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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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Bonnerin
19.05.2022, 13:17
Befragt wurden insgesamt 700 ambulant angestellte Humanmediziner - davon 350
Hausärzte und 350 Fachärzte (Augenheilkunde, Chirurgie & Orthopädie, Dermatologie, Gynäkologie, HNO, Pädiatrie, Urologie).

Das zahlenmäßig ist ja mal so richtig repräsentativ für Deutschland...

Andererseits ist das natürlich super, wenn man solche Zahlen "suggeriert" bekommt. Dann fordern die Leute natürlich auch selten mehr. Freut die apobank, dann kann sie umso besser zusammen mit der Ärztefinanz komische Produkte verkaufen, in der Hoffnung, dass man "reich wird"...

WiWi18
19.05.2022, 13:43
Das zahlenmäßig ist ja mal so richtig repräsentativ für Deutschland...

Andererseits ist das natürlich super, wenn man solche Zahlen "suggeriert" bekommt. Dann fordern die Leute natürlich auch selten mehr. Freut die apobank, dann kann sie umso besser zusammen mit der Ärztefinanz komische Produkte verkaufen, in der Hoffnung, dass man "reich wird"...

Naja, viel bessere Zahlen findet man nicht, und sie sind allemal besser als anekdotische Evidenz über ein Forum. Wie gesagt, auch wenn man bei Stepstone sucht sind die Gehälter in diesem Bereich.

Und die Apobank hat eher ein Interesse daran, dass die Leute "viel verdienen", weil sie dann mehr Geld für Finanzprodukte haben...

Christoph_A
19.05.2022, 14:59
@WiWi18: Naja, wir hatten das ja schon ein paarmal, ich persönlich kenne eigentlich keinen Schwerpunkt FA, der unter 100K aufsteht, und das nicht nur in der reichsten und schönsten Gegend Deutschlands :-blush
Tabellen von Stepstone etc. kannste jetzt nicht wirklich verwerten, siehe Kommentar Bonnerin oben.
Und ja, wer will und nicht seit gestern im Geschäft ist, kann bei den üblichen großen Pharmaplayern schon gut abkassieren.

Cor_magna
19.05.2022, 15:25
Ich hab mir die Diskussionen jetzt mal durchgelesen und bin mittlerweile zu einer fundierten Meinung bezüglich der Thematik gekommen :

Ich will mehr Kohle für diesen Dauerstress in der Inneren. Irgendwelche idealistisch-moralischen Gegenargumente sind mir egal.

Dankeschön.

Christoph_A
19.05.2022, 15:55
Dann leg mal ne Zahl aufn Tisch, was Dir so vorschwebt. Mehr Geld ist irgendwie unspezifisch. Spätestens ab der 1. AT Stelle wirst das ja auch regelmäßig machen müssen.

WiWi18
19.05.2022, 16:55
@WiWi18: Naja, wir hatten das ja schon ein paarmal, ich persönlich kenne eigentlich keinen Schwerpunkt FA, der unter 100K aufsteht, und das nicht nur in der reichsten und schönsten Gegend Deutschlands :-blush
Tabellen von Stepstone etc. kannste jetzt nicht wirklich verwerten, siehe Kommentar Bonnerin oben.
Und ja, wer will und nicht seit gestern im Geschäft ist, kann bei den üblichen großen Pharmaplayern schon gut abkassieren.

Schwerpunktfachärzte gibt es ja aber auch nicht in jeder Disziplin. Gilt das z.B. auch für Dermatologen?

Davon abgesehen, dass ich auch weiter der Ansicht bin, dass 100k nicht die Welt sind, wenn man mal nach links und rechts schaut.


Dann leg mal ne Zahl aufn Tisch, was Dir so vorschwebt. Mehr Geld ist irgendwie unspezifisch. Spätestens ab der 1. AT Stelle wirst das ja auch regelmäßig machen müssen.

Inflationsausgleich wäre ein Anfang :D Also für dieses Jahr +7% wären eigentlich die Untergrenze des Vertretbaren gewesen. Abgesehen davon einen Coronabonus auch für die Ärzte, der mindestens so hoch ist wie der für die Verwaltung.

Vom Gesetzgeber würde ich mir eine steuerliche Bevorzugung unserer Dienste wünschen. Wäre auch eine schöne Geste.

Eine "faire" Bezahlung müsste noch einmal mindestens 10-20% draufschlagen, damit der Arztberuf gegenüber anderen "Leistungs-Akademikerberufen" kompetitiv wird oder bleibt. Selbst Lehrer verdienen (vor PKV) 3900€ netto - und egal wie viel die jammern, unser Job ist stressiger.

Darauf, dass sich die Sache in 10 Jahren mit den ersten AT-Gehältern irgendwie bessert, auch finanziell, wollen sich die WBA von heute halt nicht mehr verlassen, zumal sich die Perspektive auch trübt, wenn der Reallohn jedes Jahr um 4% sinkt.

DrArzt
19.05.2022, 21:12
Ich glaube, es kommt den meisten Kollegen hier nicht wirklich auf das finale Entgelt an, sondern auf die faire Gratifikation der leidvollen, menschenzentrierten Arbeit, der wir nun alle nachgehen. 100k? Das verdiene ich bereits als Assi.

Erneut: die Pandemie stellt den medizinischen GAU dar, und während ich mir die letzten 24 Monate meinen Arsch für die Gesellschaft aufgerissen habe und mir teilweise ohne Maske ins Gesicht hab husten lassen von den vielen Altenheim-Omis ohne in irgendeiner Weise einen handfesten monetären oder arbeitsbedingungstechnischen Vorteil hierdurch zu haben, hat die Verwaltungstante meine Abrechnungen falsch zusammenstellt, kriegt Homeoffice und Coronabonus, und antwortet auf meine Mails erst nach Androhung von Weiterleitung der Mails an ihre Vorgesetzten.

Nun bekommen wir nicht nur einen Ausgleich der grassierenden Inflation nicht hin, sondern müssen weitere zahlreiche Benachteiligungen hinnehmen. Das ist einfach nicht akzeptabel. Auf eine solche "Interessen-ver/ab-tretung" kann ich verzichten.

Ich hoffe als letzten Ausweg für den MB, dass man wenigsten in der nächsten Runde für die TV-Ä an Unikliniken von den Fehlern lernt.
Wenn nicht mit mind. 10% in die Verhandlungen gegangen wird, wirds ganz schön böse. Zumal verdi an UK bereits seit 3 Wochen streikt.. ohne auch nur mit dem Handschuh zu zucken.

Kandra
20.05.2022, 05:49
Jetzt kriegen „die Pflegekräfte“ erstmal noch ne Runde staatlichen Coronabonus, weil sie ja die Hauptlast der Pandemie getragen haben ;) Mich verbittert sowas. Ausserdem wird kein Bonus der Welt die Leute zum bleiben bewegen, weil sich die Arbeitsbedingungen vorrangig ändern müssten.

Kackbratze
20.05.2022, 06:03
Soll ich nochmal klatschen? Ich würde heute Abend kurz eh auf den Balkon zum Blumengiessen gehen, da habe ich noch einen Moment Zeit.

Nefazodon
20.05.2022, 07:09
Jetzt kriegen „die Pflegekräfte“ erstmal noch ne Runde staatlichen Coronabonus, weil sie ja die Hauptlast der Pandemie getragen haben ;) Mich verbittert sowas. Ausserdem wird kein Bonus der Welt die Leute zum bleiben bewegen, weil sich die Arbeitsbedingungen vorrangig ändern müssten.

Ja, geht mir genauso.:-keks:-kotz

Andererseits: Wir sind selbst schuld. Ärzte beschweren sich einfach nicht laut genug. Die Gesellschaft weiß gar nicht, dass wir das mit dem Coronabonus hochgradig ungerecht finden.

Wenn Eisenbahner, Piloten oder Pflegende unzufrieden sind, bekommt man das mit. Von den ärzten hört man kaum/nichts.:-nix

@Kackbratze: Ja, kannst Du bitte nochmal klatschen?! Aber laut bitte....

Rhiannon
20.05.2022, 07:44
Andererseits: Wir sind selbst schuld. Ärzte beschweren sich einfach nicht laut genug. Die Gesellschaft weiß gar nicht, dass wir das mit dem Coronabonus hochgradig ungerecht.

Ich bezweifle ehrlich gesagt sogar, dass großen Teilen der Gesellschaft klar ist, dass wir keinen Bonus bekommen haben.
Als damals der erste Pflegebonus ausgezahlt wurde, waren unsere Schwestern (ja, wir haben tatsächlich nur weibliche Pflegekräfte auf Station) sehr erfreut und konnten gar nicht nachvollziehen, warum wir bei dem Thema so grummelt wurden.
Noch nicht mal denen war nämlich initial klar, dass den Bonus keiner von uns Ärzten bekommen hat.

Mistermeo
20.05.2022, 07:48
Wenn sich eine Pflegekraft bei uns auf der Station über ihr Gehalt beschwert, werde ich nur hämisch klatschen.
Neben dem absolut hohem Tarifabschluss auch wieder kein Bonus, das macht Spaß. Zumal die Erhöhung ja auch noch ewig auf sich warten lässt.

h3nni
20.05.2022, 08:02
Seid mal froh, dass es keinen Bonus gab, sonst hätte der MB am Ende vom Ergebnis 3,5% abgezogen, um der VKA entgegen zu kommen...

Endoplasmatisches Reticulum
20.05.2022, 08:15
Als damals der erste Pflegebonus ausgezahlt wurde, waren unsere Schwestern (ja, wir haben tatsächlich nur weibliche Pflegekräfte auf Station) sehr erfreut und konnten gar nicht nachvollziehen, warum wir bei dem Thema so grummelt wurden. Noch nicht mal denen war nämlich initial klar, dass den Bonus keiner von uns Ärzten bekommen hat.
Das war bei uns nicht so. Ich hatte mich damals mit ein paar Schwestern auf Station und in der ZNA darüber unterhalten. Standardaussage war das altbekannte: Ihr verdient doch eh schon so gut?


Seid mal froh, dass es keinen Bonus gab, sonst hätte der MB am Ende vom Ergebnis 3,5% abgezogen, um der VKA entgegen zu kommen...
Ich glaube nicht, dass der MB den fehlenden Bonus als Hebel genutzt hat. Gefühlt ist der eher einfach in dem Moment untern Tisch gefallen, als die Frist zur Steuerfreiheit abgelaufen war ...

Rhiannon
20.05.2022, 10:01
Das war bei uns nicht so. Ich hatte mich damals mit ein paar Schwestern auf Station und in der ZNA darüber unterhalten. Standardaussage war das altbekannte: Ihr verdient doch eh schon so so gut?

Das war bei uns tatsächlich anders. Als wir dann gesagt haben, dass wir vom Bonus ausgenommen waren, gabs kaum eine Schwester, die das nicht unfair fand (und das teils sogar beim Betriebsrat so geäußert haben).

WiWi18
20.05.2022, 10:08
Ich glaube, es kommt den meisten Kollegen hier nicht wirklich auf das finale Entgelt an, sondern auf die faire Gratifikation der leidvollen, menschenzentrierten Arbeit, der wir nun alle nachgehen. 100k? Das verdiene ich bereits als Assi.


Die späten WBA (5. Jahr aufwärts) sowie die Fachärzte kommen da bei uns auch hin. Aber das kommt halt größtenteils durch die Dienste zustande. Absurderweise ist der nächste Karriereschritt als Facharzt (Funktionsoberarzt) dann erst einmal mit einem finanziellen Downgrade verbunden, weil die Vordergrunddienste wegfallen.

SineNomine
20.05.2022, 11:41
Die späten WBA (5. Jahr aufwärts) sowie die Fachärzte kommen da bei uns auch hin. Aber das kommt halt größtenteils durch die Dienste zustande. Absurderweise ist der nächste Karriereschritt als Facharzt (Funktionsoberarzt) dann erst einmal mit einem finanziellen Downgrade verbunden, weil die Vordergrunddienste wegfallen.

Das Konstrukt "Funktionsoberarzt" dürfte gar nicht existieren. Man stelle sich mal den Aufschrei vor, wenn ich Polizisten einspare, indem ich Leute vom Ordnungsamt zu "Funktionspolizisten" ernenne. Entweder hat man Oberarztverantwortung oder eben nicht und entsprechend sollte man auch bezahlt werden.

Endoplasmatisches Reticulum
20.05.2022, 12:01
"Funktionspflegedienstleitung"
"Funktionskaufmännischer Direktor"

Nefazodon
20.05.2022, 12:13
Wieso, das Konstrukt ist in der Privatwirtschaft doch Gang und gebe....

Da werden sich dann schöne Titel ausgedacht wie "Head of [in Wahrheit unwichtige Abteilung mit nur einem Mitarbeiter]" oder "Senior [Idiot für Alles]", "Vize [Sklave]"....

Titel sehen immer schön aus, lassen sich auf Visitenkarten drucken und/oder in den Lebenslauf schreiben. Egal ob in der Medizin oder anderswo.
Dass die Verwaltungen noch nicht auf die Idee gekommen sind, die Mitarbeiter für den Titel "Funktionsoberarzt" bezahlen zu lassen...

Autolyse
20.05.2022, 12:31
Die späten WBA (5. Jahr aufwärts) sowie die Fachärzte kommen da bei uns auch hin. Aber das kommt halt größtenteils durch die Dienste zustande. Absurderweise ist der nächste Karriereschritt als Facharzt (Funktionsoberarzt) dann erst einmal mit einem finanziellen Downgrade verbunden, weil die Vordergrunddienste wegfallen.
Normalerweise machen Funktionsoberärzte doch ihre bisherigen Assistentendienste und bekommen die Rufdienste als Belohnung obendrauf.