nach oben.
Ich glaube aber, dass dieses Phlegmatische ein bisschen der Tatsache geschuldet ist, dass es sich bei allen Beteiligten um Ärzte, teilweise älterer Generation, handelt. In anderen Branchen kommt man irgendwie schneller aus dem Quark. :-nix
@Feuerblick: sicher, dass das bei euch nicht durch die Konkurrenz mit Verdi zustande kommt? Wenn Verdi trommelt, muss der MB auch. Wenn nur der MB trommeln könnte, wieso sollte er müssen? Gibt ja keine Alternavtive...
Feuerblick
26.05.2023, 10:49
Nee, Verdi hat den Abschluss bei uns schon angenommen, der MB nicht. Andernfalls hätte ich das auch überlegt.
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/helios-tarifverhandlungen-unterbrochen
Ich hab das Gefühl, wir haben es mit der VKA doch ganz gut getroffen. Wtf?
][truba][
29.05.2023, 09:07
Heftig. Das grüne H in Aktion.
Qwert1133
29.05.2023, 13:05
Was soll der MB sonst tun? Es ist schon längst im Grundsatz gerichtlich geklärt worden, dass geleistete und dokumentierte Überstunden auch gelten.
Auch die wöchentliche Höchstarbeitszeit steht gesetzlich fest.
Es hält sich nur kaum jemand dran.
Das heißt, Bestimmungen, die vor Überstunden schützen gibt es genug, da braucht an den Tarifverträgen nichts mehr geändert werden.
Wenn gegen diese Bestimmungen verstoßen wird, kann man sein Recht aber leider nur auf individueller Ebene einfordern. Der MB als Verband hat in dieser Sache ja kein Klagerecht.
Also wenn ich im MB aktiv Tarifpolitik machen würde, würde ich Kontakt zu den Mitarbeitern der Klinken herstellt und eine Befragung durchführt mit A) Werden Überstunden bezahlt und B) Mit welchen Mitteln wird versucht geleistete Überstunden nicht anzurechnen?. Mit den Ergebnissen hätte ich dann eine ziemliche genaue Vorstellung, welche Inhalte man im TV ergänzen muss, damit ein Assistenzarzt nicht selbstständig klagen muss.
Das wäre natürlich die Traumvorstellung einer schlagkräftigen und engagierten Gewerkschaft.
In unserem Fall haben wir Assistenten uns an den MB gewandt und ihm die Probleme aktiv geschildert. Dann wurde uns bestätigt, dass man bereits von den Praktiken der Kliniken weiß und es diesbezüglich ein „Informationsblatt des Finanzministeriums für die Handhabung des TV Ärzte“ gibt. Ich zitiere mal daraus:
„Die Arbeitszeitdokumentation erfolgt im Einklang mit der tariflichen Maßgabe in der Protokollerklärung zu § 10 Abs. 2 Satz 2. Diese legt im ersten Halbsatz fest, dass das Direktionsrecht des Arbeitgebers zur Arbeitszeitgestaltung unberührt bleibt. Legt also beispielhaft der Arbeitgeber per Direktionsrecht im Dienstplan an einem Arbeits- tag die Arbeitszeit von 8:00 Uhr bis 16:30 Uhr fest, so schließt dieser Teil der Proto- kollerklärung aus, dass eine etwaige weitere persönliche Anwesenheit der Ärztin/des Arztes um 17:00 Uhr als zusätzliche 30minütige Arbeitszeit zu werten ist. Das gleiche gilt für einen eigenmächtig früheren Dienstantritt vor dem im Plan festgelegten Dienst- beginn. Es wird gebeten, jede Ärztin/jeden Arzt schriftlich zu informieren, dass bei An- wesenheiten vor dem dienstplanmäßigen Beginn bzw. nach dem dienstplanmäßigen Ende die Arbeitsleistung nicht „entgegengenommen“ ist.
Der zweite Halbsatz der Protokollerklärung stellt sicher, dass auch außerhalb explizit festgelegter Arbeitszeiten eine vom Arbeitgeber entgegengenommene Arbeitsleis- tung im zeitlichen Umfang ebenfalls als Arbeitszeit anzuerkennen ist.“
Ein Beispiel ist auch angefügt:
„Der Dienstplan weist für einen Arzt an einem Montag eine Arbeitszeit von 8:00 Uhr bis 16:30 Uhr einschließlich einer 30minütigen Pause aus. Seinen Arbeitsplatz nimmt er um 7.30 Uhr ein. Die 30 Minuten frühere Anwesenheit nutzt der Arzt aus eigener Initiative zum Lesen von Fachzeitschriften. Da für die Zeit von 7:30 Uhr bis 8:00 Uhr keine Arbeits- bzw. Anwesenheits- pflicht für den Arzt besteht und insoweit auch keine Arbeitgeberdirektive vorliegt, kann die um eine halbe Stunde frühere Anwesenheit nicht als Arbeitszeit gewertet werden.“
Alles klar. Problem „Direktionsrecht“ hat der MB also bereits erkannt, hat ganz offensichtlich auch Systematik über mehrere Kliniken und Abteilungen hinweg. Ich hätte erwartet, dass in der nächsten Tarifverhandlung klar gestellt wird, dass das Direktionsrecht nur insofern gilt, dass Arbeitnehmer nach ableisten der im dienstplan vereinbarten Arbeitszeit aktiv von einem Vorgesetzten heimgeschickt werden können. Andernfalls gilt die geleistete Arbeit als angenommen. Die Protokollerklärung wird ersetzt durch „Von einem Arzt protokollierte Arbeitszeit gilt grundsätzlich als geleistet“ (das ist nichts absurdes, in Berlin wurde das jüngst in den TV geschrieben).
Aber passiert irgendwas? Nee, unsere obersten Vertreter der Gewerkschaft betrachten das Thema als abschließend geregelt. Hey, was soll man dazu überhaupt noch sagen?
Endoplasmatisches Reticulum
29.05.2023, 13:35
Ich empfinde es als intentionswidrig, auf geltende aber mäßig durchgesetzte Floskeln in bestehenden Tarifverträgen zu verweisen und zu sagen, man müsse da als Gewerkschaft nichts mehr unternehmen. Die elektronische Zeiterfassung wird in fast allen Kliniken, die ich in den letzten 2 Jahren von innen gesehen habe, z.B. immer noch irgendwo zwischen "Excel auf dem Oberarzt-PC" und "Manuelles Dienstplanprogramm, für das genau ein Arzt einen Zugang hat" interpretiert. Mir scheint, dass der Marburger Bund eher Satisfaktion denn Optimierung betreibt - das Minimum erfüllen, anstatt fürs Maximum zu kämpfen.
Was die Gewerkschaft tun kann, wenn Regelungen der Tarifverträge flächendeckend ignoriert werden?
1. Abschwächende oder vage Ausnahmeformulierungen abändern oder streichen
2. Rahmenbedingungen schaffen, die ein Durchsetzen der getroffenen Regelungen begünstigen oder indirekt erzwingen
Da ist gerade bei Punkt 2 doch wirklich noch Luft nach oben. Wenn die Dienstanzahl definitiv auf 4 begrenzt werden soll, müssen Zuschläge darüber eben so teuer sein, dass ein Arbeitgeber die wirklich nur im absoluten Notfall anordnen wird. Da die Regelung schon drinsteht und Arbeitgeber ja der Meinung sind, gar keine tarifvertragsdehnenden Praktiken zu betreiben, sollten sie auch keine Bedenken haben, einer solchen Umformulierung zuzustimmen. Oder etwa doch?
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